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Munich is a modern city
das Ergebnis einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Olympiadorf und seiner Rolle im Münchner Stadtgefüge
Das Olympiadorf war im August 1998 Gegenstand einer Ausstellung im neugegründeten Ausstellungsraum ‚Raum München‘. Der EIG-Vorstand lud die Aussteller, die holländische Fotografin Erica Overmeer und den Münchner Architekten Muck Petzet zu einem Gespräch und zu einem Gastbeitrag im Dorfboten ein:
'Munich is a modern city' behauptete mir gegenüber ein Arzt aus Kenia, der Ende der siebziger Jahre München besucht hatte. Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, daß er nur den Umkreis seines Hotels kennengelernt hatte: Das Olympiadorf, den Park und die umliegenden industriell geprägten Straßen. Vom 'eigentlichen' München, der historisch geprägten Altstadt, wußte er nichts und hatte es daher auch nicht besichtigt.
In der Eröffnungsausstellung von Raum München sollte der Versuch unternommen werden, München auf ähnliche Weise vom Olympiadorf aus zu betrachten und dabei eine unbekannte, positivistisch 'moderne' Stadt der siebziger Jahre zu entdecken.
Annähernd 100 kleinformatige Fotografien, Momentaufnahmen mehrerer Besuche im Olympiagelände kombiniert mit Bildern aus der Entstehungszeit, waren zu besichtigen - keine sorgsam konstruierten Architekturfotografien, sondern 'alltägliche' und scheinbar zufällige Blicke auf künstliche Landschaften und Betonstrukturen, Straßen, Plattformen, Sportplätze und Gärten. Die Anordnung der Bilder auf einem fast 9 m langen Tisch ließ zwischen den in Einzelbildern und Serien erkennbar werdenden Themenbereichen wie Landschaft, Verkehr und Wohnen eine ähnlich untrennbare Beziehung entstehen, wie man sie beim Besuch des Olympiageländes erfährt.
Umgeben und isoliert von weiten Verkehrs-, Landschafts- und Industrieströmen schwimmt das 'Dorf' am Rande des Millionendorfs. Eine einmalige Zeitkonstellation hat es hervorgebracht, die 'heiteren Spiele', deren Veranstalter es verstanden, den politischen Willen zu Veränderung und Modernität in ein alle Bereiche umfassendes Werk umzusetzen - ein Werk, das als großes buntes Fest vorüberging, aber dennoch München tiefgründig verändert zurückließ. Während die Stadt an der Oberfläche ihre folkloristisch heile Geschlossenheit wiederherzustellen suchte und sich mit der ersten Fußgängerzone Deutschlands zum geschützten Erlebnis- und Konsumpark erklärte, strecken sich vom Olympiazentrum aus U- und S-Bahnstränge unter der Stadt hindurch bis weit in die umliegenden grünen Hügel und weiten Ebenen. Von hier erheben sich mit kühnem Schwung Ringstraßen und Autobahnen in alle Himmelsrichtungen.
Nur hier im Norden der Landeshauptstadt tauchen die damaligen großangelegten und anspruchsvollen Planungen in Park, Sportanlagen und Stadtstrukturen an der Oberfläche auf und lassen sich bis ins Detail nachvollziehen:
- · Der Park mit den eingebetteten Sportanlagen als frei geformte künstliche Landschaft ist die würdige Fortsetzung des Englischen Gartens mit modernen Mitteln.
- · Im Olympiagelände gelang es, das Verschwinden der Architektur in der Landschaft gleichzeitig als machtvolle Präsentation von Technik zu feiern.
- · Im Olympiadorf hingegen wurde nichts geringeres angestrebt als die modellhafte Lösung der damals heftig diskutierten zentralen Probleme des Massenwohnungsbaus.
Die Nachteile des modernen Städtebaus der 50er und 60er Jahre, die sich bereits deutlich abzeichneten (Monotonie, Zusammenhangslosigkeit mit dem Stadtgefüge, Soziale Entflechtung und Entfremdung, Zerstörung des Lebensraums durch den Verkehr), sollten dabei mit den Mitteln der Moderne selbst geheilt werden. Zentrale Themen waren dabei die Schaffung von eigenständigen 'Environments' mit Quartierszentren, Verkehr (Trennung Auto/Fußgänger mit Vorrang für den Fußgänger, Verbindung der Quartierszentren zur City mit öffentlichen Verkehrsmitteln), Sozialstruktur (Übersichtlichkeit, Durchmischung) sowie ein selten verwirklichter Traum der Moderne: die Verbindung von verdichtetem Wohnen mit der Natur (Wohnen im Park).
All diese Wunschvorstellungen und Konzepte wurden im Olympiadorf weitgehend verwirklicht:
Es entstand ein eigenständiges Quartier mit großzügig bemessenen Infrastruktureinrichtungen (Schule, Kindergarten, Läden, Restaurants, Kirche) die, an der Ladenstraße aufgereiht, ein Zentrum bilden. All diese Einrichtungen sind von den Wohnungen zu Fuß, ohne Querung von Straßen, zu erreichen. Der Autoverkehr mündet, aus den großen Verkehrsadern kommend, unter einer angehobenen Fußgängerebene und verteilt sich bis an die einzelnen Hauseingänge.
Ein Bus- und ein U-Bahnhof binden die Fußgängerebene schnell und direkt an die City an. Das Quartier ist deutlich begrenzt und überschaubar. Die unterschiedlichen angebotenen Haus- und Grundrißvarianten (vom Atriumhaus und den Maisonetten im 'Flachbereich' über die Terrassenhäuser und Appartmenthäuser bis hin zu aufgesetzten Penthäusern) bilden die Grundlage für soziale Vielfalt und Durchmischung. Die nach Süden und Westen orientierten Häuserzeilen strecken sich wie Finger in die weite Parklandschaft des Olympiaparks, die Fußgängerebene treppt sich auf der verkehrsabgewandten Seite in fließendem Übergang zum Grünraum ab.
Diese strukturellen und konzeptuellen Eigenheiten machen neben einer Unzahl von formalen und inhaltlichen Detaillösungen die Eigenheit des Olympiadorfs und seine überregionale Bedeutung aus.
Vergleichbare Stadtstrukturen in anderen Städten leiden an der Über- oder Unterbetonung eines der genannten Faktoren oder wurden schlicht durch verfehlte Sozialplanung zum Scheitern verurteilt (Bijlmermeer, Amsterdam). Vielleicht hat dieses anscheinend so unmünchnerische Stadtquartier sein Gelingen gerade seiner Entstehung und Lage in München zu verdanken: Der Münchner Neigung zur Mäßigung, wenn nicht Nivellierung konzeptueller und formaler Extreme und dem breit gestreuten Wohlstand, der es ermöglichte, die neuen Behausungen relativ reibungslos in Privateigentum zu verwandeln. Doch während andere, einzelstehende Gebäude aller Stilrichtungen von der morphologischen Gleichförmigkeit Münchner Stadtstruktur und ihren Verfechtern geradezu bis zur Unsichtbarkeit assimiliert wurden, konnte die abgeschlossene städtische Einheit des Olympiadorfs ihre Eigenheit behaupten und gilt seither als Fremdkörper in der Stadt.
Das andere, wirkliche München wird weiterhin um diese Insel herumgebaut, als ob sie nicht existieren würde. Der damalige gewaltige Schaffensprozess ist bis heute tragfähig aber folgenlos geblieben.
