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Editorial: Unser Olympiadorf – ein Dorf für alle
So empfinden wir es - und so soll es sein. Dafür haben wir uns in der Vergangenheit eingesetzt und möchten es auch zukünftig tun. Unser Dorfbote ist unser Aushängeschild.
In meiner Funktion als Vorsitzende habe ich mich inzwischen gut „eingelebt“. Ich bin jedoch froh, dass meine Vorgängerin, Frau Epe, und der Beirat mich unterstützen – mit Ideen, Aktionen und Übernahme von Verantwortung in einzelnen Projekten. Vielen Dank!
Die „Erstbewohnergeneration“ hat mit viel Elan eine Reihe von Kreisen ins Leben gerufen: Beispielhaft seien neben der EIG die vielen Aktivitäten des Kulturvereins forum2 genannt. Diese Generation kommt jetzt in die Jahre und mit ihr unser Verein, die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft (EIG). Deshalb bemühen wir uns vordringlich, auch das Interesse Jüngerer zu wecken, die das Dorf als Lebensraum für alle Altersklassen mitgestalten.
An der Altersstruktur der Dorfbewohner (s. S. 4) lässt sich ablesen, dass die „Gründergeneration“ in den Ruhestand geht. Dem tragen wir als EIG dadurch Rechnung, dass wir ein Projekt „Wohnen im Alter“ initiiert haben (s. S. 10). Gerade das Olympiadorf bietet gute Chancen, den Lebensabend selbstbestimmt zuhause zu verbringen.
Wir wollen jedoch kein „Seniorendorf“ werden, sondern ein Dorf, das auf gegenseitiger Unterstützung von Jung und Alt beruht. Dazu gibt es berechtigte Hoffnungen, denn das Dorf ist nach wie vor für Familien mit Kindern besonders attraktiv. Wir machen dies verstärkt publik und beteiligen uns z.B. am Wettbewerb der Stadt „München – Offen für Kinder“ für ein kinder- und familienfreundliches Wohnumfeld (s. S. 18).
Des weiteren bemüht sich die EIG, den Kontakt mit dem Studentendorf und seinem Verein aufleben zu lassen. Wir können gegenseitig voneinander profitieren – das Studentendorf bietet eine Reihe interessanter Veranstaltungen an (s. S. 17). Andererseits können wir über die Dorfflohmärkte und kleinere Dienstleistungsgesuche den Studenten das Leben monetär erleichtern.
Ein Kontaktpunkt für alle Dorfbewohner – Jung und Alt - könnte ein Kommunikationszentrum sein. Diese Idee – geäußert von Dorfbewohnern am Sommerfest 2005 - prüft die EIG derzeit (s. S. 12).
Neben diesen Projekten gibt es ereignisabhängige Tätigkeiten der EIG, wie die Unterstützung beim Sommerfest oder die Organisation des Straßenfests „Straßbergerstraße“ nach vollendeter Sanierung (wegen des verregneten Sommers 05 ein neuer Anlauf in diesem Jahr!).
Wir halten des Weiteren die Augen offen, was die Projekte in der unmittelbaren Umgebung angeht: Veranstaltungen und Umgestaltungen des Olympiaparks, die weitere Entwicklung des Transrapids und des U-Bahn-Baus. Aktuelle Informationen aus der Tagespresse zu unserem Wohnumfeld hängen wir für Sie im Schaukasten an der Wettersäule aus. Dort finden Sie auch die Einladungen mit Tagesordnung unserer Beiratstreffen.
Wir freuen uns, wenn Sie sich für die Mitarbeit an einem unserer Themen interessieren oder mit eigenen Ideen zur Dorfgestaltung auf uns zukommen!
Manuela Feese-Zolotnitski
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Generationswechsel im Vorsitz des Vereins
Als Christa Epe – Vorsitzende der EIG von 1998 bis zur letzten Jahreshauptversammlung im April 2005 – das Amt endgültig abgeben wollte, fand sich zunächst niemand zur Nachfolge. Doch da meldete sich mutig Anfang 2005 Manuela Feese-Zolotnitski, die bis dahin im Beirat mitgearbeitet und die Internetseite der EIG betreut hatte. Vielleicht machte sich der eine oder andere Gedanken, ob die teilzeitweise berufstätige Informatikerin und Mutter zweier kleiner Kinder den zusätzlichen Arbeitsaufwand packen würde.
