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Letzte Änderung: 02.5.2006

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Das Olympiadorf im Internet

Die meisten Vereine und Institutionen des OD begannen schon vor einigen Jahren, sich im Internet darzustellen; auch die EIG schuf bereits 2000 ihre eigene Site (damit ist der gesamte Auftritt unter einer Homepage mit allen Einzelseiten gemeint). Damals hatten Susanne Hanke und Bernhard Hochwind gerade die nichtkommerzielle Site „olympiadorf.de“ gegründet, die als Kommunikationsdrehscheibe der Dorfbewohner dienen soll.

Im letzten Jahr überarbeiteten die beiden Autoren ihren Internetauftritt komplett und boten den anderen im OD beheimateten Sites eine engere Verlinkung an, ohne dass diese ihre eigene Homepage aufgeben mussten. Jetzt kann derjenige, der www.olympiadorf.de  anklickt, übersichtlich und klar alle Internetauftritte im Dorf übersehen und sich z.B. ganz einfach zur EIG, der ODBG oder dem Kulturverein weiterklicken, ohne deren Adressen kennen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist die Suchmaschine auf der Eingangsseite. Die Volltextsuche findet nicht nur Treffer auf  www.olympiadorf.de, sondern auch auf acht weiteren Sites aus dem OD. Gibt man hier einen Suchbegriff ein, so kommt man direkt ans Ziel und muss sich nicht durch viele Einzelseiten klicken. Z.B. werden beim Begriff „Sanierung“ 13 Seiten aufgelistet, die sich mit diesem Thema beschäftigten (die meisten übrigens bei der EIG). Nicht zuletzt soll auf das SCHWARZE BRETT hingewiesen werden, über das man z.B. gebrauchte Möbel verkaufen oder, bei regelmäßigem Besuch, das ein oder andere Schnäppchen machen kann. Wer sich in die Mailingliste einträgt, wird per e-Mail über neue Einträge am Schwarzen Brett informiert.

Auch wir waren nicht untätig. Unter www.eig-olympiadorf.de hatten wir schon bisher unseren Internetauftritt; auf den Seiten konnte Aktuelles zum Thema „Stadionneubau“ oder „Trans- rapid“, aber auch Informationen über die EIG und natürlich unser Informationsblatt Dorfbote abgerufen werden.

Jetzt haben wir uns zur Umgestaltung der Seiten entschlossen, die noch einige Zeit Aufbauarbeit erfordern wird. Neben den aktuellen Projekten, an denen wir als Interessenvertretung der Olympiadorf-Einwohner arbeiten, können Sie Informationen über die Architektur und Kunst im Dorf, Kinderaktivitäten, Flora und Fauna unseres Dorfes, die Verwaltung des Olympiadorfes u.a.m. lesen. Natürlich sind die Brennpunkte „Transrapidtrasse zwischen Pressestadt und Olympiadorf“ und „Instandsetzung der Fußgängerebene“ weiterhin vorhanden – genauso wie unser Dorfbote in den früheren Ausgaben abrufbar ist. Wir haben die Ausgaben jetzt mit den übergeordneten Themen verlinkt, so dass Sie beispielsweise Links auf Dorfbotenartikel über Kinder („Kindergärten“, „Schule“, „Ameisen auf Spielplätzen“) auch unter der Rubrik „Kinder“ finden.

Als Design haben wir weiterhin die Medialinien gewählt, die sich durch unser Dorf ziehen und als „Leitsystem“ zu den einzelnen Straßen führen.

Selbstverständlich ist unsere Seite verlinkt mit der Adresse www.olympiadorf.de , die als Kommunikationsdrehscheibe der Dorfbewohner (Schwarzes Brett, Flohmarkt-Funktion) die Links zu den wesentlichen Institutionen unseres Dorfes (neben der EIG z.B. Kirchen, Vereine, Parteien) bietet.

Über den Neuauftritt möchten wir Ihnen Informationen und Wissen über unser Dorf bereitstellen, das Ihnen im täglichen Leben hilft – z.B. welche Balkonbepflanzung ist die günstigste bei den vorhandenen Betontrögen?, was tun bei Ameisenbefall?, welche handwerklichen Besonderheiten weisen die Wohnungen auf?, welche Aktivitäten für Kinder oder Senioren werden angeboten?, welche Sportmöglichkeiten gibt es? (natürlich ggf. mit den Links auf die entsprechenden Vereine, die sich hier im und um das Dorf befinden), usw.

Natürlich freuen wir uns, wenn Sie sich durch die Informationen auf unseren Seiten zur Mitarbeit in der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft entschließen: Unser Dorf bietet viele Möglichkeiten, unseren unmittelbaren Lebensraum zu gestalten, zu verbessern und verschönern - Tätigkeiten für aktive, kreative, interessierte Menschen. Gerne nehmen wir Ideen entgegen, und gerne nehmen wir Sie als Mitarbeiter für einen unserer o.g. Themenbereiche auf!

Schauen Sie ‘mal vorbei unter www.eig-olympiadorf.de - und sehen Sie Ihren Wohnort unter einer neuen Perspektive !

Manuela Feese-Zolotnitski, Wil Tondok

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Instandsetzung Fußgängerebene
Vorbemerkung: Mit Fußgängerebene ist die Überbauung der Erschließungsstraßen und privat genutzter Bereiche bezeichnet, nicht aber alle Weganlagen, die sich auf „gewachsenem Boden“ befinden.

Bisherige Instandsetzungsmaßnahmen

Die Instandsetzungsmaßnahmen wurden im Jahr 2001 in der Straßbergerstraße begonnen. Hier und bei den in den folgenden Jahren durchgeführten Maßnahmen (Nadi- bzw. Connollystraße) verweigerten ca. 20 % der Olympiadorf-Gemeinschaft die Zahlung des auf sie entsprechend dem einschlägigen Kostenschlüssel entfallenden Anteils.

Die Gesellschafterversammlung der ODBG musste darauf hin Klage erheben; der Stand der Dinge ist oben beschrieben. Bemerkenswert an der Entscheidung des BGH ist die Tatsache, dass dabei der Grundlagenvertrag und der Individualvertrag bestätigt wurden.

Zukünftige Instandsetzungsmaßnahmen

Die Gesellschafterversammlung der ODBG ist sich einig, dass die noch durchzuführenden Maßnahmen in möglichst großen Restabschnitten erfolgen sollen und zwar aus mehreren Gründen:

Die unvermeidlichen Belästigungen könnten auf vier bis fünf Jahre beschränkt werden. Obwohl die aktuell dringendsten Maßnahmen erledigt sind, neigen die Schäden in den noch zu sanierenden Bereichen zu exponentieller Verschlechterung, was deren Behebung entsprechend verteuert. Größere Bauabschnitte sind insgesamt wirtschaftlicher durchzuführen.

Schlussabschnitte sind vorgesehen für:

  • Straßbergerstraße  2004
  • Nadistraße   2005
  • Connollystraße 2006
  • Zentralbereich HMR 2007/8

Finanzierung

Um die geplanten Maßnahmen durchführen zu können, muss die bisher im Wirtschaftsplan eingestellte Summe erhöht werden. Die Gesellschafterversammlung wird abzuwägen haben, ob die vorstehend genannten Vorteile eine für alle Eigentümer zumutbare Mehrbelastung rechtfertigen. Die zu erwartenden Nachzahlungssummen der verurteilten Zahlungsverweigerer (siehe oben) sind jedenfalls nicht allein ausreichend, ohne Kostenerhöhung die sinnvollen und gewünschten Bauabschnitte wie oben beschrieben durchzuführen. Auch die von der Stadt gebilligten Zuschüsse können dies nicht leisten.

Es sind für 1 qm Wohnfläche im Monat 0,80 E zu bezahlen, wenn die Bausumme 1 Mio Euro beträgt; das heißt, wenn die Bausumme 2,4 Mio E beträgt, beträgt der Anteil pro 1 qm 0,80 x 2,4 E = 1,92 E.

Der freiwillig angebotene Zuschuss der LH München in Höhe von 25 % der abgerechneten und überprüften Bauleistungen ist in den letzten Monaten vertraglich geregelt worden. Vor kurzem hat die LH München den Zuschuss für die abgerechneten Maßnahmen „Erste Bauabschnitte Straßbergerstraße und Nadistraße“ überwiesen.

Außenanlagen

Bäume

Die Gemeinschaft der Dorfbewohner hat rund dreißig Jahre lang die Substanzpflege der gesamten Grünanlagen vernachlässigt. Erst jetzt wurde ein so genannter Baumkataster erstellt, der die vorhandenen Bäume (keine Sträucher) registriert hat.

Beauftragte  Landschaftsarchitekten haben inzwischen nicht nur eine Bewertung des Bestandes, sondern auch Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen vorgelegt.

Sie enthalten verschiedene Gesichtspunkte: So z.B. die Beseitigung von Gefährdungen durch totes Astholz und ganzer Bäume, ebenso überall dort, wo es noch möglich ist, der Rückschnitt von ehemals kleinen, jetzt aber zu groß gewordenen Baumkronen, die Beseitigung von wild Gepflanztem und v.a.m. Alle diese Planungen werden mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Die Kosten der vorgeschlagenen Planungsschritte werden ermittelt und in die Wirtschaftspläne der nächsten Jahre eingehen.

Die ODBG pflegt die Außenanlagen entsprechend ihrem Vertragsumfang, der, wie auch andere vertraglich zu erbringende Leistungen, auf einem Plan ausgewiesen ist. Er kann in der ODBG eingesehen werden. Es werden aber keine Pflegearbeiten in privat genutzten Bereichen vorgenommen, auch wenn sich diese auf widerrechtlich annektiertem Grund befinden.

Zufahrten

Die Zufahrt zu den Flachbereichen muss grundsätzlich möglich sein (Rettungswege, private Notzufahrt, Handwerker). Es zeigt sich bedauerlicherweise immer wieder, dass Missbrauch betrieben wird, der eine praktikable Zufahrtsbeschränkung nötig macht. Die derzeitigen Maßnahmen haben einen lebhaften Umsatz an Vorhängeschlössern zur Folge.

Denkmalschutz

Seit 2001 steht das Olympische Dorf unter Denkmal-(Ensemble-)schutz. Neben den einschlägigen Bestimmungen, den Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes betreffend, ist bei Sanierungsmaßnahmen auch eine bescheidene steuerliche Entlastung möglich. Die ODBG hat von dieser Möglichkeit unverzüglich Gebrauch gemacht. Allerdings sahen sich die Finanzämter einer neuen Materie gegenüber. Das Finanzministerium hat sich eingeschaltet, und so wird bis zur Verfahrenserklärung noch einige Zeit vergehen.

