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Sanierung – was sonst!
Kaum zu glauben ...
... es darf nicht wahr sein
Jahrelang kämpfen wir, mit dem Einsatz vieler engagierter Dorfbewohner und der ODBG, um einen Sanierungszuschuss der LH München. Nach zahllosen Verhandlungen verzichtete die Stadt schließlich auf Bedingungen, die nicht erfüllbar waren; es blieben die Forderungen, daß sie einen Ansprechpartner hat (die ODBG) und daß wir gemeinschaftlich sanieren.
Jetzt will die Stadt ein Viertel der Kosten zahlen
aber wir müssen sagen: ‚Es tut uns leid, wir sind uns nicht einig. Das Geld können wir noch nicht brauchen.‘
Sie haben es in den ODBG-Mitteilungen und in unserem EIG-Flugblatt gelesen, Sie haben es in Ihren WEG-Versammlungen hören können:
- · wir sind mehrheitlich zur Sanierung bereit
- · wir waren in der Lage, noch in diesem Jahr anzufangen
- · wir könnten der Öffentlichkeit signalisieren,
- · daß wir den Wert des Dorfes zurückgewinnen wollen
- · wir haben mehrheitlich erkannt, daß nur gemeinschaftliches Handeln aller Grundstückseigentümer zielführend ist
... und dennoch ist die Sanierung in Gefahr.
Mehrere WEGs (HMR 12 und 14, C 4-12) haben beschlossen, sich nicht an der geplanten gemeinschaftlichen Instandsetzung der Erschließungseinrichtungen zu beteiligen.. Sie plädieren für eine „Parzellen-Lösung".
Das heißt: Man orientiert sich am willkürlichen Grenzverlauf der Grundstücke. Damit übersieht man die grundstücksübergreifende Infrastruktur im OD (Hinweis: Extrablatt Dorfbote Nr. 68/Nov. 98 „Selbstverwaltung unseres Dorfes"). Der Grenzverlauf nimmt auch auf Bauwerke nur bedingt Rücksicht. Eine nachträgliche bauliche Trennung ist nicht durchführbar.
Jeder Grundstückseigentümer hätte innerhalb seiner Parzelle vorhandene Schäden selbst zu beseitigen. Keine Maßnahme wäre ohne Abstimmung mit den Nachbarn durchführbar. Diese Kleinstaaterei würde niemals in absehbarer Zeit zu einem sanierten Dorf führen, höchstens zu einem wertlosen Fleckerlteppich.
Der andere Weg ist die „kollektive Lösung", die nur machbar ist, wenn sich ausnahmslos alle Grundstückseigentümer daran beteiligen. Sie bedeutet, daß die betreffenden Erschließungseinrichtungen als gemeinschaftliche Infrastruktur aller Grundstücke angesehen werden und ohne Berücksichtigung des Grenzverlaufs die Instandsetzung gemeinsam durchgeführt wird.
Am nachfolgenden Beispiel, das für viele ähnlich gelagerte Fälle im OD gilt, können Sie eindeutig erkennen, wo das Problem liegt:
Das Grundstück der WEG Connollystr. 15-33 (Flachbereich) ist eine Parzelle mit relativ geringer Gesamtwohnfläche, aber großem Wegeanteil. Diese WEG müßte eine Verkehrseinrichtung instandsetzen, die in höherem Maße von dem gegenüberliegenden Hochbereich (mit deutlich mehr Wohnfläche), den übrigen Grundstückseigentümern und der Allgemeinheit genutzt wird. Es wäre von der Kostenverteilung her völlig unausgewogen, wenn die Sanierungslast nach dem Grenzverlauf erfolgen würde. SolcheVerzerrungen würden sich im gesamten OD ergeben. Die Parzellen mit relativ kleinen Wohnflächen und überproportional großen Verkehrsflächen würden (verständlicherweise) niemals auf eigene Kosten Sanierungsmaßnahmen durchführen.
Schlußfolgerung:
Die Instandsetzung der Fußgängerebene und des Überbauwerks über den Fahrstraßen kann nur kollektiv – als gemeinschaftliche Maßnahme aller Grundstückseigentümer – betrieben werden.
Für diese – und nur für diese – kollektive Lösung hat der Stadtrat einen Zuschuß von 25 % der anfallenden Kosten beschlossen. Können wir es uns leisten, von 1 Million 250.000,- DM abzulehnen?
Jede einzelne Parzelle, die aus dem Kollektiv ausschert, schädigt das gesamte übrige Dorf (und sich selbst).
ZERBRICHT UNSER DORF?
haben wir kürzlich gefragt.
Wir meinten nicht nur die bauliche Substanz , sondern auch die Einstellung von uns allen zu den anstehenden gemeinschaftlichen Problemen. Es wurde in der Vergangenheit lange genug versucht, zunächst die juristischen Hürden zu überwinden. Es ist bisher noch nicht gelungen.
Was hindert uns daran, dem Dorfkonzept entsprechend – jetzt gemeinschaftlich pragmatisch zu handeln? Den Ausgang der laufenden juristischen Auseinandersetzungen können und dürfen wir nicht tatenlos abwarten, weil mit dem fortschreitenden Verfall der Bausubstanz der Wert unserer Immobilien weiter sinkt, die Sanierungskosten steigen und der städtische Zuschuß entschwindet.
Ist es den Wortführern, die es verstanden haben, eine nicht ausreichend informierte Mehrheit an sich zu binden, wirklich nicht bewußt, wie zerstörerisch ihr Vorhaben ist? Trüben erhoffte finanzielle Einsparungen den Blick so sehr, daß die erheblich höheren Einbußen (Wertverlust, städt. Zuschuß) nicht mehr gesehen werden?
Wie ein Wohnumfeld aussehen wird, das von einzelnen Parzellen nur für sich gestaltet, unterhalten und gepflegt wird, wollen wir uns gar nicht vorstellen ... von der Qualität eines unter Ensembleschutz stehenden Olympischen Dorfes ganz zu schweigen. ...
Helfen Sie mit
- · daß wir diese kollektive Lösung erreichen,
- · daß in Ihrer WEG entsprechende Beschlüsse gefaßt werden,
- · daß falsche Beschlüsse korrigiert werden,
- · daß einzelne Wortführer der Parzellen-Lösung keine Mehrheiten finden.
Nur gemeinsam sind wir stark - das ist unsere Chance – wir rechnen mit Ihnen!
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INTERVIEW MIT FRAU DORLE STERN-STRAETER
Zur Person:
Quilt-Künstlerin, verh., 1 Tochter Dorfbewohnerin seit 1988 1939 geb. in Deutschland 1976-1982 USA-Aufenthalt, seit 1978 Unterricht bei bekannten Quiltern der USA, seit 1980 freischaffende Textilkünstlerin, 1983-1988 Aufenthalt in Saudi Arabien Ausstellungen in den USA, Europa, Japan, Australien, Saudi Arabien und Israel
DB: Frau Stern-Straeter, wie kamen Sie dazu, sich mit dem Quilten zu befassen?
D.S.: Bedingt durch die berufliche Versetzung meines Mannes lebten wir für 6 Jahre in den USA. Während unseres ersten Urlaubs dort in den Neuengland Staaten sah ich zum ersten Mal traditionelle Quilts. Davon fasziniert erlernte ich darauf die Technik in speziellen Kursen und begann nach einem Jahr schon mit eigenen Entwürfen und gab Unterricht.
DB.: D.h. dieses Medium erfaßte Sie schon nach kürzester Zeit mit Haut und Haaren!
D.S.: Stimmt, es war offenbar genau das, was ich immer schon gesucht hatte. Zudem bekam ich durch die Zugehörigkeit zu einer Quiltgruppe rasch soziale Kontakte.
DB: Die Kunst des Quiltens ist bei uns ja noch recht unbekannt. Was ist eigentlich genau ein Quilt?
D.S.: Ein Quilt ist eine Decke. Sie besteht aus drei Lagen: der Oberseite, meistens als Patchwork, der Unterseite und der Vliesfüllung. Die drei Lagen werden dann durch Steppstiche (= das Quilten) zusammengehalten. Dieses Quilten geschieht in einem bestimmten Muster mit der Hand, so daß eine dreidimensionale, reliefartige Oberfläche entsteht.
DB: Das Quilten ist lt. Lexikon aber doch nicht eine rein amerikanische Technik, sondern schon uralt und war insbesondere in den Ländern des Vorderen Orients bekannt?
D.S.: Die Technik des Steppens gab es schon in vielen alten Kulturen, doch das Patchwork haben erst englische Einwanderer - aus der Not heraus - in Amerika heimisch gemacht.
DB: Woher holen Sie persönlich Ihre Inspirationen?
D.S.: Mich reizten von Anfang an das Spiel mit geometrischen Formen, Farben und Strukturen.
DB: Das erinnert mich an Elemente arabischer Mosaikkunst.
D.S.: Seltsamerweise wurde ich jedoch in der Zeit unseres Arabienaufenthalts noch mehr von der Wüstenlandschaft und der neuen und alten Architektur dort angeregt. Die geometrischen Formen eines Kubus, einer Dreieckpyramide oder einer Rundkuppel, aber auch Farbe und Struktur des Wüstensandes fanden ihren Niederschlag in Quilts wie z.B. "Land am Nil" oder "Kasbah".
DB: Haben sich Ihre Arbeiten verändert, nachdem Sie wieder in Deutschland lebten?
D.S.: Vor allem wurden die Farben wieder kräftiger, aber die sog. Crazy-Technik - winzigste Stoffreste zu komplizierten Mustern zu verarbeiten - die ich in Saudi Arabien entwickelt hatte, habe ich bis heute beibehalten. Sie ist meine 'Handschrift', an der man meine Quilts erkennt. Außerdem habe ich begonnen, auch meine Stoffe selbst zu färben und in verschiedenen Techniken zu bearbeiten.
DB: Die so entstehenden Quilts sind ja ungeheuer arbeitsintensiv. Wie lange brauchen Sie für einen und wieviele haben Sie schon gemacht?
D.S.: Je nach Größe arbeite ich 4-6 Wochen an einem und insgesamt werden es bald 300 sein.
