Einwohner Interessen Gemeinschaft Olympisches Dorf e.V. HOME

Letzte Änderung: 02.5.2006

Kontakt

Zugriffe seit dem 26.2.2006:

[Extrablatt Nov 98] [67] [68] [69] [70]

Ein neuer Kopf - und die Köpfe dahinter

Über 20 Jahre lang ist der Dorfbote in einem zweispaltigen Layout und einer kursiven Kopfzeile erschienen. In dieser Zeit haben die Münchner Tageszeitungen zum Teil schon mehrmals ihr Erscheinungsbild geändert, um sich den geänderten Seh- und Lesegewohnheiten ihrer Leserschaft anzupassen, die stark vom Fernsehen beeinflußt worden ist. Nach einer längeren Diskussion und schweren Herzens haben sich der neugewählte Vorstand und Beirat der E.I.G. entschlossen, den Dorfboten zu modernisieren, um mit einem frischeren Outfit auch verstärkt die jüngeren Leute im Dorf anzusprechen. Am auffallendsten ist die größere und markantere Kopfzeile. Das EIG.-Logo hat seinen Platz im Schriftzug gefunden, wodurch der Kopf des Dorfboten Klarheit gewinnt. Die Texte werden sich künftig dreispaltig präsentieren, was sie lesefreundlicher macht und den Seiten ein „luftigeres" und gefälligeres Aussehen gibt. Von der ersten bis zur letzten Seite werden wir uns durchgehend um größere Übersichtlichkeit bei unserem Informationsangebot bemühen. Auf dem Bild sehen Sie die neuen Köpfe unter dem neuen Kopf des Dorfboten und seiner neuen Optik. Im Protokoll der Jahreshauptversammlung (auf Seite 2) finden Sie die Namen der Gewählten.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wachablösung an der Spitze unseres Vereins

Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand am 18.03.98 wieder im forum 2 statt.

Nachdem die form- und fristgerechte Einladung festgestellt, und gesichert war, daß mehr als 10% der Mitglieder vertreten waren, berichtete Herr Wildenrath über Begebenheiten des abgelaufenen Jahres.

Herausragend waren

  • · die 25-Jahrfeier, die unter der Federführung der EIG vorbereitet und durchgeführt wurde
  • · die erfolgreichen Aktionen mit der Aktionsgemeinschaft gegen ein neues FCB-Stadion im Olympiapark
  • · Initiativen für eine politische Mehrheit für eine Beteiligung der Landeshauptstadt an der Sanierung der Fußgängerzone und der Brückenbauwerke
  • · Beginn einer Untersuchung zur Minderung des Heizenergie-Verbrauches im OD

Anschließend erläuterte Herr Wildenrath zwei vorgeschlagene Satzungsänderungen:

1. Die Vergrößerung des Vorstands um bis zu zwei weitere stellvertretende Vorsitzende

2. Die Entfernung des absoluten Beitragssatzes aus dem Satzungstext

Er erinnerte an die Situation, in der er 1995 als Vorsitzender eingesprungen war und seine Zeit als Vorsitzender auf 2 Jahre begrenzt hatte. Dies Zeit sei abgelaufen. Er machte seine nochmalige Kandidatur davon abhängig, daß ein kompletter, neuer Vorstand gebildet würde.

Er dankte allen Beiratsmitgliedern und besonders dem stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Prof. Buchner für die Unterstützung in den letzten beiden Jahren.

Die Kasse wurde von Frau Eisenberger ordentlich geführt, wie Herr Deck, auch im Namen von Herrn Klaus, berichtete. Herr Wildenrath dankte Frau Eisenberger und den Kassenprüfern für ihre gute Arbeit.

Die Aussprache ergab, daß die Mitglieder mit der Arbeit des Vereins sehr zufrieden sind. Zur Sanierung gab es mehrere Äußerungen. Es wurde der Wunsch geäußert, daß die rechtlichen Verhältnisse im Dorf möglichst schnell geklärt werden sollten.

Einstimmig wurde der erweiterte Vorstand entlastet. Beide vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden mit der erforderlichen 3/4-Mehrheit beschlossen. Der Beitrag für auswärtige Mitglieder wurde wegen der gestiegenen Versandkosten um DM 6,- auf DM 46,- ab dem 01.01.1999 erhöht.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Herr Wildenrath einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig wurden Frau Christa Epe (S59), Herr Ludger Korintenberg (S57) und Frau Dr. Renate Weber (S87) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Als Kassenführer wurde Herr Egon Deck und als Kassenprüfer Herr Siegfried Klaus und Frau Carine Kreiß gewählt.

Dem künftigen Beirat gehören an:

Frau Roswitha Buchner (N20), Herr Egon Deck (C10), Herr Fritz Fickenscher (C24), Herr Wolfgang Goede (S32), Herr Siegfrid Klaus (S137), Frau Carine Kreiß (S97), Frau Renate Laier (N10), Frau Const. Lindner-Schädlich (N137), Herr Dr. Michael C. Scharmann (S107), Herr Horst Schumacher (C14), Herr Wilhelm Tondok (N18)

Im Schlußwort nannte Herr Wildenrath u.a. einige künftige Arbeitsschwerpunkte: Schaffung eines Raumes für Vereine und Beiräte. Die Untersuchung zur Minderung des Heizenergieverbrauchs soll weitergeführt werden. Werbung weiterer Mitglieder, auch wenn in den letzten Wochen ein erfreulicher Mitgliederzuwachs festzustellen war.

Auf Wunsch erhalten Mitglieder das vollständige Protokoll.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Bezirksausschuß 11

Keine Einwohnerversammlung im Olympiadorf zu den Themen Widmung/Sanierungszuschuß/ Denkmalschutz

Auf der Bezirksausschußsitzung am 20.05.1998 wurde über einen Antrag der SPD abgestimmt, mit dem eine Einwohnerversammlung für das Olympische Dorf gefordert wurde. Ziel war es, den Bewohnern des Olympischen Dorfs die Gelegenheit zu geben, sich zu den Fragen "Formen und Folgen einer Widmung/Sanierungszuschuß/Denkmalschutz" direkt von der Stadt München informieren zu lassen - vor allem zum Thema der öffentlichen Widmung, die ja Gegenstand von Beschlußfassungen des Bezirksausschusses und des Stadtrates ist. Denn obwohl dieser Begriff in aller Munde ist, haben viele nur sehr vage Vorstellungen, was eine öffentliche Widmung eigentlich konkret fürs Olympiadorf bedeuten würde. Der Antrag auf Abhaltung der Einwohnerversammlung fand leider keine Mehrheit im Bezirksausschuß: CSU und Grüne stimmten dagegen, obwohl unseres Erachtens alle Gründe, die gegen eine solche Informationsveranstaltung sprechen könnten, ausgeräumt waren. Die SPD hat ausdrücklich erklärt, daß Verhandlungspartner der Stadt München für die Eigentümer im Olympischen Dorf in Sachen Sanierungszuschuß ausschließlich die ODBG ist, daß alle Bemühungen der ODBG, zwischen den Eigentümergemeinschaften einen Konsens zur gemeinschaftlichen Lösung zu finden, nachhaltig unterstützt werden und daß der Zeitpunkt der Einwohnerversammlung in Absprache mit der ODBG festgesetzt werden soll, um unnötige Irritationen in den Verhandlungen zwischen ODBG und Stadt durch die Wahl eines falschen Zeitpunktes zu vermeiden.

Schade für die vergebene Chance einer Information aus erster Hand. Jetzt sind die Olympiadörfler nach wie vor auf die verwirrenden Verlautbarungen in Presse und Parteiblättern angewiesen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Tamina Greifeld, SPD

Interview mit Herrn Prof. Klaus Buchner

Der DORFBOTE möchte in Zukunft regelmäßig eine interessante Persönlichkeit aus unserem Dorf vorstellen.

Herr PROF.BUCHNER, zumindest Ihr Name ist vielen von uns Dörflern schon geläufig durch Ihren jahrelangen Einsatz für Belange des Dorfes. Dem gepflegten Münchnerisch Ihrer Aussprache nach zu urteilen, hat es Sie nicht aus ganz fernen Landen hierher verschlagen. Sind Sie Münchner?

PROF.B.: Ich kann mit Stolz sagen, daß ich sogar ein ganz echter Münchner bin. Schließlich war mein Urgroßvater königlich-bayerischer Leibgarde-Hartschier. Ich selbst wuchs hier ganz in der Nähe in der Borstei auf. Erst 1976 zogen wir ins Olympiadorf, hauptsächlich wegen der Kinder, zwei waren schon geboren, zwei kamen noch hinzu.

DB.: Um diese Zeit waren Sie ja auch beruflich schon etabliert an der TU München.Hatten Sie auch hier studiert?