Christa Epe schied mit vielfach verdientem Dank (und einem großen Blumenstrauß) aus dem Amt, das sie mit so viel Tatkraft geführt hatte. In ihrer Zeit schoss plötzlich und unerwartet das schon totgeglaubte Gespenst des Fußballstadions vor unserer Haustür wieder aus der Versenkung. Es galt alle Kräfte zu sammeln und mit den Mitteln, die der EIG zur Verfügung stehen, gegen die Verwirklichung der Baupläne auf dem ZHS-Gelände anzukämpfen. Dass heute in Fröttmaning fröhlich und lautstark, ohne hautnahe Belästigung von Anwohnern, Fußball gespielt wird, ist neben anderen Faktoren dem Geschick von Christa Epe zu verdanken. Sie setzte die EIG und deren Ressourcen, aber auch ihre Diplomatie so ein, dass die Initiatoren unseren massiven Widerstand einkalkulieren mussten.
Auf die Nachfolgerin werden hoffentlich keine derartigen Probleme zukommen. Andererseits hat schon ihr erstes „Regierungsjahr“ gezeigt, dass sie mit Schwung und Elan die anstehenden Aufgaben anpackt und neue Ideen, wie z.B. die engere Verbindung zum Studentendorf, zu realisieren versucht - ein Generationswechsel.
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Statistik: Das Olympiadorf in Zahlen
„Wer hat in München wie viel Geld in der Tasche?“ So titelte die tz am 16.9.05 und zitierte eine Statistik des Statistischen Landesamtes: Die Kaufkraft (Durchschnitt München: 100) rangierte zwischen 139 als höchster und 73,5 als niedrigster Kaufkraft fürs Oberwiesenfeld. Um den Lesern verständlich zu machen, wo sich dieser Bereich befindet, setzte der Journalist in Klammern „Olympiagelände“. War das nun der gesamte Park inklusive Dorf? Oder nur der Park? Oder was?
Die EIG forschte beim Statistischen Landesamt nach und erhielt als Antwort: Weder Park noch Dorf werden in der statistischen Unterteilung als Oberwiesenfeld bezeichnet, sondern der Bereich zwischen Ackermannbogen / Winzererstraße.
Das Olympische Dorf hingegen liegt „Am Riesenfeld“, einem von drei Unterbezirken von „Milbertshofen/Am Hart“ (dieser ist einer von 25 statistischen Bezirken in München). „Am Riesenfeld“ lässt sich jedoch weiter auffächern, u.a. ergibt sich ein Bereich, der das Olympiadorf abbildet.
Zu diesem konnte die EIG weitere Auskünfte vom Statistischen Landesamt erhalten, die wir Ihnen über die nächsten Dorfboten aufbereiten. Wir beginnen mit der IST-Situation des Dorfes im Dezember 2004.
Wir unterscheiden in unserer Darstellung zwischen Studentendorf und (Dauer)Dorf: Im Studentendorf wechseln die Bewohner alle 3-4 Jahre, im „Dauerdorf“ ist der durchschnittliche Wechsel wesentlich geringer.
Insgesamt wohnten im Dezember 04 4650 Personen im Dauerdorf (6233 mit Studentendorf). Die Gesamtzahl der Haushalte betrug 3221 (3558 mit Studentendorf).
Im Dauerdorf sind davon ca. 20% Ausländer, gegenüber 23% in der Stadt. Im Studentendorf sind die Verhältnisse umgekehrt: Mit 65% ist die Mehrheit der Bewohner des Studentendorfes nicht-deutscher Nationalität.
Die Altersstruktur des Dauerdorfes ähnelt der durchschnittlichen Altersstruktur der Stadt:
Es ist zu bemerken, dass insbesondere die „Einzugsgeneration“ besonders stark vertreten ist: 23% im Bereich der 46-59-Jährigen (gegenüber durchschnittlich 18% in der Stadt) und 24% im Bereich der 60-74-Jährigen (gegenüber durchschnittlich 16,5% in der Stadt). Vielleicht ist dies auch der Grund, warum im Dorf weniger junge und mittelalte Arbeitnehmer (26-35 bzw. 36-45 Jahre) zu finden sind – im Dorf wohnt es sich auch im Alter gut!