DB: Verkaufen Sie diese Kunstwerke auch?
D.S.: Durchaus, entweder privat oder in meinen Ausstellungen. Die nächste ist zwar in Israel, aber in München ist dann für Januar 2000 im 'Amerika-Haus' eine Ausstellung geplant.
DB: Dann darf ich in meinen Dank für dieses Gespräch unsere Hoffnung einbinden, daß wir Ihre Arbeiten in absehbarer Zeit auch einmal bei uns im Dorf bewundern könnnen.
Dr. Renate Weber EIG
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IN EIGner SACHE
Jahreshauptversammlung am 19.4.1999
Unsere Linie im Jahresrückblick
Der Verlauf der diesjährigen Versammlung im forum 2 zeigte bei aller Meinungsvielfalt grundsätzliche Zustimmung zur Generallinie des Vereins. Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit und dem Bericht des zurückgetretenen Vorsitzenden, Herrn R. Wildenrath, informierte die amtierende Vorsitzende, Frau Ch. Epe, in ihrem Jahresberic darüber – hier nur auszugsweise:
Die letzten beiden Ausgaben des neuen Dorfboten zeigen vielleicht am besten den Geist und Inhalt unserer Arbeit in den vergangenen Monaten – er ist ein Spiegelbild – oder möchte es möglichst sein - für die Befindlichkeit unseres Dorfes.
Das neue Erscheinungsbild, die bessere Übersichtlichkeit – und sogar der Inhalt – haben großes Interesse und Zustimmung gefunden. Dieses positive Echo freut uns natürlich besonders und bestätigt auch unsere eingeschlagene Linie:
- a) sich bewußt werden über den Status quo unseres Dorfes und sich daran orientieren in der Aufgabenstellung.
Das war der Hintergrund unserer anfänglichen Auseinandersetzungen im Beirat.
Das wichtigste Thema war und ist ja wohl die Sanierungsfrage. Wir wollten jedoch unsere Schwerpunkte anders setzen. Die Aktivitäten des Vereins in der Sanierungs- und auch Widmungsfrage zurückzunehmen, heißt ja nicht gleichzeitig, tatenlos dem Geschehen zuzusehen.
Unsere Linie
- b) den verschütteten Gemeinschaftssinn im Dorf wiederfinden und beleben –
den Boden mitaufbereiten zum besseren Verständnis für die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen – und letztendlich für Akzeptanz unserer gemeinschaftlichen Aufgaben bei den Dorfbewohnern werben, die die detaillierten Auseinandersetzungen – z.T. auch im Dorfboten – nicht mehr nachvollziehen konnten, aber auch nicht mehr wollten.
Wir wollten – wir müssen - die Öffentlichkeit erreichen, jeden einzelnen Dorfbewohner. Jeder sollte verfügbare Informationen bekommen, jeder die Verantwortung für das Gemeinschaftliche erkennen können - das Positive im Miteinander sehen, um das Gegeneinander so gering wie möglich zu halten.
Was liegt bei einem solchen Ziel näher, als die hauseigene Zeitung, das besteingeführte Medium im Dorf, zu nutzen?
Deshalb haben wir beschlossen, den Dorfboten jedem Haushalt einzuwerfen – und nicht nur unseren Mitgliedern. Das bedeutet zwar Mehraufwand, Mehrkosten, aber wir sind der Meinung, daß die Arbeit, die in jeden Dorfboten investiert wird, dann auch gerechtfertigt ist und wir unserem Ziel, das Dorf in seiner Gesamtheit zu erreichen, näherkommen – auch wenn uns bewußt ist, daß nicht jeder Dorfbote, der aus dem Briefkasten geholt wird, auch gelesen wird.
Unsere Linie
- c) erkennen, wo unsere Stärken im Dorf liegen, um mit den Schwächen umgehen zu können
Alle Facetten der Wohnqualität unseres Dorfes werden wohl von den meisten Dorfbewohnern uneingeschränkt anerkannt, geschätzt und genutzt.
Aber sind sie auch bereit, die Folgeerscheinungen einer solch hohen innerstädtischen Wohnqualität uneingeschränkt mitzutragen?
Wir genießen in bestimmten Bereichen städtische Individualität und sogar Rückzugsmöglichkeit in die Anonymität und gleichzeitig schätzen wir den dörflichen Charakter, die Geschlossenheit und Überschaubarkeit des persönlichen Wohnumfelds.
Diese Parallelität der Lebensformen verschafft auf der einen Seite jedem einzelnen Bewohner einen großen individuellen Freiraum in der Lebensqualität, auf der anderen Seite erzwingt sie jedoch auch das Bewußtsein des Aufeinanderangewiesenseins.
Es ist absolut undenkbar, daß bei diesem wohldurchdachten und im Prinzip erfolgreichen Wohnkonzept einzelne Bewohner, einzelne WEGs oder andere Interessensgruppen Ziele verfolgen wollen, die diese Einheit, dieses Gesamtkonzept zerstören würden.
Es ist unser Anliegen, nicht nur allen Dorfbewohnern zu beweisen, wie einmalig das städtebauliche Konzept unseres Dorfes ist, und daß es sich lohnt, für den Erhalt und noch mehr für die Wiederherstellung der ursprünglichen Substanz zu kämpfen, um vielleicht auch wieder einmal stolz darauf sein zu können, im weltweit einzigen Olympiadorf zu wohnen. Denn stolz waren wir ja wohl anfänglich darauf.
Es ist ebenso unser Anliegen, das arg lädierte Ansehen unseres Dorfes, das Image auch in der Öffentlichkeit zu verbessern. Wir möchten den Medien den Stoff liefern, zunehmend positiv über das Olympiadorf berichten zu können.
Diesen Stoff müssen wir entwerfen, gestalten, weben und wir müssen aufpassen, daß er nicht zerreißt.
Unsere Linie
- d) dörfliches Leben sichtbar machen, stützen und fördern
Das Interesse aller betrifft das ganze Dorf – das unterschiedliche Interesse einzelner zeigt sich in der Vielzahl von Gruppen und Vereinen: Fußball und Gymnastik, Sport jeglicher Art, Malen, Singen, Hobbies u.ä., Flohmarkt, Feste,Kulturverein, Kinderkino, Teestube, Dorfsenioren,Verbraucherinitiative fast alles ist vertreten, findet statt – wie in einem richtigen Dorf mit Kirche und Wirtshaus ..... allerdings keine Freiwillige Feuerwehr und auch kein Schützenverein......
Gemeinsame Interessen führen zu Gemeinschaften – und die zur Dorfgemeinschaft. Dies zu fördern in der Dorföffentlichkeit und im Dorfboten als Sprachrohr ist auch Aufgabe der EIG.
Wir wissen, was es für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter bedeutet, diese z.T. von Anbeginn des Dorfes an bestehenden Einrichtungen in Gang zu halten, mit Leben zu füllen, immer wieder Aufmerksamkeit zu wecken, und wir wissen auch, was es bedeutet, wenn es diese Einrichtungen, die wir als so selbstverständlich ansehen, nicht mehr gäbe.
Stellen Sie sich vor: Wir haben alles – und keiner geht hin !!
Und hier möchte ich nun die gezogene Linie stoppen und hoffen, daß der Kern unserer Arbeit ersichtlich geworden ist. Das Fleisch, das um den Kern herum immer wieder jährlich wachsen muß, ist die Gestaltungsfreiheit und Flexibilität in unseren Aufgaben.
Unsere Arbeitsschwerpunkte waren:
- 1.) Optische und inhaltliche Umgestaltung des Dorfboten, der die Basis für unsere Arbeitsschwerpunkte sein soll.
- 2.) Heiz- und Nebenkosten-Vergleich im OD
- 3.) der EIG-eigene Hobbyraum wurde zu einem akzeptablen Aufenthaltsraum gemacht.
Sollte jemand mal für irgendeinen Anlaß einen Besprechungsraum benötigen, läßt sich sicher darüber reden – und für eine kleine Spende in unsere Vereinskasse machen wir fast alles .......
- 4.) ein Flohmarkt am Wahlsonntag, musikalisch begleitet durch den Jazz- Frühschoppen im forum 2.
Man hätte sich gerne noch mehr Stände und mehr Besucher gewünscht, aber die Stimmung war gut .....
- 5.) eine mit SPD und Kulturverein gemeinsam veranstaltete Podiumsdiskussion im forum 2 - im November 98 mit Frau Thalgott, Frau Lindner-Schädlich und Herrn Spronk zu dem Thema, das uns immer wieder in Atem hält: Das Olympiastadion, der Umbau und die Folgen‘
- 6.) Abgas-Problematik am Petueltunnel
Der neueste Stand ist der, daß es in der Zwischenzeit einen technischen Durchbruch gegeben hat, der eine bezahlbare Lösung für einen Abgasfilter möglich machen könnte.
- 7.) Die Selbstverwaltung unseres Dorfes
Wir haben für die November-Ausgabe des Dorfboten ein Extrablatt erarbeitet zum besseren Verständnis der spezifischen Besonderheiten in der Verwaltung unseres Dorfes.
Es war und ist immer wieder feststellbar, daß den meisten Dorfbewohnern die Grundkenntnisse über das Netz unserer Selbstverwaltung fehlen und damit auch die jeweiligen Rechte und Pflichten, die aus diesem schlüssigen Gesamtkonzept resultieren, nicht gesehen werden können.
Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, daß Sie dieses Blatt kennen, gelesen und als Nachschlagwerk abgelegt haben – hoffentlich nicht im Papierkorb .......
- 8.) Verbesserung der Kontakte, insbesondere zur ODBG
Es ist uns bekannt, daß die von uns allen getragene gemeinschaftliche Organisation, die ODBG, seit Jahren umstritten ist und von vielen Seiten bekämpft wird. Das heißt ja nicht, daß es auch immer so bleiben muß. Nach turbulenten Zeiten, wie alle wissen, können wir inzwischen feststellen, wenn wir zu Objektivität und vorurteilsfreier Anerkennung bereit sind, daß in der ODBG gute Arbeit geleistet wird. Und wir sollten uns hier alle im Klaren darüber sein, daß wir in der Sanierungsfrage - wegen Uneinigkeit im Dorf - nicht so weit wären, trotz aller individueller Bemühungen an entsprechenden Stellen, auch seitens der EIG, wenn nicht die ODBG mit ihrem, ich sage bewußt, kompetenten Einsatz als alleiniger Ansprechpartner von der Stadt München anerkannt worden wäre.