Müllentsorgung

Auf die Risiken bei fortgesetzter missbräuchlicher Benutzung unserer pneumatischen Müllabsauganlage wurde wiederholt eindringlich hingewiesen. Sollte es in Folge der Gleichgültigkeit einiger Weniger tatsächlich zu irreparablen Schäden an der Rohranlage kommen (auf die Anstrengungen der ODBG, darin alle Betriebsstörungen zu beheben, wurde wiederholt hingewiesen), besteht ein Notfallplan, der eine konventionelle Entsorgung vorsieht: Müllautos und Mülltonnenplätze in erheblichem Umfang, verteilt im ganzen Dorf…

Hinweis: Wenn Ihnen die Schlitze der neuen Papiertonnen, die jetzt vom Amt für Abfallwirtschaft entleert werden, zu schmal sind, bringen Sie doch Ihren Papiermüll (auch Kartons)  zum Betriebshof der ODBG. Das bringt Geld in unsere Kasse!      

Die Diskussion, ob die ODBG nicht wieder einen Sperrmüllentsorgungsdienst fahren soll (erfordert mindestens eine Mehrarbeitskraft zu ca. 40.000 ¤/Jahr), wird immer wieder ohne Ergebnis geführt. Zu dieser Diskussion gibt auch das Verhalten von Gartenbesitzern immer wieder Anlass, die ihren nicht unerheblichen Gartenabfall (u.a.) neben den kleinen Papierkörben deponieren, statt sie „sozialverträglich“ selbst in den ODBG-Hof zu bringen. Bitte, machen Sie Ihre Nachbarn ggf. darauf aufmerksam.

Noch ein Hinweis:  Für bestimmte Sperrmüllobjekte (Kühlschränke) müssen Gebühren erhoben werden. Sie können aber auch kostenlos bei einem städtischen Wertstoffhof (z.B. Lerchenstraße) abgegeben werden.

St.G. 

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Aus der ODBG
Rechtsstreitigkeiten - Stand Mitte März 2004

In den Rechtsauseinandersetzungen mit den Nichtzahlern von Kosten für die Instandsetzungsmaßnahmen in der Fußgängerebene und am Überbauwerk der Tunnelstraßen (kurz: Sanierungskosten) hat sich, seit dem Erscheinen des Dorfboten im März 2003, aus der Sicht der Mehrheit der Gesellschafter der ODBG Erfreuliches getan:

Der Bundesgerichtshof (BGH hat zwei Beschlüsse gefasst (23. Juni 2003 im Verfahren WEG Helene-Mayer-Ring 14 und am 27. Oktober 2003 in der Sache Helene-Mayer-Ring 4) und am 09. Februar 2004 ein Urteil gesprochen im Rechtsstreit mit der WEG Helene-Mayer-Ring 12, 15 und 19.

Der Rechtsstreit mit der WEG HMR 4 ist abgeschlossen; es erfolgt eine laufende Bezahlung an die ODBG. Da die Revision der WEG HMR 14 als Beklagte vom BGH nicht angenommen wurde mit der Begründung (Zitat): ..., dass die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat. Die Revision hat im Endergebnis auch keine Aussicht auf Erfolg, weil die Klage jedenfalls aus dem Gesichtspunkt einer interessengerechten Auslegung des Vertrags vom 22. September 1976 begründet ist (Zitat Ende), hat der Beschluss des BGH zur Folge, dass eine weitere Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) München ansteht.

Das Urteil des BGH im Rechtsstreit der ODBG als Klägerin gegen die Wohnungseigentümer der WEG HMR 12, 15 und 19 ist am 9. Februar 2004 verkündet worden. Die schriftlichen Urteilsgründe liegen seit Mitte März 2004 vor. Als Recht wurde erkannt: Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des OLG München vom 22. Mai 2001 aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Dieses Gericht hat den Auftrag erhalten, noch einige Feststellungen zu treffen, bevor es das Urteil fällen kann. Im folgenden werden die Leitsätze des BGH-Urteils vom 9. Februar 2004 zitiert:

a) Sind in einem städtebaulichen Areal (Olympiadorf) gemeinschaftliche Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen vorhanden, welche teilweise grundstücksübergreifend, teilweise nur auf einzelnen privaten Grundstücken errichtet sind, können auch Wohnungseigentümergemeinschaften, vertreten durch die jeweiligen Verwalter, einen Dritten langfristig mit der Unterhaltung und Instandsetzung der Anlagen sowie der Umlage der Aufwendungen beauftragen, ohne dass § 27 WEG dem entgegensteht.

b) Ist in einem solchen Vertrag festgelegt, dass Gewährleistungsansprüche für Baumängel – im Gegensatz zu üblichen Instandsetzungsarbeiten – vom jeweiligen Auftraggeber der Bauleistung geltend zu machen sind, kommt diese Einschränkung nicht mehr in Betracht, wenn über 25 Jahre seit der Abnahme der Bauarbeiten wegen des Ablaufs der Verjährungsfristen solche Ansprüche nicht mehr durchsetzbar sind. (Zitat Ende)

In allen drei dargestellten Fällen sind die „Vereinbarung über gemeinschaftliche Versorgungsanlagen und Einrichtungen im Olympiadorf München“ vom 22. Dezember 1975 (sogenannter Grundlagenvertrag) und die Individualverträge vom BGH grundsätzlich nicht in Frage gestellt worden.

S.K.

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Zurück zu den Originalfarben im Olympiadorf
Eingehende Nachforschungen der EIG haben inzwischen fast alle Originaltöne der farbig behandelten Flächen im OD zu Tage gefördert. Die endgültige Bekanntgabe durch das zuständige Landesamt für Denkmalpflege (als Voraussetzung für die steuerliche Abschreibung) steht noch aus, wird jedoch im Sommer erwartet.

Um Willkür und Unsicherheit in der Farbgestaltung entgegenzutreten, werden danach allen  betroffenen WEGs, Verwaltungen und Einzeleigentümern Farbmuster auf der Basis zugeordneter NCS-Codes zur Verfügung gestellt. Seit 2001 steht das Olympiadorf unter Denkmal-/Ensembleschutz - das heißt, dass alle Dorfbewohner seither verpflichtet sind, sich an die ursprüngliche Farbgebung zu halten.

Hinweis: Unter obiger Überschrift im Dorfboten Nr.75 haben sich in die Tabelle auf Seite 3 bei den Rezepturen (nicht bei den Codes) Fehler eingeschlichen, die dann auch richtig gestellt werden.

C.E./ L.K.

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Widerrechtliche Anbauten, Gartenhäuser, Pergolen, Zäune u.v.a.m.
Das Erscheinungsbild und die Gesamtanlage des Olympischen Dorfes sind in einem Bebauungsplan definiert. Auf Grund erkennbarer Problembereiche wurde eine Ergänzung des Bebauungsplanes erlassen, in der die Möglichkeit, zusätzliche Umzäunungen zu errichten, mit bestimmten Auflagen zugelassen war (z.b. Hecken nur als Hainbuchenhecke!).

Der Bebauungsplan lässt allerdings keinerlei bauliche Ergänzungen zu. Inwieweit hier die Bauaufsicht der LH München bei zunehmender „Eigeninitiative“ untätig bleiben kann, sei dahin gestellt.

St.G.

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Forum 2 - “München leuchtet” ins Kinderkino
Auszeichnung für Christel und Hans Strobel

Viele Jahre erfolgreiches Engagement für den guten Kinderfilm und langjährige Verdienste um das Münchner Kinderfilmfest wurden nun durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Christian Ude, gewürdigt. Das Ehepaar Christel und Hans Strobel erhielt am 19. Dezember 2003 durch die 2. Bürgermeisterin, Dr. Gertraud Burkert, die Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens“ in Silber, mit den Worten: “Auch die Organisationsform des Kinos weist einmalige Besonderheiten auf, denn es werden den Kindern nicht nur sehenswerte Filme gezeigt, sondern die Kinder können den Kinobetrieb mitgestalten, indem sie über die gezeigten Filme diskutieren oder eigene Aufgaben im Kinderkino übenehmen.“ Seit1980 gibt es das inzwischen stadtweit bekannte Kinderkino im Olympiadorf, das stolz auf eine solch einmalige und rundum beliebte Einrichtung ist. Hans und Christel Strobel gründeten damit ein Forum für den anspruchsvollen Kinderfilm. Sie gestalten das wöchentliche Programm, bieten spezielle Themenreihen und Workshops zum Kinderfilm an. Auch organisieren sie seit gut 20 Jahren das Kinderfilmfest im Rahmen des Internationalen Filmfestes München. Die EIG gratuliert und dankt ihnen, sicher im Namen vieler Kinder und deren Eltern, für die wertvolle medienpädagogische Kulturarbeit.

Ich gehe ins Kino...

...weil ich da viele Filme kennenlerne; weil dort Filme extra für uns gezeigt werden; weil man im Kino jemanden neben sich hat; weil es so viel schöner ist als Fernsehen; weil ich da was erleben kann; weil es Spaß macht.’ Das sind einige von vielen Antworten, die wir im Münchener Kinderkino Olympiadorf bekommen haben.

So steht es im Vorwort zum Buch „Der Kinderfilm von A bis Z“ von Gudrun Lukasz-Aden und Christel Strobel. Und deswegen gehen wöchentlich Dutzende, monatlich Hunderte, jährlich Tausende von Kindern aus dem Olympischen Dorf, der Pressestadt und von weiter her ins „Kinderkino im forum 2", und das seit bald 30 Jahren. Mittlerweile bringen Eltern, die selbst ihre ersten Kinoerfahrungen im “Kinderkino" gemacht haben, ihre eigenen Kinder dorthin. Und wissen, wenn sie nicht im Kino dabeibleiben, dass die Kinder dort genauso geborgen aufgehoben sind, wie sie es damals waren, und um unschätzbare Erfahrungen reicher werden, die sie dann nach der Vorstellung mit ihnen teilen können. Und 20-25jährige besuchen alle Jahre wieder Astrid Lindgrens „Karlsson auf dem Dach“-Vorstellungen als Kult! So dass sich über die bereits zweite Generation von Kindern aus dem Olympischen Dorf und der Pressestadt dieses Kinderkino-Netz spannt. München soll noch lange den Initiatoren dieses Zaubers leuchten.                

Hania Schmidt

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Neues beim Flohmarkt
Pflanzentauschbörse

Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ (s.S.12) entstand die Idee, im Olydorf eine Pflanzentauschbörse einzurichten, in der Interessenten zu den Flohmarkt-Terminen der EIG Ableger und Sämereien tauschen können. Frau Kretschmar ist bereit, zunächst beim Flohmarkt am 8. Mai an einem Tisch Pflanzentauschware entgegenzunehmen, zu tauschen oder ggf. auch gegen eine Spende weiterzugeben.