Diese beiden jüngeren Generationen bringen allerdings auch die Kinder mit sich – die damit logischerweise ebenfalls unter dem Stadtdurchschnitt liegen: 11% der Dorfbewohner sind Kinder (0-17Jahre), gegenüber 14% im Stadtdurchschnitt.
Wenn man die Kinder den Haushalten zuordnet, leben in knapp 11% der Haushalte des Dorfes Kinder (in der Stadt knapp 16%).
In der Zusammensetzung der Familien liegt das Dauerdorf gleichauf mit der Stadt: Wir haben ungefähr genauso viele 1-Kind- wie 2-Kind-Familien oder 3-und-Mehrkind-Familien.
In dieser verhältnismäßig guten Altersmischung liegt eine große Chance des Dorfes gegenüber anderen Stadtbezirken, die mit dem Auszug der Kinder vergreisen: Das Olympische Dorf ist lebenswert für alle Altersschichten!
Übrigens: Die Kaufkraft des Bezirks „Am Riesenfeld“ liegt bei 93,1, die des Unterbezirks, der das Olympiadorf bezeichnet, bei 104 (vergleichbar Bogenhausen).
Manuela Feese-Zolotnitski
Weitere Informationen: Übersicht über verfügbare Daten des Statistischen Landesamtes: http://www.muenchen.de/Wirtschaft/Wirtschaftsstandort/Zahn_Fakten/statistik/datenbank/127055/index.html
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Ein längerfristiges Projekt der EIG Wohnen im Alter
Viele ältere Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie versorgt werden können, wenn sie einmal auf Hilfe angewiesen sein sollten. Hier ist unsere Dorfgemeinschaft angesprochen, denn wir haben mit unserem Wohnmodell Olympiadorf die besten Voraussetzungen und Chancen zu einem sich gegenseitig bereichernden Zusammenleben von Jung und Alt.
Der IST-Zustand
Was muss ich tun, wenn ich nicht mehr auf die Straße gehen kann?
Bei fast allen ambulanten Diensten wird, wenn es aufgrund der gesundheitlichen Verfassung notwendig ist, neben anderem eine „Hauswirtschaftliche Versorgung“ angeboten, die u. a. Hilfe bei Hausarbeiten oder beim Einkaufen umfasst.
Ist es auch möglich, dass ich zuhause versorgt werde, wenn ich mich nicht mehr selbst anziehen kann oder sogar bettlägerig bin?
Bei allen ambulanten Diensten wird eine so genannte „Grundpflege“ angeboten, die u. a. Hilfe beim Ankleiden oder der Körperpflege umfasst und auch eine „Behandlungspflege“, d.h. eine Pflege gemäß ärztlicher Verordnung. Mit „Pflegestufe 3“ sind im Allgemeinen bis zu drei Hausbesuche pro Tag finanziell abgedeckt.
Anschriften und Telefonnummern ambulanter Dienste, die das Olympiadorf in ihrem Einsatzgebiet haben, finden Sie auf unserer Homepage www.eig-olympiadorf.de unter dem Menüpunkt: „Senioren“.
Der WUNSCH-Zustand
Die meisten Senioren (vor allem die noch nicht desillusionierten Jungsenioren) stellen sich jedoch vor, dass sie im Alter mehr haben als eine medizinische Grundversorgung. Sie wünschen sich, auch noch in höherem Alter – mit Hilfe dosierter und wohl angepasster Unterstützung - ein selbst bestimmtes, erfülltes und glückliches Leben führen zu können.
Und obwohl die meisten Bewohner des Dorfes „eigentlich“ viel lieber in der eigenen Wohnung bleiben möchten, entscheiden sich dann doch einige, „solange sie es noch in eigener Verantwortung regeln können“, in ein Seniorenheim zu gehen.
So stellt sich die Frage: “Was müssten wir hier im Dorf zusätzlich einrichten, um denselben Komfort zu haben, den wir in einem guten Seniorenheim erwarten?“
Interessanterweise entspricht einiges von dem, was in einem guten Seniorenheim zum Standard gehört, auch den Wünschen vieler Dorfbewohner in der Zukunftswerkstatt.
Im Seniorenheim gibt es mindestens einen Bereich, in dem sich die Bewohner treffen können, wann immer sie Lust dazu haben - auch ohne dort etwas verzehren zu müssen.