Lernen vom Olympiadorf
München hat das Bild seiner Innenstadt nach dem Krieg in - für eine Großstadt - seltener Geschlossenheit wiederhergestellt. Das lebendige Beispiel des Olympiadorfs zeigt, daß diese Geschlossenheit schadlos andersartige, auch großmaßstäbliche Ergänzungen durch qualitätsvolle neue Stadtstrukturen und -bilder erträgt. Die Verbindung von Naturflächen und Wohninseln, wie sie im Olympiagelände beispielhaft verwirklicht wurde, bietet die Chance für ein weites Aufatmen innerhalb der uniformen Stadtstruktur.
Die Auffüllung der letzten großen städtischen Flächen wie der Waldmann-Stetten-Kaserne, der Theresienhöhe oder dem freiwerdenden Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof mit Arrondierungen angrenzender Quartiere oder vorstadttypischer Hausstrukturen kann nicht das Ziel einer Entwicklung Münchens in das nächste Jahrtausend sein.
Das Olympidorf mit seinem hohen ganzheitlichen und innovativen Anspruch der Lösung soziologischer, funktionaler, ökonomischer und technischer Problemstellungen, die im übrigen - ergänzt durch die Ökologie - nach wie vor gleich geblieben sind, sollte dabei den Maßstab der Beurteilung bilden.
Muck Petzet
P.S. der Redaktion: Dieser Artikel ist nicht, wie man meinen könnte, ein Zitat aus einer Eröffnungsbroschüre des Olympischen Dorfes aus den frühen 70er Jahren. Vielmehr hat ein junger Architekt das Dorf für sich entdeckt und (fast erstaunt) festgestellt, daß hier eine „gebaute Utopie" sich täglich als gebrauchstüchtige Lösung beweist. Er sieht sie sogar als mögliches Vorbild für vergleichbare aktuelle Situationen in München an. Dieser gedankliche Ansatz macht neugierig, und wir meinen, es lohnt ein Durchkämpfen durch etwas schwierige Kost.
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In EIGner Sache
Liebe Mitbewohner, liebe Leser,
unser „Dorfbote" hat diesmal eine Fülle von Nachrichten und Informationen zu Themen, die uns alle betreffen, und die uns wichtig sein sollten, auch wenn nicht jeder Zeit und Lust hat, sich immer wieder mit unseren dorftypischen Problemen zu befassen. Vielen Bewohnern im OD sind jedoch die Zusammenhänge nicht ganz klar, wie unser Dorf eigentlich „funktioniert" und welche Konsequenzen daraus entstehen.
Ab sofort und dauerhaft, so hoffen wir, kann sich jeder ein Bild (s. inliegendes Extrablatt) davon machen, daß unser Dorf durch das Netz unserer Selbstverwaltung – und nicht nur durch Architektur und Infrastruktur – auf einem schlüssigen Gesamtkonzept aufgebaut ist. Jeder Versuch, sich aus diesem Gefüge herauszulösen (wie es z.B. der Eigentümer eines großen gewerblichen Gebäudes anstrebt), gefährdet das auf Gemeinschaftlichkeit angelegte Dorfkonzept.
Ein weiteres Thema ist die Sanierung der Fußgängerebene (s.Info S.10), die – ungeachtet rechtlich offener Fragen, die bei der ODBG sehr wohl gesehen und behandelt werden – zwingend und dringend begonnen werden muß. Oder wollen wir noch einmal 10 Jahre diskutieren, an deren Ende nicht etwa eine einvernehmliche Lösung stehen wird, sondern eine unter Ensembleschutz stehende Dorfruine? Obwohl aus Uneinigkeit der Bauunterhalt 25 Jahre grob vernachlässigt wurde - mit der Folge des jetzigen „Sanierungsstaus" - bewegt sich die vorauss. Kostenbelastung (s. Info S.10) für den einzelnen Dorfbewohner in einem vertretbaren Rahmen. Die derzeitige Unterbewertung unserer Immobilien sollte unseren Willen zu gemeinschaftlichem Handeln stärken. Nicht zuletzt ist daran zu erinnern: „ Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." (GG Art.14/2))
Bei allen anstehenden Fragen sollten wir uns auch bewußt sein, daß das Olympiadorf eine baugeschichtliche Einmaligkeit (s.Titelgeschichte) darstellt, die mit Aufnahme in die Denkmalliste als Ensemble öffentliche Anerkennung und Würdigung findet. Wenn alle daran mitarbeiten, über die eigenen vier Wände hinauszuschauen und Einzelinteressen den gemeinschaftlichen Interessen unterzuordnen, müßte es uns doch gelingen, das arg lädierte Ansehen, das Image des Olympiadorfes so zu verbessern, daß es den ihm gebührenden Platz im Stadtbild erhält - und zu einer „Adresse" in München und weltweit wird.
Das ist unsere Chance – wir rechnen mit Ihnen!
der EIG Vorstand
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Die Umbaupläne für das Stadion
Zweiter Geniestreich oder die Zerstörung des Ensembles?
Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Mitte Oktober wurde der Mantel des Schweigens endlich gelüftet und Günter Behnischs Entwurf für den Umbau der Olympia-Arena der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Architekt des Stadions und des weltberühmten Zeltdachs hatte sich im März dazu bereit erklärt, nachdem der FC Bayern ein »fußballgerechteres« Stadion verlangt und mit dem Auszug gedroht hatte.
Behnischs Pläne sehen vor, das Spielfeld abzusenken, die Sitzplätze näher ans Spielfeld heranzurücken und die Kurven enger zu ziehen. Der größte Eingriff ist der Abriß der gesamten Osttribüne. Sie soll unter einem steileren Neigungswinkel neu errichtet und überdacht werden.
Die »Süddeutsche Zeitung« kommentierte den Entwurf als »einen zweiten Geniestreich«. Ein besserer Vorschlag dürfe kaum zu finden sein, und wer »weiterhin ein lebendiges ‘Oly’ haben möchte, kann nur hoffen, daß möglichst bald gebaut wird«. Das Blatt hielt allerdings auch nicht mit OB Christian Udes Kritik hinterm Berg. Für ihn ist die 30 m hohe Osttribüne ein »gewaltiger Eingriff in die Olympiaanlagen«.
Alt-OB Jochen Vogel geht noch weiter. Diese wuchtige Empore würde die gesamte Anlage zerstören. Die während seiner Amtszeit geplanten Anlagen hätten nicht wie die von 1936 auf Monumentalität und Herrschaftsanspruch abgezielt, sondern sollten »die neue demokratische Grundeinstellung, unverkrampfte Offenheit und Weltzugewandtheit« ausdrücken. In der leichten Dachkonstruktion hätte die Botschaft des neuen Deutschlands ein beispielhaftes Symbol gefunden. Durch die Einbindung des Stadions in die Parklandschaft und in die Stadt sei eine harmonische Einheit entstanden - ein einmaliges Meisterwerk in der jüngeren deutschen Architekturgeschichte, was auch der kürzlich beschlossene Denkmalschutz unterstreiche. Die geplante Tribüne allerdings »beeinträchtigt die Ansicht des Stadions vom Olympiapark so stark, daß das ursprüngliche Dach kaum mehr zu erkennen ist." Seine Ungezwungenheit und Offfenheit würden damit zunichte gemacht.