Wir möchten statt Konfrontation, die ja selten zu tragfähigen Ergebnissen führt, der ODBG lieber Dank sagen, daß sie es geschafft hat, die Sanierung zumindest auf die richtige Schiene zu setzen. Wie die Entwicklung weitergeht, hängt nicht zuletzt auch von unseren dorfinternen Entscheidungen ab.
Alle weiteren Kontakte müssen eigentlich nicht erwähnt werden. Der nötige Informationsaustausch ist unproblematisch und wohlwollend auf allen Seiten.
Die EIG hat ein wachsames Auge und ein offenes Ohr .....
- 9.) Ein Flugblatt der EIG „Zerbricht unser Dorf? Sanierung jetzt!"
Sie kennen es vielleicht, wenn Ihre Eigentümerversammlung bereits stattgefunden hat.
Aufgrund von Beschlüssen, die in der WEG HMR 14 im März getroffen wurden, mußte man für manche der nachfolgenden Eigentümerversammlungen ähnliche Bestrebungen befürchten, die die gemeinschaftlich durchzuführende Sanierungsmaßnahme und den städtischen Zuschuss gefährden würden. Die Gefahr ist noch nicht gebannt, aber es hat sich gezeigt, daß die Dorfbewohner doch mehrheitlich der geplanten Maßnahme zustimmen und die ständigen Diskussionen um Einzelaspekte leid sind.
Das letzte sichtbare Ergebnis unserer Tätigkeiten ist im internet zu entdecken. Eine erste Webseite – inhaltlich noch ein Provisorium, aber grafisch bereits gestaltet - wurde vor kurzem für uns eingerichtet. Besuchen Sie uns doch mal unter der Adresse
http://www/olympiadorf.de/eig/
Ch.E. EIG
Abschließend:
Das Olympiadorf ist städtebaulich, bau-, verkehrs- und betriebstechnisch eine Einheit, die bis heute durch verschiedene Verträge, Rechte und Pflichten zusammengehalten wurde – allerdings bröckelt diese Einheit gefährlich.
Die hohe städtebauliche Qualität wurde erst vor kurzem durch die Aufnahme in die Denkmalliste als Ensemble zusammen mit den Sportstätten bestätigt.
Die Qualität der Architektur, die Einbettung in die autofreie Parklandschaft und die hervorragende Anbindung an den ÖPN und die daraus folgende Kinderfreundlichkeit, die Naherholungsmöglichkeiten, die Förderung der Sozialkontakte und auch die enge Anbindung an die Attraktionen der Großstadt sind es schließlich, was uns alle zum Wohnen im OD bewogen hat. Und zum Bleiben – trotz der Unkenrufe vom Zerfall der „Betonburgen" und vom Streit über Zuständigkeiten, die beim Bau des Dorfes juristisch nur ungenügend geregelt wurden.
Und wir bleiben, weil wir wissen, daß wir alle Schwierigkeiten gemeinsam meistern können. Wir sind viele, aber wir sitzen alle in einem Boot, alle mit einem Ziel: Die Qualität des Wohnens zu erhalten und den materiellen wie den ideellen Wert des Dorfes wiederherzustellen.
Alle Aktivitäten, die in diesem Sinne wirken, im Dorf und außerhalb, sieht die EIG als ihre Hauptaufgabe an.
L.K. EIG
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Sieg fürs Olympiadorf
Keine Superarena auf dem ZHS-Gelände -
aber Zukunft des Olympiastadions weiterhin ungewiß
Das Hickhack um eine neue Fußballarena in München geht weiter. Eigentlich favorisiert OB Christian Ude ja nach wie vor den Umbau des Olympiastadions in eine WM-taugliche Fußballarena, doch nachdem er im Wahlkampf immer mehr unter Druck geraten war, holte er 2 Wochen nach Ostern zum Befreiungsschlag aus: Den beiden Fußballvereinen versprach er, den Bau einer neuen Superarena neben der Messe in Riem zu unterstützen. Dort will die Schörghuber-Gruppe auf eigenem Grund für schätzungsweise 500 Mio Mark ein multifunktionales, überdachtes Stadion nach Amsterdamer Vorbild errichten und an die „Bayern" und „Löwen" vermieten.
Vorangegangen waren monatelange Querelen. Nachdem sich Bayern-Präsident Franz Beckenbauer im März 1998 mit einem Umbau des Olympiastadions einverstanden erklärt hatte, legte Olympia-Architekt Günter Behnisch im Herbst schließlich konkrete Pläne vor. Diese sahen eine 30m hohe und 200m lange Tribüne an der Ostseite vor, die Kritiker sofort als „Staumauer" brandmarkten. Große Teile der Münchner Öffentlichkeit sahen in ihr eine Zerstörung der sanft geschwungenen Park- und Zeltlandschaft und drohten mit einem Bürgerentscheid. Dennoch beschloß der Stadtrat vor Weihnachten den Umbau des Stadions, um sich damit noch rechtzeitig für die WM 2006 bewerben zu können.
Es folgten Verhandlungen mit den Fußballvereinen über eine Beteiligung an den Umbaukosten. Nach dem Willen der Stadt hätte sich die Monatspacht von 7,5 auf 15 Mio Mark verdoppelt, was Bayern-Manager Uli Hoeneß mit einem strikten Nein beantwortete. In das noch unentschiedene Ringen fiel der Startschuß des Wahlkampfes um das Oberbürgermeisteramt, in dem CSU-Kandidat Aribert Wolf sofort das Stadionthema besetzte und Schlagzeilen mit dem Vorschlag machte, das Olympiastadion abzureißen und unter das Zeltdach eine überdachte Arena zu setzen. Die Fans klatschten Beifall, die Fußballmanager drohten wieder mit dem Bau eines eigenen Stadions - da holte Ude zum Gegenschlag aus und einigte sich mit den Vereinen auf den Standort neben der Messe.
Kaum hatte sich die Überraschung darüber gelegt, machten die ersten Zweifel die Runde. Erste Schätzungen kamen auf Investitionen von 2 Milliarden Mark, die für den Ausbau der Verkehrswege nötig sind, damit dem Münchner Osten ein Verkehrsinfarkt erspart bleibt. Auch kann sich kein Rathauspolitiker vorstellen, wie sich in nur 6 Jahren das S-Bahn- und Autobahnnetz entsprechend ausbauen läßt - und gleichzeitig die Planung für das neue Superstadion unter Dach und Fach zu bringen sowie den Bau fertigzustellen. Immerhin sind ein Raumordnungsverfahren nötig, ein Flächennutzungsplan sowie ein Bebauungsplan, gegen den einzelne Bürger klagen können; die Grünen haben sich bereits ein Bürgerbegehren vorbehalten.
„Der Kaiserpalast ist ein Luftschloß", unkten deshalb bereits die Münchner Boulevardblätter. Aber auch die SPD will erst mal abwarten. „Solange die Details für den Neubau ungeklärt sind, gehen die Pläne für den Ausbau des Olympiastadions weiter", sagte deshalb der OB bei seinem Wahlkampfauftritt im Olympiadorf am 24. April. Gleichzeitig teilte er die vielfach geäußerte Sorge, daß der Auszug der Fußballvereine aus dem Olympiastadion den Olympiapark langfristig vor erhebliche finanzielle Probleme stellen könnte. Die Gefahr, daß das epochale Münchner Olympiastadion sich in ein Museum verwandelt, kaum mehr genutzt wird und wegen hoher Unterhaltskosten allmählich verfällt, ist immer noch nicht gebannt. Die Vitalität des Olympischen Ensembles und damit auch des Olympiadorfs steht auf dem Spiel. Zusätzlich hatte der OB eine sehr positiv aufgenommene Nachricht im Gepäck: Eine Anfrage beim Kultusministerium habe ergeben, daß das ZHS-Gelände als möglicher Standort für einen Stadionneubau nicht mehr in Frage käme. Dort plant die TU ein 2000qm großes High-Tech-Zentrum für Sportwissenschaften. Wolfgang
C. Goede EIG
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Frischer Wind im Verein "Studenten im Olympiazentrum e.V."
Liebe Nachbarinnen und Nachbarn! Seit dem 19. Mai bin ich der neue 1. Vorstand unseres Vereins, und auch Ihnen möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Katharina Schüller, ich bin 22 Jahre alt, studiere Statistik im 4. Semester an der LMU und erwarte im August mein zweites Kind. Nach einem halben Jahr als 3. Vorstand habe ich jetzt diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, die auch die Außenvertretung des Vereins beinhaltet. Der Kontakt des Vereins zu Ihnen als Bewohner des Oberdorfes war in letzter Zeit eher sporadisch, und so möchte ich mich Ihnen als Ansprechpartnerin anbieten. Sicher möchten viele von Ihnen mehr über uns als Verein wissen, und ich denke, so manche Reibungspunkte (die vielleicht oft nur auf Mißverständnissen beruhen!) lassen sich durch eine gute Kommunikation ganz einfach aus der Welt schaffen! Anlaß zu Spekulationen gab wohl auch die kürzlich angekündigte Schließung der Oly-Disco. Zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, daß es sich um einen Umbau zur Verwirklichung eines moderneren, kundenfreundlicheren Konzeptes unter neuem Namen handelt. Seit kurzem hat die Diskothek unter dem Namen "U3 – Orange Club" wieder geöffnet – der Name bezieht sich auf die U-Bahn-Linie, die zu unserem Dorf führt. Entsprechend ist die Einrichtung in schwarz und dem typischen Orange gehalten, und diverse Gegenstände wie ein Stempelautomat, den uns der MVV dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, oder Streifenkarten für verbilligte Getränke greifen die Idee auf. Alle Jungen und Junggebliebenen unter Ihnen darf ich ganz herzlich einladen, uns einmal zu besuchen und sich hoffentlich gut zu unterhalten! Auch würde ich mich freuen, wenn wir Sie einmal in unserem Café O`ly begrüßen dürften, wo Sie in ruhiger und vor allem rauchfreier Atmosphäre Getränke, Snacks und im Sommer auch Eisbecher zu erfreulich günstigen Preisen genießen können.