Im OD könnten wir das gewünschte Kommunikationszentrum als Begegnungsstätte nützen, aber nicht nur für Senioren, sondern als gemütlichen Aufenthaltsraum für „Jung und Alt.“
Im Seniorenheim gibt es einen Raum, in dem man Veranstaltungen besuchen kann, wobei es sich nicht nur um Vorträge handelt, sondern auch um kognitive oder künstlerische Angebote, die die eigene Aktivität zur Voraussetzung haben.
Im OD könnten wir das gewünschte Kommunikationszentrum für Veranstaltungen nützen, da es – wie schon an anderer Stelle ausgeführt - vor allem abends im Dorf dazu fast keine geeigneten Räume mehr gibt. Viele Angebote können daher nicht realisiert werden oder finden notgedrungen in einer Wohnung statt.
In jedem Seniorenheim gibt es ein Notrufsystem und ein Restaurant, in dem Mahlzeiten eingenommen werden können, wobei in guten Heimen zusätzlich zur Diätkost meist drei Gerichte zur Wahl angeboten werden, z. B. Normalkost (im Idealfall: vollwertig), leichte Kost, vegetarisches Essen und immer als Vorspeise eine Salatplatte mit reichlicher Auswahl.
Ein Notrufsystem kann auch im OD eingerichtet werden. Einen Mittagstisch mit abwechslungsreichen, vollwertigen Mahlzeiten gibt es im Dorf nicht. Es wäre schön, wenn er hier angeboten werden könnte, evtl. auch über das Service-Zentrum des betreuten Wohnens – unserem Wunsch entsprechend für jeden Interessierten, nicht nur für Senioren.
Kleinere Wünsche, z. B. Besorgungen, Reinigung der privaten Wäsche oder Reparaturen können in einem Seniorenheim von hauseigenem Personal erledigt werden. Bei Ambulanten Diensten hingegen ist im Allgemeinen die Notwendigkeit, einer „Grundpflege“ die Voraussetzung, um auch „Hauswirtschaftliche Versorgung“ (s.o.) in Anspruch nehmen zu können.
Im OD könnte man – auch unter Einbeziehung der Studenten – eine Dienstleistungsbörse einrichten, wobei diese– sofern sie funktioniert – auch noch für geistig anspruchsvollere Dinge genützt werden könnte, wie z.B. den Umgang mit Missgeschicken am Computer. Sinnvollerweise hätte sie ihren Raum ebenfalls im Kommunikationszentrum.
In einem guten Seniorenheim gibt es eine stationäre Kurzzeitpflege im eigenen Zimmer, auch wenn rund um die Uhr Pflege benötigt wird.
Es ist wichtig, dass bei allen Angeboten zum „Betreuten Wohnen“ sichergestellt wird, dass der nicht demente Kranke zuhause Pflege rund um die Uhr erhalten kann, so lange er es möchte. Außerdem sollte es hier eine Pflegestation geben. (Dies würde dann einem Seniorenheim mit angeschlossenem Pflegeheim entsprechen.) Der Verein „Dorfsenioren e. V.“ hatte schon vor Jahren fünf Wohnungen im Helene-Mayer-Ring erworben, “um Dorfbewohnern zu ermöglichen, auch im Alter im Olympischen Dorf zu bleiben.“
Wir erhoffen uns Unterstützung, da wir gern das „Betreute Wohnen“ in ein „Projekt“ eines integrierten Wohnens für „Jung und Alt“ eingliedern möchten.
Aber: Wenn wir Institutionen für unser Projekt „Betreutes Wohnen in der eigenen Wohnung“ interessieren und auf professionelle Hilfe oder sogar auf Fördergelder hoffen wollen, so muss eine größere Anzahl von Menschen daran Interesse haben.
Darum bitten wir als erstes alle Interessenten, auch solche Dorfbewohner, die jetzt noch im Vollbesitz ihrer Kräfte sind, aber vielleicht in einigen Jahren das Angebot annehmen wollen, die Bekundung ihres Interesses an einem „Betreuten Wohnen“ an die EIG zu senden.
Marianne Steffen
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Wohngeldvergleich 2004
Bereits in unseren früheren, 2jährigen Untersuchungen wurden signifikante Kostenunterschiede zwischen Reihen-, Terrassen- und Hochhäusern konstatiert, so auch diesmal. Allerdings haben die Terrassenhäuser wegen z.T. hoher Instandhaltungskosten zu den Hochhäusern aufgeschlossen.