Wenn Sie also gesunde Kräuter (z.B. den in Pflanzwannen so hervorragend gedeihenden Thymian), Stecklinge oder sonstige Pflanzen haben, bringen Sie diese einfach zum Flohmarkt mit: möglichst nicht in schweren Töpfen, sondern z.B. mit etwas Erde in einem Kunststoffbeutelchen oder einfach nur in Zeitungspapier eingeschlagen. Sie können Ihre Pflanzen abgeben, und, wenn Sie wollen, im Gegenzug andere Grünpflanzen aussuchen - tauschen eben. Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurs. Überschüssige Pflanzen werden zum Schluss verschenkt oder sind gegen eine Spende, die im Dorf wieder investiert wird, zu erwerben.

Und nun bleibt es Ihnen überlassen, ob sich dieser schöne alte Brauch, nämlich zwischen Nachbarn Pflanzen auszutauschen, Stauden zu teilen und Ableger weiterzugeben, auch bei uns etablieren läßt.

Dr. Michael Scharmann 

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Was ist im Frühjahr zu tun?
Pflanzen-Tipps aus „grüner“ Hand
Für diejenigen unter uns, die vielleicht noch  keinen „grünen Daumen“ haben, hier einige Tipps:

Für Zimmerpflanzen ist der Winter eine schwierige Zeit. Das Missverhältnis zwischen den hohen Temperaturen der geheizten Räume und dem geringen Lichtangebot verlangsamen die Wachstumsabläufe. In diesen Wochen zu düngen ist sinnlos. Erst wenn die Tage wieder länger werden, kann wieder wöchentlich gedüngt werden. Wenn Umpflanzen notwendig wird, sollte auch damit solange gewartet werden.

Wer Pflanzen in Wintergärten, Kellern oder Hausfluren überwintert, muss auf Schimmelbefall achten. Regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich. Befallene Teile müssen großzügig entfernt, kranke Blätter abgezupft werden. Es ist deshalb gut, Balkon- und Kübelpflanzen erst im Frühjahr zurückzuschneiden, so können infizierte Stellen gleich eliminiert werden. Einseitige und reichliche Stickstoffdüngung läßt Pflanzen anfällig für Pilzbefall werden. Kali-Düngung stärkt das Zellgewebe und damit die Widerstandsfähigkeit.

Braune Blattspitzen an Zimmerpflanzen lassen immer wieder befürchten, die Pflanzen wären krank oder unterversorgt. Das ist aber meist nicht der Fall; bei manchen Blattpflanzen müssen wir damit leben. Die braunen Spitzen können abgeschnitten werden – aber vorsichtig, denn wenn in das Grün des Blattes geschnitten wird, trocknet dieses zwangsweise weiter ein, und der optische Schaden wird größer.

Auch beim Umtopfen der Pflanzen gibt es einiges zu beachten. Die Töpfe sollten neu oder gründlich gereinigt sein und vor Gebrauch gut gewässert werden, sonst entziehen sie der Pflanze anfangs zu viel Feuchtigkeit. Auch die Pflanze wird vorher ausreichend gegossen und gedüngt. Nach dem Verpflanzen wird die Erde fest angedrückt und der Topf einige Male auf den Boden geklopft, damit sich die Erde verdichtet und keine Hohlräume entstehen. Anschließend gut gießen und schattig stellen, bis sich die Wurzeln wieder erholt haben.

Wer seine Balkonpflanzen selbst aus Samen ziehen möchte, sollte das im Februar machen, damit sie rechtzeitig zu blühen beginnen. Petunien, Salvia, Lobelien, Fleißige Lieschen, Begonien und Helotrop sind geeignet. Der Samen wird gleichmäßig auf die geglättete Erde des Saatgefäßes gestreut, leicht angedrückt und vorsichtig befeuchtet, aber nicht mit Erde bedeckt. Eine Glasplatte oder Folie schützt vor zu raschem Austrocknen, bis die ersten Keime kommen; zu starke Sonnenbestrahlung, verstärkt durch die Glasplatte, kann zu Verbrennungen führen. Die Sämlinge sollten aber bald an kühlere Temperaturen von 18-20 Grad gewöhnt werden, dass der Schock fürs Freiland nicht zu groß wird. Es macht natürlich Spaß, das Keimen, Wachsen und Gedeihen hautnah beobachten zu können.

Sind Samen vom Vorjahr vorhanden, sollten sie jetzt auf ihre Keimfähigkeit geprüft werden. Dazu werden abgezählte Samen auf Watte gelegt, warm und feucht gehalten. Nach ein paar Tagen kann man sehen, wieviel Prozent der Samen noch keimfähig sind, und ob es sich lohnt, sie im März auszusäen – ansonsten gleich an Vögel verfüttern, sofern sie nicht gebeizt sind.

Wollen Sie Ihre grauen Balkonwände begrünen, gibt es einjährige Sorten von Schlingpflanzen, z.B.: Japanischer Hopfen – er kann bereits im März ausgesät werden – Feuerbohnen müssen warten bis Mitte Mai, da schmecken die Früchte auch noch gut. Es eignen sich auch: Kapuzinerkresse, Prunkwinden und Duftwicken, während Sternwinden, Schönranken, Glockenreben im Haus vorkultiviert werden müssen; sie können dann auch im Mai als kräftigere Pflänzchen ausgebracht werden.

Blumenzwiebel von Tulpen und Hyazinthen in Pflanzschalen auf der Fensterbank zum Blühen gebracht, verkürzen uns mit ihren Farben und ihrem Duft das Warten auf den Frühling.

Renate Laier

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Das neue Parkhaus am Dorfeingang

Die ehemalige BMW-Hochgarage am Mittleren Ring und der Park&Ride-Platz mussten inzwischen einer zügig voranschreitenden Baustelle für ein spektakuläres BMW-Erlebniscenter weichen. Die Parkplätze der BMW-Mitarbeiter wurden in eine neue Hochgarage an der Moosacher Straße verlegt, die P+R-Plätze zusammen mit den Studentenparkplätzen in einem Parkhaus am Dorfeingang beim U-Bahnhof untergebracht.

Das Parkhaus wurde von Prof. Werner Wirsing, dem Architekten des Studentendorfes, geplant und im Jahr 2003 erstellt; es ist zum größten Teil bereits bepflanzt. Die P+R-Plätze sind erdgeschossig angeordnet, die Studentenparkplätze wanderten vorwiegend ins Obergeschoss und in einen Tiefgaragenteil. Warum so viele? Das Studentenwerk beabsichtigt eine Erweiterung der „dörflichen“ Studentenstadt, und die dafür benötigten Parkplätze sind vernünftigerweise bereits jetzt ins neue Parkhaus miteinbezogen worden. Die P+R-Plätze, Gebühr 1 Euro, sind komfortabel gedeckt untergebracht. Die meisten Studentenparkplätze im OG haben ebenfalls über den Stellflächen, nicht aber über den Fahrgassen, ein Dach erhalten. Vom Park&Ride-Platz führt neben vielen Treppen auch eine Behindertenrampe zum U-Bahnhof.

Das Parkhaus ist ein Montagebau aus Stahl und Betonfertigteilen. Das Gebäude überzeugt an der Südseite zum Studentenweg und der Ostseite zur U-Bahn durch seine klare Konstruktion, aber vor allem seine Maßstäblichkeit, die auch durch den Wegfall der Überdachung in den Randzonen angenehm wirkt.

An der Nordseite ist der Bau zu nah und zu hoch an die als Dorfeingang bisher dominierende Fußgängerrampe herangerückt. Vor allem der schwere Dachabschluss, parallel zur Fußgängerrampe in Augenhöhe, stört massiv den freien Blick nach Süden und hat nicht die Leichtigkeit, die uns an der Südseite so gefällt. Schade, dass unseren Forderungen nach Absenkung des Gebäudes und Abrücken von der Rampe zu wenig gefolgt wurde, wohl aus Kostengründen!

Die grünen Profilitverglasungen an der Nordseite schützen vor Lärm und Abgasen auf den Fahrrampen; an der Südseite bilden sie im Wechsel mit Rankgerüsten einen Sichtschutz vom Studentendorf. Ob das gerundete Metallsheddach die Studenten bei starkem Sonnenschein blendet, wie manche befürchten, wird sich herausstellen. Den Studenten im untersten Geschoss verdirbt es jedenfalls den freien Ausblick.

Die Abpflanzung des Parkhauses mit Bäumen scheint – zumindest im Sommer - gut gelungen. Das Parkhaus selbst wird sicher noch mit Wiesen, Bodendeckern und Rankpflanzen eingegrünt. Die westliche erdgeschossige Betonwand zum Studentenhochhaus und die Stahlstangen an der Ostseite zur U-Bahn und im Süden zum Studentendorf schreien danach!

Das Dach, die fünfte und die wohl aus vielen Fenstern gesehene „Fassade“ des Parkhauses wurde – grafisch gestaltet - extensiv begrünt und bietet von den umgebenden Hochhäusern einen angenehmeren Anblick als die frühere spärlich begrünte Parkplatzwüste.

Die teilweise für die Bauzeit entfernten Fahrradständer sind unentbehrlich und sollten unbedingt wieder aufgestellt werden. Das von einigen Dorfbewohnern befürchtete Verkehrschaos und eine   zusätzliche Abgasbelastung in den dörflichen Tunnelstraßen sind – bisher jedenfalls – ausgeblieben.                             L.K./ F.S.

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Zug um Zug auf leisen Gleisen?
Der aktuelle Stand der Transrapid-Debatte
Selbst beim Starkbieranstich am Nockherberg 2004 war er Thema - der Transrapid für München. Leise, fast zu leise für die betroffenen Bürger wird hinter den Kulissen gearbeitet - und nach außen dringt fast nichts. 1,6 Milliarden¤ soll die Verwirklichung des Traums der bayerischen Staatsregierung kosten, 550Mio¤ beträgt der vom Bundestag noch unter Kohl abgesegnete Zuschuss für den Münchner Transrapid, fehlen noch 1,05 Milliarden¤. Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) verhandelt mit Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) um einen Aufstockungsbetrag von 125Mio¤ - möglicherweise hat er Erfolg, nachdem Nordrhein-Westfalen auf den Bau des Metrorapids dankend verzichtet hat... Und angeblich sollen die Kosten für den Bau der Strecke ganz plötzlich um 100Mio¤ günstiger sein, als zunächst veranschlagt. Sollte auch bei diesem Großprojekt etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein? Wie auch immer, der fehlende Restbetrag ist immer noch beachtlich; u.a. soll er durch das Land Bayern (210Mio¤), die Deutsche Bahn und private Investoren aufgebracht werden. Schon jetzt fließen große Geldmengen aus den Töpfen Bayerns, des Bundes und der EU in die Planungs- (ca. 180Mio¤) und Vorbereitungskosten.