Wie gesagt, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich einfach an mich.
Ihre Katharina Schüller Tel. 354 34 76 / Fax 354 12 38
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Fernsehturm wieder eröffnet
Wer mal schnell abheben möchte aus den Niederungen des Alltags, kann dies vom Olympiadorf aus in kürzester Zeit realisieren. Schließlich ist es von hier aus nur ein Katzensprung zum Olympiaturm..
In exakt 27 Sekunden fährt der Expresslift auf eine Höhe von 190 m, das sind 7 m pro Sekunde. Wenn man bedenkt, daß ein durchschnittlicher Bergsteiger in einer Stunde gerade mal 300 Höhenmeter schafft, ist diese Geschwindigkeit enorm. Wäre die Zugspitzbahn ein solcher Lift, wäre sie in 4 Minuten und 40 Sekunden auf dem Gipfel.
Drei Monate war der Turm für das Publikum geschlossen. Nach 31 Jahren und 31,6 Mio Besucher war eine Generalsanierung fällig. Die Elektroinstallationen, Heizungstechnik und Klimaanlage wurden auf den neuesten Stand gebracht, und eine neue Sprinkleranlage eingebaut.
Als neue Attraktion gibt es über dem Restaurant einen Bereich, in dem Ausstellungen zu den Themen Sport, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Fotografie geplant sind. Auch das Drehrestaurant wurde modernisiert.
Insgesamt mißt der Turm eine Höhe von 289,53 m und ist damit Münchens höchstes Bauwerk. Oben ist der Antennenbereich. Neben dem Bayerischen Fernsehen und dem ZDF strahlen 6 private Fernsehsender und 7 Radiosender 118 Programme vom Turm in die Region ab. Auch für Telefon und Mobilfunk ist er von großer Bedeutung.
Bis zu 150 mal am Tag befördert ein Fahrstuhlführer die Gäste aus aller Welt in höhere Sphären. Bei Föhn ist der Blick von oben überwältigend, aber auch an normalen Tagen immer noch sehr beeindruckend, besonders für uns Olympiadörfler – wer hat schon Gelegenheit, sein Haus jederzeit aus der Vogelperspektive zu betrachten.
Die Wiedereröffnung wurde am Ostersonntag mit einem Fest und vielen Attraktionen gefeiert.
Im übrigen ist es auch nach der Neueröffnung strengstens verboten, von der Aussichtsplattform aus Hubschrauber zu füttern ....
Renate Laier EIG
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Rechtsstreit ODBG gegen Eigentümer Helene-Mayer-Ring 4
Urteil des OLG München vom 17.5.1999
Der Eigentümer des mit einem Büro-Hochhaus bebauten Grundstücks HMR 4 hat mit Beginn des Jahres 1996 die Zahlung anteiliger Betriebskosten für die gemeinschaftlichen Anlagen und Einrichtungen des Olympischen Dorfes eingestellt. Seither mußten notwendigerweise die übrigen Grundstückseigentümer die sich ergebende Deckungslücke (ca. 23 % für die Großgarage am HMR, ca. 5 % für die übrigen Einrichtungen) durch entsprechende Mehrzahlungen schließen. Das der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung zugrundeliegende Kostendeckungsprinzip erfordert, daß alle hierbei anfallenden Kosten zu 100 % gedeckt sind.
Die Gemeinschaft der von dem Zahlungsausfall betroffenen Grundstückseigentümer hat über ihre gemeinschaftliche Organisation ODBG gegenüber dem Eigentümer des Grundstücks HMR 4 die Zahlung anteiliger Betriebskosten entsprechend den Quoten gerichtlich geltend gemacht, wie sie in einer von allen damaligen Grundstückseigentümern abgeschlossenen notariellen Vereinbarung vom 22.12.1975 festgelegt wurden. Aus prozeßtechnischen Gründen bezog sich die Klage nur auf die anteiligen Betriebskosten für das Geschäftsjahr 1996 in Höhe von ca. DM 125.000,- (davon DM 23.000,- für die Großgarage am HMR, in der das Grundstück HMR 4 ca. 230 von insgesamt ca. 1000 Stellplätzen hat).
In der 1. Instanz wurden vom LG München I nur die anteiligen Betriebskosten für die Großgarage zuerkannt, im übrigen wurde die Klage abgewiesen.
Im Berufungsverfahren hat jetzt das OLG München durch Urteil vom 17.5.1999 entschieden, daß der Eigentümer des Grundstücks HMR 4 die gesamten geltend gemachten Betriebskosten für das Jahr 1996 zu zahlen hat.
Das Gericht hat in der mündlichen Verhandlung alle wesentlichen Gesichtspunkte dargelegt, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Es hat u.a. ausgeführt,
- daß die von allen Grundstückseigentümern in der Notarurkunde vom 22.12.1975 geschlossenen „Vereinbarungen über gemeinschaftliche Versorgungsanlagen und Einrichtungen im Olympiadorf München gemäß Bebauungsplan Nr. 18 b" auf Dauer angelegt und einer Kündigung nicht zugänglich sind
- daß die in der Notarurkunde begründeten schuldrechtlichen Verpflichtungen zur anteiligen Tragung der Kosten der gemeinschaftlichen Einrichtungen wirksam sind, auch wenn die zur dinglichen Sicherung vorgesehenen Dienstbarkeiten nicht eingetragen wurden
- daß der sogen. Individualvertrag, der vom jetzigen Eigentümer (und auch den vorherigen) des Grundstücks HMR 4 und einer größeren Anzahl anderer Grundstückseigentümer nicht unterzeichnet wurde, für die Begründung der rechtlichen Verpflichtung zur anteiligen Tragung der Kosten ohne Bedeutung ist und deswegen auch, ob unterzeichnet oder nicht, keine Möglichkeit zur Kündigung der in der Notarurkunde begründeten Vereinbarungen eröffnet
- daß die gemeinschaftliche Bewirtschaftung der entsprechenden Anlagen und Einrichtungen „wie eine WEG funktioniere" (obwohl formalrechtlich eine solche hier nicht gegeben ist) und daher zwingend voraussetze, daß ausnahmslos alle Grundstückseigentümer sich an den Kosten zu beteiligen hätten
- daß die Möglichkeit des Ausscherens einzelner Grundstücke zu einem nicht beherrschbaren Chaos führen würde
- daß es nicht auf die jeweilige spezielle Nützlichkeit einzelner Einrichtungen für ein Grundstück ankomme und auch vom Eigentümer eines Gewerbeobjektes z.B. anteilige Kosten für Kinderspielplätze etc. mitzutragen sind - auch deswegen, weil die Gegebenheiten bei Erwerb des Eigentums bekannt gewesen sind
Das Urteil vom 17.5.99 ist noch nicht rechtskräftig. Ob der unterlegene Eigentümer evtl. Revision beim BGH einlegt, bleibt abzuwarten.
Wenn man davon ausgeht, daß das jetzige Urteil rechtskräftig wird, bedeutet dies jedenfalls eindeutig, daß eine gegen jeden einzelnen Grundstückseigentümer rechtlich durchsetzbare Verpflichtung zur Erfülllung der in der Notarurkunde vom 22.12.1975 getroffenen Vereinbarungen besteht – neben der reinen Vernunft, die immer schon für eine (ggf. auch freiwillig praktizierte) gemeinschaftliche Bewirtschaftung sprach.
Da in der Notarurkunde die gemeinschaftliche Kostentragung für den „Betrieb (einschließlich Reinigung und Verkehrssicherung), die Unterhaltung, Erneuerung und Verwaltung" geregelt ist, sollten dann auch die Kritisierer bzw. Verhinderer der gemeinschaftlichen Sanierung in die Schranken verwiesen werden können. Der Wortlaut und unschwer erkennbare Sinn und Zweck dieser Regelung gibt wohl recht eindeutig vor, daß notwendige Sanierungsmaßnahmen an den gemeinschaftlichen Einrichtungen von allen Grundstückseigentümern gemeinsam unter gemeinschaftlicher Tragung der Kosten auszuführen sind.
EIG
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VIO FÜR RIO
Die VIO (Verbraucher-Initiative Olympiadorf) wurde gegründet im Jahre 1987, ein Jahr nach dem Gau von Tchernobyl. Sie gehört dem Kulturverein Olympiadorf e.V. an als autonome Kampfgruppe mit der Aufgabe, zu informieren, mit allen basisdemokratischen Mitteln über das, was uns Bürger, Verbraucher von Luft, Wasser, Lebensmitteln, gefährdet, ein Augenmerk auch auf Dinge zu richten, die angeordnet, vorgeschrieben, in Gesetze gefasst, gar manipuliert werden und nicht dem Bürger dienen. Nach bestem Wissen Schaden vom Verbraucher abzuwenden.
Aktueller Anlass war eine Veranstaltung, bei der vor allem Frauen und Müttern bewusst wurde, wie wenig sie in der Lage sind, beim Kauf von Lebensmitteln für ihre Familie die richtige - gesunde - Auswahl zu treffen.
Allmählich wurde uns klar, dass es nicht genügt, z.B. die Qualität von Lebensmitteln kritisch zu prüfen, wenn die Macht grosser Konzerne dahintersteht. In einer Welt, in der alles mit jedem zusammenhängt, müssen Ursachen und Herkunft von Missständen mitbedacht werden. Dass Luft keine Grenzen kennt, zeigte die Strahlenbelastung von Lebensmitteln, verursacht durch eine Katastrofe 2000 km östlich von uns.
Im Laufe der Jahre haben wir unsere Arbeit folgenden Inhalten gewidmet: z.B.
Strahlenbelastung und chemischen Zusatzstoffen in der Nahrung, Gefahren durch Asbest und FCKW, Gentechnik, der intelligenten Nutzung von Energie.