PROF.B.: Dem Lehrkörper der TU gehöre ich schon seit 1973, also seit 25 Jahren an. Vorausgegangen waren dasStudium in München und Edinburg, 5 Jahre wissenschaftliche Arbeit am Max Planck Institut in Freimann und dann ein Lehrauftrag an der Univ.Kyoto in Japan, wobei ich das Glück hatte, zwei großen Lehrern zu begegnen, die mich auch durch ihre Persönlichkeit prägten.: Prof Heisenberg, als schon betagter Direktor des Max Planck-Instituts, und Prof. Yukawa, dem 1.Nobelpreisträger Japans, an der Univ. Kyoto.

DB.: Außer Japan lernten Sie auch Südost-Asien, insbesondere Indien kennen und lieben?

PROF.B.: Ja, erstmals auf der Rückreise aus Japan, zusammen mit meiner Frau. Aber nicht als 5-Sterne-Hotel-Tourist, denn unser beider Tagesbudget betrug z.T. nur 7,50 DM. Was wir dabei an spontaner Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit erlebten, gerade seitens der Ärmsten und trotz deren Existenznot, war für uns überwältigend.

DB.: Daß Sie später ein kleines indisches Mädchen adoptierten, entsprang dies christlicher Nächstenliebe?

PROF.B.: Die religiöse Komponente spielt in unserem Leben sicher stets eine große Rolle, aber diese Entscheidung - sorgfältig und lange überlegt, schließlich für gut und richtig befunden und nach zermürbenden administrativen Hürden glücklich durchgestanden - entsprach durchaus auch unserer Vorstellung bewußter Lebensgestaltung. Denn mit Rücksicht auf die Kinder bzw. natürliche Nachkommenschaft hatte ich mich intensiv mit dem Ausstoß erbschädigender Phenole durch die BMW-Lackiererei in unserer unmittelbaren Nachbarschaft auseinandergesetzt.

DB.: Ihr jahrelanger mühevoller 'Kampf' in dieser Sache gegen BMW als auch gegen die Fa.Bärlocher und deren (ungenehmigte) Produktion mit hochgiftiger Emission von Cadmium und anderen Schwermetallen wurde schließlich doch noch von Erfolg gekrönt. Macht sie das glücklich oder stolz?

PROF.B.: Daß BMW inzwischen auf wasserlösliche Lacke (anstelle der phenolhaltigen organischen Lösungs-mittel ) umgestellt hat und Bärlocher seine Produktion umweltschonend modernisiert und z.T. ausgelagert hat, ist für mich, wie für uns Dorfbewohner alle, ein großer, glücklicher Erfolg. Aber meine Freude wird überschattet von der gewaltigen Bürde, die jahrelang auf mir lastete. Bedenken Sie z.B., daß wir die Ausbreitungsrechnungen damals noch mühselig per Hand durchführten, oder daß einer ganzen von Bärlocher beauftragten juristischen Kanzlei wir wenigen Einzelkämpfer gegenüberstanden.

DB.: Und diese Erfahrung bestärkte Sie, hinfort Rückhalt in einer größeren Gruppe oder Partei zu suchen?

PROF.B.: Innerhalb der ÖDP und als deren Direktkandidat engagiere ich mich auf Landesebene z.B. für einige Aspekte der Bildungspolitik. Insbesondere die Haupt- und Berufschulen gilt es - in klarer Aufgabentrennung einzelner Schultypen stärker praxisorientiert reformiert - aufzuwerten, ihr Sozialprestige zu heben etc., um der negativen Auslese gegenzusteuern. Und diese Schulreform-Notwendigkeit läßt sich - was mein eigenes Arbeitsfeld, die TU anbelangt - durchaus übertragen auf die dringend anstehende Universitätsreform: nicht die Universitäten für die 'Massen' zu verschulen, sondern in klarer Aufgabentrennung die praxisorientierten FHs auszubauen.

DB.: Generell sind Sie auch in der Antiatomkraftbewegung engagiert?

PROF.B.: Ja, speziell hinsichtlich der vorbereiteten Atomkraft-Gesetzgebung. Es gilt - u.U. mittels eines Volksbegehrens - zu verhindern, daß über Standorte für Atomkraftwerke auf der nichtöffentlichen Verwaltungsebene entschieden werden kann.

DB.: In Kenntnis auch Ihres Einsatzes für das Anti-Senats-Begehren lassen sich Ihre Anliegen verallgemeinernd zusammenfassen: viel Öffentlichkeit, weniger Verwaltung, mehr Gemeinsinn?

PROF.B.: Ganz recht. Demokratie im Zusammenleben vieler Menschen fordert, daß jeder auch mitmacht.

DB.: Dieses 'Mitmachen' hoffen wir ja auch in Bezug auf unsere EIG im Dorf zu mobilisieren. Sie selbst waren schon an der Umweltarbeitsgruppe der EIG beteiligt, noch bevor Sie im Dorf wohnten, und dann viele Jahre lang im Vorstand aktiv tätig. Wenn Sie sich jetzt von diesem Amt entbinden ließen, so ist Ihnen unser aller Dank für Ihre erfolgreiche und stete Einsatzbereitschaft ebenso gewiß wie unsere Hoffnung auf Ihre weitere Mitarbeit in der EIG. Worin sehen Sie derzeit die drängendsten Aufgaben für unsere Dorfgemeinschaft?

PROF.B.: Zum einen die nach 25 Jahren anstehende Sanierung und Mängelbeseitigung im Dorf, ferner die Änderung des für das Dorf ungünstig positionierten westlichen Abgaskamins des Petueltunnels und schließlich die Abwendung der noch immer latenten Bedrohung durch ein FCBayern-Stadion in der unmittelbaren Nachbarschaft.

DB.: Unser Dorf ist also keineswegs eine Idylle, sondern nur eine Chance, aus glücklichen Umständen geboren. Es wird wegen seines architektonischen Konzepts als 'Futuropolis' gepriesen bzw. es soll sogar unter Denkmalschutz gestellt werden. Was halten Sie an unserem Dorf für besonders liebens- und erhaltenswert?

PROF.B.: Daß hier das Zusammenleben und die Begegnung gefördert werden und doch Freiraum für die eigene Entfaltung bleibt; daß es ein Ort ist, wo man sich wohlfühlen kann.

DB.: Herr PROF.BUCHNER, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Dr. Renate Weber EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Leserbrief aus Australien

Liebe EIG, Armidale, 16. Febr. 97

aus meiner australischen Wahlheimat möchte ich allen aktiv Beteiligten an dem neuen Anlauf zur Dorfsanierung meinen großen Glückwunsch aussprechen. Als früherem Verwaltungsbeiratsmitglied sind mir die Probleme noch in lebhafter Erinnerung. Was sich jetzt in Nr. 59 des Dorfboten las, insbesondere die professionelle Planung und Vorbereitung und der

Ansatz zu gemeinsamer Aktion hat meine Hoffnung auf einen echten Erfolg des wichtigen Vorhabens erneut aufleben lassen.

Gerade hier in Australien sind auf den verschiedensten Gebieten die gemeinsamen Initiativen und Aktionen von Bürgergruppen von großer Bedeutung für das öffentliche Leben. Durch diesen Anschauungsunterricht wurde mir in den letzten Jahren klar, wie wichtig es auch in Deutschland wäre, das Gruppen- und Grüppchendenken im Interesse des gemeinsamen Erfolges zu überwinden. Die Dorfsanierung könnte hier beispielgebend werden.

Beste Grüße und guten Erfolg!

Edgar Meyer (C 14)

EIG Anm.: Dieser Leserbrief, obwohl fast 1 1/2 Jahre alt, ist aktueller denn je! Wir möchten gerne jedem Dorfbewohner ans Herz legen, diese Nr. 59 /November 1996 noch einmal zu lesen. Irgendjemand in der Nachbarschaft wird sie sicher noch haben, wenn sie Ihnen nicht mehr vorliegt.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Über das Vorgehen der ODBG zur Sanierung der Fußgängerebene

1.) Ein Gutachter wird gesucht

Warum ein Gutachter?

Die LH München will und muß wissen, wie hoch die Sanierungskosten voraussichtlich sein werden. Erst dann kann sie über den genauen Umfang des pauschal mit 25 % in Aussicht gestellten Zuschusses entscheiden. Sie hat der ODBG Gutachter benannt, die sie akzeptiert.

2. Warum die ODBG

In der ODBG sind alle Bewohner des Olympischen Dorfes in wirtschaftlicher Hinsicht vertreten, und zwar in der Gesellschafterversammlung (GV) der von ihnen gewählten Treuhänder der 17 Wohnungseigentumsgemeinschaften. Es ist logisch, daß die Stadt einen finanziell legitimierten Verhandlungspartner haben muß. Das kann nur die ODBG sein.