Doch was ist nun Stand der Dinge?

Das Raumordnungsverfahren ist abgeschlossen. Aber beharrliche Anwohnerproteste, vor allem aus der Pressestadt und aus der Borstei, und deutliche Worte gegen das Projekt durch den Stadtrat, allen voran OB Christian Ude (4 Sitzungen im Stadtrat hatten bisher den Transrapid und seine Streckenführung zum Thema; auch eine Klage wird von Seiten der Stadt her geprüft), auch einzelne Vertreter aus der CSU-Landtagsfraktion (hier vor allem Joachim Unterländer) sowie der SPD-Landtagsfraktion (Franz Maget) und die Grünen im Landtag haben bereits jetzt zu Veränderungen in der Planung geführt. Im Februar gab das Bayerische Verkehrsministerium u.a. für die Streckenführung im Bereich der besonders betroffenen Wohngebiete (Borstei, Olympia- Pressestadt) bekannt: Das Tunnelportal wird um 115 m weiter nach Norden verschoben. Die Borstei wird hinsichtlich des Zuglärms deutlich entlastet, die Pressestadt und das Olympische Dorf werden voraussichtlich stärker belastet werden.

Die Trasse entlang der Landshuter Allee bleibt weiterhin auf dem stillgelegten S-Bahn-Areal, wird aber um ca. 15 m von der Wohnbebauung der Pressestadt in Richtung Olympiadorf verlegt. Auf beiden Seiten der Trassenführung sollen jetzt Erdwälle aufgeschüttet werden: zur Pressestadt hin mit 5,30m Höhe und Bepflanzung, der Damm zwischen Trasse und Lands- huter Allee sogar 7m. Damit würden die Lärmgrenzwerte angeblich eingehalten und Lärmschutzfenster seien in der Pressestadt nicht mehr nötig. Nachteil: Die höheren Stockwerke werden davon nicht profitieren; der Schall wird trichterartig nach oben reflektiert und belastet höher gelegene Wohnungen, möglicherweise auch im Olympischen Dorf, vermehrt. Auch diese vorgeschlagene Lösung ist für die betroffenen Anwohner nicht hinnehmbar, zumal ja alle 5 Minuten ein Zug vorbeizischen soll, von früh morgens bis spät in die Nacht.

Im Moment kann der aufmerksame Beobachter bereits entlang der geplanten Strecke (Mittlerer Ring, S-Bahnlinie) bereits die geologischen Probebohrungen beobachten. Ob der Magnetzug aber letztendlich gebaut wird, hängt nicht zuletzt vom Planfeststellungsverfahren ab, welches nach Zeitplan des bayerischen Verkehrsministeriums im September 2004 eingeleitet werden soll. Dabei wird auch die Umweltverträglicheit des Transrapids geprüft. Erst danach, so DB-Chef Mehdorn, wird die Deutsche Bundesbahn entscheiden, ob sie diese Strecke wirklich bauen und betreiben möchte.

Der Transrapid - großes Bedürfnis, kleiner Bedarf

2006 wäre das Jahr des ersten Spatenstiches, und spätestens 2010 soll der Transrapid mit 250 km/h die Stadtteile, die zusammengewachsen sind, zerschneiden, obwohl bereits gut bestehende S-Bahn-Verbindungen zum Flugplatz bestehen, obwohl möglicherweise der Flugplatz München an Lager Lechfeld Passagiere abgeben muss! Einige wenige möchten ein Prestige-Projekt verwirklichen, viele müssen dafür bluten. Es sei denn, die Institutionen, wie Politiker und Parteien, die sich gegen dieses Mammutprojekt stellen, bekommen von unten, von der betroffenen Basis, den deutlichen Auftrag, dieses Projekt zu verhindern oder wenigstens eine anwohnerverträgliche Lösung zu erreichen, d.h.: eine vollständige unterirdische Trassenführung im Bereich der Stadt!

Die Bayerische Magnetbahnvorbereitungsgesellschaft (BMG) hingegen macht mit Überzeugungsarbeit auf gut Wetter. Gehen Sie zu diesen Veranstaltungen, informieren Sie sich und äußern Sie Ihre Bedenken. Sprechen Sie mit den Politikern Ihres Vertrauens, machen Sie den Transrapid zu Ihrem eigenen Anliegen.

Dr. Michael Scharmann

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Die EIG führt durch das Olympische Dorf
Tag des offenen Denkmals
Am Samstag, 14. September 2003, fand bayernweit zum wiederholten Mal der Tag des offenen Denkmals statt. Da das Olympische Dorf 2001 mit dem Olympiapark gemeinsam in die Denkmalliste als Ensemble aufgenommen wurde, meldete die EIG erstmals zwei Führungen, 11 und 14 Uhr, unter Leitung der Herren Korintenberg, Dr. Scharmann und Stauda, offiziell an. Sie staunten, dass insgesamt 50-60 Interessierte angereist waren. Dauer einer Führung etwa 1,5 Stunden.

Treffpunkt war die Südrampe, Hauptzugang zum OD, am dort angebrachten Lageplan. Hier erfolgte eine gemeinsame grundsätzliche Information:

Architekten des OD: das Stuttgarter Büro Heinle & Wischer

Getrennte Führung der Fahrstraßen und Fußgängerwege auf zwei Ebenen

Attraktive Lage in unmittelbarer Nähe ausgedehnter Grünflächen, nicht weit entfernt vom Stadtzentrum, U-Bahn als Nabelschnur zum Marienplatz in 12 Minuten

Zweifache Anbindung der u-förmigen Erschließungsstraße Helene-Mayer-Ring an die Lerchenauer Straße. Von dieser Straße nach Westen abgehend drei Wohnarme: Connolly-, Nadi- und Straßbergerstraße.

Hier am Helene-Mayer-Ring, dem Schwerpunkt der Anlage, Geschäfte für den täglichen Bedarf, Restaurants, Verwaltung usw.

Das OD ist keine Schlafstadt

In drei Gruppen marschierten die Teilnehmer nach einem zuvor festgelegten Plan weiter, zunächst zum Dorfplatz, dem sogenannten Forum. Durchblick auf die berühmte Landschaft des Olympiadaches über den Wettkampfstätten. Hinweis auf die farbigen Media-Linien, die von dem bekannten Wiener Architekten Hans Hollein als ‚Kunst am Bau’ geplant wurden und in die Wohnarme hineinführen. Verwendet wurden dabei die von Otl Aicher, dem Farb- und Designbeauftragten für die Olympischen Spiele 1972, entwickelten speziellen Olympiafarben (Blau für die Connolly-, Grün für die Nadi- und Orange für die Straßbergerstraße).

Am Forum das achteckig angelegte Amphitheater, dessen Stufen den Dorfplatz oben mit dem Park unten verbinden. Daneben der Brunnen, auch von Hans Hollein, mit dem organisch geführten Wasserlauf in einem niedrigen Podest aus weißem Carrara-Marmor, fortgesetzt als Wasserwand im anschließenden tiefer liegenden Parkbereich. Hinweis auf den originalen Gedenkstein der Olympischen Spiele 1972.

Der Weg führte anschließend durch die Ladenstraße, im Schwerpunkt der Anlage bei den Hochhausscheiben: Supermärkte, Läden, Restaurants, Banken, Post, Kinderhort, Hotel, Verwaltung, Ärzte ...

Kirchenvorplatz: moderne ökumenische Kirche von den Architekten Christ und Karg. Flach gehalten, da die Nachbarwohnbebauung mit ihren Hochhäusern dominiert.

Die Führung geht weiter durch die Nadistraße, vorbei am farbigen Betonbrunnen, an der gewundenen Metallstele von Roland Martin vor dem Haupteingang zur Grundschule und dem forum 2. Kurzer Abstecher über einen Steg bei Nadistraße 35, um eine andere Art von Wohnumfeld zu sehen.

Sanierte Fußgängerbereiche, Einfallsreichtum bei der räumlichen Differenzierung, dem Rhythmus der Gliederung, vor allem der Fußwege.

Rechterhand das hohe Rückgrat des Wohnarms Nadistraße, die bis zu elfgeschossigen Terrassenhäuser. Wohnungen alle mit hohem Freizeitwert durch die nach Süden bzw. Südwesten orientierten großen Terrassen mit hängenden und liegenden Gärten, mit viel Licht und freiem Ausblick auf Grün und Park und nicht auf dicht bestückte Parkplätze.

Ab Nadistraße 69 linkerhand begrenzt von versetzten zweigeschossigen Reihenhäusern mit einem weiteren Gartengeschoss an der Südseite, wie häufig im OD.

Bei Nadistraße 24 nach rechts über den Platz mit den Bronzefiguren „Mann und Frau“ zum Spindelsteg. Von hier oben Überblick über das grüne Tal zwischen Nadi- und Straßbergerstraße mit dem großzügigen Spiel- und Sportbereich, umgeben von vielen Bäumen.

Zurück und weiter die Nadistraße entlang bis auf die Brücke. Hier erkennt man den Querschnitt der Terrassenhäuser über den Erschließungsstraßen, die mit einer lichten Höhe von fast 5 m unter den Privatgärten der Erdgeschosswohnungen hindurchführen und von hochliegenden Seitenfenstern belichtet werden.

Der Wohn- und Fußgängerbereich wird dadurch abgeschirmt vom Verkehrslärm.

Von der Brücke weiter auf den aufgeschütteten Kusoscinski-Damm etwas nordwärts. Wenn man sich hier umdreht, ist es überhaupt nicht vorstellbar, dass hinter dem grünen Vorhang von Büschen und Bäumen etwa 8000 Menschen wohnen.

Den Dammweg weiter nach Süden erblickt man vorne rechts die Hochschulsportanlage (ZHS) aus „Roststahl“. Nun den Weg zum Tal hinunter zwischen Nadi- und Connollystraße, rechts der schmucke und bei den Kindern sehr beliebte kleine Nadisee.

Bei den Bungalowhäusern nach links eine Seitentreppe hinunter, um sich dort an idyllischen Sitzbereichen vor den Reihenhauseingängen zu erfreuen. Entlang der Südseite der versetzten Reihenhäuser mit ihren kleinen Gärten und vom wilden Wein dicht begrünten, 3-geschossigen Hauswänden.

Quer über den Grünplatz, zeitweise unsere „Festwiese“, hinter Nadistraße 55, am Wassergraben und der Wasserfontäne vorbei zur Connollystraße, mit Blick talauf und talab zum völlig eingegrünten Schulhof und dem üppigen Baumbewuchs. Die großzügig dimensionierten Grünflächen steigern den Erholungs- und Freizeitwert für die Bewohner und haben parkartigen Charakter.