Und mit Nachdruck und immer wieder der Mülllawine: wie durch Vermeidung, Sortierung, Wiederverwertung, Kompostierung bis zum Pilotprojekt Biotonne Abfall auf einen Bruchteil verringert werden kann. Bis sogar die Stadt hellhörig wurde ... und schliesslich im Juni 1989 das Kommunalreferat/Entsorgungsplanung einen sechswöchigen "Vorversuch zur Einführung der Biomülltonne" im Olympiadorf startete.
Durch Aktionen in der Fussgängerzone, Filme, Vorträge, Planspiele, Präsenz bei den Sommerfesten, Wertstoffbörsen, wollen wir - was im Grossen geplant wird - im Kleinen erreichen, indem wir zu vermitteln versuchen, dass etwas sich ändert, wenn jeder mitmacht.
Und so können wir - nicht ohne Stolz - sagen, dass die VIO der Agenda 21 zugearbeitet, sogar für sie in die Hände gespuckt hat!
Agenda 21: Konventionen über Klimaschutz und biologische Vielfalt in Rio de Janeiro 1992. Deren Themenschwerpunkte: NACHHALTIGKEIT, VERURSACHERPRINZIP und KURZE WEGE DURCH NUTZUNG LOKALER RESSOURCEN werden weltweit eingefordert. Und es heisst in Kap. 5.14 der Dokumentation, dass "Zusammenarbeit und Informationsaustausch zwischen Forschungseinrichtungen....und anderen Sektoren: Privatwirtschaft, örtl. Gemeinschaften, NGO«s!!" (das sind Bürgerinitiativen wie z.B. die VIO) ... "intensiviert werden sollen."
Die Themenschwerpunkte sind genau unsere Ziele!
Wer mitmachen möchte, ist zu einem der nächsten Treffs am ersten Montag im Monat 20 Uhr (steht auch im FORUM 2 Programm) herzlich willkommen!
Ingrid Steffen
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Betriebskosten der Wohnungen im Olympischen Dorf
Bis in das Jahr 1992 hinein wurden im "olympiadorf aktuell", dem Organ des SPD-Ortsvereins Olympiadorf, die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten der Eigentumswohnungen im OD veröffentlicht. Die EIG greift nun im "Dorboten" diese Tradition auf und legt den Vergleich für das Abrechnungsjahr 1997 vor. Die Zahlen für die Jahre 1994 mit 1996 sind ebenso bekannt (für 1993 waren keine kompletten Zahlenunterlagen mehr erhältlich) und werden baldmöglichst, evtl. in einer Sonderausgabe, vorgelegt.
Das veröffentlichte Zahlenmaterial fußt auf den Wohngeldabrechnungen von 10 verschiedenen Verwaltungen. Entsprechend differieren die Abrechnungsmethoden. Deshalb mußten die Unterlagen nach einem einheitlichen Schema aufbereitet werden. Sämtliche Kosten werden auf die Einheit der Wohnfläche bezogen, wodurch eine objektive Vergleichsbasis hergestellt wurde.
Die Betriebskosten gliedern sich in umlagefähige Kosten und nicht umlagefähige Kosten. Die umlagefähigen Kosten sind Kosten, die Eigentümer ihren Mietern berechnen können. Daneben müssen die nicht umlagefähigen Kosten als Bestandteil des von den Eigentümern zu entrichtenden Wohngeldes betrachtet werden.
Zu den umlagefähigen Kosten werden Kostenarten addiert, welche bei allen WEG's gleichermaßen anfallen und nicht der Verfügungsgewalt der Eigentümer (wie Rücklagenzuführung, Instandsetzung und Sonderumlagen) unterliegen - und bilden so die Bewirtschaftungskosten. Darin sind auch Einnahmen enthalten, die aus Vermietungen und Zinseinnahmen herrühren. Um diesen Kostenblock wurde das Zahlenwerk gegenüber früheren Veröffentlichungen erweitert. Diese Bewirtschaftungskosten sind, abgesehen von den Heizungs- und Warmwasserkosten, die von den Nutzergewohnheiten und baulichen Gegebenheiten abhängen, aber zu den umlagefähigen Kosten zählen, gut miteinander vergleichbar - im Gegensatz zum Wohngeld , das der Disposition durch die einzelnen WEG's unterliegt.
Zu den Bewirtschaftungskosten werden die der Verfügungsgewalt der Eigentümer unterliegenden Kostenarten Rücklagendotierung und Instandsetzungskosten hinzuaddiert und führen so zum Wohngeld.
Die so erhaltenen Wohngelder können nicht mehr direkt miteinander verglichen werden, weil damit unterschiedliche Erhaltungsaufwendungen einzelner WEG's in die Betrachtung einfließen. Bei der Bewertung der Effizienz der Verwaltung muß auch die unterschiedliche Höhe der Instandhaltungsrücklage und der Erhaltungszustand der Anlage berücksichtigt werden. Die Einbeziehung dieser Aspekte würde den Rahmen der Untersuchung sprengen.
Seit der letzten veröffentlichten Erhebung 1992 sind die umlagefähigen Kosten über das gesamte Olympische Dorf gesehen nur moderat von DM 3,71 je m² und Monat auf DM 3,98 je m² und Monat gestiegen. An diesem Kostenanstieg sind die einzelnen Kostenarten unterschiedlich beteiligt. Steigerungen bei einzelnen Kostenarten stehen deutlich verminderte Kosten z.B. bei den ODBG- Kosten, Aufzugskosten und Stromkosten gegenüber. Die Bewirtschaftungskosten haben sich im gleichen Zeitraum von DM 3,92 je m² und Monat auf DM 4,14 je m² und Monat erhöht. Die zusätzlich in den Bewirtschaftungskosten enthaltene Komponente „Verwaltungskosten" blieb praktisch unverändert. Im Berichtszeitraum haben sich die Einnahmen der WEG´s erfreulicherweise von DM 0,12 je m² und Monat auf DM 0,26 je m² und Monat verdoppelt. Hingegen ist das Wohngeld von DM 4,14 je m² und Monat auf DM 5,76 je m² und Monat wesentlich stärker angestiegen. In diesem Anstieg kommen die in der Zwischenzeit bei den einzelnen WEG´s durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen zum Ausdruck.
Wie bereits in der Vergangenheit ist ein deutliches Kostengefälle zwischen den Hochhäusern im Helene-Mayer-Ring und den Flachbereichen festzustellen. Die Kosten in den Terrassenhäusern liegen zwischen diesen beiden Extremen.
Bei diversen Kostenarten sind deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen WEG´s feststellbar. Diesen Differenzen wird nachgegangen und in einer o.e. späteren Veröffentlichung vorgelegt.
Fritz Fickenscher EIG
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Kulturverein
Die große Welt im kleinen „forum 2"
Am 27. Okt. 1991 fand im „forum 2" des Kulturvereins Olympiadorf zum ersten Mal ein Jazzkonzert statt. Und seitdem hat sich dort in puncto Jazz einiges getan. Die ursprüngliche Idee gelegentlicher Frühschoppen hat sich längst zu der Intention gesteigert, in einem ausgewogenen Maß „Hausgemachtes", regional Etabliertes, aber auch international Renommiertes anzubieten.
Für das „Hausgemachte" sorgt (als ausgesprochene Besonderheit für einen Kulturverein) die eigene Bigband. Zum anderen gaben dem Kulturverein auch schon manche Musiker von Rang und Namen die Ehre. So standen dort bisher nicht „nur" Münchener Jazzgrößen auf der Bühne, sondern auch international bedeutende Musiker wie Adrian Mears, Carola Grey oder Dusko Goykovic. Es waren stets hochkarätige Konzerte – jedoch immer mit dem gleichen Schönheitsfehler: Zu wenig Besucher ...
Vielleicht ist es eine Ironie, daß es auf den Tag genau 88 Monate dauerte, bis ausgerechnet dasselbe Ensemble, das einst den Reigen der Jazzkonzerte im „forum 2" mit sage und schreibe 9 (!) Zuhörern eröffnete, dort kürzlich 88 begeisterte Besucher verzeichnen konnte. Damit war zum ersten Mal in der Geschichte des Kulturvereins ein unter seinem Logo veranstaltetes Jazzkonzert fast ausverkauft. Auf dem Programm stand das Rudi Martini Trio – diesmal mit Jenny Evans, die in der Fachwelt als eine der besten Jazzsängerinnen Europas gilt – zusammen mit dem legendären italienischen Tenorsaxophonisten Gianni Basso, der gerade zu Aufnahmen beim Bayerischen Rundfunk in München war und dabei dem Kulturverein Olympiadorf einen Besuch abstattete.
Schon lange hat sich ja die behagliche Atmosphäre von Jazzdarbietungen im „forum 2" herumgesprochen, die auch an jenem Abend den berühmten „Funken" zum Publikum und zurück überspringen ließ. Und es war vielleicht auch die anerkannt hervorragende Akustik des Raumes, die den Drummer und PR-Manager Martini bei seiner Verabschiedung zu der Würdigung hinriß, das „forum 2" sei der „schönste kleine Konzertsaal Münchens".
Einige Gäste, die dasselbe Ensemble mit demselben Repertoire ein paar Tage vorher im Rundfunkstudio erlebt hatten und das Ganze einfach nochmal hören wollten, gaben sogar noch eins drauf: Das Konzert habe ihnen „im forum2 dreimal so gut" gefallen.
Dem Jazzteam im Kulturverein ist dieser Erfolg nicht nur Bestätigung, sondern auch weiterer Ansporn. Besonders erfreulich aber erscheint ihm die diesmal besonders rege Teilnahme von „Olympiadörflern". Vielleicht bedeutet das sogar den Durchbruch, im Olympiadorf erkannt zu haben, daß "ein wunderbares Kleinod" (Zitat Martini) vor der Haustüre liegt, zu dem andere mitunter von weit her kommen.
