Einwohner Interessen Gemeinschaft Olympisches Dorf e.V. HOME

Letzte Änderung: 02.5.2006

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E I G – was ist das?
Machen wir uns nichts vor: Es gibt Bewohner im Olympiadorf, die den Dorfboten kennen, aber nicht mit der EIG in Zusammenhang bringen oder – noch gar nichts von der EIG gehört haben. Nicht jeder ist eben ein „Alteingesessener“ und weiß von der Existenz (seit 1974!) einer Einwohner-Interessen-Gemeinschaft. Sichtbare Ergebnisse, großartige Erfolge können wir nachweisen, aber auch viele kleine Initiativen, Problemlösungen, Anregungen gehen von der EIG aus, um das dörfliche Miteinander lebens- und liebenswert zu gestalten. Wir sind eine unabhängige Organisation, die sich vorrangig um die nichtbetrieblichen Belange des Olympiadorfes kümmert. Wie wichtig eine solche Einrichtung für unser Dorf ist, erahnt nur, wer sich bewusst für sein Wohnumfeld und insbesondere für das Olympische Dorf in seiner Besonderheit interessiert. Vielleicht gehören Sie zu diesem Kreis und möchten sich engagieren? Kommen Sie als Gast in unsere Sitzungen!

Unser Beirat setzt sich aus ehrenamtlichen Dorfbewohnern zwischen 30 und 70 Jahren zusammen, ist also ein gesundes Abbild unserer Gemeinschaft. Damit Sie sich ein Bild von uns machen können, stellt sich hier ‚Ein Idealer Gesamtbeirat‘ vor, der auch für das nächste Vereinsjahr bereit steht. Allerdings verabschiede ich mich als Vorsitzende nach sieben Jahren – durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge - und gebe den Vorsitz an die jüngere Generation ab.

Dass es sich lohnt, für unser Dorf einzutreten, sagt am besten der Leserbrief auf der nächsten Seite aus. Wenn Sie ein Zeichen Ihrer Wertschätzung des Olympiadorfes und unserer ehrenamtlichen Tätigkeit setzen wollen, freuen wir uns über Ihre Mitarbeit oder auch Mitgliedschaft für 18 ¤ jährlich – 1,50 ¤ Monatsbeitrag ist billiger als eine Scheibe Leberkäs! Greifen Sie zu, möchte ich fast sagen, die Zukunft des Dorfes braucht jede Form der Unterstützung.

Ihre
Christa Epe

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Aus der ODBG - Status der Rechtsstreitigkeiten
Wie an anderer Stelle dieser Ausgabe zu lesen steht, handelt es sich bei den jetzt noch anhängigen „Familienstreitigkeiten“ – nach der grundsätzlichen Entscheidung des BGH-Urteils vom 9.2.04 – um vermeintlichen Klärungsbedarf bei Angelegenheiten, in denen es den notorisch quertreibenden Minderheiten anscheinend nur noch darum geht, Recht zu bekommen - Angelegenheiten, die durch den im Olympischen Dorf unabdingbar notwendigen Gemeinschaftsgedanken definiert sind. "Familienstreitigkeiten" deswegen, weil ein kleiner Teil der Dorfgemeinschaft eine solche nicht wahrhaben will und der Ansicht ist, deren Vorteile mit einer selbst definierten Bezahlung für sich in Anspruch nehmen zu dürfen.
In der Hoffnung, dass sich die Mehrheit der Wohnungseigentümer in den einzelnen Wohnungseigentumsgemeinschaften auf diesen für den Bestand des Olympischen Dorfes unverzichtbaren Gemeinschaftssinn verständigt und den Prozesshanseln endlich mal erklärt, dass sie ihr gutes Geld nicht weiterhin für deren Profilneurosen zum Fenster rauswerfen dürfen, hat die Gesellschafterversammlung in der ODBG beschlossen, jedem Kompromiss, solange er nicht auf Kosten der Dorfgemeinschaft geht, zuzustimmen. Dazu gehört auch die demnächst zu entscheidende Rechtsstreitigkeit mit den Eigentümern Helene-Mayer-Ring 12–19.
Vielleicht ist es an dieser Stelle wieder einmal notwendig, darauf hinzuweisen, dass die ODBG nicht irgendeine Gesellschaft ist, sondern den WEGs und damit den Eigentümern des Olympischen Dorfes gehört. "Aufsichtsrat" sind die in den WEGs gewählten Gesellschafter, die dem Gesamtwohl des Dorfes verpflichtet sind. Auch in dieser Bestimmung ist der Gemeinschaftsgedanke des Olympischen Dorfes ausgedrückt.

Instandsetzung Fußgängerebene
Im letzten Jahr wurde die Instandsetzung der Straßbergerstraße abgeschlossen, einige wenige Restarbeiten im Bereich der Bepflanzung werden im Mai erledigt. Der städtische Zuschuss in Höhe von 25% der abgerechneten Bausumme ist nach Überprüfung der eingereichten Unterlagen und der uneingeschränkten Feststellung ihrer Fehlerlosigkeit und sachlichen Richtigkeit bezahlt worden.
Für dieses Jahr hat die Gesellschafterversammlung noch 2004 den Abschluss der Instandsetzungsarbeiten in der Nadistraße beschlossen, die nach dem langen Winter jetzt mit vollem Einsatz begonnen haben, so dass Ende dieses Jahres zwei der drei Straßen in Ordnung gebracht sein werden.
Die Finanzierung des diesjährigen Bauabschnittes konnte teilweise noch aus Rücklagen, zusammen mit den Betriebskosten entsprechend dem Wirtschaftsplan, gesichert werden. Die Instandsetzung der Connollystraße (für 2006 geplant), wird nur in kleinerem Umfang durchführbar sein,  sollten der Dorfgemeinschaft weiterhin Zahlungen vorenthalten werden – – und damit entgegen der Absicht, auf wirtschaftliche Weise und unter Ausnutzung der sehr günstigen Preise gesamtheitlich vorzugehen; oder die Umlage wird für alle noch einmal erhöht werden müssen.
In Bereichen, in denen der Gemeinschaftsgedanke nach wie vor blockiert wird, möchte die Gesellschafterversammlung allerdings nicht sanieren.
Die Landeshauptstadt München hatte bereits im Frühjahr 2004 angekündigt, dass eine weitere freihändige Vergabe mit Kostensteigerungsindex an die derzeit ausführende Firma aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr in Frage käme. Es musste also, in enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Baureferat, neu ausgeschrieben werden. Das Ergebnis ist für uns erfreulich. Vor dem Hintergrund der schlechten Auftragslage auf dem Bausektor haben wir gegenüber den alten Preisen keine Erhöhung zu verzeichnen, und die bereits bisher tätige Firma konnte als Mindestbieter auf der Grundlage eines Pauschalangebots erneut beauftragt werden. Damit sind Nachträge ausgeschlossen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Kostensicherheit. Auch dieses Vorgehen ist eng mit der LH München abgestimmt worden.

Pneumatische Müllentsorgung
In immer kürzeren Abständen sind Reparaturarbeiten an den unterirdischen Stahlrohren der Müllentsorgung nötig.
Ursache ist die verantwortungslose Gedankenlosigkeit von Benutzern, oft Firmen, die einfach Umbauschutt wie Gipswandteile einwerfen, aber auch Bewohnern, die z.B. Autobatterien oder den verdorbenen Inhalt ganzer Tiefkühltruhen einwerfen. Besonders zerstörerischen Effekt haben Glasscherben, die dank der hohen Luftgeschwindigkeiten besonders hohen Verschleiß in den Krümmungsbereichen des Rohrsystems bewirken.
Reparaturarbeiten werden von Beschäftigten der ODBG freiwillig unter eigentlich unzumutbaren Bedingungen in den 60 cm „großen“ (im Durchmesser) Rohren geleistet. Irgendwann einmal werden wohl größere Abschnitte kaputtgehen, wo dann Flickreparaturen nicht mehr möglich sind.
So müssen wir uns leider mit dem Gedanken vertraut machen, dass in nicht allzu ferner Zukunft in allen Wohnstraßen Müllgroßcontainer stehen werden, die in regelmäßigen kurzen Zeitabständen mit entsprechender Lärm- und Staubentwicklung geleert werden müssen, und deren Bereich wohl von den gleichen gedankenlosen Nutzern ständig verschmutzt sein werden – wie schon an den jetzt vorhandenen Containern hinreichend festzustellen ist.

Außenanlagen
Für ihren Bestand wurde im vergangenen Jahr ein Erhaltungs- und Pflegekonzept durchgeführt, das bei vielen selbst ernannten Baumspezialisten auf Unverständnis und teilweise heftige Kritik gestoßen ist. Dagegen kann wohl auch die Kompetenz eines renommierten Garten- und Landschaftsplaners nicht aufkommen.
Im Ernst: Die Bestandsfeststellung und die daraus resultierenden Maßnahmen sichern endlich das ursprüngliche Grünkonzept und erarbeiten die Grundlagen für eine kontinuierliche Pflege bei Erhaltung und Erneuerung.

Brandschutztore in den Fahrstraßen
Das Baureferat hat längere Zeit gewartet, ob die Gemeinschaft des Olympischen Dorfes zu einer Lösung bei der Frage der Funktionsfähigkeit der Brandabschnitte in den überbauten Fahrstraßen kommen wird. Die Gesellschafterversammlung (GV) der ODBG hat dazu ein Gutachten erarbeiten lassen. Empfohlen wird darin eine bauliche Lösung im Bereich der bisherigen Rolltore, die die GV der ODBG entschieden hat zu realisieren, nachdem die Maßnahme als Gemeinschaftsaufgabe beschlossen wurde. Dieses Konzept erfordert für die Zukunft keine Wartungsarbeiten mehr, allerdings müssen erst noch die angrenzenden WEGs ihre Zustimmung geben.
Stefan Goedeckemeyer, Treuhänder
(Siehe auch Leserbrief Seite 3)
 

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Dorfgemeinschaft – Dorfindividualisten
Wie bekannt, weigern sich derzeit noch drei Wohnungseigentumsgemeinschaften, sich an den Sanierungskosten der Fußgängerebene angemessen zu beteiligen. Die Ursachen liegen weit zurück.