3. Wie sieht der vorläufige Zeitplan aus?

Zunächst werden die in die engere Wahl gezogenen Gutachter um ein Honorar-Angebot gebeten (Teilnehmerwettbewerb). Diese Angebote werden vom Technikausschuß der GV geprüft. Das Prüfungsergebnis wird in einer - wie immer der Öffentlichkeit zugänglchen - Gesellschafterversammlung vorgestellt, diskutiert und beschlossen. Danach soll das Gutachten erstellt werden und möglichst bis zur 4. GV des Jahres vorliegen. Seine Formulierungen sollen ermöglichen, unmittelbar darauf aufbauend die Firmenausschreibungen für die Sanierungsabschnitte zu erstellen.

Der Umfang dieser Abschnitte hängt jeweils von den finanziellen und bautechnischen Randbedingungen ab. Die gesamte Fußgängerebene, einschließlich ihrer Verbindungskonstruktionen (Rampen, Brücken, Treppen), soll fortlaufend saniert werden.

Über die Gesamtdauer - wünschenswert wären nicht mehr als 8 Jahre - bestimmen letztlich die finanziellen Voraussetzungen.

4. Die Finanzierung

Die Sanierungskosten werden im jährlich zu beschließenden Umfang von allen Partnern des Individualvertrags aufgebracht. Zur Zeit wird diskutiert, ob Wohnungseigentumsgemeinschaften (WEG), die bereits saniert haben, diese Kosten in einer Form, über die noch im einzelnen zu verhandeln ist (Bewertung, Raten), zurückerhalten sollen.

C.E. / L.K. EIG

Über die EIG

1. Die EIG ist gemäß eigener Satzung verpflichtet und auch legitimiert, für alle Bewohner des Olympischen Dorfs (OD) tätig zu werden. Die öffentlichkeitswirksame Verbreitung von Entscheidungen der Gesellschafter-Versammlung (GV) der ODBG kann und wird beispielsweise der Gesamtmaßnahme "Sanierung der Fußgängerebene" die notwendige Akzeptanz im OD und darüber hinaus geben.

2. Die EIG wird sich verstärkt bemühen, bei allen Bewohnern des Olymiadorfs das Bewußtsein zu schärfen für die Tatsache, daß wir - vergleichbar den Eigentümern eines großen Hauses - gemeinsam und demokratisch handeln müssen. Die EIG wird Anstrengungen unternehmen, um das "Image" des OD in der Öffentlichkeit wieder zu verbessern. Bereits eine Verbesserung der gegenwärtig schlechten Immobilienpreise um nur 10 % würde die Sanierungskosten mehr als abdecken!

Die EIG muß eine Klammerfunktion zwischen allen Bewohnern und allen Eigentümern im OD wahrnehmen. Es gibt keine Instanz, die alle Aufgaben für das ganze OD übernehmen kann.

5. Die EIG nimmt sich der vielschichtigen Fragen an:

"Wie soll unser Dorf schöner werden?" oder

"Muß unser Dorf wieder schöner werden?"

und denkt dabei nicht nur an Blumenwettbewerbe!

Die EIG will auch einen Blick über den Zaun werfen und das Wohnumfeld unter die Lupe nehmen, um mögliche negative Auswirkungen auf das OD abzuwenden.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Aus der Stadtratsvollversammlung am 22.4.1998

Der Antrag der CSU/ Nr. 534 vom 16.7.97 zur "Sanierung und künftigem Unterhalt der Brückenbauwerke und Fußgängerbereiche im Olympischen Dorf" wurde trotz eines Nachprüfungsantrages der CSU endgültig abgelehnt. Sie hatte mit der FDP vehement die Widmung der orangen Flächen und die Erhöhung des Unterhaltszuschusses für die oliven Flächen gefordert.

Die SPD stellte dem ihr nach wie vor gültiges Angebot vom Juli 1995 gegenüber, die Sanierungskosten mit 25 % zu bezuschussen. Bemerkenswert war der Beitrag von OB Christian Ude, der die Thematik in aller Ausführlichkeit und Offenheit noch einmal vortrug. Er sagte wörtlich:

"(..) Nun gebe ich zu, daß die Situation hier besonders geartet ist, weil es diese bauliche Situation ganz selten gibt. Damals war sie in Europa einmalig und ist in ganz Europa von Städtebauern und Verkehrsplanern als Pilotprojekt ohnegleichen gerühmt worden. Diese Einmaligkeit der Führung des Fußgängerverkehrs hat uns diese Probleme beschert mit einer Belastung der Erwerber, die auf dieses Risiko nicht ausreichend hingewiesen worden sind. Das ist unstrittig! Deswegen halte ich den Versuch, zu helfen, für legitim!

(...) 25 % sind nach meinem Dafürhalten das letzte Wort des Stadtrats. (...)Wenn wir ohne Vereinbarung 25 % zahlen - ein beispielloser Vorgang, daß man rechtsgrundlos gegen bestehende Urteile, die feststellen, daß wir nicht zur Zahlung verpflichtet sind, Geldgeschenke macht, mit gutem Grund, wegen einer einmaligen Sondersituation -, dann hat man doch den Anspruch dem Grunde nach anerkannt. Die Verpflichtung der Stadt - und zwar die alleinige Verpflichtung der Stadt, während sich Bund und Land schon wieder einmal ersatzlos aus der Verantwortung gemogelt haben ...Dann kommen natürlich diejenigen, die nicht unterschreiben und sagen, jetzt prozessieren wir weiter, jetzt ist die Zahlungspflicht der Stadt dem Grunde nach anerkannt worden, jetzt pokern wir weiter, ob wir nicht doch 50 % oder 75 % bekommen.

So geht das nicht! Wer von der Stadt etwas bekommen will, muß entweder im Recht sein - das sind diese, das ist eindeutig rechtskräftig entschieden, nicht -, oder er muß gute Gründe darlegen, warum die Stadt freiwillig etwas leisten soll. Aber dann muß die Stadt auch die Gewißheit haben, daß mit der freiwilligen Leistung der gewünschte Zweck erreicht ist, nämlich Befriedung der Situation und Gleichbehandlung der Eigentümer.(...) Irgendwann werden die Pokerer schon merken, daß man mit der Stadt nicht Schlitten fahren kann.(...)".

Christa Epe/ Dr. Renate Weber EIG

EIG Anm.: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen - außer: Die Zeit läuft ... und im übrigen steigt das finanzielle Risiko nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Eigentümer.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Leserbrief

Mut und Optimismus

Schuhkartons .......

.....so nennen wir unser Zuhause seit 23 Jahren! Dieses Bild reichten wir seinerzeit bei den Bausparkassen ein, die wissen wollten, wofür sie ihren Kredit geben sollten! Wir haben ihn auch bekommen ...! Aber können Sie sich vorstellen, daß ein solches Haus Begeisterung hervorrufen kann? Und daß andere beim Anblick dieses Fotos unsere Euphorie nicht ganz teilten? Es muß etwas anderes gewesen sein, was dieses Haus so erstrebenswert machte ...

Wir waren stolz und glücklich, daß wir uns mit Familie ein Häuschen überhaupt leisten konnten, und hatten die Fantasie, daß die "Betonwüste" sich einmal in eine blühende Parklandschaft, mitten in der Stadt, verwandeln würde. Mit Pioniergeist haben sich Groß und Klein das Dorf erschlossen, Freunde gewonnen, die nüchterne "Geisterstadt" mit Leben erfüllt. Gemeinsinn und Kreativität führten zu Lösungen und Initiativen für alles!

Mit dem Wachsen von Kindern und Grün verlor sich dieser Pioniergeist, und es begann der Genuß des Wohnens. Droht jetzt der Verlust des Wohnwertes und des Wertes unserer Wohnungen und Häuser, weil die Straßenüberbauungen und Fußwege verfallen?

Besinnen wir uns auf den Geist des Anfangs und gehen die unausweichlich gemeinsame Aufgabe der Sanierung unserer Fußgängerebene an. Wie wir mit der Pressestadt zusammen Bärlocher bewegen konnten abzuwandern, mit unseren Milbertshofener Nachbarn BMW dazu gebracht haben, ihre Lackiererei umweltfreundlicher umzubauen, so zwingen uns jetzt die Notwendigkeiten im eigenen Wohnumfeld zu gemeinschaftlichem Handeln. Den notwendigen

Geist dazu wiederzubeleben, sehen wir als unsere Aufgabe in der EIG an. Die Sanierung in technischer und finanzieller Hinsicht wird unsere ODBG durchführen und letztlich auch die rechtlichen Probleme lösen, wenn wir als Bewohner nicht nur unsere Wohnung, unser Haus sehen, sondern das ganze Dorf als unseren Verantwortungsbereich anerkennen:

Wir können nicht im Erdgeschoß wohnen und erklären, daß uns die Reparatur des Daches 15 Stock über uns nichts angeht!