Günter Fitzke
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Buddhistisches Forum in der Alten Mensa
Das Olympiadorf konnte am 7. Mai eine ganz besondere Veranstaltung erleben. Die Mitglieder der Soka Gakkai Internationale, einer buddhistischen Laienorganisation, der so bekannte Künstler wie Tina Turner und Herby Hancock angehören, hatte zu ihrem 1.BuddhistischenForum in die Alte Mensa eingeladen.
Insgesamt 350 Mitglieder und Gäste kamen zu der Abendveranstaltung und verfolgten mit großer Aufmerksamkeit ein fast einstündiges Podiumsgespräch über schwierige Fragen, wie: Was ist Erleuchtung? Wie wird Erleuchtung im täglichen Leben sichtbar? Anschließend wurde ein kurzer Einblick in die Geschichte des Buddhismus gegeben sowie der Kern der Lehre Nichiren Daishonins (buddhistischer Mönch) erörtert.
Wer aber dachte, nur einem theoretischen Einführungskurs in den Buddhismus beizuwohnen, der wurde mit einem bunten Kulturprogramm überrascht. Der künstlerische Bogen spannte sich vom bayerischen Kabarett, klassischer Oper über modernen Tanz bis zu amerikanischer Blues- und Soulmusik. Alle Darbietungen wurden von Mitgliedern der SGI überzuegend und mit viel Engagement auf die Bühne gebracht – sozusagen Buddhismus in Aktion. Das Publikum bedankte sich für die Bemühungen mit viel Applaus und ließ dadurch erkennen, daß der Abend gelungen war.
Evelyne Kirsch
Kontaktadresse: Myoko Hertrich-Kamimura S-61, Tel. 351 81 59
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Wenn alle Brünnlein fließen ...
... dann muß man tri-in-ken
So halten es die Anwohner rund um diesen lauschigen kleinen Brunnen. Seit 1976 ist er der jährliche Anlaß für das Nachbarschaftstreffen zum Brunnenfest. Mit großer Begeisterung wird seither die Wassereinspeisung des Brunnens in Limo- und Faßbierspeisung trockener Kehlen umgesetzt. Denn während der Olympiade war der Brunnen nur durch ein Provisorium mit Wasser versorgt worden. Als die ersten Dorfbewohner überrascht feststellten, daß es gar keine technische Installation für die Umwälzanlage gab, haben sie durch Eigeninitiative eine –leider nicht dauerhafte - Lösung zwischen privatem Anlieger und ODBG gefunden. Nach einer 2-j."Trockenperiode" wurde eine neue private Wasserzuführung ermöglicht – Dank dem freundlichen Nachbarn und aktiven Nothelfern. Und nun plätschert, sprudelt und gurgelt es wieder berauschend ... wie wohl auch beim endlich wieder anstehenden Brunnenfest.
Ch.E.
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Leserbrief
Ameisen an und auf und um die Spielplätze herum
Kennen Sie auch einen Trick gegen Ameisen?
Die einen experimentieren mit Backpulver, das von den Ameisen ins Nest getragen wird und der Brut nicht bekommt. Die anderen schwören auf Kreidestriche, die von Ameisen aus mysteriösen Gründen nicht überkrabbelt werden. Oder vielleicht doch am besten die Wassermethode: Einfach alle Plätze, wo die Ameisen überhand nehmen, solange unter Wasser setzen, bis ... Die chemische Keule ist zwar durchaus wirksam, wirkt aber leider auch auf alles und alle anderen (incl. Kinder).
Nichts gegen Ameisen, ehrlich. Aber ab einer gewissen Menge (eher: Masse) hört die Sympathie auf. Sich auf eine der Bänke am "Reifenspielplatz" niederzulassen, entspricht in der wärmeren Jahreszeit einer Mutprobe vierten Grades. Blitzschnell sind diese emsigen kleinen Tiere überall, auf und in der Kleidung und sonstwo. Das rasante Aufspringen von Unwissenden hat schon beinahe Slapstick-Charakter. Weniger lustig ist es, wenn man wieder mal seinen heulenden Sprößling vor sich hat, auf dem Horden von Ameisen herumwuseln. Könnte man sie (die Ameisen) nicht wenigstens von den Spielplätzen weghalten? Umleitungsschilder versprechen sicher keine Abhilfe, das Engagement eines (bzw. mehrerer) Ameisenbären im 24-Stunden-Einsatz müßte man mit Zoodirektor in Hellabrunn besprechen.
Eine erste Lösung könnte evtl. sein, die umliegende Vegetation, die z.T. immer mehr auf die Spielplätze übergreift (z.B. Spielplatz hinter der Straßbergerstraße, der an vielen Stellen regelrecht überwuchert ist), soweit zurückzudrängen, daß eine freie Zone entsteht zwischen Ameisen-Lebensraum und Buddelplatz. Denn die gute Nachricht ist: Im Sand mittendrin sind nur wenig Ameisen. Also, liebe Mütter/ Väter: Isomatten und Sitzkissen nicht vergessen (u. evtl. ein Stückchen Kreide). Für weitere Tips und Hinweise sind wir sehr dankbar.
Roberta Metzger
Liebe Mütter /Väter,
wir möchten Sie gerne von den Isomatten aus der Sandkastenmitte herunterholen, um mit Ihnen gemeinsam in diesem Sommer gegen die formica fusca und den lasius niger anzukämpfen (s.unseren nachstehenden Bericht). Nach Aussage einiger Mütter stehen schon viele bereitwillige Eltern in den Startlöchern und warten auf themenbezogene Aktivitäten. Sie werden kommen ... In einem Gespräch mit der ODBG wurde beschlossen, einen noch auszuwählenden Spielplatz der Wassermethode auszusetzen. Es wird auch von Ihrer Bereitschaft zur Mithilfe für diese Maßnahme abhängen, ob dieser Versuch eine Zukunft hat. Sie werden es hören, wenn es heißt: "Wasser marsch!"
Und wenn das alles nicht hilft, kennen auch wir noch einen Trick gegen Ameisen: Wegschauen! Mark Twain hat gesagt:'Ameisen sind die faulsten Tiere. Sie arbeiten nur, wenn man hinschaut.'
P.S. für die, die es wissen wollen: Das hier im OD auf den Spielplätzen verwendete Ameisenmittel heißt Blattanex (Streu- u. Gießmittel), Bayer.
Ch.E. EIG
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Ameisendorf? - Dorfameisen!
Ameisen im Olympischen Dorf (Teil 1)
Nicht nur im Olympischen Dorf, sondern auch in benachbarten Stadtvierteln und beim Gartenbaureferat der LH München steht man jedes Jahr hilflos der Ameiseninvasion gegenüber. Ganz besonders stark scheinen die Spielplätze und Wege im Olympischen Dorf bevölkert zu sein. Ein Grund für die EIG, sich dieses Themas anzunehmen.
Vornweg: Ameisen sind nützliche Helfer, solange sie nicht Küchen, Wohnräume und Spielplätze belagern. Hier aber entwickeln sie sich schnell zu Lästlingen. Effektive Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist mit kurzzeitigem Erfolg möglich, aber nicht immer notwendig. Auch alternative Methoden können in einzelnen Fällen helfen, die Belästigung durch die Ameisenflut in erträglichem Rahmen zu halten.
In dieser Ausgabe des Dorfboten wollen wir Sie über die Ameisenarten im OD informieren und einige „Rezepte" zur Vergrämung und Irritation der Ameisenvölker nennen.
In der nächsten Ausgabe des Dorfboten erfahren Sie einiges über die Systematik und Biologie der Ameisen, über weitere ökologische Methoden zur Eindämmung der Ameisenplage, und Sie erhalten ganz konkrete Tips zu Ameisen in Pflanztrögen und Garten.
Nützling, Lästling, oder Schädling?
Ameisen zählen strenggenommen zu den Nützlingen. So verdanken viele Pflanzen ihre Verbreitung den Ameisen: Veilchen, Ehrenpreis, Schöllkraut, um hier nur einige zu nennen. Doch im Spielplatzbereich oder im Haus muß man sie häufig zu den Lästlingen zählen. Da die Ameisenarten, welche hauptsächlich vom Honigtau leben (den süßen Ausscheidungen der Blattläuse), aber eben auch viel zur Blattlausverbreitung beitragen - sie tragen Blattläuse von Pflanze zu Pflanze und schützen Blattläuse auch vor Feinden - haben Ameisen auch im Garten ein gewisses „Schädlingspotential". Bei einer Schaden-Nutzen-Analyse kann man aber ein klares Plus beim Nutzen der Ameisen verbuchen. Die Allgegenwärtigkeit der Ameisen, so wie wir sie in den letzten Jahren im OD erlebt haben, wird von vielen jedoch als empfindliche Belästigung oder sogar als „Bedrohung" empfunden. Somit ist es vom Einzelfall abhängig, ob man sich gegen Ameisen wehren möchte oder nicht. Erfolgreiche und (relativ) nachhaltige Bekämpfung der Ameisen bedeutet im städtischen Bereich leider immer komplette Auslöschung des Ameisenstaates. Eine Versetzung des Staates wie bei Waldameisen ist nicht möglich. Man muß sich aber darüber im klaren sein, daß Ameisen immer wieder kommen, wenn der Standort als Nestplatz ideal ist. Weder einmalig angewandte chemische Mittel noch einmalige Vergrämung helfen langfristig. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten zur Eindämmung der Ameisenplage:
Käufliche Mittel gegen Ameisen ...
Eine große Naturmittelfirma, deren Mittel man in fast jedem Baumarkt bekommen kann, nennt 3 mögliche Methoden: Zum einen die Vergrämung mit „Ameisentropfen", welche die Ameisen abschrecken und in der Orientierung stören sollen, zum anderen die Tötung der Ameisen durch „Ameisen-Spray" auf der Basis pflanzlicher Öle und natürlichem Pyrethrum. Mit anderen Worten: chemische Keule. Diese wirkt natürlich auch gegen andere Nützlinge unter den Insekten. Und schließlich, als dritte Möglichkeit, die Unterbindung der Fortpflanzung durch ein „Ameisen-Buffet", welches in einer nachfüllbaren Köderdose ausgebracht wird. Hier stirbt der Ameisenstaat im Laufe der Zeit aus.