1. Erschließungskonzeption

Bei der Konzeption der Erschließung des Olympischen Dorfes gingen die Planer von einer weitgehenden Trennung der Wege für Fußgänger- und Fahrverkehr aus. Das hat dazu geführt, dass individuelle Nutzungen über gemeinschaftlichem und öffentlichem Grund, aber auch dass öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen über privatem Grund liegen. Die Einwohner des Dorfes genießen diesen Zustand der Sicherheit sehr und nicht nur die Kinder profitieren davon, dass Lärm und Gestank des Fahrverkehrs auf die unterirdischen Straßen beschränkt sind.

2. Eigentumsverhältnisse

Aus dieser sehr verflochtenen und hochkomplexen Konzeption sind sehr eigenartige Eigentumsverhältnisse entstanden. So sind immer wieder einzelne Eigentümer Besitzer und Mitbesitzer gemeinschaftlicher Anlagen. Dennoch hat die komplizierte Aufteilung bis zu einem gewissen Zeitpunkt zu keinen Problemen geführt, weil alle Beteiligten sich darüber klar waren, dass nur eine gemeinsame Verantwortung aller die Ungenauigkeiten und Ungereimtheiten beseitigen kann.

3. Sanierung

Erst die Notwendigkeit, unsere zum Teil fehlerhaft hergestellten Erschließungswege nach ungefähr 30 Jahren Nutzung umfassend zu sanieren, hat zu ernsten Verwerfungen innerhalb der Gemeinschaft geführt. Einige WEGs haben sich geweigert, die gemeinschaftliche Aufgabe auch gemeinschaftlich zu lösen. Sie haben zunächst bestritten, dass die von allen Eigentümern des Dorfes gebildete ODBG überhaupt sanieren darf. Sie haben seinerzeit riskiert, die Bereitschaft der Landeshauptstadt München, sich an der Sanierung zu beteiligen, zu verlieren. Diese hatte zunächst verlangt, dass das ganze Dorf die Sanierung betreibt.

4. Rechtsstreitigkeiten

Die Zuständigkeitsfrage wurde nach langem Prozessieren schließlich vom Bundesgerichtshof eindeutig zu Gunsten der ODBG geklärt. Einer der Beklagten räumte daraufhin das Feld und beglich seine Schulden.

Drei WEGs wiesen die Klage der ODBG jedoch zurück. Sie versuchen nun durch entsprechende Auslegung von Verträgen, Vertragsänderungen, gültigen oder nicht gültigen Beschlüssen einen Teil der Sanierungskosten den jeweiligen Grundstückseigentümern anzulasten und sich so der Gesamtverantwortung zu entziehen. Dabei spielt ein so genannter Sanierungsbeschluss, der meines Erachtens seinerzeit nur gefällt wurde, um eventuelle Forderungen aus Garantieansprüchen an die ausführenden Firmen von beginnenden Reparaturen abzugrenzen, eine verwirrende Rolle. Ob dieser rechtskräftig oder nicht rechtskräftig zurückgenommen wurde, ist meiner Auffassung nach völlig unerheblich, da er inzwischen obsolet ist. Nicht jedoch für prozessfreudige Juristen.

5. Worum geht es noch?

Soweit ich es derzeit erkennen kann, geht es zurzeit im Wesentlichen nur noch um zwei Probleme:

Sind die Abdichtungen unter den Individualgärten, die allerdings über den Straßen liegen (8500 m²) Sache aller Dorfbewohner oder müssen die Eigentümer der entsprechenden Grundstücke bezahlen.

Sind die Abdichtungen – und nur diese – von Fußgängerbereichen über Privatgaragen (17500 m²) Sache aller Dorfbewohner oder müssen die Eigentümer der entsprechenden Grundstücke bezahlen.

Unabhängig davon, dass im ersten Fall das Wesentliche im Grundlagenvertrag geregelt ist, berührt eine ordnungsgemäße Abdichtung in letzter Konsequenz die Standfestigkeit und damit die Sicherheit unserer Gesamtanlage. Deswegen fällt es mir nicht schwer, hier die Gesamtverantwortung der Dorfgemeinschaft zu beanspruchen. Die Summen sind vergleichsweise gering. Es handelt sich um 2% des Gesamtaufwandes, so dass meines Erachtens die Rechtsstreitigkeiten, die nicht unerhebliche Kosten verursachen, völlig unangemessen sind. Hinzu kommen noch die Zinsen an die ODBG für die inzwischen angefallenen Schulden.

6. Ausblick

Dem Vernehmen nach ist bei der Eigentümergemeinschaft Helene-Mayer-Ring 12,15,19 Bewegung in die festgefahrenen Fronten gekommen. Auf beiden Seiten (ODBG und WEG) soll diskutiert werden, wie man aus dem Problem herauskommt. Im Bereich Helene-Mayer-Weg 14 wird in einer erst nach Redaktionsschluss des Dorfboten stattfindenden Eigentümerversammlung von einem Teil der Eigentümer versucht, die Streitigkeiten zu beenden. Es wäre zu wünschen, dass der Widerstand der letzten WEG (Connollystrasse 4-12) auch noch ein Ende findet. Dann wäre der Dorffrieden wiederhergestellt

Eberhard Schunck S 93

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Denkmalschutz: Was bedeutet das für die Eigentümer ?

1997 wurde von der EIG anlässlich des 25-jährigen Dorfjubiläums erstmals das Thema „Denkmalschutz“ in die Diskussion eingebracht. Laut Bayer. Landesamt für Denkmalpflege unterliegt das Ensemble „Olympisches Dorf“ seit 1998 den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes, auch wenn der diesbezügliche Stadtratsbeschluss erst 2001erfolgte.

Natürlich führt diese Entscheidung zu Konsequenzen im Umgang mit unserem Eigentum. Darauf möchten wir wiederholt hinweisen - siehe auch Dorfbote Nr. 75/03 und 76/04 sowie www.eig-olympiadorf.de: Jede Veränderung oder Renovierung bedarf – vor Beginn der Maßnahme – einer Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt München. Erst dann ist auch eine steuerliche Abschreibung möglich.

Bei Renovierungen im WEG-Bereich sind in erster Linie die jeweiligen Verwaltungen zuständig und verpflichtet, sich an den geltenden Bestimmungen des Denkmalschutzes zum Erhalt der Bausubstanz und des äußeren Erscheinungsbildes des Olympiadorfes zu orientieren. Bei den Reihenhausbesitzern, und hier vor allem bei den Einzeleigentümern, werden diese Auflagen geflissentlich übersehen. Es ist das Farbkonzept der einzelnen Wohnarme zu beachten (zu erfragen bei Verwaltung, ODBG oder EIG).

Bis zur offiziellen Benachrichtigung jedes Eigentümers sind folgende Adressen, die alle Fragen zu Denkmalschutz/-pflege beantworten, wichtig:

Untere Denkmalschutzbehörde LH Mchn, H. Semmler, T. 233-22098

Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, H. Reiner, T. 2114-219

oder www.blfd.bayern.de >„Hinweise f.Denkmaleigentümer" >„Förderung denkmalpflegerischer Maßnahmen" >„Steuervergünstigung“.

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Fernwärmeversorgung des Olympischen Dorfes: Hintergrundinformation und Verrechnung

Zentralbeheizte Wohnräume sowie fließendes Kalt- und Warmwasser gehören heute zum Wohnstandard. Wie in vielen anderen Wohnanlagen wird dieser Standard im Olympischen Dorf durch die Fernheizung gewährleistet.

Ursprung der Wärmeenergie und Verteilung

Fernwärme wird durch Wärme-Kraftkoppelung in Heizkraftwerken gewonnen. Dabei wird wie in einem konventionellen Dampfkraftwerk Wasser unter hohem Druck bis über den Siedepunkt hinaus erhitzt. Der entstandene Hochdruckdampf treibt anschließend eine Dampfturbine an, um über einen Generator Strom zu erzeugen. Es bleibt sogen. Abdampf übrig, aus dem Wärmeenergie zu Heizzwecken extrahiert werden kann. Diese wird über gut wärmegedämmte Rohrleitungen zu den Abnehmern geliefert und nach der Energieentnahme, die sich in einer Verminderung der Temperatur des Transportmediums äußert, über eine zweite Rohrleitung wieder zum Heizkraftwerk zurückgeführt.

Raumheizung und Warmwasserbereitung

Beim Abnehmer erfolgt die Energieübergabe in einem Wärmetauscher, in dem ein abnehmerseitiger Kreislauf für Heizung und Warmwasserversorgung erhitzt wird.

Das Rohrleitungssystem nach dem Wärmetauscher besteht aus dem Vorlauf mit erwärmtem Wasser, d.i. der vom Wärmetauscher zu den Heizkörpern führende Rohrstrang, und dem Rücklauf, der von den Heizkörpern abgekühltes Wasser zum Wärmetauscher zurückführt. Eine von der Außentemperatur abhängige Regelung mischt dem Vorlauf mehr oder weniger Wasser aus dem Rücklauf zu: Eine entsprechend verminderte Wassermenge fließt durch den Wärmetauscher, wodurch eine dazu proportionale Wärmemenge übertragen wird.