Wer das Modell vom neuen Stadion in der Rathausinformation studiert hat, versteht Vogels Bedenken. Doch dürfen wir wegen eines Details den beabsichtigten Umbau grundsätzlich ablehnen? Behnisch selbst dürfte wohl am wenigsten daran gelegen sein, sein Meisterwerk durch einen häßlichen Betonriegel in Verruf zu bringen. Es müsste ihm doch möglich sein, die Tribüne auf ein erträgliches Maß zurückzustutzen. Denn über eines müssen wir uns im Dorf klar werden: Wir sind nicht nur Stadion-Nachbarn, sondern wesentlicher Teil des gesamten olympischen Ensembles und leben - wie siamesische Zwillinge - in einer Schicksalsgemeinschaft miteinander. Deshalb genießt auch unsere nicht weniger als das Zeltdach epochale Architektur Denkmalschutz. Deshalb sind wir gegen ein zweites Stadion auf dem Olympiagelände auf die Barrikaden gegangen. Und deshalb muß uns allen die Vitalität des Stadions und des Parks am Herzen liegen - denn sie sind unsere Achillesferse. Bei der jetzigen Diskussion werden wir weiterhin unsere Interessen zu Gehör bringen!
Wolfgang C. Goede EIG
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Wir laden ein zu einer öffentlichen Informationsveranstaltun und Podiumsdiskussion:
Um- und Ausbau des Olympiastadions
Mittwoch, 25.11.98 – 20.00 Uhr - forum 2
Podiumsgäste: Frau Thalgott (Leiterin Planungsreferat LH München) und Herr Spronk (Geschäftsführer Olympiapark München GmbH). Die Umbaupläne werden erläutert und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Umbauphase, den Olympiapark und die Nachbarn des Stadions besprochen.
Gemeinsame Veranstaltung des Kulturvereins, des SPD-Ortsvereins Olympiadorf und der EIG
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INTERVIEW MIT HERRN DR. MARTIN BOGDAHN
Der Dorfbote möchte regelmäßig eine interessante Persönlichkeit aus unserem Dorf vorstellen.
Zur Person: verh., 3 Kinder, Dorfbewohner seit 1985 Hobbies: Radeln, Musik Lektüre: Bert Brecht Musik: Max Reger Malerei: Botticelli, Gabriele Münter
Was gefällt mir am Dorf: Daß wir hier wirklich ein Dorf sind – bei gleichzeitiger Nähe zur Stadt.
Meine Dorfbotschaft: So gerne jeder für sich lebt wie er will, soll jeder doch auch die bestehende Möglichkeit für gute und solidarische Nachbarschaft nutzen und pflegen.
DB: Herr Dr. Bogdahn, Ihre Titel und Würden als Kreisdekan und Oberkirchenrat zeichnen Sie aus als Mitglied der oberen Kirchenverwaltung der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern.
DR.B.: Ja, ich bin seit 1990 mit der Funktion eines Weihbischofs von München und Oberbayern einer von sechs Kreisdekanen unserer Kirche und gehöre als einer von 15 Oberkirchenräten neben dem Landesbischof zur obersten Kirchenleitung.
DB: Wie steht es in dieser kirchlichen 'Höhenluft' mit der 'Bodenhaftung', d.h. mit der Verbindung zum alltäglichen Leben der Kirchengemeinde?
DR.B.: Nun, im Anschluß an mein Studium in Neuendettelsau, Berlin, Heidelberg und Erlangen wirkte ich ja zunächst einmal 20 Jahre lang als Gemeindepfarrer in München - an der Christuskirche in Neuhausen und an der Kreuzkirche in Schwabing-West. Diese seelsorgerischen Erfahrungen prägen ein Leben lang.
DB: Waren Sie nicht auch als Medienpfarrer tätig?
DR.B.: Ja, 1985 bis 1990, als Beauftragter unserer Kirche für Hörfunk und Fernsehen, und dabei war ich als Verbindungsmann zu diesen Medien direkt und indirekt zuständig für den gesamten kirchlichen Arbeitsbereich, von der evang. Morgenfeier bis zu Fortbildung und Vorträgen. Auch diese Tätigkeit brachte mir ungemein lehrreiche Impulse. Besonders freut es mich, daß ich jetzt wieder daran anknüpfen kann, seit ich zum Vertreter der evangelischen Kirche im Rundfunkrat ernannt worden bin.
DB: Apropos 'anknüpfen', auf einem ganz anderen Feld: Freut es Sie ähnlich, daß auch eine theologische Grundfrage, die in Ihrer Jugend noch die christlichen Kirchen zutiefst spaltete , wie z.B. die Rechtfertigungslehre - mit der sich auch Ihre Dissertation befaßte - inzwischen wieder ein hochaktuelles Thema ist, über das katholische und lutherische Einheitsbemühungen auf bestem Wege sind, einen tragfähigen Konsens zu finden?
DR.B.: Das ist für mich natürlich Anlaß zur Freude, insbesondere aber zur Hoffnung, daß mit der dabei befolgten Methode des sog. differenzierenden Konsenses generell die Annäherung der Kirchen, die sich in Jahrhunderten auseinanderentwickelt haben, gefördert werden könnte. Denn diese Methode besagt: in Grundfragen ist die Einigkeit so groß, daß in einigen Nebenfragen auch eine unterschiedliche Bewertung toleriert werden kann.
DB: Zeugen die Erfolge der sog. ökumenischen Bewegung, wie sie seit Beginn unseres Jahrhunderts Lutheraner, Reformierte, Altkatholiken, Orthodoxe u.a. nichtkatholische Christen erfaßt hat und nun z.T. schon seit Jahren die Abendmahlsgemeinschaft ermöglicht, nicht von ähnlichem Geist?
DR.B.: Natürlich, man spricht hier von der 'versöhnten Verschiedenheit', die Verschiedenheit akzeptiert, aber diese nicht mehr als kirchentrennend bewertet. Dieses Geschehen, generell und rückblickend betrachtet, mutet doch wie ein Wunder an, so daß man von diesem 20. Jahrhundert - trotz all seiner bitteren Geschehnisse - geradezu von einem ökumenischen Jahrhundert sprechen kann, das, auch angesichts der Jahrtausendwende, auf eine wirkliche Einigung der Christenheit hoffen läßt.
DB: In diesem Sinne hat uns Dorfbewohnern das Münchner Olympia-Weltsportfest buchstäblich schon ein 'gemeinsames Haus der Kirchen' geschenkt?
DR.B.: Dieses Geschenk sollte man durchaus als solches annehmen. Und auch wenn das gemeinsame Dach für beide Kirchgemeinden vorläufig eher Symbol als bare Realität ist, so leben wir hier als Christen zwar noch in verschiedenen Räumen, aber doch versöhnlich. Und wenn das Prinzip der 'eucharistischen Gastfreundschaft' auch vorerst nur von einer Seite gewährt wird, so setzen einzelne Christen mit Zivilcourage Zeichen für das Wollen Christi.
DB: Herr Dr.Bogdahn, nachdem Sie mit Ihrer Frau und Ihren drei Kindern so viele Jahre schon glücklich in unserem Dorf zu Hause waren, haben Sie mit Ihrem kürzlichen Umzug ins nun 'eigene' Heim hier im Dorf die Weichen gestellt auch für Ihre private Zukunft - in unserer Mitte. Dafür wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie Gottes Segen und bedanken uns herzlich für dieses Gespräch.