Es muß saniert werden, und wir sind alle davon betroffen!

Die ODBG, der Betriebshof unseres Olympischen Dorfes, sind wir! Unsere Meinung, unsere Stimme, unsere Mitarbeit können und sollten wir in der jeweiligen WEG einbringen. Die dort von uns gewählten Treuhänder vertreten unseren mehrheitlichen Willen in der ODBG.

Wir hatten damals den Mut, trotz aller negativen Presseberichte, eine unwirtliche Neubausiedlung zu beleben. Wir haben heute den Optimismus zu glauben, daß die Annehmlichkeiten und positiven Seiten des Wohnens im OD alle Bewohner bewegen können, im eigenen Interesse an einem Strang zu ziehen. Damit dokumentieren wir auch nach außen, daß wir letztendlich doch zu einer gemeinschaftlichen Lösung fähig sind.

Diese Akzeptanz zu fördern, ist uns Grund genug, der Dorfgemeinschaft, so sie eine ist, viele Stunden Mitarbeit in der EIG zu schenken.

Christa Epe / Ludger Korintenberg EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Ostergeschenk für das Olympiadorf

Der gesamte Olympiapark steht unter Denkmalschutz.

Die Überraschung war gelungen. Am Mittwoch, dem 8. April, war als Spitzenmeldung des Lokalteils der „Süddeutschen Zeitung" folgendes zu lesen: „Olympiapark und Stadion jetzt unter Denkmalschutz". Das Thema war vor einem Jahr von Dorfbewohnern anläßlich des 25jährigen Bestehens der Olympiaanlagen erstmals offiziell ins Gespräch gebracht worden. Auf einer Podiumsdiskussion hatte Stadtbaurätin Thalgott erklärt, das Olympiadorf könne nicht unter Denkmalschutz gestellt werden, weil die Zeit dafür noch nicht reif sei. Neun Monate später leitete der Denkmalrat des Landesamtes für Denkmalpflege ein entsprechendes Verfahren ein. Damit ist die Eintragung in die Denkmalliste bereits Fakt: Der gesamte Olympiapark einschließlich Olympiadorf wurde zum Ensemble erklärt; das Stadion, die Olympiahalle, die Schwimmhalle und der Fernsehturm geniessen als Einzelbauwerke Denkmalschutz. Was bedeutet das für das Olympiadorf? Das Planungsreferat gibt folgende Antwort: Denkmalschutz heißt nicht, daß das Dorf zu einer Art Museum erstarrt. Nur grundsätzliche Änderungen bedürfen der Zustimmung.

Wolfgang Goede EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Denkmalschutz/ Ensembleschutz

sind im Denkmalschutzgesetz geregelt. Bauliche Veränderungen bedürfen danach der Erlaubnis des Denkmalamts.

Im Fall des Olympischen Dorfes bedeutet dies, daß wegen der kürzlich erfolgten Aufnahme in die Denkmalliste als „Ensemble" äußere Veränderungen mit dem Denkmalamt der Stadt München („Untere Denkmalschutzbehörde") abgesprochen werden müssen.

Rückbauten von z.B. Wintergärten/ Loggien können, wegen der Vielzahl im Bestand, nicht verlangt werden. Neue Veränderungen müssen jedoch beantragt werden. Die Erlaubnis richtet sich dann am Bestand aus und an den für das Ensemble verträglichen Lösungen.

Auch bei der Sanierung der Fußgängerebene mit ihren Aufbauten, Kunstwerken und der Medialinie wird Rücksicht auf den Erhalt des einheitlichen Konzepts genommen werden müssen.

Für Zuschüsse zu Sanierungskosten aus öffentlichen Kassen ist das Olympiadorf noch weitaus zu jung!

Ludger Korintenberg EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der Rückzieher des FC Bayern

Jetzt will Beckenbauer doch im Olympiastadion bleiben

Ein halbes Jahr lang hatte der FC Bayern die Öffentlichkeit mit seinen Neubau-Plänen für ein neues Stadion in Atem gehalten. Anfang März ließ FCB-Präsident bei einer Podiumsdiskussion im Theaterzelt in der Ackermannstraße die Katze aus dem Sack. „Am liebsten würden wir im Olympiastadion bleiben", sagte Franz Beckenbauer vor den 650 Zuschauern. Voraussetzung allerdings sei ein fußballgerechter Umbau. Woraufhin Architekt Günter Beh- nisch erwiderte: „Wir können über alles reden". Die überraschende Wende führte die „Süddeutsche Zeitung" untern anderen darauf zurück, daß der FCB erkannt habe, daß für die geplante Superarena im Stadtgebiet kein passender Standort zu finden sei. Nachdem die Olympiadörfler auf einer Bürgerversammlung im November gegen den Neubau eines Stadions auf den ZHS-Gelände vehement protestiert hatten, sprachen sich auch andere Stadtbezirke gegen ein solches Projekt in ihrer Nachbarschaft aus. Bis zur Sommerpause will Behnisch jetzt dem FCB und der Stadt München seine Umbaupläne für ein fußballgerechtes Stadion vorlegen. Zu den notwendigen Maßnahmen gehören: Überdachung der Gegengeraden, Tieferlegung der Spielfläche, Erweiterung der Tribüne, ein Restaurationsbetrieb und ein Parkplatz direkt unter dem Stadion. Die Arbeiten könnten in zwei Jahren abgeschlossen sein. Der im Frühjahr verfügte Denkmalschutz für das Olympiastadion steht nach Auskunft des Planungsreferats einem solchen Umbau nicht entgegen. Nur das weltberühmte Zeltdach sei unantastbar.

Wolfgang Goede EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Untersuchungen zum Wärmebedarf im Olympischen Dorf

In Zusammenarbeit mit der ArbeitsGruppe Energie (AGE) und der ODVG wurde von der EIG ein Projekt gestartet, in dem der Wärmebedarf eines ausgewählten Gebäudes im Olympischen Dorf ermittelt und analysiert werden soll. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Schwachstellen in der Wärmeisolierung des Gebäudes herauszufinden und Vorschläge zu deren Beseitigung zu erarbeiten. Schließlich soll in einer Kosten/Nutzen-Analyse eine Rangfolge empfohlener Maßnahmen erarbeitet werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen exemplarisch für das ganze Dorf sein.

In einem ersten Schritt wurde das Gebäude mit dem höchsten Energiebedarf pro m= Wohnfläche für die Untersuchung ausgewählt. Mit einem von der AGE vorgestellten Verfahren wurde der in der Heizperiode abgerechnete Energieverbrauch so auf die einzelnen Wohnungen aufgeteilt, da? die Bereiche überdurchschnittlichen Wärmeverbrauchs an der Gebäudeoberfläche lokalisiert werden können. Das Verfahren ist so angelegt, daß unterschiedliches Nutzerverhalten, wie über- oder unterdurchschnittliche Raumtemperatur oder unterschiedliche Lüftungspraxis, eliminiert werden kann.

Der zweite Schritt beinhaltet thermografische Aufnahmen des Gebäudes. Für dieses Verfahren wurde das Gebäude mit infrarot-empfindlichem Film fotografiert. Sofern günstige Randbedingungen vorliegen, können lokale Unterschiede der Oberflächentemperatur sichtbar gemacht werden, die Rückschlüsse auf den Wärmeflu? zulassen. Die in einer kalten Vorfrühlingsnacht gemachten thermografischen Aufnahmen werden zur Zeit ausgewertet.

Über den Fortgang des Projektes und den Abschlu? wird zu gegebener Zeit berichtet.

Fritz Fickenscher EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Unser Dorf für unsere Kinder

Die Außenanlagen des Olydorfes sind gerade für Kinder prädestiniert. Bereits als Säuglinge können sie vom Spaziergang im Grünen ab der Haustür profitieren. Unbeschwert können sie dann später das Krabbeln und Laufen auf den Rasenflächen und autofreien Gehwegen üben, bis sie dann mit den anderen Kindern auf den Spielplätzen spielen können. Jeder größere Spielplatz im Olydorf hat eigene Besonderheiten. Der Platz südlich der Connollystraße hat eine bei Kindern beliebte Rutsche und heiß begehrte Schaukeln. Wegen seiner Überschaubarkeit ist dieser Spielplatz für kleinere Kinder besonders geeignet. Außerdem gibt es dort einen bepflanzten Hügel, auf dem selbst schon die Kleinen auf Abenteuersuche gehen können (und der im Winter zum Schlittenfahren genutzt wird). Der Spielplatz am Nadisee wird im Winter und im Sommer von Kindern aller Altersstufen bespielt. Während der Sommermonate gibt es schon beinahe Gedrängel am und im Wasser. Allerdings ist die Wasserqualität schon nach ein paar Badetagen sehr zweifelhaft, nachdem nicht nur Kinder, sondern auch Fahrräder, Bierflaschen und anderes im See baden.