In den beheizten Räumen wird die Temperaturregelung durch Thermostatventile an den Heizkörpern bewirkt, indem der Wasserdurchfluss abhängig von der Einstellung und der herrschenden Raumtemperatur mehr oder weniger gedrosselt wird. Der Durchfluss wird erhöht, wenn die Raumtemperatur sinkt, oder z.B. bei Sonneneinstrahlung verringert.

Brauchwassererwärmung

Das Warmwasser wird in einem Boiler mit einer von Heizungswasser durchströmten Heizschlange erwärmt. Das aus diesem entnommene Brauchwasser wird sukzessive durch Frischwasser ersetzt. Um die Verkalkung der Boiler und Leitungen zu minimieren, wird das Brauchwasser auf eine Temperatur erwärmt, bei der die Ausscheidung von Kalk noch nicht einsetzt, die Legionellenbildung aber vermieden wird.

Abrechnung der Wärmeenergie: Übergeordnete Abrechnung

Im Wesentlichen setzen sich die Heizkosten aus den Grundkosten und den Arbeitskosten zusammen. Die Grundkosten decken den betriebswirtschaftlichen Aufwand für Errichtung und Instandhaltung des lieferanteneigenen Leitungsnetzes. Als Bemessungsgrundlage dient der Anschlusswert in kW, der die Größe der Anlage widerspiegelt.

Grundlage der Arbeitskosten ist die im Abrechnungszeitraum gelieferte Wärmemenge in MWh, die in jeder WEG messtechnisch mit einem Messgerät erfasst wird. Es misst fortlaufend den Durchfluss an Heizwasser aus dem Fernleitungsnetz und dessen Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf. Beide Werte werden multipliziert und über den Abrechnungszeitraum aufsummiert. Dies ergibt die in der Wärmerechnung der Fa. Favorit ausgewiesene Wärmemenge.

Beide Preiskomponenten, für die Preisgleitklauseln gelten, geben die Stadtwerke München als Vorlieferant von Favorit quartalsweise bekannt. Daneben werden noch Mess- und Abrechnungskosten verrechnet. Auf die jährliche Heizkostenabrechnung leisten die WEG monatliche Vorauszahlungen.

Individuelle Abrechnung

Für die individuelle Heizkostenabrechnung werden neben den von Favorit in Rechnung gestellten Heizkosten die Kosten im Sekundärkreislauf berücksichtigt für

  • Betriebsstrom
  • Wartung der Heizanlage
  • das zur Warmwasserbereitung nötige Kaltwasser einschließlich der kommunalen Abwassergebühren
  • die Abrechnung des Wärmelieferers

Für die Erfassung der Heizenergie ist eine physikalisch einwandfreie Messung der Wärmemengen weder praktikabel noch sinnvoll. Eine einfache Methode besteht in der Erfassung durch sogenannte Heizkostenverteiler. Dabei ist die Menge einer verdunstenden Flüssigkeit, die mit jedem Heizkörper in thermischer Verbindung steht, ein Maß für die zwischen zwei Ablesungen abgegebene Wärmemenge. Wegen verschiedener Einflüsse wird nur ein Teil der Kosten über die Heizkostenverteiler abgerechnet. Der andere Teil wird im Verhältnis der beheizten Flächen umgelegt.

Die zur Warmwasserbereitung verbrauchte Energiemenge wird häufig ebenfalls mit Verdunstungsmessgeräten ermittelt. Eine exaktere Methode besteht jedoch in der Erfassung der die Warmwasserleitung durchströmenden Wassermenge, die – unter Einbeziehung der Temperaturerhöhung - der verbrauchten Wärmemenge entspricht. Auch bei der Warmwasserbereitung treten nicht erfassbare Wärmeverluste auf, so dass die Energiekosten wieder nur zum Teil über den ermittelten Verbrauch, der restliche Teil über die Wohnfläche umgelegt werden. Wegen geringerer Unsicherheiten als bei der Raumheizung wird hier mit anderen Gewichtungen gearbeitet.

Behaglichkeit hat ihren Preis. Was hinter den häufig geschmähten hohen Kosten steckt, wurde mit diesem Betrag versucht transparent zu machen. Ein ausführlicherer Bericht zum Thema wird parallel auf der Web-Site der EIG veröffentlicht.

Fritz Fickenscher

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Das Recht jedes Eigentümers, die Verwaltertätigkeit zu kontrollieren
Vertrauen gut – Kontrolle besser...

Jeder einzelne Wohnungseigentümer hat das Recht, die Abrechnungsunterlagen für die Jahresabrechnung ohne Angabe eines Grundes einzusehen. Das gilt auch, wenn ein Verwaltungsbeirat oder andere Miteigentümer (z.B. gewählte "Rechnungsprüfer") die Unterlagen im Interesse der gesamten Gemeinschaft überprüfen.

Das Bayerische Oberste Landesgericht (BayObLG) hatte über einen Fall zu entscheiden, in dem ein Wohnungseigentümer nicht damit einverstanden war, dass eine Mehrheit der übrigen Wohnungseigentümer die Richtigkeit einer Jahresabrechnung durch Beschlüsse bestätigt hatte. Deshalb focht er die Beschlüsse beim Amtsgericht an und beantragte dort, in die Abrechnungsunterlagen Einsicht nehmen zu dürfen und den Verwalter abzuberufen. Das Amtsgericht wies die Anträge ab. Ebenso wies das Landgericht die Sofortige Beschwerde des Eigentümers zurück. Erst die dagegen gerichtete Sofortige weitere Beschwerde des Eigentümers beim BayObLG brachte ihm bezüglich der Einsicht in die Abrechnungsunterlagen den gewünschten Erfolg (bezüglich der Ungültigerklärung der Jahresabrechnung und der Abberufung des Verwalters wurde das Verfahren zur weiteren Sachverhaltsaufklärung an das Landgericht zurückverwiesen).

In der Begründung der Entscheidung hat das BayObLG u.a. ausgeführt: "Zu Unrecht haben die Vorinstanzen den Antrag auf Einsicht in die Abrechnungsunterlagen abgelehnt. Neben dem Recht der Wohnungseigentümer aus § 28 Abs.4 Wohnungseigentumsgesetz (WEG), vom Verwalter Rechnungslegung zu verlangen, hat jeder einzelne Wohnungseigentümer aus § 666 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) das individuelle Recht, Einsicht zu nehmen in die Belege und Unterlagen des Verwalters, die der Jahresabrechnung zu Grunde liegen. Dieses Recht besteht auch noch nach Eigentümerbeschlüssen über die Jahresabrechnung und über die Entlastung des Verwalters, ohne dass der Wohnungseigentümer ein rechtliches Interesse darlegen müsste. Ausgehend von dieser Rechtslage, haben die Vorinstanzen zu Unrecht die Einsicht in die Abrechnungsunterlagen ver- sagt."

(Beschluss des BayObLG vom 04.07.2002 - 2 Z BR 139/01; Fundstelle: Neue Zeitschrift für Miet- und Wohnungsrecht -NZM-, Jahrg. 2003, S.905, zu finden z.B. im Allgemeinen Lesesaal der Bayer. Staatsbibliothek, Sign.: Hbl/Z 539/24)

Zwei Jahre zuvor hatte das BayObLG bereits entschieden (Beschluss vom 13.06.2000 – 2 Z BR 175/99; NZM 2000, 873), dass ein Verwalter die Einsicht nicht mit der Begründung verwehren könne, er wäre überfordert, wenn jeder Eigentümer der Wohnanlage von 155 Wohnungen sein Einsichtsrecht geltend machen würde. „Das Einsichtsrecht des einzelnen Wohnungseigentümers wird nur durch den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) und das Schikaneverbot (§ 266 BGB) begrenzt. Gegenüber dem Recht jedes Wohnungseigentümers auf Einsicht in die der Jahresabrechnung zu Grunde liegenden Belege“ – die Formulierung der Vorinstanz (LG), es handele sich dabei um ein „umfassendes“ Einsichtsrecht, wurde vom BayObLG bestätigt – „kann sich der Verwalter nicht auf tatsächliche Schwierigkeiten berufen, die sich bei der Geltendmachung des Einsichtsanspruchs durch die zahlreichen Eigentümer einer großen Wohnanlage für ihn ergeben.“ Darüber hinaus habe jeder Wohnungseigentümer „im Rahmen der Einsichtnahme Anspruch auf Aushändigung von Fotokopien“ (die Kosten dafür seien dem Verwalter zu erstatten), „da es ihm i.d.R. nicht zugemutet werden kann, handschriftlich Abschriften zu fertigen“.                  Wieland Brandt  N 20

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Nachbarschaftshilfe der älteren Generation

Hallo, hier sind wir, die “Dorfsenioren e.V.”

In die Jahre gekommen, ist unsere Gemeinschaft nicht etwa geschmolzen, sondern ganz im Gegenteil: Es haben sich in letzter Zeit eine ganze Menge neuer Teilnehmer an unseren vierzehntägigen Treffen Freitagnachmittag eingefunden. Bei Kaffee und Kuchen, freien Gesprächen ebenso wie bei besinnlichen Lesungen und Diskussionen versuchen wir, Kontakte der Senioren untereinander zu knüpfen. Nicht zu vergessen ist, dass wir auch gerne singen.

Leider hat die Zahl der Mitglieder nicht im gleichen Umfang wie die der Teilnehmer an den geselligen Kontakten zugenommen. Deshalb möchten wir gerne neue Mitglieder werben. Hätten Sie nicht Lust, Mitglied unseres Vereins der "Dorfsenioren e. V." zu werden? Mit 25 Euro Mitgliedsbeitrag jährlich wären Sie dabei. Allmählich entwickelt sich die Bevölkerungsstruktur im Olympischen Dorf doch dahin, dass aus den einst zugezogenen Familien die Kinder ausziehen, die "Älteren" aber bleiben und eben zu Senioren werden. Der eine oder andere unter ihnen braucht sicher Hilfe und Unterstützung. Das wäre doch ein Grund, unserem Verein beizutreten.