Dr. Renate Weber EIG
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Bärlocher: Das Ende einer unendlichen Geschichte
Am 27. August 1998 wurde auf dem Gelände der Firma Bärlocher (hinter dem ehemaligen Olympia-S–-Bahnhof) der letzte Kamin gesprengt. Damit sind nun endgültig die Probleme gelöst, die uns Dorfbewohner beinahe seit den Olympischen Spielen beschäftigt haben.
Mitte der 70er Jahre entdeckte der damalige Stadtrat und spätere EIG–Vorsitzende Rolf Helmut Pfeiffer, daß bei Bärlocher sehr gefährliche Produktionen in Schwarzbauten durchgeführt wurden. Schon vorher hatte eine Reihe von Betriebsangehörigen Vergiftungen erlitten. Sportler beschwerten sich darüber, daß sie wiederholt ihr Training abbrechen mußten, weil sie durch die ätzenden Abgase von Bärlocher nicht mehr ausreichend atmen konnten.
Während der Olympischen Spiele bestand eine Übereinkunft, daß bei Bärlocher nicht gearbeitet werden durfte. Auch die Dorfbewohner fühlten sich durch die Abgase von Bärlocher belästigt. Schlimmer war die Situation für manche Einwohner der Olympia– Pressestadt, die viel näher an der Fabrik wohnten. So konnten wir jedesmal feststellen, wann die Zinkstearat–Produktion begonnen hatte, weil dadurch schlagartig Reizungen der Atemwege auftraten, die bei besonders gefährdeten Personen zu blutigem Auswurf führten. Eine Untersuchung ergab, daß außerdem einige Anwohner stark mit Blei und Kadmium belastet waren.
Die städt. Genehmigung für die bis dahin schwarz betriebenen Anlagen berücksichtigte jedoch die gesundheitlichen Probleme der Anwohner in keiner Weise. So sahen sich diese gezwungen, dagegen zu klagen. Dazu mußten Personen gefunden werden, die nahe genug an Bärlocher wohnten und die außerdem bereit waren, die Prozesse in ihrem Namen und auf ihr finanzielles Risiko zu führen. Finanziert wurden die Gerichtsverfahren von den Mietergemeinschaften Borstei und Olympia–Pressestadt. Den wichtigsten sachlichen und finanziellen Beitrag lieferte aber die EIG, die die größte dieser drei Einwohnergemeinschaften war.
Nach mehreren Prozessen wurde im Jahr 1989 schließlich zwischen den Anwohnern und der Firma Bärlocher ein Vergleich geschlossen. Die Firmenleitung sagte zu, wesentliche Teile der Produktion in andere Zweigwerke auszulagern, wo modernere und umweltfreundlichere Produktionsanlagen standen. Nur der Laborbetrieb und einige kleinere Produktionen sollten in München bleiben. Dieser Vergleich war auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht kein Nachteil für Bärlocher: Das Gelände ist für eine Fabrik dieser Art einfach zu teuer. Außerdem waren die technischen Anlagen so veraltet, daß eine wirtschaftliche und saubere Produktion nicht mehr möglich war.
Dieser Erfolg mußte hart erkämpft werden. Wir arbeiteten in zwei Gruppen: Die „Bürger gegen Gas und Gift" organisierten öffentlichkeitswirksame Demonstrationen (übrigens auch gegen die Abgase aus der Lackiererei von BMW). Daneben arbeitete eine kleine Gruppe vor allem in der EIG beinahe Tag und Nacht als Sachbeistand für die Prozesse. Wenn ein Schriftsatz von der Gegenseite einging, mußte unsere berufliche Arbeit soweit als möglich auf die Nachtstunden verlegt werden, um sofort antworten zu können. Das ging so über mehrere Jahre mindestens einmal in der Woche.
Unser Einsatz hat sich aber gelohnt: Wir hatten schon 1979 erreicht, daß die Bärlocher-Schadstoffe regelmäßig in der Luft und im Abwasser kontrolliert wurden. Außerdem wurden die Produktionsanlagen umweltfreundlicher. Die gesundheitlichen Beschwerden der Anwohner gingen daraufhin bald zurück. Der enorme Einsatz der EIG und der Mietergemeinschaften Borstei und Olympia-Pressestadt hat so schließlich doch den erhofften Erfolg gebracht.
Prof. Klaus Buchner EIG
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Grünes Gewerbe auf Bärlocher-Grund
Nach der Produktion verläßt jetzt auch die Verwaltung das Gelände (die SZ berichtete darüber am 13.10.98).Die Stadtplanung hat inzwischen einen Bebauungsplan „N 925 mit Grünordnung" für das Gelände ausgearbeitet und öffentlich ausgelegt. Wir haben diese Pläne eingesehen:
Festgesetzt sind darin Straßenbegrenzungslinien und um Grünstreifen zurückversetzte Baugrenzen. Wesentliche Änderung der Nutzungsart ist die Umwidmung vom Industriegebiet in ein „Gewerbegebiet mit vorrangigen Maßnahmen zur Verbesserung der Grünausstattung". Damit ist ein Grünstreifen am südlichen Rand gemeint, der eine Verbindung zum Olympiapark herstellen soll und zugleich eine Pufferzone zum Kongreßzentrum der Zeugen Jehovas darstellt. Darüber hinaus müssen auch die Flächen zwischen der künftigen Bebauung und deren Dächer und Fassaden begrünt werden.
Ein grüner Fortschritt, wenn man bedenkt, daß bisher 96 % der Grundstücksfläche bis zum Abräumen des Geländes bebaut oder verpflastert waren!
L.K. EIG
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So vernetzen wir das Dorf mit einem Intranet
Vorteile: Internet-Gebühren halbieren - kostenlos telefonieren im ganzen Dorf !
Vom Dorf direkt auf die Datenautobahn: Durch einen eigenen Internet-Anschluß kann man sich in Sekundenschnelle in die globalen Kommunikationsströme hineinklicken. Das läßt jedoch die Telefonkosten in die Höhe schießen und verlangt viel Geduld, weil es im Internet noch viele Engpässe gibt und lange Wartezeiten entstehen. Eine Alternative, überlegte ich, wäre vielleicht die Internet-Anbindung über das KMS-Antennenkabel. Dieses bietet zwar 500 Kilobit, kostet aber hohe Grundgebühren und ermöglicht nur den Empfang, so daß für das Senden wieder auf die Telefonleitung zurückgegriffen werden muß. Daher reifte die Idee, die Wohnungen einer WEG zu einem Intranet zusammenzuschalten und über einen gemeinsamen Anschluß ins Internet zu gehen. Die Verkabelung erfolgt über die Wege. Solange diese noch Privateigentum sind, ist keine besondere Erlaubnis dafür nötig. Daraus ergibt sich auch die einzigartige Möglichkeit, alle WEGs zu einem dorfweiten Intranet zu verkabeln.
Als Pilotprojekt wäre beispielsweise eine Verkabelung der WEG Straßbergerstraße 32-42, 125-137 denkbar. Jedes Haus erhielte von oben bis unten einen zentralen Kabelstrang, von dem Verzweigungen zu den einzelnen Wohnungen abgingen. Beim Verlegen bietet sich das Mitnutzen der bestehenden Kabelschächte, also der Strom- und Telefonröhren an. Alle Leitungen der Hochhäuser und der Flachbereiche würden sich in einer Zentrale, beispielsweise im Zählerraum von S 36, treffen. Auch die Verbindungen mit den Flachbereichen werden über die bestehende Infrastruktur wie Heizungsrohre und Müllschlucker hergestellt, ohne daß die Wege aufgegraben werden müssen. Für die o.g. WEG wären etwa 3000 m Kabel nötig, die von einem Freiwilligentrupp in zwei Wochenenden verlegt werden können. So wie diese WEG ließen sich sämtliche WEGs im Dorf verbinden, mit einem gemeinsamen Knotenpunkt möglicherweise bei der ODGB.