Ebenso beliebt ist der sog. "Reifenspielplatz": Die aus alten Autoreifen gemachten Schaukeln sind äußerst stabil und halten auch größere Kinder aus. Das Seilkarussel wurde dieses Frühjahr instandgesetzt und von den Kindern gut angenommen. Schade nur, daß die Rutsche so weit weg liegt. Allerdings ist dort im Miniatursandkasten am Fuß der Rutsche die Sandqualität nach einem jüngst vorgenommenen Austausch hervorragend. Das Besondere am Reifenspielplatz sind die Betonwände, auf denen Formen und Buchstaben zu erkennen wären, wenn der Erhaltungszustand besser wäre. Diese Anlage, ursprünglich "Weiße Stadt" genannt, wird von kleinen Kindern besonders zum Versteckspielen genutzt (was dazu führt, daß auch Eltern oft auf Spurensuche gehen müssen, um ihre Sprößlinge zu finden). Unweit liegt die "Rote Stadt", ein inzwischen buntes Betonkonstrukt, das fest in der Hand der Jugendlichen ist. Kleinere Kinder werden von dort gerne ferngehalten, nicht zuletzt wegen der vielen Scherben, die im Kies verstreut liegen. Die Sprayer haben den Beton mit allerlei Graffitis gestaltet. Es wäre eine ‹berlegung, ob man die kleine Stadt direkt am Spielplatz nicht auch von (in diesem Fall kleineren) Kindern bemalen läßt. Die ursprünglich reizvolle Gestaltung des östlich liegenden verzweigten Wegesystems ist wegen der üppig wuchernden Vegetation kaum mehr zu erkennen. Sicher ist es schön, wenn eine solche Ansammlung von Betongebäuden wie unser Olydorf so schön eingewachsen ist, jedoch ist in einem solchen Fall zu überlegen, ob hier weniger nicht mehr ist. Gartenpflege hat ja mit ‹berwuchernlassen nichts zu tun.

Der größte Spielplatz befindet sich nördlich der Straßbergerstraße auf Höhe von Hausnummer 22ñ26. Dieser liegt aber trotz der Vielzahl der angebotenen Spielgeräte (kleine und große Rutsche, Hängebrücken, Klettergeräte, Seilrutsche) oft verlassen da. Denn das große Problem dieses Spielplatzes sind die Ameisen, die inzwischen in wahren Massen in den Holzpflöcken des Kletterhanges und der Umrandung hausen und ein Bespielen in den wärmeren Monaten kaum mehr möglich machen. Das betrifft ebenso die Flächen neben dem Spielplatz (Betonspirale, Tische, Bänke usw.).(vgl. dazu Beitrag auf S. ...)

Es gibt noch vieles im Olydorf, was Kinder zum Staunen und Spielen einlädt. Z.B. das große Rondell, das im Winter oft als Eisfläche zum Schlittschuhfahren und Eishockeyspielen einlädt. Im Sommer üben hier Inlineskater und Dreiradfahrer. So gut wie nicht mehr genutzt dagegen werden die großen Kletterskulpturen (z.B. hinter der Connollystraße 16) aufgrund der hohen Unfallgefahr. Brunnenanlagen, kleine Sandflächen mit und ohne Spieltunnel, Tischtennisplatten und nicht zuletzt die großen Rasenflächen tragen weiter dazu bei, daß sich große und kleine Kinder hier richtig austoben können.(vgl. dazu Beitrag S. ...) Und das, ohne daß auch nur eine Straße überquert werden muß!

Wir sollten versuchen, daß diese Spielmöglichkeiten für die Kinder erhalten bleiben und nicht verwahrlosen. Es sind Anlagen vor unserer Haustür, und wir können für deren Erhalt sorgen, wenn wir bereit sind, einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Naturgemäß wird das vor allem diejenigen unter uns interessieren, die selbst Kinder†ñ oder auch Enkel†ñ haben. In der Straßbergerstraße hat sich eine Gruppe engagierter Eltern daran gemacht, einen verschütteten Spieltunnel wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Sand- und Krabbelspielplatz zuzuführen. Die Kommentare der vorbeikommenden Spaziergänger, Kinder und der Anwohner waren durchwegs so positiv, daß durchaus vorstellbar ist, auch in Zukunft Aufräum- oder Säuberungsaktionen selbst zu organisieren.

Carine Kreiß EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Liebe Dorfbewohner, liebe Tierhalter ...

der EIG ist das leidige Problem der Hunde- und auch Katzenhinterlassenschaften bekannt. Die Gruppe "Unser Dorf soll (wieder) schöner werden" wird sich dieses delikaten Themas annehmen. Ziel ist es, durch gezielte Aufklärung bei den Tierbesitzern Verantwortungsbewußtsein gegenüber den Mitbewohnern und ihren Kindern zu erzeugen. Letztlich muß sich auch jeder Tierhalter im klaren darüber sein, daß sein "ach so gesunder Liebling" trotz Entwurmung und Impfung selbst Träger von ansteckenden Krankheiten und Parasiten sein kann, ebenso wie sich jedes Tier an den Hinterlassenschaften seiner Artgenossen anstecken kann. So sollte es im Interesse aller Dorfbewohner (zwei-, vier- oder nochmehrbeinig) sein, ganz selbstverständlich auch mal nach dem Haufen des eigenen Hundes in der Wiese zu suchen, und auf diese Weise zu zeigen, daß man seiner Umwelt und letztlich auch seinem Tier gegenüber verantwortungsvoll und "reif" handeln kann.

Und mal ganz unter uns: Es gibt so viele Hundebesitzer, die immer mit einer kleinen Plastiktüte in der Tasche spazieren gehen und sofort das Hundehäufchen damit aufnehmen, die Tüte verknoten und in den nächsten Mülleimer werfen. Es tut der Würde keinen Abbruch und alle danken es ihnen. Schade nur, daß diese Hundehalter so in Mißkredit gebracht werden von einigen wenigen, die wohl nur zu bequem sind, sich für eine menschengerechte und tiergerechte Entsorgung des Hundekots ein- oder zweimal pro Tag zu bücken.

Dr. Michael G. Scharmann EIG

AG Unser Dorf soll (wieder) schöner werden

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Leserbrief

Hunde

Kurz gesagt: Auf vielen Olydorf-Grünflächen ist die Lage besch........... Würde man auf der großen Wiese zwischen Nadistraße und Straßbergerstraße in jeden Hundehaufen ein Fähnchen stecken, hätte selbst Ingemar Stenmark keine Chance gehabt, hakenschlagend durchzukommen. Denn was für Eltern und Kinder so erfreulich ist, ist auch für Hundebesitzer von Vorteil: Grünflächen direkt vor der Tür zum Laufenlassen und Gassigehen. Auf die Idee, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge zu entsorgen, kommen leider die wenigsten. Auch die teilweise aufgestellten Hunde-Verbots-Schilder am Rande der großen Wiesen sind nicht mehr als ein Lacherfolg. Also was tun? Konfliktlösung durch Verschärfung des Problems (z.B. alle Kinder zwischen 1 und 4 Jahren zum "Geschäft verrichten" ebenfalls auf diese Wiesen führen)? Hände, Füße und Schuhe der Kinder weiter fluchend säubern von Hundekot, wenn sie sich trotz Mahnungen auf die Wiesen verirren? (Während der Rochus der Eltern auf die Hundebesitzer unaufhaltsam wächst.) Erschaffen von Hundehaufen-Skulpturen am Wegesrand, um das Problem in Augenhöhe zu bringen? Die Anstellung eines Kotentsorgers (vielleicht auf 620-DM-Basis), der die Saubermach-Päkchen auch freizügig an Hundebesitzer verschenkt? Oder eine Unterteilung des Areals in zwei Bereiche: für Hunde und für Kinder. Wo die einen sich fröhlich erleichtern dürfen (hoffentlich schaffen sie es bis dahin, wenns bei Herrchen/Frauchen mal wieder spät wurde...), dürfen die anderen nebendran ebenso fröhlich kicken und kugeln. Wäre das eine Lösung? Aber wer zahlt die Absperrungen in Form von Zäunen oder ähnlichem? Überhaupt: Zäune hier in unserem Dorf? Wo soll denn das hinführen?