... und hausgemachte Mittel
Alternative Möglichkeiten gibt es auch: Sicherlich relativ umweltverträglich, aber letztendlich natürlich auch chemisch: Spritzen von unverdünntem Rainfarntee (Tanacetum vulgare L., alter Name: Chrysanthemum vulgare L., eine häufige Pflanze an Wegen, Schutt- und Brachflächen) oder Wermuttee (Artemisia absinthium L., in unseren Breiten selten und nur an sonnigen Stellen). Das Rezept für Rainfarntee ist einfach: 300 g blühenden Rainfarn mit 10 l kochendem Wasser überbrühen und dann eine Weile ziehen lassen. Auch Kräuterjauchen aus Tabakblättern (giftig!) oder Nussbaumblättern (jeweils 12 Stunden in Wasser einlegen, aufkochen und abgekühlt gießen) helfen.
Ameisen auf Ameisenstraßen ...
sind eher interessant als lästig, und die Beschäftigung mit ihnen hat eher experimentellen Charakter. Ähnlich wie ein Blatt Papier, welches man in die Ameisenstraße gebracht hat und nun den Pheromonweg unterbricht, wirkt ein einfacher Kreidestrich quer zur Laufrichtung. Mit der Kreide werden wohl die wegmarkierenden Pheromone verwischt. Genauso gut hilft übrigens Steinmehl, Holzasche und Ruß. Alle diese Stoffe können zur Verstärkung des Effekts auch noch mit Duftölen (z.B. Lavendel- und Fichtennadelöl) versetzt werden. Ins Haus führende Ameisenstraßen können auf diese Weise unterbrochen werden. Ähnlich sollen schimmelige Zitronen und Flohpulver wirken. Jedoch ist die Ameisenstraße nach wenigen Stunden „wiederhergestellt". Das in die Ameisenstraße eingebrachte Papierstück jedoch kann man dann - aus reiner Freude am Experimentieren - um sagen wir mal 90 Grad drehen. So laufen dann die Ameisen (wenn auch wiederum nur für einige Stunden) zielgerichtet ins „Nichts.
Ameisen im Haus...
Da hört meistens der Spaß auf. Eine Möglichkeit, sich „umweltverträglich" zur Wehr zu setzen ist das Auslegen von Puderzucker, gemischt mit Backpulver. Dies bewirkt bei manchen Ameisenarten ein wahres Massensterben. Im gleichen Atemzug soll aber auch davor gewarnt werden. Das Ausbringen von leicht zugänglichen Futterquellen zieht natürlich auch die Ameisen magisch ins Haus! Nahrungsmittel sollten in „ameisengefährdeten" Bereichen immer gut verschlossen sein, und Ritzen an Fenstern und Wänden sollte man zukitten. Auch aufgehängtes Farnkraut soll gegen Ameisen helfen und sogar noch andere Insekten fernhalten. Aber Vorsicht! Einige Farnarten sind geschützt!
Ameisenarten im Olympiadorf ....
In der Zeit zwischen Mai und Juli 1998 wurden an mehreren Orten im Olympischen Dorf vom Autor dieses Artikels jeweils etwa 6 Ameisen, die offensichtlich jeweils zum gleichen Nest gehörten, gefangen. Sie wurden nach Präparation einer mikroskopischen Bestimmung nach B. Seifert: Ameisen: beobachten, bestimmen (Naturbuchverlag, Augsburg, 1996) unterzogen. Dabei stellte sich heraus, daß vor allem eine Art, nämlich Formica (Serviformica) fusca deutlich dominiert (nämlich in der „Weißen Stadt" / am „Reifenspielplatz", am „Abenteuer- oder Röhrenspielplatz", auf dem Pflasterweg von der Ecke Lerchenauer/Moosacherstarße über den Nordwall ins Olympische Dorf, am Aussichtspunkt am Westende des Nordwalls der Straßbergerstraße, auf dem Spielplatz am Rollschuhplatz, aber auch z.T. in und an Häusern im Flachbereich der Straßbergerstraße). Die zweite Art, die typisch für das Olympiadorf zu sein scheint, ist die Art Lasius niger. Andere Arten wurden bei dieser zwar aufwendigen, aber angesichts der möglichen Fundorte doch relativ bescheidenen Erhebung im Olympischen Dorf nicht gefunden, jedoch bei Vergleichsfängen in angrenzenden Biotopen. Erwähnenswert scheint, daß der Autor außerhalb des Dorfes regelrecht Probleme hatte, Ameisen zu finden! Der hohe Bestand im Olympischen Dorf mag auf die baulichen Besonderheiten im Olympischen Dorf zurückzuführen sein: Die allgegenwärtige Pflasterung ist ein hervorragender Unterschlupf; die vielen gut besonnten Sandspielkästen mit den Holz- oder Pflastereinfassungen bieten warme Nester; durch eine dichte Bebauung und geschützte Lage haben wir sicherlich eine erhöhte Durchschnittstemperatur im Winter; ein guter Wasserabfluß durch den natürlichen Kies-/Schottergrund führt zur von den meisten Ameisenarten geliebten Trockenheit, und eine sicherlich weit über dem städtischen Durchschnitt liegende Anzahl an Pflanztrögen sorgt für ausreichend Nahrung und Unterschlupf. Auch durch das Leben, das sich sicherlich hier im Olympischen Dorf mehr im Freien auf den großen Balkonen und in den Fußgängerbereichen abspielt als in anderen Stadtvierteln, ist eben das „Thema Ameise" eher präsent als in anderen innerstädtischen Bereichen.
.... und was man auf den Spielplätzen im Olympischen Dorf dagegen tun kann
Inzwischen sind die Spielplätze derartig mit Ameisen bevölkert, daß sie nicht mehr bespielbar sind. Die auf den Spielplätzen vorherrschende Ameisenart ist Formica (Serviformica) fusca. Diese Art bevorzugt trockene und (nach Möglichkeit) wärmere offene bis mäßig beschattete Lebensräume und meidet hochgrasige Wiesen- und Staudenfluren und nasse Stellen. So wäre es einen Versuch wert (vielleicht in Eigeninitiative?!), einige der Spielplätze täglich im Frühsommer zu wässern. Dies senkt die Durchschnittstemperatur (Verdunstungskälte) und macht den Standort durch Feuchtigkeit für die Ameisen mittelfristig unattraktiv. Ein Vergleich mit ungewässerten Spielplätzen wird dann zeigen, ob auf diese Art hier im Olympischen Dorf und übrigens erstmalig im Stadtgebiet eine chemiefreie Vergrämung zu erreichen ist. Eine Abwanderung, z.B. in die Häuser, ist hierbei nicht zu befürchten, der Staat wird einfach nur schwächer. Eine Zusatzbepflanzung mit Bäumen wäre ebenso denkbar. Diese würde dann sogar langfristig den Erfolg sichern, und auf Gifteinsatz könnte so vielleicht in Zukunft immer verzichtet werden.
Dr.Michael Scharmann EIG
Zeichnungen: Renate Laier EIG
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Babette, die nette .....
.... Blumenfrau auf dem Wochenmarkt
Ihr möchten wir gerne ein paar Fragen stellen:
Vor kurzem drohte die Gefahr, daß noch in diesem Jahr der Mittwochsmarkt wegen der anstehenden Sanierung ein plötzliches Ende gefunden hätte. Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie davon hörten?
- Ich war wie vom Blitz ‘troffe, einen Schock hab‘ ich ‘kriagt und Existenzangst.
Sie haben ja eine ziemlich weite Anfahrt und bleiben uns trotzdem treu als einer der 3 letzten Standl. Gibt es einen besonderen Grund dafür?
- Die nette Leut‘! Wie a große Familie, die sich gut kennt, komme se zum Schwätze ...
... zum Kaufen aber auch?
- Ja, ja, aber net nur! Ich seh die Kinder groß werde, ich komm ja jetzt scho‘ 7 Jahr‘ hierher.
Was halten Sie von diesem Standort hier auf dem Kirchenvorplatz?
- Der isch extrem vom Wind her. Und Laufkundschaft gibt’s keine. Aber ich hab eher Stammkundschaft, die gezielt kommt.
In der Vergangenheit hatten wir ja z.B.noch einen reichhaltigen Käsestand, einen immer fröhlichen Fischverkäufer, eine über den Markt duftende Hendlbraterei, sogar echte amerikanische Donuts, einen großen Obst- u. Gemüsestand und nicht zu vergessen, den niederbayerisch-gesprächigen Eiermann. Können Sie sich erklären, warum Ihre Kollegen so nach und nach ihren hiesigen Platz aufgegeben haben?
- Weil immer weniger Leut‘ komme sind, weniger Umsatz war. Das Publikum hat g’wechselt, durch Wegzug wahrscheinlich und and‘re Familiensituatione.
Beim Blumenverkauf ist das vielleicht nicht so spürbar?
- Ich hab nix davo g’merkt.
Wir wissen, daß Sie einen großen Kundenkreis haben, der Sie nicht missen möchte, nicht Ihre große Auswahl an Balkonpflanzen, nicht Ihre kreativen Blumensträuße und –gebinde, Adventskränze und und und ...... Möchten Sie denn in unserer Nähe bleiben sozusagen, wenn mit der Sanierung eines Tages begonnen würde?
- Ja, scho, aber wir haben noch keu Ahnung wie.
Wir wollen Ihnen gerne helfen, wenn möglich, bei einer neuen Standortsuche. Aber dieser Sommer ist ja noch gerettet.
Vielen Dank, Babette.
Ch.E. EIG
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Gisela Gräfin von Zech:
Eine starke Frau geht ihren Weg
"München leuchtet" im Olympiadorf
Aus vielerlei Gründen hat das "Olympische Dorf" einen unverwechselbaren Charakter als Stadtteil unserer Landeshauptstadt München. Etwa 10.000 Mitbürger aller Altersgruppen und gemischter Nationalitäten sind seit vielen Jahren hier seßhaft geworden, sehen "ihr" Dorf als ein Stück Heimat an und wollen es nicht mehr missen.