Bei der durchschnittlichen Betrachtung ist der Anstieg des Wohngeldes von 3,77 €/m²/Monat auf 4,15 €/m²/Monat bemerkenswert, d.h. um 10 %. Bereits die (umlagefähigen) Betriebskosten sind um 0,14 €/m²/Monat gegenüber 2002 gestiegen. (Davon gehen bereits 0,11 €/m²/Monat auf das Konto der ODBG. Die Heizkosten blieben mit 0,92 €/m²/ Monat fast unverändert, ebenso die Verwaltungskosten. Die Bewirtschaftungskosten sind lediglich um 0,12 €/m²/Monat angestiegen.
Anders die Instandhaltungskosten: Sie erhöhten sich von 1,37 €/m²/Monat auf 1,63 €/m²/ Monat, begründet vor allem in der Sanierungstätigkeit einzelner WEGs, wie bei zwei WEGs in der Nadistraße ersichtlich. Daraus ergeben sich die Spitzenwerte des Wohngelds von ca. 5 €/m²/Monat bei den Terrassenhäusern. wäre das .
In den Wohngeldabrechnungen einiger WEGs wurden Entnahmen aus der Instandhaltungsrücklage zur Finanzierung von Gebäudesanierungen als Einnahmen verbucht. Um die Vergleichbarkeit herzustellen, wurden diese Pseudo-Einnahmen als negative Zuführung zur Instandhaltungsrücklage gewertet.
Insgesamt ergibt sich ein freundliches Bild: Das durchschnittliche Wohngeld aller WEGs ist, bereinigt um die o.g. Sondereinflüsse, innerhalb von zwei Jahren nur sehr gering gestiegen. Ausreißer der Kosten sind ausschließlich die Instandhaltungstätigkeiten sowohl einzelner WEGs als auch der ODBG für die Infrastruktur der von ihr verwalteten Gemeinschaftseinrichtungen. Nach Abschluss dieser Sanierungsmaßnahmen besteht berechtigte Aussicht, dass die Betriebskosten wieder einmal sinken könnten.
Fritz Fickenscher
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Studenten: Mitnutzungen der Studentischen Angebote
Im Studentendorf, in dem das restliche Dorf „Oberdorf“ genannt wird, finden wir ein umfangreiches Angebot zur Nutzung auch von uns „Oberdörflern“.
Bei einem Treffen von EIG-Beiräten mit den studentischen Präsidiumsmitgliedern haben wir uns auf ein konstruktives Miteinander verständigt: Dies beinhaltet momentan verbesserten Informationsfluss bzgl. allgemein nutzbarer Veranstaltungen. Beide Seiten prüfen noch die Nutzung bestimmter studentischer Angebote exklusiv für EIG-Mitglieder.
Da es in der Natur von Studenten liegt, nicht dauerhaft im Olympiadorf ansässig zu sein, wechseln die jeweils für ein Angebot Verantwortlichen oft semesterweise. Für unsere Belange ist es einfacher, bei Interesse und Anfragen das Vereinsbüro zu kontaktieren.
Am besten nach 19 Uhr, T. 351 77 33, Email: vorstand@olydorf.mhn.de
Die allgemein nutzbaren Angebote für das gesamte Olympiadorf sind:
Die Bierstube (T. 351 77 49, http://www.olydorf.mhn.de/bierstube), Sa-Mi 18.30–1 Uhr, Do-Fr 18.30-2 Uhr.
Preiswerte Getränke, warmes Essen bis 22.30 U, aktuelle Speisekarte auf der Internetseite; weiterhin Kicker und Spiele vorhanden, und vor allem: eine Sportsbar mit Großleinwand! Alle Bundesliga- und Champions League-Spiele werden übertragen. Im Sommer Biergarten.
Das Café CO2 (T. 351 91 08) (Der Name wechselt: von Teestube zu Café Ole zu …), Di–Do von 20-0 U, So zum Frühstück von 10-14 U.
Billard und Spiele, ab und zu Comedy und Kleinkunst (siehe Veranstaltungskalender von www.olydorf.mhn.de und www. comoly.de ) .