Über die Spindel nach oben zum Fußgängerbereich Connollystraße, wo die vor wenigen Jahren rekonstruierte Plastik „Olympische Ringe“ von Ruth Kiener-Flamm steht. In Fortsetzung nähern wir uns dem Gebäude Connollystraße 31, an dem eine Gedenktafel an den Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft 1972 erinnert, die in diesem Haus von Palästinensern überfallen wurde. Das Ende ist bekannt.

Hinunter zum Studentendorf; wir sehen in enge begrünte Gäßchen, die die 2-geschossigen Studentenwohnungen mit Terrasse erschließen. Die Anlage wirkt heiter und hat durch ihre von den Studenten individuell und z.T. kunstvoll bemalten Hausfassaden einen besonderen Reiz. An der Alten Mensa findet die Führung ihr Ende.

Zum Abschluss erkundigt sich ein junges Pärchen nach einer möglichen Wohnung im Olympischen Dorf. Keine schlechte Rückmeldung!

Franz Stauda      

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Zukunftswerkstatt
Sie wollen mehr Kultur! Sie wollen mehr Gemeinschaft! Sie haben Ideen! Sie können sich vorstellen, dass es Ihnen Freude macht, an Projekten Ihrer Wahl  mitzuarbeiten!“

So wurde im November-Programm 2003 des Kulturverein Olympiadorf zur Gründung einer Zukunftswerkstatt (ZW) aufgerufen.

Robert Jungk hat dieses basisdemokratische Verfahren, das sich inzwischen vielfach bewährt hat, entwickelt und in seinem Buch (leider vergriffen) „Zukunftswerkstätten: Mit Phantasie gegen Routine und Resignation“ beschrieben. Ziel ist, Anliegen kooperativ und kreativ zu lösen und Ideen zu verwirklichen. Dabei werden die Teilnehmer ermutigt, auch ausgefallene Vorschläge zu äußern, von denen sie selbst zur Zeit noch nicht wissen, wie sie realisiert werden können.

Die drei Phasen der ZW sind:

  • Phasen der Bestandsaufnahme und der Kritik
  • Phasen der Phantasie und der Utopie
  • Phasen der Realisierung und der Praxis  

Da jeder Teilnehmer seine Idee möglichst so verwirklichen soll, wie es ihm selbst am besten gefällt, ist er auch selbst „Ansprechpartner“ für sein Projekt. In den regelmäßig stattfindenden Plenen (bisher gab es zwei) werden Wege gesucht,  wie jeder seinem Ziel näher kommen kann. Das heißt in der Anfangsphase vor allem: Mitinteressenten zu finden. Da der Dorfbote von vielen Menschen gelesen wird, werden die bisherigen Projektideen noch einmal aufgelistet, in der Hoffnung, dass sich einige Leser angesprochen fühlen und mit dem Ansprechpartner Kontakt aufnehmen.

  • Oly-Lets (Tauschring bzw. Tauschnetz im Olympiadorf)Günter Hocke, Tel. 351 13 87
  • Theatergruppe im OlympiadorfCornelia Wiedemann,Tel. 351 48 94, Sieglinde Krabichler, Tel. 351 37 73
  • Musizierkreis Alte Musik (Block- flöte, Krummhorn etc.)Ulrike Sicka-Schimmack, Tel. 351 74 15
  • Gestalten eines Tanzstückes bzw. gemeinsames Erleben von Tanz-Entspannungs-KunstOlivia Roche, Tel. 277 743 35
  • Schulische Hilfe und FörderungDr. Uwe Bauder, Irene Lorenz, Tel. 780 94 15
  • Lateinische Konversations- gruppeUlrike Sicka-Schimmack, Tel. 351 74 15

Ausführlicheres zu einzelnen Projekten beim Kulturverein www.kultur-forum2.de .

Außerdem suchen wir Interessenten und Ansprechpartner für:

  • Englische Konversation
  • Französische Konversation
  • Film- und Videobearbeitung
  • einen Literaturkreis
  • eine Musikgruppe für klassische Kammermusik

Doch die ZW geht weiter!

Wie Sie sehen, hat sie sich bereits jetzt von der anfänglichen Idee, sich mit Kultur zu beschäftigen, weiterentwickelt zu einem viel umfassenderen Anliegen, nämlich: offen zu sein für nicht kommerzielle Projekte aller Art, welche die Gemeinschaft fördern und die räumliche Nähe und spezielle Situation des Stadtteils nutzen. Besonders wichtig ist den Teilnehmern der ZW die Gestaltung des Dorfes, die Förderung des Dorfzusammenhalts und die Stärkung des Dorfbewusstseins.

Interesse besteht z.B. an einer Gruppe zur Gestaltung von Gärten und Terrassen bzw. zum Tausch von Ablegern etc. ...

Ein noch utopischer Gedanke, im Hinblick auf die Denkmalschutz-Bindung des Dorfes und die derzeitige Finanzsituation auf allen Ebenen, ist die Idee der Erweiterung und gestalterischen Erneuerung des forum 2 auf der Basis eines Architektenwettbewerbs.

In Ergänzung zur Gruppe „Schulische Hilfe...“ könnte eine Gruppe „Partnerschaft“ gegründet werden, z.B. zur wechselseitigen Vertiefung des Verständnisses für kulturelle Eigenarten und/ oder zur Verbesserung der Sprechfähigkeit (vor allem von Kindern und Jugendlichen), indem der Austausch mit Menschen nicht-deutscher Muttersprache gepflegt wird. Kinder lernen sehr schnell und spielend eine weitere Sprache. Der frühe, positiv gelenkte Kontakt mit anderen Sprach- und Kulturformen bedeutet ein Plus für das ganze Leben. Ein lohnendes Projekt für die ZW, das nun engagierte Sandkastenfreundschaften braucht.

Ein großes Interesse besteht auch an einer Gruppe „Archäologie des Olympiadorfs“, wobei zwei unterschiedliche Aspekte gemeint sind:

  • Was war hier auf dem Gelände, bevor es Schafweide wurde?
  • Was sind unsere Wurzeln?
  • Wie sah das Dorf zur Zeit der Olympiade aus?

Gerade die „jüngste Archäologie“, nämlich die 70er Jahre, ist jetzt schon eine Herausforderung. In vielen Schränken des Olympischen Dorfes mögen wahre Schätze schlummern, die eine Ausstellung z.B. im forum2 rechtfertigen könnten. Besitzt jemand noch den Olympia-Waldi (erinnern Sie sich)? Kann einer Fotos herauskramen von den nicht mehr existenten Kunstwerken im Olympischen Dorf? Findet sich vielleicht in einem Haushalt noch das Original einer Olympiadorf-Halbkugellampe, ein Plakat zu den Olympischen Spielen, oder eine der Olydorf-Sitzbänke, wie sie am Anfang der 70er Jahre hier überall herumstanden? Hat jemand Journale aus dieser Zeit, Pläne zur Grüngestaltung oder Pflasterung der Gehwege? Wer Gegenstände dieser oder ähnlicher Art hat, möge sich zunächst bitte bei der EIG, Dr. M. Scharmann, S 107,  m.scharmann@bioquest.de melden.

Wer noch weitere Ideen hat oder auch sich als stiller Teilnehmer in die ZW einreihen will, der möge bitte aufmerksam die nächsten Programme des Kulturverein Olympiadorf studieren. Das nächste Plenum wird am Donnerstag, den 22. April um 19.30 Uhr im Evangelischen Kirchenzentrum, Untergeschoß, stattfinden. Wer an diesem Termin verhindert ist, kann seine Ideen bei der Mediatorin der ZW, Frau Marianne Steffen, Tel. 351 02 55, vorläufig parken. Frau Steffen wäre bereit, eine ausreichend große Gruppe noch einmal durch die Anfangsphasen der ZW zu begleiten. Anfragen richten Sie bitte an den Kulturverein Olympiadorf!                       

Marianne Steffen
Mechthild Foerster

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Gisela Gräfin von Zech-Burkersroda
1919 bis 2003  - ein Nachruf
Am 25. November  2003 verließ uns Gräfin Gisela von Zech-Burkersroda, die Gründerin und Ehrenvorsitzende unseres Vereins, Dorfsenioren e.V. Ihre letzten Jahre waren von schwerem Leiden geprägt, das sie mit großer Geduld ertrug. Ein bewegtes Leben, gezeichnet durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs, in dem sie als Krankenschwester an der Front war, bis hin  zur Kriegsgefangenschaft in einem russischen Arbeitslager ging zu Ende. Nach dem Einsatz in Schleswig-Holstein als Bezirkskrankenschwester und nach beendeter Lehrerausbildung in Baden-Württemberg kam sie schließlich 1960 nach München, wo sie als Lehrerin für Behinderte tätig wurde. Ihr ganzes Leben stand unter dem Motto: Diene Deinem Nächsten mit all Deinen Kräften. Unbeirrt und konsequent hat Gräfin Zech diese Maxime gelebt, im Einsatz für ihre Familie, für Schwerstbehinderte in der Pfennigparade und, nach dem Eintritt in den Ruhestand, mit der Gründung der „Dorfsenioren“ für ältere und einsame Menschen im Olympischen Dorf. Bedürfnislos bis zur Askese, uneigennützig und großzügig, verwirklichte sie ihren christlichen Glauben in der Hinwendung zum Mitmenschen. Dazu verwendete sie auch rigoros eigene finanzielle Mittel.

Ihr Einsatz für die Allgemeinheit wurde durch Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz und die Medaille „München leuchtet“ gewürdigt. Beide Ehrungen  bedeuteten ihr nicht allzu viel. Eine Hervorhebung ihrer eigenen Person war ihr fremd

Mit dem Tod von Gisela von Zech ging unserem Verein ein ganz wesentlicher Teil des Vereinslebens verloren. Die Senioren im Olympischen Dorf werden ihrer stets mit Hochachtung, Zuneigung und Dankbarkeit gedenken.

Der Friede Gottes sei mit ihr!