Der Zweck unseres Vereins ist es, Nachbarschaftshilfe zu leisten. Wir bemühen uns, älteren Menschen  bei allen Fragen und Problemen des Altwerdens mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das heißt, dass wir sowohl bei Verkehr mit Behörden, Krankenkassen etc. helfen als auch Begleitung bei Arztbesuchen, Spaziergängen und Einkäufen anbieten. Ebenso gerne besuchen wir Sie einfach, wenn Sie es wünschen, unterhalten uns mit Ihnen und hören zu, was Sie zu sagen haben.

Sollte es nötig sein, dass Sie ins Krankenhaus müssen, so kommen wir auch dort zu Ihnen. Sie sehen also, wir sind bereit, rundherum Dienste zu leisten, Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Allerdings ist es uns nicht möglich, spezielle Krankenpflege anzubieten, da uns dazu leider die Ausbildung fehlt.  Inzwischen hat sich eine Zusammenarbeit mit dem Verein für soziale Aufgaben der Diakonie München-Moosach e. V. entwickelt, der Dienste der Krankenpflege durch ausgebildetes Krankenpflegepersonal anbietet.

Neben all diesen nachbarschaftlichen Hilfen haben die "Dorfsenioren" derzeit fünf Ein- und Zweizimmerwohnungen im Helene-Mayer-Ring erworben, um Dorfbewohnern zu ermöglichen, auch im Alter im Olympischen Dorf zu bleiben.

Um diese Dienste anbieten zu können, brauchen wir immer wieder Mitarbeiter, die bereit sind, anderen zu helfen und etwas Zeit dafür mitzubringen. Auch sind wir "Ehrenamtliche", die wir verwaltend für die "Dorfsenioren" tätig sind, alle nicht mehr die Jüngsten und brauchen auch in dieser Hinsicht dringend Unterstützung durch die nachkommende Generation.

Sollten Sie sich nun angesprochen fühlen und unseren Kreis einmal kennen lernen oder in unserem Verein "Dorfsenioren e.V." mitarbeiten wollen, freuen wir uns über Ihren Anruf bei Frau Steidle, Tel. 351 9951. Unter dieser Adresse sind Sie ebenso herzlich willkommen, wenn Sie Hilfe und Unterstützung suchen.

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Interview mit Fr. Jung

DB: Frau Jung, Ihrem frühen Einzugstermin nach – Januar 1973 – gehören Sie zu den ersten Bewohnern des Olympiadorfes. Waren es die Möglichkeiten einer neuen Wohnform oder einfach Pioniergeist, der Sie und Ihre Familie damals hierher führten?

A.J.: Ganz im Gegenteil, es bestand zunächst einfach die Notwendigkeit, nach fünf Jahren USA-Aufenthalt und unserer Rückkehr nach München, hier eine ‚vorübergehende’ Bleibe zu finden. Denn Vorbehalte gegenüber dem vielen Beton und der dichten Bebauung hier im Olympiadorf bestanden durchaus. Wir kamen doch aus der amerikanischen Normalität: mit Einfamilienhaus, Garten, Kind und Hund. Aber ein Schuss Pioniergeist war durchaus vonnöten...

DB: Viele Wohnungen standen damals ja noch leer und blieben abends dunkel...

A.J.: Allerdings half unser neuer Telefonanschluss – immerhin der erste im Dorf! – rasch, mit ‚Nachbarn’ aushilfsweise in Kontakt zu kommen. Und als die erste Mutter auf mich zu kam und sagte: „Meine Tochter heißt Bettina... und Ihre?“ – da spürte ich ein Gemeinschaftsgefühl, etwas ‚Dörfliches’...

DB: Die von vielen ‚Neubürgern’ geschätzte Spontaneität und Offenheit der sozialen Beziehungen hier im Dorf wurde natürlich befördert durch die allgemeine Gründerstimmung einer nicht gewachsenen, noch nicht strukturierten, sondern offenen Gesellschaft...

A.J.: Vor allem waren hier die meisten Familien altersgleich, mit vielen jüngeren Kindern, und die zahlreichen öffentlichen Einrichtungen für Schule und Freizeit buchstäblich vor der Tür. Unsere Kinder konnten dadurch von klein auf recht selbständig und ‚autonom’ aufwachsen, ohne ständige Begleitung durch Erwachsene...

DB: ... eine Konstellation, die Ihrem Wunsch nach beruflicher Betätigung sicher entgegenkam. Konnten Sie diesbezüglich an Ihre Kontakte und Erfahrungen in den USA anknüpfen?

A.J.: Natürlich. Ich hatte nach dem Abitur in Bamberg und dem anschließendem Studium der Germanistik und Anglistik 1961-65 in München vier Jahre in den USA am Lewis & Clark College in Portland Oregon unterrichtet. Nun entwickelte ich – in Zusammenarbeit und mit Genehmigung dieses Colleges und der Ludwig-Maximilians-Universität München – ein Austauschprogramm für amerikanische Studenten.

DB: Betraf dieses eher allgemeine Fragen der Organisation bzw. Integration?

A.J.: Diese natürlich auch, von der Unterbringung bis zu Versicherungsfragen.... Insbesondere aber gelang es mir, auf Grund dieses vertraglich abgesicherten Austauschprogramms für die amerikanischen Studenten die Möglichkeit zu schaffen, in einem kontinuierlichen Studienablauf das dritte College-Jahr an der Münchner Universität zu absolvieren – als Lewis & Clark College Year of Study at the University of Munic.

DB: Welchen Zeitvorgaben folgte dieses Austauschprogramm?

A.J.: Die amerikanischen Studenten, die das erste und zweite College-Jahr in den USA schon absolviert haben mussten, wurden dann zum 1. September vom College nach München geschickt – meist waren es Gruppen von ca. 20-30 Studenten und Studentinnen. Hier erwartete sie zunächst ein zweimonatiger Vorbereitungskurs, bevor sie sich dann im November für das Wintersemester als vollimmatrikulierte Studenten an der LMU einschreiben konnten. Nach zwei Semestern, also zum Ende des folgenden Sommersemesters kehrten sie zurück in die USA, um dann nach ihrem vierten Studienjahr dort zum Bachelor of Arts (BA) graduiert werden zu können.

DB: Ganz wichtig für die Neuankömmlinge in Deutschland war sicherlich der Vorbereitungskurs im Herbst. Welche ‚Fächer’ standen dafür im Programm?

A.J.: Der Unterricht erfolgte in Landeskunde, deutscher Literatur, Kunst, Geschichte, Theater usw., z.T. auch in Abstimmung mit speziellen Interessen oder Studienzielen. Dabei standen mir – als der verantwortlichen Leiterin – neben Kollegen auch ein Assistent aus der Uni als Tutor für die Studenten zur Seite. Unser finanzielles Budget erlaubte uns außerdem die Organisation von kulturellen Begleitprogrammen. So machten wir auch Ausflüge in die deutschsprachigen Nachbarländer, oft verbunden mit einem Theater- oder Opernbesuch, z.B. nach Wien oder auch in Kafkas Prag. Und Reisestipendien (Fulbright-, UNESCO-, DAAD-) ermöglichten in den Ferien später, auch andere europäische Länder und ihre Besonderheiten kennen zu lernen.

DB: Das heißt, die Erfahrungen aus dem Studienjahr in München regten die amerikanischen Studenten an, sich auch weiterhin mit der deutschen und europäischen Kultur zu beschäftigen?

A.J.: Natürlich. Man kann sagen, dass etwa ein Drittel von ihnen später hierher zurückkehrte – als Stipendiaten oder auch beruflich – um ihre Kenntnisse zu vertiefen oder direkt ein spezielles Thema zu bearbeiten, z.B. zu Fragen des Gesundheitssystems, sozialer Einrichtungen usw.

DB: Frau Jung, offensichtlich bot Ihre Tätigkeit Freiräume für Ihre Eigeninitiative in vielerlei Form und Ausmaß. Aber blieben Ihnen auch Situationen in Erinnerung, die Sie besonders herausforderten?

A.J.: Durchaus, insbesondere wurde es spannend, wenn eine solche Herausforderung alle Beteiligten betraf. Das geschah z.B., als wir einmal eine unserer auf das komplizierteste vorzubereitenden Kulturreisen in die einstige DDR machten – wobei der Alarmruf : „Die Amerganer gommen!“ uns schon vorauseilte... Als uns dann ein Oberleutnant in wohlgesetzten Worten die Existenz der Mauer erklärte, kam die fassungslose Frage aus amerikanischem Mund: „Aber ist die Mauer wenigstens nachts geöffnet?“

DB: ...eine absurde Situation!

A.J.: Die Absurditäten DDR-typischen Verhaltens – z.B. die schon neurotische Scheu vor einem freien Wort – zu unterlaufen, war auch eine solche Herausforderung. Als man mir einmal diskret mitteilte, abends sei eine kleine Ehrung für mich vorgesehen und ich ankündigte, dann auch etwas sagen zu wollen..., geschah abends – gar nichts! Im Hotelzimmer fand ich dann die Plakette schön verpackt auf dem Kopfkissen, ohne Worte. Bei unserer nächsten Einreisekontrolle trug ich die Plakette sichtbar am Revers... Das Einschmuggeln der gesammelten SPIEGEL u.a. Zeitschriften gelang diesmal problemlos, ohne Kontrolle, ohne Worte...