Soweit die erforderliche Arbeit. Die Kostenkalkulation sieht folgendermaßen aus. Wenn man den günstigen Citytarif der Telecom zugrundelegt, könnten wir uns für 220 DM pro Monat eine 128-Kilobit-Standleitung für den Betrieb rund um die Uhr einrichten. Wenn von den ca. 250 Eigentümern und Mietern insgesamt 30 beim Intranet mitmachen, entfallen auf jeden Nutzer knapp acht Mark Grundgebühr im Monat.
Da wir eine Standleitung haben, wird nicht mehr die Surfdauer im Internet, sondern nur noch die dabei genutzte Datenmenge abgerechnet. Ein Megabyte - das Volumen einer Diskette - kostet 30 Pfennig,eine Stunde Surfen schlägt mit sieben Megabyte, also 2,10 Mark zu Buche. Normalerweise wären ca. fünf Mark, also mehr als das Doppelte dafür fällig. Je nach Intensität dürften pro Monat für jeden Nutzer insgesamt 10 bis 40 Mark Gebühren anfallen, dazu kommen noch ca. 200 Mark für die Verkabelung und 100 weitere für den Anschluß des eigenen Rechners an das Netz über eine Netzwerkkarte (TCP/IP).
Die erforderliche Grundausstattung daheim sind ein MAC oder PC. Durch Einbau einer Soundkarte kann man über das Internet dann auch telefonieren, und zwar kostenlos im gesamten Dorf. Statt ins Büro zu gehen, kann man vom heimischen PC aus (Tele-Arbeit) seine Arbeiten verrichten. Durch Installieren einer Kamera am PC wird Bildtelefonie möglich. Wenn man eine Kamera in der Connollystraße auf einem Dach anbringt, kann man sogar ins Olympiastadion hineinschauen oder die Kinder auf den Spielplätzen überwachen.
Interessenten mögen sich bitte melden bei:
Dipl.Ing. Carsten Erbguth Straßbergerstr. 32 Tel# 354 65 605 Funk: 0177/ 6278466 email: C.Erbguth gmx.de
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Denkmalschutz – Widmung – Sanierung
Informations-Veranstaltung der ODBG am 13.10.1998
Der Info-Abend hat ein erwartet großes Interesse der Dorfbewohner (ca. 200 Teiln.) an den anstehenden Fragen gefunden. Und vor allem hat er auch gezeigt, daß die Mehrheit der Anwesenden der geplanten Vorgehensweise bei der Sanierung sichtbar positiv gegenübersteht und daran interessiert ist, daß mit den Arbeiten endlich begonnen wird. Für alle, die nicht teilnehmen konnten, fassen wir hier die wichtigsten Punkte zusammen:
1. Denkmalschutz für das Olympiadorf
Referent: G. Marano, Landeskonservator im Bayer.Landesamt f. Denkmalpflege
'Denkmalschutz' - dieser Begriff ist ein Kind des 19.Jh., als die nach der Franz.Revolution entstandene 'Nation' Identifikationsmodelle brauchte und sie in der Bedeutung historischer Gebäude, insbesondere mittelalterlicher Bauten (z.B. Kölner Dom aus dem 14.Jh.) fand. Historische Gebäude waren Dokumente, wie Urkunden, und sie waren um jeden Preis zu erhalten. Der seither bestehende gesetzliche Auftrag, sich um die Denkmäler zu kümmern, wurde nach dem 2. Weltkrieg allerdings vernachlässigt/vergessen: den 'Aufräumungsarbeiten' fiel auch schützenswerte Substanz zum Opfer - bis in die 60er Jahre.
Erst 1973 wurde das Bayer.Denkmalschutzgesetz verabschiedet, das vorsieht, "Gebäude aus vergangener Zeit... im Interesse der Allgemeinheit... zu erhalten" und dabei unterscheidet zwischen "Einzeldenkmal" und "Ensemble". Letzteres (für das Olympiadorf zutreffend, das in die Denkmalliste als "Ensemble" aufgenommen wurde) ist mit 2 Begriffen verbunden: "erhaltenswürdig" hinsichtlich seines "äußeren Erscheinungsbildes".
Mit der Demokratisierung der Gesellschaft und des Geschichtsbildes einher ging auch eine Demokratisierung des Denkmalsgedankens. Die Kriterien im Gesetz unterscheiden bei der Architektur aus der Nachkriegszeit, ob ein Denkmal bzw. Ensemble von städtebaulicher oder baukünstlerischer Bedeutung ist und fordern, daß es aus "vergangener Zeit" stammt. Hier hatte man zunächst die Grenze bei 1945 gesetzt, konfrontiert allerdings mit dem Gegenargument: Die typische Nachkriegsarchitektur wird nicht mehr gebaut - ist also 'Vergangenes'.
Ist das Olympiadorf + -gelände unter diesen Kriterien von 'städtebaulicher Bedeutung' und ist es 'Vergangenes'?
In den diesbezüglichen Debatten im Amt für Denkmalpflege siegte schließlich der Gesichtspunkt: Heutzutage wäre die Idee und das Risiko, ein ganzes Stadtviertel nach einem theoretischen Modell zu planen, solche Konstruktionen wie die Zeltdächer usw. zu schaffen, in der Gesellschaft nicht mehr durchsetzbar. Angesichts vieler Großsiedlungen andernorts, die inzwischen darniederliegen, hat sich allein das Olympiadorf bis heute erhalten - einzig funktionierend in ganz Europa! Die gesamte Olympia-Architektur ist unter diesen Gesichtspunkten als einmalig und schützenswert anzusehen. Auch der Landesdenkmalrat, der die Staatsregierung berät (und der die ca. 1000 Ensembles in Bayern festgelegt hat), stimmte schließlich einstimmig zu, das OD als Ensemble in die Denkmalliste aufzunehmen. Das Denkmalamt hat keine rechtlichen Möglichkeiten, es erstellt nur beratend Fachgutachten und Empfehlungen.
Offiziell als "Denkmäler" eingestuft wurden also die Olympia-Sportstätten und die Hochschulsportanlage, als "Ensemble" wurde das Olympiadorf anerkannt und damit seine besondere Wohnform sowie deren einmalige architektonische Gestaltung ausgezeichnet.
Als Konsequenz für die Eigentümer im OD ergibt sich hieraus die Verpflichtung zur Erhaltung des Denkmals. Gravierende bauliche Veränderungen der äußeren Erscheinungsform sind nun erlaubnispflichtig. (Schon geschehene Veränderungen sind inzwischen 'Teil des Ensembles' und müssen nicht zurückgenommen werden.) Dabei sind evtl. steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, z.B. für Dächer, Fenster, Abdichtungen etc. gegeben (§§ 7i, 10f+g, 11 - bisher jährlich 10% über 10 Jahre) - wobei allerdings geplante Änderungen der neuen Bundesregierung abzuwarten sind.
Städtebau-Förderungsmittel hingegen wären nur zu erlangen, falls die Stadt das OD zum 'Sanierungsgebiet' mit weiterreichenden Folgen erklären würde, was ja keineswegs zu erwarten sein wird.