Der Vorstand der „Dorfsenioren“ e.V. im Januar 2004

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Abschied Pfarrer Summerer

Mit unserem Interview auf Seite 6/7 möchten wir den ersten Bewohner des Olympiadorfes mit der ihm gebührenden Wertschätzung in den Ruhestand verabschieden. Er ist zwar – mit seinen Worten – „bekannt wie ein bunter Hund“ und bedarf deshalb nicht mehr der Vorstellung, aber nicht zuletzt seine Abschiedsfeier im Herbst vorigen Jahres, mit ganztägigen Aktionen, machte deutlich, welch zentrale Rolle Pfarrer Summerer als Ansprechpartner für alle, als Initiator zahlreicher überkonfessioneller Einrichtungen und als stets am Gemeinwohl des Dorfes interessierter Mitbewohner hatte. Von der unermüdlichen Aufbauarbeit für seine Gemeinde „Frieden Christi“ hat das soziale Gefüge unserer Dorfgemeinschaft sehr profitiert. Wir werden ihn künftig als hilfreichen Partner, auch der EIG, vermissen. Froh sind wir, dass er uns im verdienten Ruhestand als Dorfmitbewohner erhalten bleibt.

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Interview mit Pfr. Summerer
DB: Herr Pfarrer Summerer, Sie standen nicht nur über 30 Jahre im Zentrum des katholischen Gemeindelebens unseres Olympiadorfes, sondern als sein erster Einwohner gehören Sie geradezu zu dessen ‚Urgestein’.

Pfr.S.: Eingezogen bin ich hier am 24.2.1972 – zusammen mit 13 Hausmeistern. Und bis 1973 lebten wir noch regelrecht hinter Drahtabsperrungen..., wobei das Wohngefühl am schlimmsten direkt nach dem Attentat war, das die gewollt heiteren Spiele überschattete... Schon am 1. 9. 1970 hatte ich von der Bischofskonferenz den Auftrag erhalten, die kirchlichen Dienste für die Olympischen Spiele 1972 zu organisieren und den Aufbau der Kirchengemeinde vorzubereiten... – deren dann beschlossener Name „Frieden Christi“ sicher eine gute Wahl war.

DB: Als ‚Olympia-Pfarrer’ sind Sie den Olympischen Spielen auch weiterhin verbunden geblieben.

Pfr.S.: Ja, von 1972 bis 1994 betreute ich insgesamt sieben mal die deutsche Olympia-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen: erstmals in Sapporo im Februar 1972, dann nach München in Innsbruck und zuletzt 1994 in Lillehammer, wobei sich meine Verbindung speziell zu den Winterspielen einfach daraus ergab, dass damals die deutschen Fachverbände für Ski, Rodel und Eislauf vorwiegend aus Süddeutschen bestanden.

DB.: Durch Ihre freundschaftlichen Beziehungen zu unseren Spitzensportlern konnten Sie sogar einige Sportler-Ehen einsegnen!

Pfr.S.: Das bekannteste Brautpaar war natürlich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther.

DB: Sie selbst waren aber doch auch aktiver Sportler, schon von Jugend an. Immerhin erwarben Sie 12 mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold, das beachtliche Leistungen in Leichtathletik und Schwimmen voraussetzt. Er- staunlich ist schon, dass Sie – herangewachsen im großstädtischen München der Nachkriegszeit und auf dem Weg in eine priesterliche Laufbahn – so intensiv als Hobby Sport trieben.

Pfr.S.: Nun, das eine ging mit dem anderen Hand in Hand: Aufgewachsen in München-Harlaching, das mir ja immer noch eigentliche Heimat bedeutet, wohnte ich neun Jahre, 1946 bis 1955, in Schwabing. Prägend war hier für mich die Mitarbeit in der katholischen Jugend von St.Sebastian. Außerdem betrieben wir intensiv Sport: Leichtathletik, Schlag- und Fußball. Dafür gab es damals in München noch genug freie Grundstücke. Die Sportanlagen, Sprunggruben usw. bauten wir selbst aus... Sport bedeutete damals für mich wohl das Höchste!

DB: Trotzdem war Ihr Studienziel nicht der Sport, sondern die Theologie...

Pfr.S.: Nach dem Abitur 1952 am Theresien-Gymnasium studierte ich zunächst ein Jahr an der TH Vermessungstechnik, schließlich entstammte ich einer Technikerfamilie. Aber schon 1953 wechselte ich für sechs Jahre auf die Theologische Hochschule nach Freising. Jetzt stand mein Berufswunsch fest: das Priesteramt. Damit bekam ich den Auftrag, Gottes Zuwendung den Menschen, z.B. in einer Gemeinde, weiter zu sagen. Das tue ich heute noch gerne.

DB: Und auch in Freising fanden Sie ausreichend Gelegenheit für Freizeit-Sport?

Pfr.S.: Durchaus, wir hatten sogar einen eigenen Trainer. – Zudem begann ich hier, mich intensiv auch musikalisch zu betätigen: Orgelspiel, Gitarre, Chorgesang im Domchor, Alpenländisches Singen...

DB: D.h., das zweite Ihrer lebenslangen Hobbies, Musik und Gesang, war geboren.

Pfr.S.: Nun, ich hatte schon in München gesungen, auch einige Stunden Stimmunterricht genommen. All dies wurde in Freising nur noch intensiviert. Von praktischem Nutzen waren meine Freizeitaktivitäten allerdings während der Sommerferien im Hochland-Zeltlager. Dort stieg ich auf vom ‚Zeltberater’ zum ‚Programmleiter’. Und 1959 wurde ich sogar Lager-Kaplan, nachdem ich zum Ende meiner Studienzeit am 29. 6. 1959 von Kardinal Wendel die Priesterweihe empfangen hatte.

DB: Nach Ihren Lehrjahren als Kaplan in Landshut und Miesbach bzw. dann als Jugendpfarrer der Diözese München und Freising, 1964 bis 1970, bedeutete der Auftrag, das olympische Geschehen kirchlich zu begleiten sowie im nacholympischen Dorf eine Gemeinde aus dem Nichts aufzubauen, doch eine gewaltige Herausforderung.

Pfr.S.: Durchaus. Schon der Auftakt war bedeutsam: Die Grundsteinlegung des Olympischen Kirchenzentrums am 16. 9. 1970, also zwei Wochen nach meiner Ernennung, im Beisein von Landesbischof Dietzfelbinger, Kardinal Döpfner, den Herren Daume und Vogel... Es war zugleich der erste ökumenische Grundstein für zwei Kirchen unter einem Dach. Richtfest war am 25. 11. 1970. Während der Olympischen Spiele fanden am Wochenende dann bis zu 14 Gottesdienste statt – wegen der vielen Sprachen; 50 Leute, davon 30 Pfarrer waren an den kirchlichen Diensten beteiligt.

DB: Nach diesem internationalen Spektakulum war der nachfolgende kirchliche Alltag im Olympiadorf sicherlich nicht weniger mühevoll. Wie konnte es gelingen, aus einer zusammengewürfelten neuen Bewohnerschaft eine Gemeinde zu formen?

Pf.S.: Nun, ein fertiges Konzept hatte ich nicht, aber die Bereitschaft, mich auf Neues einzulassen, und das Ziel, dass wir gemeinsam Mittel und Wege finden, wie man in einem modernen Wohngebiet der heutigen Zeit zusammen leben und Zeugnis geben kann für den Glauben.

DB: Gab es Besonderheiten im sich langsam füllenden Olympiadorf?

Pf.S.: Auffällig war und blieb hier die Internationalität: über 50 Nationalitäten fanden schließlich Heimstatt. Und es zogen insbesondere junge Familien mit vielen Kindern hierher. Ende der 70er Jahre hatten wir bis zu 99 Erstkommunikanten, heuer sind es gerade noch 22. Vor allem herrschte in den 70er und 80er Jahren hier eine gewaltige Aufbruchstimmung, oft motiviert durch eine Art ‚erst recht’-Haltung als Trotzreaktion auf das schlechte Image unseres Dorfes in der Presse – weil alle die urbane Wohnqualität hier schätzen lernten. Dabei suchte man das ‚Zueinander’-Kommen, was das ‚Miteinander’ dann natürlich erleichterte.

DB: Und dafür boten Sie als Seelsorger eine zentrale Ansprechstation, wo die Menschen sich orientieren konnten.

Pf.S.: Natürlich. Die Gemeinde war auch der Treffpunkt für Leute, die ‚Welt gestalten’ wollten. Nach einer gewissen Zeit sind daraus dann Initiativen und Organisationsformen wie das FORUM 2 usw. entstanden. Das FORUM 1 würde übrigens auch jetzt eine viel höhere Nutzung verdienen, angesichts seiner Gemeinschaft fördernden Wirkung, wie es sich z.B. bei einer Fronleichnamsprozession o.ä. immer wieder zeigt.

DB: Hatten die Menschen hier ein Problem mit der modernen Architektur des Kirchengebäudes?

Pf.S.: Die Jüngeren eigentlich nicht, und den Älteren musste man seine Originalität erklären... – als Zeichen der damaligen Zeit: z.B. mit der Durchschaubarkeit der Wände durch die Öffnungen, insbesondere der Dachstuhl mit seinen verbundenen Kugeln und Stäben – als Symbol der Gemeinde selbst, des Miteinander der einzelnen Glieder...

DB: Gerade der ökumenische Gedanke – befördert durch die Konstruktion des Gebäudes – war ja im hiesigen Gemeindeleben von Anfang an lebendig.

Pf.S.: Diese Tradition reicht von den ökumenischen Gottesdiensten seit den Olympischen Spielen bis in unsere Tage zum ökumenischen Friedensgebet, das seit dem Golfkrieg jeden Mittwoch Abend stattfindet, vom ökumenischen Kirchenchor bis zum ökumenischen Seniorenclub. Und die enge Freundschaft zu den Pfarrern unserer evangelischen Schwestergemeinde gehört sicherlich auch dazu. Wir wohnen ja sogar Tür an Tür, was das Miteinander vereinfacht.

DB: Erst rückblickend lässt sich die Pionierarbeit der Kirche/n so recht würdigen, wie gerade das durch Ihre aktive Mitwirkung aufgebaute Gemeindeleben ausstrahlte auf unser ‚dörfliches’ Gemeinschaftsgefühl. Eines der letzten Beispiele dafür ist ja das alljährliche Sommerfest, das auf Anregung der EIG und mit Ihrer Unterstützung endlich von allen Dorfvereinen und Parteien gemeinsam veranstaltet wird.

Pf.S.: Einen wichtigen Beitrag leistete sicher auch unser katholischer Kindergarten als ein aktiver Kern für das Leben im Dorf...

DB: So wie dort die Kinder auch überkonfessionell betreut wurden, konnten sich in den Gemeinderäumen der Kirche die verschiedenen Dorfgruppen und -vereine treffen oder die WEGs ihre Versammlungen abhalten, ganz unabhängig vom kirchlichen Leben im engeren Sinn.

Pf.S.: Ganz bewusst sollte die Kirche offen sein für das Miteinander der Menschen, auch zum Feiern von Festen oder zum sonntäglichen Frühschoppen nach dem Gottesdienst, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

DB: Deshalb hat im hiesigen Gemeindeleben unter Ihrer Ägide auch die Musik so einen zentralen Platz.