Nicht nur die außergewöhnliche Infrastruktur ermöglicht jungen Familien mit Kindern, den Alleinstehenden und vor allem der älteren Generation, sich hier wohlzufühlen, sich darzugehörig zu empfinden. Indessen ist der gesellschaftliche demographische Wandel auch in unserer Dorfgesellschaft nicht spurlos vorübergegangen: Die Altersstruktur hat sich sichtlich verändert!
Dieses unausweichliche Problem schon vor vielen Jahren erkannt zu haben, ist das große Verdienst von Gräfin von Zech. Der Aufbau einer "Nachbarschaftshilfe" - nach Aufgabe ihrer langjährigen Tätigkeit in der Pfennigparade - war eine für sie selbstverständliche Sache, die sie aus Bescheidenheit nie besonders hervorhob. Dies hatte bei manchen Mitbewohnern "Vorbildcharakter". Also wollte sie auch noch ihre "Lieblingsidee" verwirklichen, nämlich mit Hilfe von einigen Hilfsbereiten und Gleichgesinnten einen gemeinnützigen Verein gründen. Dieser sollte die vornehmliche Aufgabe haben, älteren Mitbürgern und Mitbürgerinnen das Leben in ihrer gewohnten und geliebten Umgebung so lange als nur irgendwie möglich zu erhalten. Sie sollten sich gegenseitig unterstützen in räumlicher Nähe und trotzdem ihre Individualität bewahren können, die wohl jeder ältere Mensch ausgeprägt hat.
Mit tatkräftiger (und pekuniärer) Anfangsunterstützung erwarb dieser am 15.9.1983 gegründete Verein
DORFSENIOREN OLYMPIADORF e.V. (gemeinnütziger Art)
nach und nach 4 Appartements in räumlicher Nähe in einer zentralen Wohnanlage im Olympischen Dorf. Diese sind heute an Senioren zu sehr moderaten Bedingungen vermietet, und Gräfin Zech plant auch, trotz ihrer stolzen 80 Jahre, immer noch an einer Erweiterung ihres Werkes.
Mitmenschlichkeit war immer ihr Motto! Sie verdient wirklich Dank, große Anerkennung und Achtung. Ihre Persönlichkeit ist vorbildlich. Außer einer vorangegangenen öffentlichen Ehrung erhielt sie aus der Hand von Bürgermeisterin Dr. Gertraud Burkert am 4.5.99 die Medaille "München leuchtet" in Bronze überreicht.
Wir alle, ihre Wegbegleiter und Freunde, beglückwünschen sie von Herzen.
Marianne Auer
Wir möchten uns den herzlichen Glückwünschen anschließen und gratulieren der Jubilarin mit großer Bewunderung für ihr Lebenswerk. Sie hat mit intensiver Arbeit und Zielstrebigkeit vor Jahren ein zukunftweisendes Modell im Olympiadorf aufgebaut, und wir freuen uns mit ihr, daß sie jetzt - im Internationalen Jahr der Senioren - dafür geehrt wird. Alles Gute wünscht
die EIG
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Meditation
Pfingsten
Es ist nicht leicht, dem Inhalt dieses Festes nachzuspüren, weil es mit Geist zu tun hat – und der ist schwer greifbar. Damals – in Jerusalem – zeigten Feuerzungen dieses neue Anfangen und das „Einander-verzeihen", die Aufgeschlossenheit an. Vielleicht ist heute das Tasten gefragt, es ist mehr als Zupacken.
„Ich will das haben", sagt das Kind zornig im Supermarkt. Die Mutter kauft es ihm, um zu vrmeiden, daß die anderen von einem ungezogenen Kind oder gar von einer Rabenmutter sprechen. Einstweilen wissen wir alle, daß in diesem Moment ein „Nein" angebrachter wäre.
Haben wollen, für sich in Beschlag nehmen. Tasten ist mehr.
Ich habe einmal zugesehen, wie eine blinde Frau eine Festrede hielt. Langsam tastete sie sich an ihrer Blindenschrift entlang, und es war faszinierend, wie sie das in einer tollen Geschwindigkeit konnte. Das Tasten war die Voraussetzung für die Rede.
Ich wünsche es mir auch manchmal, daß nicht das so direkte Wort „das muß einmal gesagt werden", sondern das Herantasten im Vordergrund steht. Daß sich auf dem Spielfeld des Lebens nicht die Kontrahenten anschreien, sondern andere, menschlichere Formen finden. Daß bei Auseinandersetzungen nicht die emotionale Ebene über die sachliche siegt.
Es ist in unseren Versammlungen auch möglich, sachliche Standpunkte auszutauschen und dem anderen auch Kompetenz zuzutrauen, und nicht nur sich selbst!
Pfingsten 1999 – Anfang ohne Angst – ein tolles Fest!
Und ein Gebet zum Hl. Geist wäre gar nicht so abwegig.
H. Summerer, Pfarrer
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Leserbrief
Wo bleibt denn hier das Positive?
fragt Erich Kästner in einem Gedicht.
Hier ist es – das Positive in einem Drama.
Und: Es passierte im Olydorf.
Ein kalter Abend im Januar. In der Ladenstraße geht langsam und vorsichtig eine alte Frau in einem kurzärmeligen Nachthemd. Nach einem kurzen Verständigungsblick bleiben zwei Frauen stehen und fragen die alte Dame nach woher und wohin. Es kommt nur Unzusammenhängendes und der freundliche Satz "Ich bin richtig froh, wenn es Ihnen gut geht". Zwei junge Männer bleiben stehen, fragen, gehen erst weiter, als sie hören, daß die verwirrte Frau nicht alleingelassen wird. Telefonat mit der Polizei im Hotel; die junge Rezeptionistin ist äußerst freundlich und hilfsbereit. Inzwischen hat die Putzfrau in der Bank den kleinen Vorraum zum Unterstellen und Aufwärmen geöffnet.
Die Polizeiwache Moosach will sofort Beamte schicken, die alte Dame soll solange bei Tengelmann warten ....Kurz vor Ladenschluß großer Andrang an der Kasse, alle sind in Eile. Oder doch nicht? Eine Verkäuferin holt aus der Garderobe den Daunenanorak und zieht ihn der frierenden Frau über. Kunden, schwer bepackt, bleiben stehen und erkundigen sich. Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Menschen sofort die Situation erfassen und helfen wollen.
Dann kommt die amtliche Hilfe: Eine junge Polizistin und ihr Kollege. Der Polizist setzt sich vorsichtig neben die verwirrte Frau und spricht sie ganz fürsorglich an. Sie ist nun sicher in guten Händen.
Wer sagt da noch , daß die Kälte uner den Menschen zunimmt? Zumindest in diesem Fall konnte man das Mteinander im Olydorf sehen und fühlen.
Helga Eisenberger
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Alten- und Service Zentrum
Das AuSZ-Milbertshofen stellt sich vor:
eine Einrichtung der offenen Altenhilfe, die unabhängig von Konfession, Herkunft oder Einkommen allen älteren Menschen im Stadtteil offensteht. Sie wurde als Begegnungs- und Informationsstätte 1976 von der Stadt München und der Arbeiterwohlfahrt eröffnet.
Wir bieten Beratung und Hilfe in familiären und persönlichen Angelegenheiten, informieren über soziale und pflegerische Hilfsmöglichkeiten und Einrichtungen. Es können auch Hausbesuche vereinbart werden.
Gerne unterstützen wir Sie beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, beim Schriftverkehr oder sonstigen Behördenfragen.
(Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht!)
- · Es gibt ein Monatsprogramm, das bei uns ausliegt oder auch angefordert werden kann
- · monatlich wechselnde Veranstaltungen
- · zahlreiche Gruppen- und Kursangebote
- · regelmäßige Angebotez.B. Mittagstisch, Massage, Fußpflege, Blutdruckmessen, Friseur
- · eine Tagesstätte zum Kaffee trinken, Kontakte knüpfen, mit Freunden gemütlich beisammen sein, ausgelegte Tageszeitungen lesen, Karten spielen .....
- · eine Radlgruppe (nicht „professionell"), z.B. 24.6.99 – Rangierbahnhof/Allach
- · Vortragsreihe - Rund ums Herz – Do 10.6.+ 17.6.99
Wir laden Sie ein, uns zu besuchen und kennenzulernen.
Sie können uns mit dem Bus 43 vom U-Bahnhof Olympiazentrum erreichen (Haltestelle Moosacher Str.) oder mit dem Fahrrad durch die Pommernstraße oder als Ziel eines Spaziergangs.
Öffnungszeiten des AuSZ: Bürozeiten des AuSZ:
Mo-Do 9-17.00 Uhr, Mo-Fr 10-12.00 Uhr, Fr 9-15.30 Uhr Alten- und Service-Zentrum Milbertshofen Schleißheimer Straße 378, 80809 München Telefon 351 14 77
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Evangelische Kirche:
Seniorenfilm
Unter dem Titel Seniorenfilm starten wir ein neues Angebot für ältere Menschen in unserer Gemeinde. In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Olympiadorf e.V. und dem Süddeutschen Filmforum werden wir preisgekrönte Filme jeweils am letzten Donnerstag im Monat zeigen. Dr. Gisela Stute wird die ausgewählten Filme immer einführen und im Anschluß zum Gespräch einladen. Die Veranstaltungen finden um 15.00 Uhr im forum 2, Nadistra?e 2 im Olympischen Dorf statt. Je nach Film erbitten wir einen Unkostenbeitrag von ca. DM 10,-. In den Ferienzeiten finden keine Vorführungen statt.
Instrumentalkreis
Unter dem Aspekt Musik und Bewegung lädt Kirchenmusikerin Corinna Lüers alle Instrumentalisten zu einem Instrumentalkreis ein - auch wenn Sie längere Zeit nicht aktiv waren. Geplant ist, gemeinsam leichte Tänze von Bartok oder Divertimenti von Haydn in Zusammenarbeit mit einer Tanzgruppe zu erarbeiten und im Gottesdienst aufzuführen.
Probentermin: Donnerstag, 18.00 Uhr im Gemeindesaal Olympiakirche, Helene-Mayer-Ring 25
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