Roberta Metzger

Leserbrief

Sprachlos beim Tierarzt

Ich darf vorstellen: Unsere Katze Susi, so zwischen 17 und 20 Jahren, ursprünglich niederbayerische Bauernkatze, die es vor ca. 14 Jahren nach München verschlagen hat, im Wesen freundlich, gutmütig, verschmust und hartnäckig auf ihren Streicheleinheiten bestehend. Das Fell ist dicht und glänzend, der Appetit gut, der Auslauf wunderbar. Drei ineinander übergehende Gärtchen sind Susis Reich. Nachbardackel Schnuffi akzeptiert sie als Erstbewohnerin, begrüßt sie und h ält ihr andere Katzen durch sein Gekläff vom Leib. Der langen Rede kurzer Sinn, Katze Susi lebt im Katzenparadies.!

Aber das Alter fordert seinen Tribut. Das rechte Auge veränderte sich. Grauer oder grüner Star. Sie ist jetzt auf einem Auge blind. Nachdem sie sich weiter munter und normal verhielt, wurde der Tierarztbesuch hinausgeschoben. Letzte Woche war es dann so weit. Der Besuch beim niedergelassenen Tierarzt war fällig. Aber da kam ich an den Richtigen ...! 'So eine heruntergekommene, abgemagerte Katze war ihm schon lange nicht mehr vorgekommen. Keine Vorsorge-Impfungen, keine Kontrolluntersuchungen! Typisch für Olympiadörfler! Dagegen die Klientel aus Nymphenburg! Da gibt's sowas nicht!' - Da war ich dann doch sprachlos.

Verunsichert konsultierte ich danach einen anderen Tierarzt - einen aus Nymphenburg! Er beruhigte mich. Das Auge ist krank, die Katze aber so wie anfangs beschrieben. Mein Vorschlag für Olympiadorf hassende Tierärzte, um täglichen Ärger mit verwahrlosten Tieren und Menschen zu umgehen, wäre: Den Standort zu wechseln!

Ursula Eisele

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kompost & Co: Bioreaktor oder Reaktor?

Viel ist schon über Kompost, Komposthaufen und Schnellkomposter geschrieben worden. Der Komposthaufen ist des Gärtners Stolz. Aber häufig ist ein Komposthaufen auch Anlaß für Nachbarsstreitigkeiten. Wir von der AG "Unser Dorf soll (wieder) schöner werden" sind der Meinung, daß nur ein korrekt betriebener und diskret versteckter Komposthaufen oder Silo-Komposter eine mögliche Alternative zur städtischen Biotonne sein kann.

Sicherlich ist es ganz praktisch, seine Bioabfälle - so man sie sammelt - im Garten auf den Komposter zu werfen. Man spart sich den Weg zur Biotonne, die sowieso immer voll ist, und wenn sie mal nicht ganz voll ist, einem beim Öffnen des Deckels erstmal Gerüche unterschiedlichen Grades der Fäulnis, gepaart mit Fruchtfliegen und Schimmelsporen, entgegenhaucht. Also: Ein eigener Kompost muß her! Doch Vorsicht! Der Betrieb eines käuflichen Plastik-Komposters ist nicht so einfach, wie es in der Werbung versprochen wird. Von vielen unserer Zeitgenossen wird, mit Recht, wie wir meinen, ein solcher Komposter als gravierende "optische Umweltverschmutzung" wahrgenommen. Ganz zu schweigen von den an schwülen Tagen beständig süßlich bis modrig aufsteigenden Gerüchen! Und, beim klassischen Komposthaufen, da kullern schon mal die Eierschalen und alten Mandarinen durch den Gartenzaun auf die Straße oder weisen einem leuchtend weiß und orange den Weg.

Wer den eigenen Biomüll seiner Umwelt gegenüber verantwortungsbewußt selbst kompostieren möchte, muß sich unbedingt über die komplexen Zusammenhänge in dem ganz eigenen "Kosmos des Komposthaufens" informieren. Die EIG-Arbeitsgruppe "Unser Dorf soll (wieder) schöner werden" hat eine mehrseitige "Kompost-Info" vorbereitet, welche sich kritisch mit den verschiedenen Kompostertypen, Sinn und Unsinn des Kompostierens und ästhetischen Aspekten handelsüblicher Silo-Komposter sowie Alternativen beschäftigt. Diese "Kompost-Info" können Dorfbewohner kostenlos erhalten: Werfen Sie einen mit Ihrer Adresse und dem Stichwort "Kompost-Info" versehenen unfrankierten Rückumschlag in den EIG-Briefkasten an der schwarzen Wettersäule auf dem Kirchvorplatz ein.

Gleichzeitig bieten wir unseren EIG-Mitgliedern und Interessierten eine durch den Autor dieses Artikels (Dipl.-Biol. Dr. Michael Scharmann, Tel. 351 88 60) eine im ODM ebenfalls kostenfreie und individuelle Beratung zu Ihrem Komposthaufen an.

Sofern Sie bereits einen Kompost betreiben, möchten wir Sie anregen, einmal ganz (selbst-)kritisch über Ihren eigenen Silokomposter, Thermo- oder Schnellkomposter oder Kompostmiete nachzudenken:

1) Brauchen Sie wirklich einen oder gar zwei Komposthaufen, oder wäre es nicht schöner, die Ecke im Garten optisch ansprechender zu gestalten?

2) Verwenden Sie den produzierten Kompost eher selten und düngen sie meist doch mit dem günstigen Blumendünger aus dem Drogeriemarkt?

3) Mischen Sie Ihre Gartenerde mit der Komposterde, um damit Ihre Balkonkästen zu füllen, oder verwenden Sie doch meist die Erde aus dem Baumarkt?

4) Könnte es sein, daß Ihr Komposthaufen Ihre Nachbarschaft mit Gerüchen belästigt, vielleicht auch nur an "wenigen" Tagen im Jahr?

5) Empfinden Sie das "Design" Ihres Komposthaufens, Ihres Komposters, nicht als wirklich gelungen oder gar ansprechend, oder können das nur ihre Nachbarn beurteilen, weil nur diese den Komposter sehen können?

6) Liegen häufig oder nur manchmal gekochte Lebensmittel auf dem offenen Kompost?

7) Befinden sich ein bis mehrere Weihnachtsbäume auf Ihrem Kompost, und warten Sie schon seit Jahren auf deren biologische Zersetzung?

8) Wundern Sie sich, daß seit geraumer Zeit Ihr Komposthaufen wächst, aber kein Kompost entsteht?

Wenn Sie nur einige Fragen mit "ja" beantwortet haben, sollten Sie ernsthaft in Betracht ziehen, die städtische Biotonne als Alternative zum Komposter zu verwenden und Ihren Komposter selbst oder durch die ODBG zu entsorgen. So seltsam es nun klingen mag, aber: Ihre Umwelt wird es ihnen danken.

Dr. Michael G. Scharmann EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kuckuck im Dorf

Wir haben unseren Dorfkuckuck!

Regelmäßig und immer frühmorgens - nach der Dämmerung - kann man seinen Rufen lauschen. Bisher wurde nur das Männchen sicher erkannt, denn Kuckuckmännchen rufen unverkennbar hohl "guguck". Kuckucke sind bei uns Sommervögel, sie überwintern in Afrika. Die etwa taubengroßen Vögel, die durch ihren langen Schwanz und die "quergeringelte" Brustfiederung leicht zu erkennen sind, lieben offenes Gelände, Waldränder und lockere Waldungen. Vielleicht kann man ja auch bald noch das Weibchen hören. Es ruft grell "quickwickwick..."

M.Sch.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Aus der Nadischule

Spiel macht Schule - macht Schulspiel

Seit 1996 läuft in der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen ein Projekt mit diesem Titel. Dazu wurde der Akademiebericht 305 erstellt. Zur Visualisierung der Spielbeschreibungen und Stundenbilder beauftragte man das Institut für Grundschulpädagogik und Unterrichtsmitschau mit den Aufnahmen von 2 Videokassetten. So wurden die Schüler der Klasse 4a unter Leitung von Frau Holle Beier im Schuljahr 1996/97 zu kleinen Schauspielern, die ihre Aufgabe mit Schwung und Begabung lösten. Das gesamte Projekt wurde im Februar/März 98 abgeschlossen und wird seitdem zum Verkauf angeboten.