 Pfr.S.: Musik ist eine Art Kommunikationspunkt gerade für junge Leute. Auch damit konnten wir bei den olympischen Tagen anknüpfen, als hier allein 18 Kleinkonzerte stattfanden – übrigens schon ab 1973 in Zusammenarbeit mit unserem inzwischen langjährigen Organisten Herrn Englhardt. Unter dem Signum MIOD, Musik im Olympiadorf, fanden seit 1973 immerhin 260 Orgel-, Chor- und verschiedene andere Konzerte statt.

DB: Ihre besondere Liebe gehört der alpenländischen Musik. Den hiesigen Alpenländischen Chor haben Sie selbst geleitet und mit Ihrem Bass bereichert...

Pfr.S.: Das ist eine Kunst, wo man alles einbringen kann..., die alpenländischen Volks- und Kirchenlieder haben eine eigene Sprache mit dem Herrgott. – Ebenso begeistert haben wir bei vielen Gelegenheiten auch Kanons gesungen. Unvergesslich ist mir eine Wallfahrt zum Korbiniansfest in Freising, als wir mit 4000 jungen Leuten Kanons sangen. Gemeinsames Singen verbindet. Auch auf unseren vielen Reisen mit der Gemeinde nach Italien, Burgund, Jordanien, Israel usw. haben wir dies erfahren.

DB: Auf Grund Ihrer vielseitigen Interessen erwarben Sie sich zeitlebens hochgeschätzte Verdienste: Sie waren über Ihre Gemeindetätigkeit hinaus ja nicht nur der ‚Olympiapfarrer’, sondern über 30 Jahre lang auch Geistlicher Beirat für die DJK, die Deutsche Jugendkraft, einem Sportverband mit 500.000 Mitgliedern, sowie in der Diözese München und Freising Leiter des Arbeitskreises Kirche und Sport, außerdem Kontaktmann für den Bayerischen Landessportverband, um nur einige Ihrer wichtigen offiziellen Ämter zu benennen.

Pfr.S.: Ja, insbesondere für diesen Einsatz für Kirche und Sport wurde mir durch Papst Johannes Paul II. 1999 der Ehrentitel eines Prälaten verliehen.

DB: Zur Verabschiedung durch Ihre Gemeinde im Olympiadorf wurde Ihnen im September letzten Jahres für Ihre seelsorgerischen Guttaten launig-hochgestimmt die Einleitung einer Art ‚Seligsprechung’ angekündigt. Und als ‚heimlicher Dorfbürgermeister’ wurde Ihnen von uns Olympiadörflern die Ehrenbürgerschaft auch schon angetragen.

Herr Pfarrer Summerer, aus Anlass Ihres 70. Geburtstages am 1. März d.J. wünschen wir Ihnen, dass jene „drei Füße“ Ihres Lebens, wie Sie selbst einmal sagten, mit Gottes Segen Sie noch lange tragen und vor allem erfreuen mögen: „Glaube – Musik – Sport und Spiel“. Wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Sommerfest 2004

Warten Sie auch schon auf die nächste Vorstellung von „Nicole und Martin“? Wenn Sie sich den Termin für unser gemeinsames Dorffest – 9./ 10./ 11. Juli – vormerken, haben Sie sicher eine Chance, ein kleines Plätzchen, zusammen mit ihren Kindern oder Enkeln, im Zirkuszelt zu ergattern. Wir freuen uns, dass der Kulturverein zu seinem 25jährigen Jubiläum dieses alle Zuschauer begeisternde Artistenpaar wieder eingeladen hat – einfach zauberhaft, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Erstes Sanierungsfest?

Es gibt das Gerücht, dass – sobald die Straßbergerstraße endgültig instandgesetzt ist (Ende des Jahres) – ganz groß gefeiert werden soll. Damit es nicht beim Hörensagen bleibt, machen wir es sogar, entgegen der Regel, publik, um kreative Bewohner der Straßbergerstraße schon mal zum Nachdenken anzuregen. Auch die Verwaltungsbeiräte und der Straßenbeirat sind angesprochen, diesen Gedanken aufzugreifen. Nach Lärm + Ärger, Zahlen + Qualen gibt es wirklich genug Anlass zum Feiern. Die EIG hilft gerne koordinieren.

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Baustelle U 3

Wie im Dorfboten Nr.75 datailliert berichtet, schreiten die Bauarbeiten am Bahnhof Olympiapark Nord und an den beiderseits anschließenden Streckenabschnitten plangemäß fort. Die Fertigstellung Ende 2006 ist nach wie vor Ziel – trotz der bautechnisch schwierigen und damit zeitaufwändigen Anschlussstrecke zur derzeitigen Endhaltestelle an der Lerchenauer Straße. Dies ist das Ergebnis unserer Nachfrage bei der örtlichen Bauleitung.

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Ladenwechsel

Seit einiger Zeit haben wir zwar leider keine Reinigung mehr in der Ladenstraße. Doch richtet sich in den Geschäftsräumen am Kirchenvorplatz gerade ein Sanitätshaus ein, das orthopädische Hilfsmittel verkaufen wird.

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Fernöstliches Interesse
Japanische Tageszeitung recherchiert am Olympiaort 72

Eine der größten und ältesten Tageszeitungen Japans, The Mainichi Shimbun mit einer täglichen Auflage von ca. 4 Mio Exemplaren, beabsichtigt, über die Geschichte der Olympischen Spiele zu berichten. Sie bat im Dezember 2003 die EIG um einen Rundgang durch das Olympiadorf und ein Gespräch über Konzeption und Nachnutzung der Anlage.

Dieser Bitte sind wir gerne nachgekommen und konnten dem aus Japan angereisten Sportkorrespondenten Takakazu Murata hilfreiche Informationen bieten.

C.E.

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Ehre und Belästigung - Bayerischer Rundfunk dreht Krimi im Olympischen Dorf
Der scharlachrote Engel
Senta Berger spielt in der Krimireihe „Unter Verdacht“ die Kriminalrätin Dr. Eva-Maria Prohacek. Im Herbst vergangenen Jahres wurde für die dritte Folge der Reihe wieder einmal im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing gedreht. Die Klinikzeitung „Schwabing aktuell“ berichtet stolz: „Im Krankenhaus Schwabing gehören Dreharbeiten schon fast zur Regel.“ Die Klinik bekommt eine Werbung auch noch honoriert, und die „Gelder für die Nutzung des Drehortes investiert das Krankenhaus in die Verschönerung der öffentlich zugängigen Bereiche.“

Just zu dem Zeitpunkt, als im Krankenhaus Schwabing die letzte Klappe fiel, machte sich eine Film-Crew im Auftrag des Bayerischen Rundfunks auf Motivsuche (Motiv=Drehort) für einen neuen Film der Reihe „Polizeiruf 110“ – Arbeitstitel „Der scharlachrote Engel“ – mit Michaela May als Hauptkommissarin Obermeier und Edgar Selge als ihrem Assistenten Tauber. In weiteren Hauptrollen Nina Kunzendorf und Martin Feifel. Dominik Graf, der renommierte Regisseur des Films, wurde durch seine ebenso akribische wie auch sensible Art bekannt, mit guten Schauspielern und guten Drehbüchern Thema, Milieu, Zeitgeist und Sozialkritik in einem künstlerisch wertvollen und dennoch kommerziell erfolgreichen Film zu vereinen. Er hatte die Rolle des Hauptkommissars Sperling für und mit Dieter Pfaff entwickelt und die ersten Folgen selbst noch in Berlin abgedreht. Von ihm stammt der hervorragende Film „Frau Bulacht“ über Kindsmissbrauch, vor Jahren ebenfalls im Olympischen Dorf gedreht.

Die olympischen Sportstätten mit ihren einmaligen Zeltüberdachungen von Frey und Behnisch, wie auch das Olympische Dorf sind weltweit hochgerühmte Wahrzeichen und Erkennungsmerkmale von München geworden. Kein Film, in dem München eine Rolle spielt, kommt ohne Kameraeinstellungen in oder von diesen Anlagen aus. Das Herz von Dominik Graf hängt an diesem genialen Ort.

So ging denn die Film-Crew des Bayerischen Rundfunks von Bungalow zu Bungalow, um nach einem Haus zu suchen, das als „Motiv“ dienen konnte. Vorahnungen oder aber bereits vorhandene Kenntnisse über das, was danach folgen würde, hielten viele Hausbesitzer davon ab eine Zusage zu einer Drehgenehmigung zu erteilen, bis schließlich am Ende der Reihe – im doppelten Wortsinn – doch noch Einverständnis zum Drehen erreicht werden konnte. Eine Hürde waren noch die notwendige Genehmigung der Dreharbeiten durch die ODBG und vor allem die Höhe des von der ODBG hierfür geforderten Geldes. Gesonderte Starkstromanschlüsse wurden von der Stadt gelegt. Für die Hauptdarsteller mussten noch je ein Zimmer für die Drehpausen in einem Nachbarhaus bereit gestellt werden; für das Catering wurde ein Keller in einem anderen Nachbarhaus frei geräumt. Die Hausbesitzer selbst mussten ausziehen und studentenbudenmäßig drei Wochen aushäusig unterkommen.

Es folgte eine beachtliche Belastung und Belästigung gar für die Nachbarn. Schon die Vorarbeiten waren manchen Nachbarn Anlass genug, eher Ärger denn Freude und Stolz über Dreharbeiten im Olympischen Dorf zu spüren. Das Haus wurde leer geräumt, neu ausgestrichen, Garten und Atrium mit neuen Mauern verschlossen; das Treppenhaus im „Motiv“ wurde mit Mauern verbaut, sämtliche Mauern täuschend echt aus Spanplatten nachgebaut. Graffiti und künstlich noch aufgebrachte Reifen- und Fußballabdrücke an den neuen Außenmauern machten die Illusion perfekt.

Parkten anfangs nur einzelne Lastwagen, so war während der Dreharbeiten der Platz am Nadisee mit Ausstattungswagen der Filmcrew zugestellt. Wenigstens duftete es aus dem Catering-Wagen angenehm. 9 Drehtage waren geplant, Samstage und Sonntage mussten drehfrei bleiben. Am einzigen geplanten Nachtdrehtag wurde bis Mitternacht gedreht. Die Aufnahmen konnten dennoch nicht sämtlich verwendet werden. Zum Beginn der Dreharbeiten und der Szenenabläufe hatte es am Morgen geregnet, der Regen aber ging nachts in Schneefall über. Somit wurde am letzten Drehtag, einem Donnerstag, abermals ein Nachtdrehtag angesetzt. Da an diesem Tag auch endgültlig alle Einstellungen fertig sein mussten, war eine lange Nacht absehbar.