Auch das Café kann man für private Feste mieten – von EIG-Beiräten getestet und empfohlen! Getränke werden an der Theke gekauft, das Essen kann mitgebracht werden, 1-2 Thekenkräfte sind vorhanden, Geschirr steht genügend bereit. Preise bei o.g. Tel.nr. oder im Vereinsbüro (vorstand@olydorf.mhn.de).
Die Oly Disco (T. 351 77 33, www.olydisco.de), Sa 22-4 U. Happy Hour bis 23 U. Verschiedene Veranstaltungen nach Aushang bzw. auf dem Veranstaltungskalender von www.olydorf.mhn.de.
Die Oly Disco kann an Privat vermietet werden. Es lohnt sich für 150-200 Personen – sonst ist der Raum nicht gut gefüllt. Miete ab 200 €, Personal wird gestellt.
Der Partyraum (T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de)
Im 2. Stock neben dem Café, wie Café und OlyDisco mietbar. Auf 140qm Platz für viele Gäste, technische Ausstattung vorhanden. Kaution 150 €; Miete je nach Partyschluss gestaffelt von 45–65 €. Bei Interesse wenden Sie sich an das Vereinsbüro der Studenten (T. 354 34 76. Mail:
vorstand@olydorf.mhn.de).
Der Filmclub (Direktlink www.olywood.de), T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de)
zeigt mittwochs um 21 Uhr im 1. Stock über der Bierstube fast neue Blockbuster für den sagenhaften Preis von 3 €, Double-Feature 5 €. Das Semesterprogramm ist auf der Webseite vorhanden.
Im Fotoclub (T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de)
finden Kurse statt, man kann auch das Labor mit allen Geräten benutzen.
Info im Aushang gegenüber der Bierstube oder im Vereinsbüro der Studenten (T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de).
Die Töpferstube (T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de)
bietet Kurse an und ebenso wie der Fotoclub die Benutzung der Ausstattung. Anmeldung für einen Kurs Mo+Do zwischen 18.45 und 19.15 Uhr.
Info im Aushang gegenüber der Bierstube oder im Vereinsbüro der Studenten (T. 354 34 76, Mail: vorstand@olydorf.mhn.de).
Das schwarze Brett im Vorraum der Alten Mensa kann von allen für Mitteilungen, Gesuche, Verkäufe usw. genutzt werden.
Die EIG wird aktuelle Informationen im EIG-Schaukasten an der Wettersäule bekannt geben. Tagesaktuell: im Internet unter www.olydorf.mhn.de
Nutzen wir die vielen Möglichkeiten, die in Fußgängernähe zu erreichen sind!
Monika Shah
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Was können und sollen wir mit unserem Müll im Dorf machen Kostenbewusst entsorgen
Bei konsequenter Mülltrennung sparen wir Kosten durch weniger Container für den Restmüll. Leider ist das Engagement der Dorfbewohner zurückgegangen. Das ist uns Anlass, wieder einmal ein aktuelles Infopaket zur Müllentsorgung zu bringen, mit der dringlichen Bitte, es genau zu studieren – und zu beherzigen (mittels Pinnwand o.ä.). Dankenswerterweise hat Herr Kemmler, Geschäftsführer unserer ODBG, alle interessierenden Daten zusammengestellt.
Container in den Fahrstraßen
Diese Container für Papier, Plastik, Wertstoffe werden direkt vom AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) geleert. Wenn Sie sehen, dass die Container tagelang überquellen und nicht geleert werden, rufen Sie die auf dem Infoblatt angegebene Nummer des AWM an, da die ODBG nur für die Container auf dem Betriebshof zuständig ist. Gleiches gilt auch für die „Grüne Tonne“.
Ein Tipp: Die kleinen braunen Biotonnen für jeden Haushalt werden nach langem Gebrauch irgendwann unbrauchbar. Ersatz gibt es beim AWM am Georg-Brauchle-Ring (ungefähr auf Höhe der Einmündung Riesstr.).
Müllabsauganlage
In die Müllabsauganlage gehören keine sperrigen Gegenstände wie z.B.
- Kartonagen (können in allen Größen auf den Betriebshof der ODBG gebracht werden)
- Bauschutt
- Autobatterien
- Aktenordner
- Kleiderbügel
- Holzlatten
- Flaschen
- Fußmatten
- tote Haustiere
Auch wenn es jemandem gelingt, solchen Unrat in den Abwurf zu quetschen: Unten am Fallrohr ist ein Ventil, das zum Absaugen des Mülls geöffnet wird. Beim Absaugen verkeilen sich die Müll-Brocken schon an der Krümmung hinter dem Ventil oder in den Kurven des Rohr-Labyrinths – es ist drei Kilometer lang und hat nur 50 cm Durchmesser!