Am 29./30. April 1998 fand in der Universität München, veranstaltet vom Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultus ein großer Bildungskongress statt, an dem 600 geladene Gäste aus Politik, Pädagogik, Film und Presse vertreten waren. Vorträge und Foren wurden von namhaften Professoren geleitet. Parallel zu dieser Informationsfülle boten Schulen aller Arten und Ausrichtungen zusammen mit ihren Schülern und Schülerinnen ihre Projekte an. Der ganze 1. Stock des Universitätsgebäudes wurde zum "Schülermarkt" umfunktioniert. Unter vielen interessanten Angeboten war auch die Grundschule an der Nadistr.3 mit einem Querschnitt durch das Unterrichts- und Schulspiel vertreten. Wir zogen mit Schwarzlicht, Schattenbühne, Puppen und Masken in die Uni. "Wir", das waren Ursula Szarafin, Sophie Wolf, Ferdinand Henke, Marvin Hirth, Felix Reiner und Alexander Juratovic, die "Ehemaligen" der Nadischule mit Frau Holle Beier.

Die Inhalte unserer Darbietungen gingen von Interaktionen quer durch den Schulspielgarten. Einen besonderen Schwerpunkt legten wir auf spielerisches Lernen im Unterricht. Unsere Besucher konnten sich auswählen, was sie interessierte. Die kleine Gruppe zeigte sich versiert genug, die Wünsche in die Praxis umzusetzen und überrraschte durch ihre Vielseitigkeit die Zuschauer. Staunend wurden auch die Möglichkeiten, Spiel als Unterrichtsmethode umzusetzen, angesehen.

Am 2.5.1998 fand man einen entsprechenden Bericht mit Foto der Kindergruppe in der Süddeutschen Zeitung.

Holle Beier

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kath. Kindergarten

Maifeier zum 25-jährigen Jubiläum

Was gehört in ein echtes bayerisches Dorf? Ein Maibaum natürlich! So ein "Traditionsstangerl", wie ich kürzlich las, gibt es auch bei uns. Ein strahlend weißblauer Himmel machte den Jubiläumstag zu einem besonderen Festtag für alle kleinen und großen Besucher. Ein neuer Maibaum, fast geräuschlos hochgezogen mittels Flaschenzug, fand wieder seinen angestammten Platz als Mittelpunkt des Kindergartens. Zünftige Blasmusik begrüßte und begleitete nach guter bayerischer Sitte die Gäste; es tanzten die Kinder im Reigen, freudig, fröhlich bis zögerlich, beobachtend, ... und es tanzten lt. Programm auch die Eltern - zu sehen waren allerdings nur die feschen Mütter! Als vor 15 Jahren der 1. Maibaum zum 10-jährigen Jubiläum Einzug hielt, wurde zum Aufstellen noch die geballte Kraft von 6 Mannen gebraucht. So ändern sich die Zeiten! Das sah man auch an den Kindern - nicht an denen natürlich, die z.Zt. dort ihren kreativen Spielraum haben, sondern an jenen, die dieser Lebensphase längst entwachsen und inzwischen als "Kinder der ersten Stunde" fast 30 Jahre alt sind! So war der Feiertag auch ein Tag der Wiederbegegnung - wenn auch das Wiedererkennen nicht immer ganz leicht war - und des Sich-Erinnerns. Der Kindergarten war bereits für eine ganze Generation der "behütete Fleck im Großstadtgewühl" (SZ), und er wird weiterhin viele bunte Jahreszeiten durchleben, die so markant die 4 neuen Figuren am Maibaum symbolisieren - allen voran der vielgeliebte "Kürbismann".

Christa Epe EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Vorsicht: Handtaschenräuber

IIn letzter Zeit häufen sich die Klagen über Handtaschenraub im U-Bahnbereich am Olympiazentrum. Die Handtaschen werden sogar aus den Körben von fahrenden Fahrrädern geklaut. Geldbörsen werden "gezogen", wie es im Fachjargon genannt wird, d. h. zwei oder mehrere Personen lenken ab und einer zieht das Portemonnaie aus Jacken- oder Hosentasche. Früher nahmen Diebe oft nur das Geld und warfen die Behältnisse ins Gebüsch, doch jetzt verschwindet alles samt Ausweisen, Kreditkarten, Scheckkarten, Hausschlüsseln, Brillen usw. Das Sperren von Konten und die Wiederbeschaffung von Papieren ist zeitaufwendig, teuer und ärgerlich. Au?erdem besteht die Gefahr von darauffolgenden Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen - je nachdem, wie gründlich der Dieb recherchiert. Nicht nur an der Haltestelle Olympiazentrum ist Vorsicht geboten, auch an anderen U-Bahnhöfen, wie Münchner-Freiheit, Odeonsplatz usw.

Machen Sie es den Dieben nicht zu leicht - die Brieftasche sollte sich nicht auf den Kleidungsstücken abzeichnen, achten Sie auf Ihre Handtaschen und legen Sie nichts Wertvolles auf den Gepäckständer Ihres Fahrrads. Beobachten Sie die Umgebung und melden Sie Delikte umgehend der Polizei.

Renate Laier EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

EIG Anm: Leider müssen wir an dieser Stelle auch auf die sogen. "Dämmerungseinbrecher" hinweisen, die auch bei uns immer wieder unterwegs sind. Vorsicht ist also immer angeraten, besonders in Häusern und EG-Wohnungen, aber auch an Wohnungstüren. Total schützen kann man sich wohl nicht; die Täter gehen sehr professionell vor. Aber allzu leicht sollte man es ihnen auch nicht machen!

Recherche beim Tiefbauamt

35 Meter hohe Abgas-Schleuder an der Riesenfeldstraße wird den Ringtunnel entlüften

Die Arbeiten für die Untertunnelung des Mittleren Rings gehen mit Hochdruck voran. Schon in fünf Jahren soll der Verkehr in den Untergrund verbannt werden. Die Frage, die die Anwohner bewegt: Wohin mit den Abgasen der Autos? Der Dorfbote hat beim Tiefbauamt nachgefragt.

Danach ist am Hochbunker an der Riesenfeldstraße ein 35 Meter hoher Stahlkamin für die Entlüftung geplant. Ein Gebläse wird die von Autoabgasen durchsetzte Luft im Tunnel ansaugen und mit großer Geschwindigkeit aus dem Kamin herausblasen. Bedenken, daß von dieser Abgas-Schleuder die Umgebung, insbesondere das Olympiadorf stark belastet werde, läßt das Tiefbauamt nicht gelten. Der Dreck werde so stark mit Luft verdünnt und so hoch in die Luft katapultiert, daß der ganze Norden dadurch gleichmäßig belastet werde. Auf Nachfrage wurde eingeräumt, daß spezielle Elektrofilter möglich seien, die Staub- und Rußpartikel binden. Dafür müsse allerdings ein eigenes Gebäude gebaut werden, das bisher nicht eingeplant sei. Für das Binden von Kohlenmonoxid und Kohlendixoid gebe es bisher keine Technik.

Wir Dorfbewohner müssen uns fragen: Sind wir damit einverstanden - oder sollten wir in Gesprächen mit der Stadt weitere Information beschaffen und auf eine möglichst umweltfreundliche Lösung drängen. Noch ist Zeit, auf die Pläne Einfluß zu nehmen. Die einzigartige Chance, durch ein Filtersystem die Luft im Münchner Norden zu verbessern, scheint bisher nicht genutzt zu werden. Dorfbewohner, die Interesse an einem Arbeitskreis haben, mögen sich bitte melden bei

Wolfgang C. Goede, Straßberger Str. 32, Tel: 351 5570.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Sicherheitswacht im OD

Am 7.5.98 erschien in der SZ ein Artikel: Olympiapark - Polizei sucht Bürger für Sicherheitswacht

Als dritte Dienststelle in München führt die Polizeiinspektion 43 (Olympiapark) die Sicherheitswacht ein. (...) Einsätze sind vor allem im Olympischen Dorf und in Milbertshofen geplant. ......

Dazu teilte uns die zuständige PI 43 auf Nachfrage mit, "daß die Aufstellung der Sicherheitswacht und deren Einsatzgebiet im OD nicht auf eine besondere bzw. außergewöhnliche Sicherheitslage zurückzuführen ist. Sie hat vielmehr den Grund, daß 'Bürger für Bürger' da sind, d.h. daß Frauen und Männer anderen helfen, die in Bedrängnis sind, schnell Hilfe herbeiholen, wenn andere sie brauchen usw. Fernerleisten die Angehörigen der SIWA einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung."

Wann und wo unterstützt die Sicherheitswacht die Polizei?

Die SIWA soll vor allem dort tätig sein, wo Straftaten drohen, die Gefährdung aber dennoch nicht so groß ist, daß Polizeibeamte ständig vor Ort sein müssen. Als Tätigkeitsgebiete kommen hauptsächlich in Betracht:

  • · größere Wohnsiedlungen
  • · öffentliche Parks und Anlagen
  • · die Umgebung von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel

Die Angehörigen der SIWA werden den Polizeidienststellen ihres Wohngebiets zugeteilt. Erfahrene Polizeibeamte entscheiden nach der aktuellen Sicherheitslage, wo und wann die SIWA auf Streife geht.