DB: Frau Jung, den deutsch-amerikanischen Studentenaustausch haben Sie nicht nur 1972 initiiert, sondern in 30jähriger Praxis in München so fest etabliert, dass er seit 2002 auch ohne Ihre Mitwirkung weiterläuft. Mangelt es Ihnen als Rentnerin nun an geeigneten Betätigungsfeldern?

A.J.: Keineswegs. Ich habe inzwischen hiesige Ausländerkinder unter meine Fittiche genommen. Ich gebe ihnen schulischen Nachhilfeunterricht, aber auch praktische Lebenshilfe, ‚Quali’-Vorbereitung, Firmen anschreiben usw. Dabei ist sogar mein pädagogisches Interesse neu geweckt worden: Warum ist die sprachliche Förderung dieser Kinder bei uns so schwer zu erreichen? Ein solches Problem stellt sich z.B. in den USA überhaupt nicht. In den Slums von Los Angeles sprechen die neuen Kinder ganz schnell auf dem Niveau der einheimischen gleichen Alters! Liegt es am System? Die Frage bleibt wohl vorläufig ungelöst...

DB: Frau Jung, mögen diese und noch viele andere Fragen Ihr Interesse und Engagement weiterhin aktiv und lebendig erhalten. Ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Gespräch.

Dr. Renate Weber

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Mehr Bürger-Beteiligung durch mehr Bürger-Macht
Titel eines Beitrags von Wolfgang C. Goede (EIG-Beirat) im Journal Nr. 50 des Maecenata Instituts der Berliner Humboldt Universität (www.maecenata.de; www.casa-luz.de/empowerhaus).

Darin entwickelt er eine Strategie, wie Bürger in Stadtteilen mehr Einfluss auf die Politik nehmen und diese menschenfreundlicher gestalten. Dabei lässt sich Goede u. a. leiten von den Erfahrungen im Olympiadorf, einem intakten Gemeinwesen, das erfolgreich den Bau des WM-Fußballstadions abgewehrt hat. Der Autor stellt drei Thesen zur Diskussion:

Die Parteien und gesellschaftlichen Institutionen müssen damit aufhören, die Bürger zu bevormunden und Entscheidungen hinter ihren Rücken durchzusetzen. Nur wenn Menschen ihr Leben selbstständig gestalten dürfen, “sie Regisseure ihrer eigenen Biografie sind”, werden sie zu zupackenden Staatsbürgern.

Einfluss gewinnen sie aber nur, wenn sie miteinander Netze öffentlicher Beziehungen knüpfen, miteinander in Kontakt stehen und sich über Probleme austauschen. Um das anzustoßen, brauchen sie in aller Regel einen Coach, einen so genannten Community Organizer. Das ist ein neuer Beruf in der Sozialarbeit, für den an einigen Ausbildungsstätten bereits Rollenbilder entwickelt werden.

Aus den Netzen gehen unabhängige Bürgerorganisationen hervor, die nicht nur Problemlösungen vorschlagen, sondern diese auch durchsetzen. Damit gewinnt die repräsentativ- passive Demokratie ein neues Standbein. Die vom Zukunftsforscher Robert Jungk bemängelte “Kreuzchen-Demokratie” wird zur “Mitmacher-Demokratie”, in der die Bürger aktiv an der Macht teilhaben. Nur durch eine solche Bürgeraktivierung, professionell angeleitet durch einen neuen Typus von Sozialarbeiter, wird die viel beklagte politische Verarmung Deutschlands gestoppt - aus der Theorie der Bürgergesellschaft wird ein praktisch gelebtes Modell.

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Theater im Aufwind
Die Programmpalette des Kulturvereins Olympiadorf hat Zuwachs bekommen. Waren es bisher stets „fremde“ Theatergruppen, die hin und wieder zu Gastspielen eingeladen werden konnten, so ist die Bühne des „forum 2“ jetzt von eigenem Theater belebt.

Aus einer Gründungsinitiative der Zukunftswerkstatt sind gleich zwei sich ergänzende Theateraktivitäten hervorgegangen: Das „OlympiaTheater-Ensemble“, das seit dem Frühjahr 2004 unter Leitung von Andreas Mathyl bereits mehrere Szenische Lesungen mit klassischen Texten der deutschen, französischen und altgriechischen Literatur organisiert hat, und die zunächst als Theater-Workshop bezeichnete „Theatergruppe Olympiadorf“, die seit Sommer 2004 Anfängern und fortgeschrittenen Theaterbegeisterten mit dramatischen Übungen Wege zum überzeugenden Agieren auf der Bühne weist.

Das „Olympia-Theater-Ensemble“ wird anlässlich des 200sten Todestages des Poeten und Theaterdichters Friedrich Schiller am 9. Mai an drei Abenden (8. / 15. und 16. Mai) jeweils eine Darstellende Lesung von dramatisch gestalteten Gedichten der ‚klassischen’ Zeit Schillers präsentieren.

Die grundsätzliche Polarität entsprechender Grundstimmungen und Inhalte einzelner Gedichte zeichnet zugleich ein ‚inneres Drama’ des bürgerlichen Intellektuellen und ‚freien’ Schriftstellers Friedrich Schiller, dessen Widersprüchlichkeit die poetische Bühneninszenierung der Gedichte dramaturgisch bestimmen wird.

Im Winter 2004 wurde eine dem „OlympiaTheater“ angegliederte „Digitalfilm-Werkstatt“ ins Leben gerufen, die Theaterprojekte im „forum 2“ dokumentieren und medial unterstützen wird, u.a. durch Bühnenprojektionen und Filmeinspielungen. Die Kurzspielfilm-Aktivitäten der „Digitalfilm-Werkstatt beschränken sich z.Zt. auf Spielfilmprojekte im 3-Minuten-Format.

Für die Besetzung werden Menschen aller Altersgruppen (evtl. mit Schauspielerfahrung) gesucht, die gerne vor der Kamera stehen, oder bei den jeweils ca. zwei bis vier Tage umfassenden Dreharbeiten eine genau definierte Funktion hinter der Kamera übernehmen wollen. (Kontakt: 089-2898 6354 oder 0162- 3941454, bzw. e-mail an electric-cinema@gmx.de.)

Die „Theatergruppe Olympiadorf“ wurde Anfang 2004 von Olympiadorfbewohnern gegründet, die neugierig auf die Schauspielerei waren. Nach einigen Treffen, bei denen zunächst verschiedene Ideen wieder verworfen wurden, ging es im Juni richtig los – mit Workshops unter der Leitung von Barbara Peter. Hier kann jeder Interessierte in die Schauspielerei hineinschnuppern. Aufwärmübungen werden gefolgt von verschiedenen Techniken und Improvisationen.

Die Workshops machten fast allen Beteiligten Lust auf mehr. So galt es als nächstes, ein geeignetes Stück für eine Aufführung vor Publikum zu finden: „Sechs Damen und ein Kommissar“ wird am 10. / 11. und 12. Juni zu sehen sein. Mehr darüber in der Juni-Ausgabe des „forum 2“ Programm-Leporellos.

Günter Fitzke

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Über das friedliche Miteinander
Eine Bitte der EIG-Projektgruppe „Hunde im Olympiadorf“
München gehört zu den hundefreundlichsten Städten Deutschlands. Unter den 15 größten deutschen Städten Deutschlands erhebt München seit Jahren den niedrigsten Hundesteuersatz. Die Erreichbarkeit großzügiger Parkanlagen aus nahezu jedem Stadtteil, die Isarauen und der Englische Garten, der ganz München durchzieht, sowie die Nähe zu ländlichen Gegenden verschaffen dem Hund und seinem Besitzer paradiesische Verhältnisse. München, die Stadt mit Herz, dem hohen Freizeitwert, der wunderbaren Mischung aus urbanen und ländlichen Strukturen ist jedoch nicht nur für den Hund und seinen Besitzer attraktiv, sondern für alle anderen Menschen auch. Und genau darin „liegt der Hund begraben“!

Unser aller Dorf

Das Olympiadorf, als verkleinertes Abbild dieser Großstadt, stellt ein typisches Kollektivgut dar. Es leidet u.a. darunter, dass die Kluft zwischen den allgemeinen Gruppeninteressen und den persönlichen Handlungen weit auseinanderklafft. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt der EIG (siehe linke Seite) belegen eindeutig, dass sich die Olydorfbewohner ein ordentliches und rücksichtsvolles Umfeld wünschen. Zu beobachten sind jedoch in Panik geratende Mütter, die ihre Sprösslinge vor freilaufenden Hunden schützen, deren Besitzer entgegnen, man möge doch seine völlig falschen Erziehungsmethoden umstellen: Nicht der Hund, sondern die anerzogene Angst des Kindes sei das Problem.

Hunde verderben sich hingegen den Magen an weggeworfenen, verdorbenen Lebensmitteln oder verletzen sich an Scherben und anderem Unrat. Im Gebüsch versteckte, volle Windeln und ungeniert urinierende Zweibeiner demotivieren Hundebesitzer, den Kot ihres Vierbeiners aufzusammeln. Die Anonymität der Dunkelheit und die im Schnee versinkenden Häufchen scheinen jedoch die für diese Jahreszeit typisch begünstigten Bedingungen für das Ignorieren von Vorschriften zu sein.

Einfach und billig

Was ist zu tun in dieser misslichen Lage? Alle bisherigen Versuche, durch z.B. Ge- und Verbotsschilder den gegenseitigen Frust und latenten Ärger abzubauen, haben die Situation nicht verbessert. Einzäunen von Spielwiesen oder, umgekehrt, Hunde-Arealen entsprechen nicht dem liberalen Grundkonzept des Dorfes.