2. Widmungsbegehren für den Fußgängerbereich im OD
Referent: H.Jahraus, Vorsitzender des Bezirksausschusses 11
Unter dem Aspekt, daß "das Olympiadorf zwar baulich vollendet ist, aber rechtlich noch nicht!" - steht noch die Frage der Widmung der "mit den Ortsstraßen im OD richtungsgleichen Gehrechtsflächen als öffentliche Geh- und Radwege" an. Das Widmungsbegehren wurde vom BA des 11.Stadtbezirks beschlossen, nachdem er sich vom Stadtrat hierzu prinzipiell ermächtigt sah. Die dadurch ausgelösten kommunalrechtlichen/politischen Kompetenzstreitigkeiten harren allerdings noch ihrer Lösung.
Widmung bedeutet, daß Flächen, die dem öffentlichen Verkehr dienen, einem bestimmten Träger zugeschrieben werden, der die Bauunterhaltslasten zu tragen hat. Die öffentlichen Fahrstraßen sind der LH München gewidmet . Warum die Fußgängerwege auf der Fußgängerebene nicht gleich mitgewidmet wurden, ist unverständlich, obwohl sie „erschließungsnotwendig" sind.
Vorbedingung einer evtl. Widmung ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Bauzustands, d.h. im vorliegenden Fall eine vorausgehende Sanierung.
Durch den Akt der Widmung werden die Eigentümerrechte nicht berührt. Die Verfügung (aus 'Gemeingebrauch' notwendig) ginge allerdings auf den Baulastträger, in diesem Fall die LHM, über. Die bisher von den Dorfbewohnern aufgebrachten ca. 500-600.000 DM für Pflege und Unterhalt dieser Wege wären dann großenteils von der Stadt zu tragen. (Lediglich die normalen und in ganz München üblichen Beiträge für Reinigung, Schneeräumen etc. würden anteilig auf die Bewohner umgelegt werden.)
Die in der Diskussion geäußerten Befürchtungen eines möglichen 'Spannungsverhältnisses zwischen dem zukünftigen Baulastenträger und den Vorgaben des Ensembleschutzes, d.h. daß dann evtl. weniger die schönen Gestaltungselemente (Brunnen, Tröge, Spielflächen, farbige Pflasterung etc.) als vielmehr die billigste Lösung bevorzugt werden könnte, entkräftete Herr Marano mit dem Hinweis: Die Situation im Dorf ist einmalig. Eine Zerstörung der Gestaltungsvielfalt widerspräche sowohl dem Ensembleschutz als auch einem vernünftigen Handeln der Stadtbehörden, das nicht nur der wirtschaftlichen Denkweise unterliege. Dies sei also eine recht unrealistische Befürchtung. Zudem ergänzte Herr Jahraus: Jede 'Veränderung' wäre eine 'Beeinträchtigung' und der BA des 11.Stadtbezirks, auf dessen Gebiet weitgehend das OD liegt, werde seinen Stolz daran setzen, solchen Vorhaben in intensiver Öffentlichkeitsarbeit gegenzusteuern.
Die ganze Angelegenheit ist derzeit noch auf dem Verfahrensweg zwischen Stadt bzw. OB Ude und BA. Allerdings könnten auch bei einem für den BA positiven Ausgang der Widmungsfrage zwischen 'Beschluß' und 'Vollzug' u.U. mehrere Jahre verstreichen.
3. Instandsetzung der gemeinschaftlichen Erschließungseinrichtungen im OD
Referent: M.Hausmann, Geschäftsführer der ODBG
Die Verkehrserschließung im OD ist einmalig. Die öffentlichen Fahrstraßen sind ganz konventionell öffentlich gewidmet, die Straßenbaulast liegt bei der Stadt München (aber: nur für die Fahrbahn und die Beleuchtung, nicht jedoch für die Überbauwerke!). Die öffentlichen Fahrstraßen haben keine Fußgängerwege (nur Notwege).
Die Pläne zur Darstellung der gemeinschaftlichen Erschließungseinrichtungen des OD machten anschaulich, welche Bereiche zur Sanierung anstehen, und zwar: die Fußgängerebene , nicht jedoch die darunterliegenden privaten Garagenbauwerke (olive Flächen) sowie die aufgeständerten Überbauwerke über den öffentlichen Fahrstraßen (orange Flächen). Saniert wird ab Isolierung der Rohbetondecke aufwärts (über den privaten Garagen) sowie die ganze Betonkonstruktion der Überbauwerke bis Rohbetonoberkante einschließlich Isolierung.
Die entstehenden Kosten werden nach den festgelegten Kostenverteilungsschlüsseln auf die Gemeinschaft aller Eigentümer umgelegt.
Inzwischen wurde ein unabhängiges Gutachten zur Schadensfeststellung und Kostenabschätzung der Sanierung in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten war unter 3 angebotenen das preisgünstigste und wurde deshalb von der Gesellschafterversammlung beauftragt.
Insgesamt sind für die Sanierung Kosten in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages zu erwarten.
Über die Bezahlbarkeit des Ganzen kursieren Gerüchte, wie: "Das kann nicht bezahlt werden!" - Solche Äußerungen werden von der Presse nur zu gern aufgegriffen und dann noch mit dem Kommentar ergänzt: "Das olympische Dorf fällt zusammen!" Die Auswirkungen solcher Gerüchte-Kampagnen ist ein rapider Preisverfall für unsere OD-Immobilien. Sie sind z.Zt. mit 3800DM/qm dramatisch unterbewertet - unter Berücksichtigung der Wohnqualität hier im OD läge ein realistischer Preis nahe bei 5000 DM/qm. Dieser derzeitige Wertverlust beruht darauf, daß die geplante Instandsetzung falsch publiziert und 'verkauft' worden ist und damit das öffentliche Image des OD beschädigt wurde.
Der vorläufige Finanzierungsplan geht von einem Kostenaufwand von ca. DM 2 Mio/Jahr über 10 Jahre aus. Dabei ist zu berücksichtigen, daß im Haushalt der ODBG im Wirtschaftsjahr 1998 schon 1 Mio DM angesetzt und in den regelmäßigen Vorauszahlungen enthalten ist.
Beispiele für die Sonderbelastung einiger Wohnungstypen:
33,8qm 20,50 DM (monatlich) 246,00 DM (jährlich)
41,5qm 26,70 DM " 320,40 DM " 89,0qm 58,00 DM " 696,00 DM " EH 69,50 DM " 834,00 DM " EH 97,70 DM " 1172,00 DM "
Über den Zeitraum und die einzelnen Abschnitte der Renovierungsmaßnahmen beschließt die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (WEGs, Treuhänder).
Für einen möglichen städtischen Zuschuß ist Voraussetzung:
- Erstellung eines Kostengutachtens und
- Beginn der Instandsetzungsmaßnahmen
Der Stadtrat faßte 1995 den Beschluß für einen Förderzuschuß. Es folgten anschließend mehrere, zuletzt vor 2 Wochen, positive Gespräche mit dem Baureferenten und dessen Rechtsberater. Die Höhe der Zuschüsse dürfte im Stadtrat (dem Beschlußgremium) sicher mehrheitsfähig sein, sonst hätte der Oberbürgermeister 1997 nicht von 25% sprechen können. Es ist davon auszugehen, daß der Stadtratsbeschluß von 1995 dann umgesetzt wird, wenn das Kostengutachten aus dem OD vorliegt.