Welche Befugnisse hat die Sicherheitswacht?

Ihr stehen zunächst die gleichen Rechte zu wie jedem Bürger: Das Festhalten eines auf frischer Tat angetroffenen Straftäters bis zum Eintreffen der Polizei sowie das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüberhinaus können Angehörige der SIWA Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, wenn dies zur Gefahrenabwehr oder zur Beweissicherung notwendig ist. Außerdem können sie bei Gefahr im Verzug einen Platzverweis erteilen, d.h. eine Person anweisen, sich zu entfernen. Die SIWA ist keine Hilfspolizei. Sie kann und soll die Arbeit der Polizei nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Sicherheitswacht ist auch keine "Bürgerwehr".

Wie erkennt man die Sicherheitswacht?

Die Angehörigen der SIWA tragen keine Uniform. Um von hilfesuchenden Bürgern gezielt angesprochen werden zu können, tragen sie als sichtbare Erkennungszeichen einen Dienstausweis mit Foto und am linken Oberarm eine hellgraue Binde. Beides erhalten sie vor Dienstantritt auf der Polizeiinspektion und geben es nach Dienstschluß wieder ab.

Ausführlichere Informationen sind dem internet zu entnehmen:

http//www.polizei.bayern.de/wir/SIWA.htm

Christa Epe EIG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kulturverein

Jazz im forum 2

Da capo Jenny Evans

Es muß schon seinen Grund haben, wenn Jazzmusiker von Rang nach einem Konzert im „forum 2" trotz spärlichem Besuch ausdrücklich betonen, gerne wiederzukommen. An einer besonderen Geltung dieser Spielstätte mag es kaum liegen – und an einer großen Gage erst recht nicht.

Doch ein paar renommierte Musiker haben das Geheimnis längst verraten: Der bereits über regionale Grenzen hinaus bekannte Bandleader Harald Rüschenbaum, die erst kürzlich beim Jazzfest in Burghausen gefeierte Schlagzeugerin Carola Grey und auch der selbst schon zu einem Stück Jazzlegende gewordene Trompeter Dusko Goykovic – sie alle spielten schon im „forum 2" (wußten Sie das übrigens?) und lobten übereinstimmend die hervorragende Akustik sowie die angenehme Atmosphäre.

Am 17. Mai gastierte die „deutsche Lady Jazz" Jenny Evans (internationale Kritiker vergleichen sie tatsächlich mit dem großen Idol Ella Fitzgerald), begleitet vom Rudi Martini Trio, sozusagen „vor der Haustür der Olympiadörfler". Es waren übrigens mehr als dreiviertel der Besucher nicht aus dem Dorf, einige kamen von weit her und mußten sich sogar erst zum „forum 2" durchfragen.

Auch Jenny Evans versprach spontan, wiederzukommen, voraussichtlich noch in diesem Jahr. Sie versicherte, sich im „forum 2" sehr wohl zu fühlen. Und sie setzte noch eins drauf: Das Klavier des Kulturvereins sei ein prima Instrument. Rudi Martini schloß sich der da-capo-Idee sofort an. Darüber hinaus will er das Jazzleben unseres Kulturvereins in Zukunft nach Kräften unterstützen. Ein so wertvolles Kleinod müsse man einfach fördern ...

Also, es bahnt sich an, interessant zu werden. Neben Jenny Evans ist auch Carola Grey für ein Konzert im Herbst im Gespräch. Nun liegt es nur noch daran, daß künftig neben der Akustik und der Atmosphäre auch der Publikumszuspruch stimmt. Vielleicht gibt es in unserem Dorf dann bald neben den Programmschwerpunkten Freizeitkunst, Kino und Kinderkino einen kleinen Stützpunkt für weitere attraktive Konzerte.

Günter Fitzke

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Meditation

"Über die Grenzen hinweg"

"Der war aus", "das gibt eine Ecke" - so oder ähnlich heißt es bei einem Fußballspiel. Grenzen müssen anerkannt werden, werden sogar oft genug zum Zankapfel bei einem Spiel. Auf der anderen Seite sind diese Begrenzungen wichtig, weil sie zum Spiel gehören. Ein Ball außerhalb der Linie im Tennis kann zur Katastrophe werden. Grenze als Spielraum.

Jedesmal wenn ich vor 1989 an die Grenze zur damaligen DDR kam oder sonst eine Ostgrenze überqueren mußte, schlug mir das Herz bis zum Hals: Du weißt nicht, was dir passiert, ob du Schikanen ausgeliefert bist. Grenze als Mauer des Ungeliebtseins.

Im Alltag erleben wir oft genug die eigenen, die menschlichen Grenzen. Da fällt uns das und jenes nicht ein, da bringen wir etwas nicht fertig, da werden wir langsamer: Wir erleben unsere eigenen Grenzen.

Auf der anderen Seite überspringt einmal jemand die Grenze einer Bürokratie, drückt eine andere "ein Auge zu", läßt jemand erkennen, daß er die Grenze nicht "ausnutzen" will, sondern alles tut, daß wir Menschen bleiben können.

Das nächste Bild: Europa soll "grenzenlos" werden: Das Vertrauen soll wachsen, die Angst (s. Ostgrenze) ganz verschwinden. Wir brauchen keine Grenzen mehr, wir brauchen das Vertrauen zueinander. Es wird nicht leicht, aber es ist notwendig.

Unser Gott ist ein grenzenloser Gott: Über Rassen und Nationalismen, über Länder und Kontinente hinweg bejaht er den Menschen, der überall ist: hilfsbedürftig und Vertrauen brauchend. Über alle Grenzen hinweg sagt er sein Ja, so daß wir dann auch im Psalm beten können: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern, mit ihm erfahre ich, was es heißt: Vertrauen habe ich in Dich, daß auch Du ohne Angst Deinen Tag lebst.

H. Summerer, Pfarrer

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Nach neun Monaten Verhüllung

Einweihung 21. Juni 1998

Neun Monate war unsere Kirche verhüllt. Die Gerüstfolie ist entfernt und immer wieder bleiben Leute stehen und schauen neugierig, wie ihre Kirche jetzt aussieht. Fast ein Jahr wird es gedauert haben, bis der letzte Handwerker fertig sein wird.

Eine spannende Zeit, die hinter uns liegt. Dank wirklich kompetenter Arbeit durch die Firma A.S.E. König war bis Weihnachten der schwierigste Teil der Sanierung völlig problemlos erledigt: Die Asbest-Entsorgung. Und danach hat sich der Blick auf die entkernte Kirche völlig gewandelt. ÑWie soll es aussehen, soll alles werden, wie es war oder gibt es Veränderungen," das war die häufigste Frage seit Anfang dieses Jahres. Mit viel Fingerspitzengefühl hat Architekt Keßler einen wohltuenden Kompromiß aus Erhalten und Erneuern gefunden. Und das ist jetzt zu sehen.

Mit viel Mühe wurden zum Beispiel die ursprünglichen Olympiafarben wiederhergestellt. Weil man vor 25 Jahren nicht die heute üblichen Farbtabellen kannte, war das Anmischen der Farben gar nicht so einfach. Aber es ist gelungen. Die Kirche hat ihre farbige Frische wieder. Im Gegensatz zur Farbe sind die Türen neu gestaltet worden und haben wirklich an Ausstrahlung gewonnen. Und alle ÑSchlüsselinhaber" werden sich freuen: Man muß nicht mehr in der Nacht am Boden herumkriechen, um das Schloß zu finden.

2,5 Millionen Mark wird die Sanierung für die evangelische Kirche gekostet haben. 100.000 Mark werden wir als Gemeinde selbst finanzieren müssen. Und es wird wahrscheinlich noch ein bißchen mehr werden, weil einfach auch noch das ein oder andere angepaßt werden muß. Der Zahn der Zeit nagte eben auch an der Einrichtung.Gespart haben wir, wo es ging, vor allem auch dadurch, daß Gemeindeglieder immer wieder selbst mit Hand angelegt haben. Und deshalb werden wir in nächster Zeit noch auf die Mithilfe aller angewiesen sein; in Form von Spenden und aber auch in tätiger Mithilfe. Dafür allen ein herzliches Dankeschön.

Die letze Phase des Baus hat begonnen: Die Planung der Einweihung. Am Sonntag, den 21. Juni 1998 werden wir mit unserer katholischen Schwestergemeinde unsere neue Kirche einweihen. Dazu sind alle Dorfbewohner herzlich eingeladen.

Pfarrer Bernhard Götz