Wir, als Projektgruppe „Hunde im Olympiadorf“ der EIG, kommen zu dem (sicher nicht neuen) Schluss, dass sich Zwei- und Vierbeiner mehr an den Regeln des gutnachbarschaftlichen Zusammenlebens orientieren müssen. Hundekot-Tüten sollten wie die Hundeleine zur Ausrüstung jedes Hundebesitzers gehören – und auch benutzt werden. Sie sind der derzeitige Stand der Technik, mit denen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner - aber auch z.B. gebrauchte Windeln – fast mühelos entsorgt werden können. Nur das ist unsere Bitte.

Susanne Dressler, EIG

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Zukunftswerkstatt
Vom 9. bis 11. Juli 2004 fand parallel zum Sommerfest die Zukunftswerkstatt der EIG statt. Wer die vielen bunten Karten im kleinen Zelt neben dem Hauptzelt gesehen hat, weiß, mit welcher Kreativität sich viele Bewohner des Dorfes und der näheren Umgebung daran beteiligt hatten. Für diejenigen, die nicht mit dabei waren, hier eine kurze Erläuterung.

Es gab - wie in jeder Zukunftswerkstatt - drei Phasen, in deren Verlauf Anregungen auf Karteikarten geschrieben wurden:

  • Phase der Kritik, in der jeder schreiben konnte, was ihn im Dorf in irgendeiner Weise stört,
  • Phase der Fantasie, in der jeder davon träumen konnte, wie er sich Dinge wünscht, wenn genügend Einfluss und Geld vorhanden wäre, und schließlich
  • Phase der Realisierung, in der konkrete Vorschläge gemacht werden sollten.

Schließlich konnten die Teilnehmer noch mit „Punkten“ kennzeichnen, was ihnen persönlich von dem Aufgeschriebenen am wichtigsten war, so dass dann insgesamt 192 Karten mit 382 Punkten das Gemeinte wiedergaben.Das Anliegen, zu dem die meisten Karten geschrieben wurden (29 Karten mit 54 Punkten) waren die Hunde und ihre Besitzer. Die meisten Dorfbewohner wünschen, dass Hundebesitzer die Häufchen ihrer Lieblinge nicht einfach liegen lassen. Viele Hundebesitzer scheinen aber das Entsorgen lieber der Natur zu überlassen – und hier liegt (im wörtlichen Sinn) das Problem.

Können „technische Hilfen“ (z. B. Hundekot-Tütenautomaten oder eine „Bellobox“ - www.bellobox.de -) hilfreich sein oder geht es eher um ein Umdenken, d. h. um die Bereitschaft, sich persönlich dafür verantwortlich zu fühlen, die Wiese so zu verlassen wie sie betreten wurde, auch wenn es etwas Mühe kostet?Auch andere Verhaltensweisen werden von einigen Teilnehmern als eher egoistisch eingestuft, z. B. der Umgang mit Müll, Lärm oder (zu?) schnellem Radfahren. Und gerade am Radfahren kann gesehen werden, dass Verbote (z. B. in der Ladenstraße) nur bedingt sinnvoll sind, da sie von denen nicht befolgt werden, denen die eigenen Bedürfnisse wichtiger sind als Rücksicht gegenüber Mitmenschen.

Es kann jedoch an dieser Stelle nicht nur darum gehen, alle „Mängel“ aufzuzählen, sondern es soll auch von Visionen berichtet werden.

Von vielen Bewohnern wird gewünscht, dass die Nachbarschaftshilfe weiter ausgebaut bzw. dass im Dorf eine „Dienstleistungsbörse“ aufgebaut wird, bei der Menschen allen Alters Gebende und Nehmende sind. Jüngere Menschen suchen vielleicht einen Babysitter oder jemanden, der Nachhilfe gibt, ältere jemanden, der einkauft oder Gardinen aufhängt, und Jung und Alt suchen vielleicht einen Menschen ihres Vertrauens, der während einer Abwesenheit das Haustier oder die Blumen betreut.

Andere Bewohner (u. a. auch gerade diejenigen, die schon jetzt viel Zeit für Anliegen des Dorfes verwenden) wünschen sich einen Kommunikationsraum, in dem sie ungestört, z. B. bei einem Espresso, über all das sprechen können, was sie bewegt. Dieser Raum sollte auch Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung bieten, wie Fotoausstellungen oder anderes.

Wieder andere Dörfler machen sich Gedanken darüber, wie die Ladenstraße gestaltet werden könnte (z. B. im Zuge der demnächst anstehenden Instandsetzung), der Kirchenvorplatz oder auch die Fahrstraß, wie die Beleuchtung des Dorfes verbessert werden könne, ob es sinnvoll ist, Flachdächer zu begrünen oder sie eher zur Energieverwendung zu nutzen - für den Fall, dass der Denkmalschutz es überhaupt zulässt - oder aber auch, wie angeregt werden kann, dass das Dorf sich intensiver auf seine „Wurzeln“ besinnt.Auch diese Liste könnte weiter fortgesetzt werden (und kann - bei Interesse - erfragt werden).Es haben sich auch Menschen gefunden, die sich mit ganzer Kraft für eines der Probleme einsetzen, und ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt; aber für andere Bereiche hat sich - bisher - noch niemand gefunden, der das Anliegen zu dem seinen macht.Daher die Bitte:Wenn Sie jetzt beim Lesen dieser Zeilen eine Vision oder auch einen Realisierungsvorschlag haben, an der (dem) Sie persönlich gern (mit?)arbeiten möchten, so lassen Sie es uns bitte wissen.(Tel. EIG 35732273 oder Fr.Steffen 3510255).

Marianne Steffen

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Leserbrief einer Besucherin:
"Ich wohne im Osten unserer Stadt in einer Gegend, in welcher das höchste Gebäude gerade mal zwei Stockwerke hat. Dann hatte ich in einem Januar geschäftlich im Olympiadorf zu tun, war mit der U-Bahn angereist, schlenderte auf der Suche nach meinem Ziel durch die Einkaufsstraße und ließ meine Bli- cke wandern.

Als ich dann immer höher schauen musste, um das Ende der Häuser zu finden, wurde mir fast schwindlig und ich fühlte mich von den Hochhäusern, die das Dorf umschließen, fast erschlagen. Der triste, graue Januartag tat ein Übriges dazu, DEN Teil des Dorfes, den ich bis dahin zu Gesicht bekommen hatte, als „traurig anzuschauen“ zu empfinden. Bei späteren Besuchen wirkte immer noch der erste Eindruck nach.

Nun machte ich mich im Juli auf, neben dem geschäftlichen Anliegen auch dem Sommerfest einen Besuch abzustatten und jetzt möchte ich Abbitte tun für meinen Scheuklappen-Blick! Als ich am Forum um die Ecke bog, wehte der Wind mich fast wieder weg – aber ich mag Wind und ließ mich einfach nicht verblasen! Was mir dann gefiel, war die Wasserwand, die leise rieselte – tausende blinkende Tropfen, vom Licht versilbert.

Auf den Stufen des Forum saßen junge Leute und plauderten und meine Begleiterin brachte mich über den schrägen Weg auf die richtige Fährte zum Platz mit den weißen Zelten und den vielen Fähnchen, die lustig flatterten.

Der Wind fuhr heftig in die Blätter der unzähligen Bäume, die in sattem Grün den Weg säumen und die aus der Fläche zwischen den Häusern einen wunderschönen Park machen. Etliche Springbrunnen plätscherten und ich beneidete die Kinder, die unbeschwert im See planschten. Fand die Idee mit den Rodelhügeln super und erkannte immer mehr, dass man nie dem ERSTEN Blick trauen soll, sondern dass es sich lohnt, auch einen ZWEITEN Blick zu riskieren.

Was mir zusätzlich auffiel, war die Tatsache, dass es sich trotz der „Wohnburgen“ (die nun hinter den Bäumen und mit hübschen Blumen an den Balkonen nicht mehr so „übermächtig“ wirkten) ... nun, dass es sich um ein „DORF“ handelt, wo scheinbar jeder jeden kennt! Welch ein Unterschied zu meiner kleinen Wohnstraße, in der ich gerade mal mit zwei (von acht) Nachbarn mehr als ein „Grüß Gott“ wechsle.

Der ganze freundliche Eindruck wurde überstrahlt von der Sonne, die sich – unerwartet, aber erfreut angenommen – zwischen hübschen weißen Wolken am blauen Himmel sehen ließ und angenehm wärmte. Wenn ich es so recht betrachte, ist es ein PARADIES für Kinder! Wo können die Kleinen (in einer Großstadt) in einen Bach hüpfen und sich, weil nun mal zu nass geworden, aller Kleider entledigen und als „Nackedei“ durch die Gegend laufen? Und sicher ebenso ein Paradies für die Eltern, die ihre Kinder nicht unentwegt gängeln müssen oder beaufsichtigend hinter ihnen stehen ...

Von der positiven Auswirkung der Integration von Kindergärten und Schulen im Dorf erzählte mir meine Begleiterin, die es selber erfahren konnte. Auch für die Erwachsenen wird viel geboten, nicht zuletzt durch die vielen Möglichkeiten, die der Kulturverein den Anwohnern eröffnet.

Ich bin überrascht von dem reichhaltigen Angebot und bedaure es fast, so weit weg zu wohnen und nicht „dazu zu gehören“.

Aber als Besucher bin ich willkommen und dieses Entgegenkommen nehme ich gerne an.

Christine Ostermann, München, Juli 2004

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Meeresfische im Olympiapark?
 Nach dem Auszug des Fußballs ist ein Aquarium unter den Hügeln am See Teil der Olympiapark-Zukunftsplanung.