Dr.Renate Weber/Christa Epe EIG
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Nadischule
Heimweh nach der Schule
„Weißt du, Frau Tyroller", erzählte mir vor Jahren einer meiner Zweitklassler am ersten Schultag nach den großen Ferien, „man kann auch Heimweh nach der Schule haben!" Die Auswirkung dieser „Wahrheit aus Kindermund" spüre ich nun selbst. Nach 15 Jahren Nadischule habe ich seit 1. Oktober 1998 eine neue Aufgabe als Schulrätin im Staatl. Schulamt in München übernommen.
Im Laufe der Jahre wurde die Nadischule immer kleiner – von anfangs 16 Klassen ging sie zuletzt, trotz zweier zusätzlicher Übergangsklassen für ausländische Schüler, auf 9 Klassen zurück. Es lebt sich halt schön im Olympischen Dorf. Die Kinder durchlaufen die Grundschule und die Familien bleiben hier wohnen.
Die Chance einer kleinen, überschaubaren Schule liegt in der Entwicklung einer familiären Atmosphäre. Das habe ich persönlich besonders genossen. Meine Tätigkeit hat mir Freude bereitet, weil sie von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit geprägt war. Auch die überaus angenehme und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat gehörte dazu.
Dafür und für die vielen lieben Wünsche zu meinem Abschied möchte ich mich auf diesem Wege nochmals auf das Herzlichste bedanken. Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück und meine guten Wünsche begleiten die Nadischule.
Regina Tyroller
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Die Dorfsenioren e.V. im Olympiadorf möchten sich wieder in Erinnerung bringen
Ein gemeinnütziger Verein, gegründet 1985 von Gisela Gräfin von Zech, will helfen, den Senioren im Olympiadorf ein Altwerden in Würde zu ermöglichen. Immer mehr ältere Menschen leben bei uns im Dorf, schätzungsweise mehr als ein Drittel aller Dorfbewohner.
„Unser Dorf" ist doch in geradezu idealer Weise als Lebensraum für ältere Menschen geeignet. Aus diesem Grund haben wir 4 kleine Wohnungen am Helene-Mayer-Ring gekauft für Senioren, die wissen, daß sie die Wohnung behalten dürfen und keine Mietsteigerungen oder Kündigungen zu befürchten haben. Wir wollen mithelfen, daß sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, ihren Arzt im Dorf haben, die Apotheke, die Post, die gewohnten Läden und dann all die Menschen treffen können, die sie schon lange kennen.
Bei allen Fragen und Problemen, die im Alter aufkommen, wollen wir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bitte, geben Sie uns beizeiten Bescheid – wir helfen gern. Nur spezielle Krankenpflege kann vom Verein nicht übernommen werden. Wußten Sie z.B., daß wir in München eine Städt. Beschwerdestelle im Rathaus für Probleme in der Altenpflege haben – Zimmer Nr. 283, Tel. 233-206 60.
Ein wichtiges Anliegen unserer Vorsitzenden und Initiatorin des Vereins ist die Nachbarschaftshilfe. Um den Kontakt untereinander zu pflegen, finden bei Frau von Zech regelmäßige Zusammenkünfte – bei Kaffee und Kuchen – zum Gedankenaustausch und vertrautem Beisammensein statt. Die Teilnehmerinnen dieses Seniorentreffs helfen sich bei Bedarf auch gegenseitig.
Die Betreuung unserer älteren Dorfbewohner möchten wir erhalten und weiter ausbauen. Wer schenkt uns, den Dorfsenioren, ein paar Stunden Zeit in der Woche „für den anderen" ... den Mitmenschen, Zeit für einen Spaziergang, einen Besuch, ein Gespräch oder Begleitung zum Arzt, Besorgungen machen. Neue Fördermitglieder oder ehrenamtliche Mitarbeiter sind herzlich willkommen.
- Rufen Sie bitte Gräfin Zech an, sie ist jeden Morgen zwischen 8 und 9 Uhr zu erreichen unter Tel. 351 94 40 oder Frau Rust, Tel. 351 64 63 tagsüber.
- Wir freuen uns natürlich auch sehr, wenn Sie unseren Verein, der gemeinnützig, ohne kommerziellen Zweck und konfessionell ungebunden tätig ist, finanziell unterstützen wollen. Alle Ausgaben werden aus Beiträgen der Vereinsmitglieder, des Förderkreises und Spenden finanziert.
Kto.Nr. 90 102 799 bei der Stadtsparkasse München, BLZ 701 500 00
Ingeborg Rust
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Frischer Wind in der Teestube
Zum Wohl! In der Teestube stößt der langjährige Leiter und Kunsttherapeut Michael Glaw mit seiner neuen Kollegin, Sozialpädagogin Corinna Büge, auf gute und innovative Zusammenarbeit an.
Live aus der Teestube – es gibt wieder einmal etwas Neues. Dieser Tage erscheint das neue Herbst- und Winter-Programm. Erschien es bisher zweimal im Jahr, so wird das Programm fortan viermal im Jahr – mit jeder Jahreszeit – erscheinen.
Auch personell hat sich was geändert. Ab Mitte November unterstützt Corinna Büge, Diplom-Sozialpädagogin, Michael Glaw, der seit 7 Jahren Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche ist und mittlerweile schon die 2. Generation von Kindern erlebt.
Seit Juni endlich wieder in den neuen „alten" Räumen mit viel Frische und Luft, geht es voll Elan weiter. Einen kleinen Einblick in den 98er Endspurt können Sie schon einmal unten wagen.
Spendenaufruf: Für die „Untermalung" unserer Wiedereröffnung könnten wir noch gut einen tragbaren CD Player brauchen.
Michael Glaw
Für Kinder und Jugendliche (Nordseite evang. Kirche)
Nähere Informationen und Programm gibt es in der Teestube – Tel.+ Fax 351 09 11
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KULTURVEREIN
Am 27. und 28. November im forum 2
"Oh Tyrol" von Herbert Rosendorfer
Simeon Zingerle, der letzte Säulenheilige der "gefürsteten Grafschaft Tyrol", kommt ins forum 2. In einer Inszenierung der Würzburger Werkstattbühne spielt Herbert Ludwig diesen "Styliten", den Einsiedler, der seine eigenwilligen philosophisch-theologischen Diskurse in 33 m Höhe führt, ohne dabei die Verbindung nach unten, zum Allzu-Irdischen, zu verlieren.
Einiges Skurrile, Verklemmte und Heidnisch-Frömmelnde rund um Aurach, in dessen Nähe der Autor Herbert Rosendorfer aufwuchs, vermittelt Herbert Ludwig hier mit listig-bauernschlauer Ausstrahlung, ungemein glaubhaft.
Das ist kein alpenländischer Schwank, sondern Satire zum Schmunzeln mit bissigen Seitenhieben auf Traditionalisten und Volkstümelei, hervorragend gespielt! (Main-Echo)
Vielfältiges Angebot – Wieder monatliches Programm
Vielleicht haben Sie es gemerkt: Seit den Sommerferien gibt es wieder ein Monatsprogramm, wie zu den Anfangszeiten des Kulturvereins. Viele neue Veranstaltungen und Aktivitäten sind hinzugekommen, das monatliche Programm kann aktueller gestaltet werden, eine bessere Kontinuität und Übersichtlichkeit sind gewährleistet.