Die Feuerwehr lieferte das an diesem Tag fehlende „Regenwasser“. Mit Wurfzetteln waren die Bewohner der Nadistraße und der Connollystraße um Verständnis gebeten worden. Nicht nur die Beleuchtung am Drehort, auch die Geräuschkulisse während der Nachtdreharbeiten waren für unbeteiligte Anwohner mit leichterem Schlaf eine erhebliche Belästigung. Bei den Nachtdreharbeiten war auch die Hochhausreihe der Connollystraße hell angestrahlt, als wären die Scheinwerferbatterien des Olympiastadions andernorts falsch installiert worden. Zweimal war eine Beleuchtung aus 30 m Höhe nötig (Steiger), wozu ein fahrbarer Kran, wie ihn Bungeejumper verwenden, auf dem Platz am Nadisee aufgedockt wurde.

Der Film wird voraussichtlich im September im „Ersten“ laufen. Verständlicherweise war das Echo der nah und fern vom Drehort wohnenden Bewohner des OD geteilt. Kinder und Jugendliche waren begeistert wie von einem Abenteuer, auch hatten viele Erwachsene Gefallen an der Abwechslung und empfanden die Dreharbeiten als Imagegewinn für das OD. Andere Bewohner des OD dagegen beklagten sich bei der ODBG ob der Ruhestörung.

Dominik Graf schrieb nach Abschluss der Dreharbeiten zu diesem Film an die Besitzer des als „Motiv“ ausgsuchten Hauses diese Eloge: „ Ich bin ja in den 70ern in München groß geworden, also mit dem Olympiazentrum sozusagen im Blick, im Herz und von da an immer im Kopf. Irgendwie kommt mir dieser Ort vor wie Mythos und „Wallfahrtstätte“ meiner Gene- ration. Und ich mag das Olympiazentrum mit allem drum und dran so gerne, dass ich hier schon meinen Film „Frau Bulacht“ und zentrale Teile meines München-Films gedreht habe. Jetzt bin ich stolz, nochmals hier drehen zu dürfen, wo das OZ was richtig Dörfliches, Gutnachbarschaftliches hat. Immer wieder erstaunlich. Und ich beneide Sie.“

Dr. Gunter Greger

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Ein neuer Hilferuf

Im Dorfboten Nr. 75 vom März 2003 habe ich in einem Ruf nicht nur um Hilfe, sondern letztendlich um Ablösung als Vorsitzende der EIG gerufen - leider, leider ohne Echo. Dieser Hilferuf hat natürlich in erster Linie persönliche Gründe, weil die Verpflichtungen nicht wegzuleugnen sind und ich wieder über mehr Zeit frei verfügen möchte. Nach sechs nicht immer einfachen Jahren an der Spitze des Vereins besteht auch die Gefahr, in Routine zu verfallen und den Schwung zu verlieren, den man bei Beginn verspürt. Das ist die persönliche Seite.

Es gibt aber auch einen wichtigen sachlichen Aspekt: Unser Dorf ist in die Jahre gekommen, nicht nur von der Bausubstanz, sondern auch von der Altersstruktur der Bewohner her. Dies spiegelt sich - allerdings eher überproportional - bei den Aktiven der EIG und in den anderen Dorfinstitutionen wieder. Für den einen oder anderen ehrenamtlichen Posten ist es sicher von Vorteil, wenn sich jemand - trotz Rentnerstress - für Aufgaben zur Verfügung stellt, die etwas mehr Zeit erfordern. Doch die Zukunft gehört der jungen Generation, auch und insbesondere der hier im Olympiadorf aufgewachsenen oder zugezogenen Generation. Daher mein Appell an die Jungen unter uns:

Nehmen Sie das Ruder in die Hand, steuern Sie das Schiff Olympiadorf in Ihre Zukunft!

Wir, die wir in unserer jungen Zeit in den 70er und 80er Jahren hier viel Engagement in die Zukunft aufgebracht haben, erwarten das jetzt auch von Ihnen. Wir wollen Ihnen eine Wohnlandschaft übergeben, in der Sie sich wohl fühlen und gerne weiterleben möchten. Jetzt müssen Sie das gestalten, was Sie für Ihre Zukunft erwarten. Also: Rudern Sie mit.

Ihre Christa Epe

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Haben Sie heute schon Ihr Kind gelobt?
So steht es auf einem Aufkleber, der lange Zeit modern war. Denn: kritisieren ist leicht, loben fällt uns schon schwerer. Wenn jemand seine Arbeit ordentlich macht, ist das doch nicht der Rede wert, sondern wird erwartet. ABER wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe... da finde ich schnell einen Schuldigen, der dann die volle Breitseite abkriegt. Besonders Kinder und Dienstleister können davon ein Lied singen.

Deswegen: Haben Sie heute schon Ihr Kind gelobt? kann auch bedeuten, sich selber oder jemand anderen zu loben, z.B. auch die Mitarbeiter unserer Dorfgesellschaft, der ODBG, die diesen langen Winter hindurch täglich, auch samstags, sonn- und feiertags die Dorfwege begehbar hielten. Und deswegen haben sie täglich, auch samstags, sonn- und feiertags ein Lob verdient. Sie dürfen es gerne selber ausprobieren, denn je mehr Dorfbewohner sich auch mal lobend äußern, desto besser.            ei

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Nachbarschaftshilfe
Ist Ihnen das auch schon passiert, dass Sie Ihr Kind aus den Augen verloren haben ? So passiert bei uns im Dorf Anfang Februar, kurz vor Einbruch der Dunkelheit: Ein Zweieinhalbjähriger hat sich mit seinem kleinen Laster im Schlepptau selbständig gemacht. Einmal um die Ecke – er ist nicht mehr zu sehen. Den Weg hoch, den Weg runter – vom Erdboden verschluckt ! Alleine findet er den Weg wahrscheinlich nicht nach Hause, auch spricht er noch nicht genügend, um seinen Wohnort oder auch nur den vollständigen Namen anzugeben.

Der Schreck sitzt der Mutter in den Gliedern. Beruhigend ist im ersten Moment, dass es keine unmittelbaren Straßen gibt. Schön auch, dass eine Gruppe von 10 Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren, zufällig in der Nähe,  bereit zur „Fahndung“ nach dem Vermissten ist. Auch die Nachbarn schwingen sich aufs Fahrrad, um das Wegenetz im Dorf schneller durchkämmen zu können.Prima, dass sich so viele Menschen gleich mobilisieren lassen !

Trotzdem – nach 15 Minuten erfolgloser Suche und Einbruch der Dunkelheit wird auch die Polizei alarmiert. Die Beamten der „Einsatzstelle 43“ sind schnell zur Stelle.

Auf dem Weg zum Ort, wo das vermisste Kind zuletzt gesehen wurde, hören Mutter und Polizisten das Geratter eines kleinen Plastiklasters: Der Kleine ist auf dem Weg zum Spielplatz – in Begleitung von zwei älteren Mädchen, die sich seiner angenommen hatten ! Wäre der Stein  Realität gewesen, der der Mutter in diesem Moment vom Herzen fiel, hätte es ein Erdbeben im Dorf gegeben.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an alle FahnderInnen, BegleiterInnen und der Polizei für ihren Einsatz!                   MFZ

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Spitzensportler von 1972 auf Spurensuche
Mark Spitz im Olympiadorf
Im Februar 2003 verbrachte Mark Spitz aus Kalifornien mehrere Tage im Four Points Arabella Hotel – seine erste Rückkehr nach München seit August 1972. Der siebenfache Goldmedaillensieger war auf Einladung der Hansestadt Hamburg, die sich voriges Jahr um die Olympischen Spiele 2012 bemühte, nach Europa gekommen. Co-Sponsor war der Norddeutsche Rundfunk, der einen Fernsehfilm über die einwöchige Reise des Spitzensportlers drehte, der heute ein noch immer blendend aussehender Mann von gut fünfzig Jahren ist und gerne die Stadt seiner größten Triumphe wiedersehen wollte.

Seiner Begleitung gegenüber hatte er den Wunsch geäußert, sein einstiges Quartier in der Nadistraße wiederzusehen, wo damals die gesamte amerikanische Olympia-Mannschaft untergebracht war. Niemand im Hotel kannte Namen und Telefonnummer des Wohnungsinhabers, so dass eine vorherige Anmeldung unmöglich war. Also machten sich die drei Herren auf gut Glück auf den kurzen Weg. Mark Spitz erinnerte sich genau an das Haus und die Drei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock, ahnte aber nicht, ob sich seine Hoffnung erfüllen würde.

„Verzeihen Sie bitte, dies ist Mark Spitz, kennen Sie den Namen?“, fragte einer seiner beiden deutschen Begleiter die erstaunte Hausfrau, die zögernd die Tür öffnete. „Aber natürlich ist mir der Champion im Schwimmen von 1972 mit den sieben Medaillen und dem Schurrbärtchen vom Bild her bekannt.“ „Nun gut, wären Sie wohl gewillt, ihm die Wohnung zu zeigen, in der er damals drei Wochen lang sein Münchner Domizil hatte?“ Die drei Herren machten einen Vertrauen erweckenden Eindruck, und als der amerikanische Besucher seine Bordkarte vom Lufthansa-Flug Los Angeles-München zwecks Identifizierung vorzeigte, durfte er die Wohnung betreten. Ach, wie sentimental war er: „Hier stand mein Bett, wir hatten kaum Stühle; hier besuchten mich am Abend nach dem Attentat in der Connollystraße Willy Brandt und Rainer Barzel, um sich nach meinem Ergehen zu erkundigen.“ Am Ende dieses Überraschungsbesuchs fragten seine Begleiter die Hausfrau, ob sie am nächsten Tag zu einem Fernseh-Interview mit den Kameraleuten noch einmal vorbeischauen dürften.

Und so geschah es tatsächlich: Pünktlich um 14.30 Uhr erschienen fünf Männer mit Kameras. Mark Spitz hatte vergessen, den versprochenen FOCUS-Artikel über ihn mitzubringen und schickte einen seiner Begleiter zurück ins Hotel, um ihn zu holen. Er wollte sich mit Freikarten für die Olympischen Spiele 2012 bedanken, hoffte bereits auf ein Wiedersehen in Hamburg. Doch vorher wollte er unbedingt mit seiner Frau und den beiden Söhnen wiederkommen, um ihnen das Olympische Dorf, die Schwimmhalle und sein einstiges Quartier in der Stadt seiner großartigen Erfolge zu zeigen.

Wieviel ihm dieser Besuch bedeutet hat, zeigt seine Eintragung ins Gästebuch:

Klaus W. Jonas

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