Jetzt ist es amtlich: Die Pläne für das „Sea Life“-Projekt im Olympiapark wurden öffentlich vorgestellt, und nach der im Frühjahr erwarteten Genehmigung soll am Ufer des Olympiasees gebuddelt werden. Dort wird dann ein zweigeschossiges Ausstellungsgebäude in die Grashügel am Willi-Daume-Platz (vor der Eissporthalle) versenkt. Selbst die Stadtgestaltungskommission samt Denkmalpflegern und auch der Bezirksausschuss hatten nichts auszusetzen...

„Ein Sea Life Centre hat mit einem herkömmlichen Aquarium soviel gemeinsam wie ein Wal mit einem Goldfisch. Statt karg gestalteter Becken hinter rechteckigen Glasscheiben gehen die Besucher auf eine lehrreiche und spannende Reise in die Unterwasserwelt der heimischen Meere“, schreibt die Betreibergesellschaft in ihrer Presseerklärung. Besucher können allein in Deutschland bereits an sieben Orten das angepriesene Erlebnis genießen.

Über die konkreten Pläne in München gibt es noch keine offiziellen Verlautbarungen. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch bei uns das generelle Konzept verwirklicht wird, über das es heißt: „Pro Standort wird eine Vielzahl verschiedener kompletter Lebensräume präsentiert. Die 30 bis 40 liebevoll gestalteten Becken sind vom hüfthohen Rochenbecken bis zum säulenartigen Standaquarium mit Mikroskopeffekt  in Form und Design äußerst unterschiedlich. Die Bassins verschmelzen in allen erdenklichen Formen mit der räumlichen Gestaltung und Dekoration. Der Besucher erkundet z.B. das maritime Leben rund um einen Pier oder taucht zu einem Schiffswrack. Die Ausstellungen starten an den Flussquellen oder am Strand und führen in immer tiefere Gewässer. Von Abschnitt zu Abschnitt versinkt man weiter in die Unterwasserwelt.

Insgesamt beherbergen die Sea Life Centre zwischen 3.000 und 20.000 Fische und andere Meerestiere aus 60 bis 100 Arten - von Seepferdchen über Krebse, Rochen, bis zu den Haien. Mittelpunkt einer jeden Anlage bildet das zwischen 250.000 und 1.5 Mio. Litern fassende Tiefseebecken, durch das ein Glastunnel führt. Wie Taucher können die Besucher die majestätisch durch das Becken schwebenden Meeresbewohner aus nächster Nähe beobachten. An anderer Stelle wirken blasenförmige Fenster wie ein riesiges Mikroskop und bringen auch die kleinsten Aquarien-Bewohner ganz groß raus. Vor riesigen nach innen gewölbten Panoramafenstern dagegen verschmilzt der Besucher völlig mit der Unterwasserwelt hinter der Glasscheibe.“

Unter www.sealife.de können Sie weitere Informationen abrufen.

L.K./ W.T.

Nur – werden die exotischen Meerestiere das Defizit der Olympiaparkgesellschaft nach dem Auszug der Fußballvereine spürbar vermindern? Dazu sind nicht einzelne Häppchen-Beiträge, sporadische Events und noch mehr Kioske, sondern ein Gesamtkonzept zur Zukunft des Parks erforderlich. Sonst droht die schon begonnene Kommerzialisierung den Park auf Dauer zu verschandeln.

L.K.

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Sommerfest 8./9./10. Juli
Feiern ohne Reue

In den letzten Jahren wurde aus einzelnen Sommerfesten ein gemeinsames Dorffest, was den meisten Bewohnern sehr entgegen kam – und vielleicht auch den Mitbewohnern, die nicht so viel vom Feiern halten (Gelegenheit, sich dann Außerhäusiges vorzunehmen??).

Um wetterunabhängig zu sein, brauchen wir ein (teures) Zelt. Wie schon einige Male in der Vergangenheit, springt auch in diesem Jahr die EIG als Kostenträger ein.

Ein weiterer Punkt jedes Jahr: die Organisation selbst. Meist kümmern sich diejenigen um gutes Gelingen, die schon andere ehrenamtliche Funktionen haben; sie möchten gerne mal abgelöst werden. Es müsste doch ein Leichtes sein, so denken wir, den einen oder anderen Dorfbewohner für einen solchen – im Jahr einmaligen - Anlass zur Mithilfe zu gewinnen, wenn er wüsste, dass er dringend gefragt ist...

Zum Beispiel werden ehrenamtliche Helfer zum Auf- und Abbau des Zeltes (Fr, So o. Mo) gebraucht oder zur Bewachung des Festplatzes oder beim Ausschank oder... Herr Esche (T. 351 59 62) weiß sicher Ihre Einsatzfreude zu nutzen – zum Wohle aller, die das in jedem Dorf übliche Feiern schätzen.

C. E. 

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Zum Tod von Franz Stauda
Am 10. August 2004 starb nach schwerer Krankheit unser langjähriges Beiratsmitglied Franz Stauda. Der sensible Architekt wohnte mit seiner Frau seit 1982 im Olympischen Dorf - aus voller Überzeugung und Identifikation mit dem einmaligen Wohnmodell. Aus dieser Motivation heraus war es ihm ein besonderes Anliegen, sich für die Themen und Probleme seines Wohnumfeldes einzusetzen. Er brachte viel Zeit, Ideen, Begeisterungsfähigkeit und fachliches Wissen in die EIG ein. Auch in seiner WEG engagierte er sich über viele Jahre als Verwaltungsbeirat.

Franz Stauda, 1934 in der Slowakei geboren, machte sein Abitur in Freising und studierte an der TH München Architektur. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er im Büro von Prof. Angerer in München. 1968 ging er zur Oberpostdirektion München und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 1996 als Hochbaureferent. 1973 wurde seine Kreativität mit dem BDA-Preis Bayern für das Postamt Augsburg-Hochzoll anerkannt.

Mit seiner ausgleichenden Art war Franz Stauda im Arbeitskreis der EIG beliebt und anerkannt. Seine aufmerksamen Beobachtungen über den Zustand unseres Dorfes, seine Anregungen und seine Mitarbeit fehlen uns.

Wil Tondok

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Dolmetscherin zwischen Ost und West
Eva Krack – die Brückenbauerin
In einer Veranstaltung des Kulturvereins im forum 2 am 7.10.2004 stellte uns Frau Eva Krack, Mitbewohnerin im Olympiadorf, in einer Lesung ihr unter dem launigen Titel „Edelstahl und Kaviar“ gerade erschienenes Erinnerungsbuch vor. Als „Dolmetscherin zwischen Ost und West“ (Untertitel) mit der Arbeitssprache Russisch umfasste ihr Berufsleben den Zeitraum von den 60er bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, also von der Zeit des kalten Krieges bis in die Zeit der Perestroika.

Der Start fiel in die Chruschtschow-Zeit. Und von da an begleitete und erlebte Frau Krack als Dolmetscherin, insbesondere während zahlreicher technisch-industrieller Ausstellungen und Fachmessen in sowjetrussischen Städten, die wachsenden Annäherungen der ‚kapitalistischen’ Bundesrepublik an die real existierende sozialistische Wirklichkeit in der Sowjetunion. Mit wachem Blick beschreibt sie sowohl das starre, ideologisch beschränkte Funktionieren der Sowjetgesellschaft, als auch die zuweilen überraschende Warmherzigkeit und Spontaneität einzelner Begegnungen.

Politische Ungereimtheiten bescherten ihr zwar 1969 sogar eine langjährige Visumsperre in das Sowjetreich, doch Arbeit gab es für sie trotzdem reichlich: russische Einkäufer westlicher Maschinen und technischer Anlagen überschwemmten bald den hiesigen Markt. Es war in Russland die Zeit der politischen Stagnation unter Breschnew, deren Acker aber durch die wirtschaftlichen Beziehungen zum Westen längst gepflügt wurde. Interessant und bemerkenswert sind gerade die feinen Beobachtungen, die Frau Krack z.B. anlässlich der drei Deutschland-Besuche Breschnews zu seiner Person und seiner Personage macht. In diese Zeit fiel auch das ‚Geschäft des Jahrhunderts’ der Russen mit der Ruhrgas AG über russische Erdgaslieferungen gewaltiger Dimension aus Sibirien über die Tschechoslowakei und Bayern, verbunden u.a. mit dem Gegengeschäft der Röhrenlieferungen der Mannesmann AG.

Höchste Aktivitäten auf russischer wie auch auf deutscher Seite entwickelten sich dann natürlich seit der Zeit der Perestroika unter Gorbatschow mit ihrer Aufbruchstimmung, als die deutsche Industrie noch stärker auf die Öffnung des riesigen russischen Marktes hoffte und vermehrt russische Wirtschaftsvertreter und ganze Delegationen anreisten, um Kontakte zu knüpfen und die Marktwirtschaft als solche zu studieren. Frau Kracks Dolmetscherdienste waren gefragt.

Sie hatte aber außerdem – seit ihrem Studium am Sprachen- und Dolmetscher-Institut München – dort weiterhin auch als Lehrkraft gewirkt. Nachdem sie 1987 die Leitung der Russischen Abteilung übernommen hatte, widmete sie sich nun unter den entspannteren politischen Verhältnissen noch einem speziellen Anliegen: für die deutschen Studierenden der russischen Sprache die Möglichkeit zu einem längeren Studienaufenthalt in Russland zu schaffen. Und es gelang – über eine glückliche Verbindung zum Rektor der Universität von Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad. Ein Austausch-Verein wurde in München gegründet, über den schließlich sogar Studenten und Hospitanten aus Russland und anderen Ländern der GUS in München betreut wurden. Persönliche Ehrungen an russischen Universitäten lohnten ihr höchst persönliches Engagement.