Der Kulturverein, der einzige im 11. Stadtbezirk, wird vom Kulturreferat der LH München gefördert, d.h. die Räume des forum 2 werden kostenlos überlassen und es wird ein Zuschuß zum Programm gegeben. Die Aktivitäten der Mitglieder erfolgen ehrenamtlich.
Aus diesem Grunde können wir "Highlights", z.B. Konzerte bekannter Musiker wie Jenny Evans und der Rudi-Martini-Band oder Auftritte eines Kabarettisten wie Helmut Ruge und die Ausstellung eines Malers wie Helmut Ballehr, anbieten. Und trotzdem könnten manchmal noch mehr Zuschauer den Saal füllen ...
Am wichtigsten sind uns jedoch Stadtteil-Veranstaltungen (z.B.Podiumsdiskussionen, Vorträge oder gemeinsame Feste), um nicht nur bei den Olympiadörflern, sondern auch bei unseren Nachbarn ein Zugehörigkeitsgefühl zu unserem Stadtteil bzw. zum Münchner Norden zu erreichen. Hierzu tragen besonders die eigenständigen Gruppen bei, die die verschiedenen Interessen der Bewohner des Olympiadorfs und des Münchner Nordens – einschließlich Schwabings – in ihrer Freizeit ansprechen: die Bigband, der Chor, die Creativkünstler mit Kunsthandwerk, Freies Malen, Zeichnen, die Verbraucher-Initiative, Gitarren-, Sprach- und Konversationskurse. Neue Angebote und Initiativen können jederzeit entstehen.
Von Anfang an im Programm und weiterhin sind die regelmäßigen Vorstellungen des Kinderkinos mit zahlreichen jungen Zuschauern aus der Nachbarschaft und der nun 2 Kinogruppen. Sie bieten ein vielfältiges Programm, das in den Zeitungen veröffentlicht wird und auch Zuschauer aus anderen Stadtteilen anzieht.
Liebe Dorfboten-Leser, sind Sie neugierig geworden auf das Programm? Dann kommen Sie doch am besten mal vorbei und genießen das Angebot des forum 2!
Gunhild Scheffler
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Die Kirchen im OD
zweimal gebaut – jetzt vollendet
Es ist recht seltsam, wenn man eine Kirche zum zweiten Mal in derselben Art und Weise aufbaut: So war es für unsere kath. Kirche Frieden Christi und die evang.Olympiakirche notwendig, weil Asbest – als wohl sehr griffiges aber giftiges Bindemittel vielfach eingesetzt – entfernt werden mußte.
Also begann am 1. August 1997 der Abriß und anschließend der Wiederaufbau bis zum 21. Juni 1998, an dem wir – nach einer Übergangszeit in den beiden Pfarrsälen als Kirchenräume – in unsere Kirchen heimkehren konnten. Treffpunkt zur Wiedereröffnungsfeier war das Kreuz im Osten des Kommunikationsraumes, das nach einer Bläserintrade die beiden Gemeinden vor sich sah. Herr Oberkirchenrat Bogdahn mit der Gruppe der evang. Pfarrer war ebenso vertreten wie Herr Prälat Georg Schneider, der Seelsorgereferent des Erzbistums München und Freising. Nach einem gemeinsamen Gebet und einer kleinen Prozession im Norden des Kirchenzentrums gingen die beiden Gemeinden – vorbei am neuen Ökumenezeichen (s.Foto) – in ihre Kirchen und nahmen die einzelnen Teile ihres Kirchenraumes, von der Orgel angefangen bis zum Taufstein, von den Apostelkerzen bis zum Verkündigungsort, wieder bewußt an. Man traf sich nach dem Gottesdienst wieder im Erdgeschoß des Kirchenzentrums, wo schon fleißige Hände eine ökumenische „Kanapee"-Tafel aufgestellt hatten; sie reichte wie damals bei der wunderbaren Brotvermehrung für alle aus. Eine kleine Überraschung waren die Bierkrüge, die mit dem Zeichen des ökumen. Kirchenzentrums verziert sind. Herr Keßler, Architekt und Begleiter dieses gesamten Bauwerks, eröffnete die Reden, und alle Verantwortlichen gaben ihrer Freude Ausdruck, daß dieses Werk nun vollendet ist. Dieser Freudentag, mit dem „schönsten Wetter der Welt" und der Möglichkeit im Freien zu feiern, endete für unsere Gemeinden mit einer ökumenischen Orgelvesper um 19 Uhr.
Wir alle hoffen, daß dieses Kirchenzentrum für die kommenden Jahre das sein kann, was es sein will: eine Möglichkeit, in der Mitte des Dorfes für die Menschen des Olympiaparks dazusein. Wir danken allen ganz herzlich, die mitgeholfen haben, diesen Bau zu vollenden und hoffen, daß wir möglichst bald auch mit den kleinen Fehlern fertig werden, die ein solcher Bau mitsichbringt!
H. Summerer, Pfarrer
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Ökumene
Seit einigen Monaten ist dieses Symbol – gut sichtbar, aber sicher noch nicht von allen Gemeindemitgliedern entdeckt - im Boden des Kommunikationsraumes eingelassen. In einem ökumenischen Gottesdienst im Dom , Anfang dieses Jahres, setzten Jugendliche unserer Gemeinde die 12 Segmente dieser künstlerischen Arbeit unter Nennung von 12 ökumenischen Ereignissen zu einem Gemälde zusammen. Die bevorstehende Wiedereinweihung unseres Kirchenzentrums war ein willkommener Anlaß, den Gemeinden im Olympiadorf dieses Kunstwerk zum Geschenk zu machen.
Ch.E. EIG
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Meditation
Mehr als Hören
Ständig umgeben uns Schallwellen, Radiowellen, Funksignale, die wir nicht wahrnehmen, weil unser Ohr nicht darauf eingestellt ist. Es bedarf eines Empfangsgerätes, das der Natur dieser Signale angemessen ist. Das ist alles verständlich und niemand wird es bezweifeln. Ein anderes Beispiel: Als Kinder haben wir uns manchmal bewußt taub gestellt, wenn unsere Mutter oder der Vater gerufen haben, um uns zu irgendeiner unbeliebten Arbeit zu holen... als wenn uns diese Schallwellen der Stimmen nicht erreicht hätten.
Auch in den Mannschaftssportarten braucht’s oft ein gutes Gehör, um die Signale wahrzunehmen, die uns zugesendet werden. Manchmal ist es zwar besser, man hört nicht hin, wenn Irgendeiner wieder ausflippt, aber es ist notwendig, nichts zu überhören – von der Schiedsrichterpfeife bis zum Ruf des Trainers!
Und bei mancher Arbeit ist es ähnlich.
Es ist nicht immer leicht herauszuhören, was der oder die Einzelne sagen möchte. Man nennt das auch „zwischen den Zeilen lesen" oder „die Untertöne heraushören". Das kann recht gut sein – bei Vorstandssitzungen oder Gesprächen, die man führt.
Hören kann ich über die direkten Worte hinaus. Wie Eli zu Samuel sagte: Du mußt, wenn Er dich wieder ruft, sagen: Rede, Herr, dein Diener hört. Dann hört man vielleicht auch das, was Gott einem sagen möchte, jetzt und gerade in einer Zeit, in der es trotz des Lärms immer noch möglich sein kann, auf Gott und seine Botschaft zu hören.
H. Summerer, Pfarrer
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