Am Schluss des Buches resümiert Frau Krack – dem Schicksal durchaus dankbar – ein Leben lang mitgeholfen zu haben, Brücken zu bauen, „Brücken der Verständigung, nicht nur zwischen zwei Sprachen, sondern zwischen zwei Welten“.

Dr. Renate Weber        

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Erinnerungsbuch drei Monte nach dem Tod des „Olympia-Eremiten“
Väterchen Timofej - eine Annäherung

Unter diesem Titel erschien im Herbst 2004 im Buchendorfer Verlag München ein von der Künstlerin Miriam Elze liebevoll gestaltetes Buch über Väterchen Timofej. In seinem ‚Reich’ im Olympiapark wurde es am 14.10.2004 der Presse – und auch dem Dorfboten - vorgestellt.

Ehrengast war Münchens OB Christian Ude. In warmen Worten sprach er von seinen eigenen langjährigen Erinnerungen an Timofej – wie er ihm zuerst als Kinderschreck, dann als seltsam frommer Mann, schließlich als früher Hippie-Jünger erschien. Stets aber habe ihn eine geheimnisvolle Aura umgeben: den weißhaarigen Einsiedler, der mitten in der Großstadt auf dem Oberwiesenfeld aus den Trümmern des Krieges einen verwunschenen “Paradiesgarten“ schuf. Und bei den Fragen nach seiner Person, seiner Herkunft, seinem Alter, seinem Familienstand etc. solle man manche Ungereimtheiten im Raum stehen lassen, nicht alles ‚zu Tode recherchieren’.

Auch für die Autorin des Buches, Miriam Elze, blieb Timofej letztendlich ein Rätsel, wie sie zugestand, trotz ihrer vielen Besuche bei ihm in den letzten zwölf Jahren, als sie ihn in seiner friedlichen Oase fotografierte, zeichnete, malte und beobachtete. Sie habe ihn auch keineswegs als frommen Heiligen gesehen, ihn jedoch wegen seiner zähen Beharrlichkeit bewundert, dass es nicht einmal den Olympia-Planern für 1972 gelang, ihn und seine – höchst eigenmächtig errichtete – kleine russische Siedlung aus dem Olympiapark zu vertreiben. Er sei für sie eine Art Vorbild, „seinen Weg zu gehen, auch wenn er manchmal aus Umwegen besteht“ (SZ 14.10.04).

Väterchen Timofejs inzwischen wild wuchernder Garten, die ‚kitschig’-anrührende Kirche, die russischen Häuschen, Bienen, Vögel bezaubern – in ihrer geradezu franziskanischen Einfalt und Ruhe – wie eh und je die Besucher aus aller Welt. Ihre dankbaren Empfindungen füllen inzwischen mehr als ein Dutzend Gästebücher. Eine kleine, spontane Auswahl davon findet sich im Buch, neben den Skizzen, Bildern und Fotos der Autorin.

Möge dieses stimmungsvolle Buch Münchens OB Ude an sein während der Buchpräsentation gegebenes Versprechen gemahnen, „diesen Ort auch in Zukunft offen und zugänglich zu erhalten“. Schließlich ist Väterchen Timofejs Idylle schon längst eine Münchner Institution, wenn nicht gar ein Wallfahrtsort – und Timofej als “erster Olympiasieger“ eine bleibende Münchner Legende.

Dr. Renate Weber

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Der Opa von der kleinen Sarah
oder, ein Leben zwischen den Weiten Afrikas und den Hochhäusern des Olympischen Dorfs

Rainer D.K. Bruchmann lebt seit 45 Jahren in Johannesburg. Er befasst sich mit der Geschichte des Schwarzen Kontinents und geht den Spuren der deutschen kolonialen Bestrebungen vor Ort und in den Archiven nach. Darüber sind zahlreiche Bücher erschienen und Filme gedreht worden. Die internationale Presse bringt seine Beiträge.

Vor kurzem hatte ich das große Vergnügen im Forum 2 einen Film vorführen zu dürfen, an dem ich mit viel Freude selbst mitgewirkt habe: „Die Verheissungen von Ophir – eine afrikanische Odyssee“.

Den meisten der Besucher, war wahrscheinlich bewusst, dass ich sehr mit Afrika verbunden bin, schließlich hatte ich sie doch alle persönlich eingeladen. Manche aber kamen wohl auch freiwillig und von meiner Person völlig unvorbelastet.

So sprach mich eine liebenswürdige Dame nach der Veranstaltung an: „… und ich dachte, Sie wären hauptsächlich Opa. Ich kenne Sie ja nur mit ihrer Enkeltochter auf dem Fahrrad auf dem Weg zur Kinderkrippe OlyToly …“.

Und damit kennt sie eigentlich schon das, was mein Leben - ebenso wie das vieler Oly-Dorf-Bewohner über 60 – lebenswert macht: unsere Enkel.

Bei mir ist das meine kleine Sarah, die übrigens auch der Grund dafür ist, dass ich immer wieder aus dem warmen, sonnigen Afrika in das trübe, kühle Deutschland, oder genauer gesagt, in das Olympische Dorf zurückkehre.

Allerdings muss ich schon zugeben, dass das Olympische Dorf sehr viele Vorzüge an Bequemlichkeit für Männer in meinem Alter bietet. Schließlich bin ich nicht mehr Mitte zwanzig, als die Abenteuerlust mich erfasste, und ich den schwarzen Kontinent mit meiner Frau in einem lindgrünen VW Beetle von Johannesburg über Timbuktu nach München durchquerte. Was aber geblieben ist, ist die Faszination für die Menschen und ihre Kulturen, die atemberaubende Schönheit der Savannen, die Üppigkeit der Pflanzen und der Reiz der unvergleichlichen Tierwelt.

Und trotzdem sitze ich mit meiner Enkeltochter auf der Bank am Eingang zur ZHS, wandert doch schon mal der Blick von meinem kleinen Mädchen zu den größeren, verweilt dort, um dann wieder zu den etwas reiferen Damen zurückzukehren, die dann in mir zugleich den Opa erkennen und zu fachsimpeln beginnen.

 Aber mal im Ernst, das erfrischende Frühlingserwachen unserer gut gepflegten Grünanlagen ist etwas, das man im heißen Dauersommer Afrikas schon vermisst, ebenso wie – man höre und staune – den Schnee und die prickelnde Kälte im Winter, zumindest wenn dieser nicht bis Mitte März dauert.

Als eine Zeitung mein Gedicht „Weihnachten in den Weiten Afrikas“ veröffentlichte, fand sie die schmeichelnde Überschrift vom „Poeten aus dem Oly-Dorf“.

Schreiben ist meine Leidenschaft und ein bisschen Anerkennung tut jedem gut. Fragt man die kleine Sarah wo der Opa ist, antwortet sie „… am Computer, er denkt und dichtet …“.

Die langen Jahre in Afrika, beruflich als Delegierter der deutschen Großindustrie, ließen mich dort heimisch werden. Ich heiratete und mein Sohn wurde in Pretoria geboren.

Die Gänse am Olympia See verzehren schnatternd ihre Brotkrumen. Mit ängstlichem Blick hat Sarah sie ihnen zugeworfen. „Gell Opa, aber die Löwen, die brüllen beim Essen“.

Ja, meine kleine Enkeltochter kennt sich da aus, denn sie ist … Südafrikanerin.

Rainer D.K. Bruchmann
Johannesburg - München

Hinweise zu Büchern, Filmen und weiteren Aktivitäten des Autors findet man unter www.buecher-bruchmann.de

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Die Welt und Du
Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohnern reduzierten, und die Proportionen aller bestehenden Völker zugrunde legten, so wäre dieses Dorf so zusammengestellt:

57 Asiaten
21 Europäer
14 Amerikaner (Nord und Süd)
8 Afrikaner
52 wären Frauen
48 wären Männer
70 Nicht-Weiße
30 Weiße
70 Nicht-Christen
30 Christen
89 Heterosexuelle
11 Homosexuelle
6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen – und alle 6 Personen kämen aus den USA
80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
70 wären Analphabeten
50 wären unterernährt
1 würde sterben
2 würden geboren
1 hätte einen PC
1 hätte einen akademischen Abschluss

Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis und Bildung notwendig ist.

Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.

Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten oder Hunger gespürt hast – dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.

Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen – bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.

Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie oder etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel,  gehörst du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.

Du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen, die nicht lesen können.

Und... Du hast einen PC!

(Dieser Text wurde zur internationalen Woche der Freundschaft im Internet publiziert.)

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Ein Monat kostenloses Training für Anfänger
Karate

Traditionelles Karate-Training ist ein Weg, bei dem der Karateschüler über den Weg der körperlichen Ertüchtigung seine Psyche, seinen mentalen Bereich, sein eigenes Ich besser kennen lernt und ergründet.

Die Abteilung Karate beim SV Olympiadorf CC. e.V. München will nun eine neue Anfängergruppe aufbauen. Dazu werden interessierte Mädchen/Frauen - Buben/Männer unterschiedlicher Nationalität ab 14 Jahre gesucht.

Trainerrat: DKV-Prüfer, Trainer und Karatefachübungsleiter 1. bis 4. DAN.

Der Anfänger-Lehrgang beginnt am Dienstag, den 5. April 2005, ab 19:30 Uhr in der Schulturnhalle der Nadischule, Nadistr. 3 (Anfang jederzeit möglich). Trainiert wird dienstags ab 19:30 Uhr und freitags ab 19:00 Uhr. Informationen direkt bei Schwarzgurt-Trainern in der Turnhalle oder telefonisch.

NEU! Kinderkarate ab 6 Jahre am Donnerstag
 Jaroslav POLACEK
Karateabteilungsleiter
Vorstandsmitglied

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