Kostspielig: Die Rohrverstopfungen müssen beseitigt werden – wir alle zahlen für die Bequemlichkeit Einzelner.
Gefährlich: Unser unsichtbares Entsorgungsnetz ist dem Infarkt-Tod ausgeliefert, wenn wir es weiterhin mit Sperrmüll „füttern“. Und das bedeutet dann: Hunderte von Müll-Containern im Dorf, in unseren Gassen.
Deshalb: Bringen Sie bitte alles, was nicht in die Müllabsauganlage gehört, zu unserem ODBG Betriebshof, Helene-Mayer-Ring 31 – einfacher geht's doch wirklich nicht!
Betriebshof der ODBG HMR 31 Öffnungszeiten: Mo-Fr 8 – 18 Uhr Sa 8 – 12 Uhr
Preise für Sonderdienste: Die Mehrheit der Gesellschafter hat sich für die Fortsetzung des bisherigen Konzepts ausgesprochen, wonach für die Anlieferung von Sperrmüll, Alteisen, Grün- und Holzabfällen zum Betriebshof keine gesonderten Gebühren verlangt werden. Die für diese Sparten anfallenden Entsorgungskosten werden also aus der „gemeinsamen Kasse“ der Grundstückseigentümer des OD beglichen. Ob dies in Zukunft so bleiben wird, ist fraglich, da die Entsorgungsgebühren in den letzten Monaten explodiert sind. Für anderen Abfall werden allerdings die Entsorgungskosten dem jeweiligen Verursacher gesondert in Rechnung gestellt.
Die Kosten bei Hofanlieferung sind gegenwärtig:
- Kühl-/ Gefrierschrank, Wasch-/ Spülmaschine, Herd je 21,00 €
- Bauschutt (1 Karre) 7,50 €
- Bauschutt 1 cbm 36,00 €
- Teppich (1 Karre) 6,00 €
- Teppich 1 cbm 30,00 €
- Badewanne 15,00 €
- Sperrmüll-Abholung
Bei Abholung von gebührenfreiem (Sperrmüll, Grün-/Holzabfälle) oder gebührenpflichtigem Abfall (Bauschutt, etc.) werden pro Fuhre 21 € in Rechnung gestellt. Termine: dienstags/mittwochs nach vorheriger Vereinbarung.
Die Biotonnen Auch im OD werden, wie im übrigen Stadtgebiet, die Biotonnen vom AWM aufgestellt und entleert (und gelegentlich, in längeren Abständen, auch gereinigt).
Geeignet für Biotonnen sind:
- Obst- und Gemüsereste
- Kartoffel- und Eierschalen
- Kaffee-Filtertüten, Teebeutel
- Verwelkte Blumensträuße
- Topfpflanzen (ohne Topf)
- Gartenabfälle wie Laub, Gras, Unkraut, Baum- und Strauchschnitt
- Blumenerde
- Papierhandtücher und -servietten, Haushaltspapier
- Zerknülltes Zeitungspapier, um Feuchtigkeit aufzusaugen
Nicht in die Biotonne gehören:
- Hygienepapiere, Windeln und Damenbinden
- Müllbeutel aus Plastik
- Fleisch, Knochen, Fisch, gekochte und flüssige Speisereste, angemachte Salate
- Staubsaugerbeutel, Asche
- Kleintierstreu und Straßenkehricht
- Sperriger Baum- und Strauchschnitt
Wohin mit Problemmüll? Sog. Problem-Abfälle können bis zu 25 kg zum Giftmobil gebracht werden (siehe u.g. Giftmobilfahrplan) oder zu den städtischen Wertstoffhöfen. Eine Lagerung auf dem ODBG-Betriebshof ist allerdings nicht möglich, da dort die Voraussetzungen (und auch die Genehmigung) für eine Zwischenlagerung nicht gegeben sind. Größere Mengen Problemmüll (mehr als 25 kg) können bei der GSB-Gesellschaft zur Entsorgung von Sondermüll in Bayern mbH, Werner-Heisenberg-Allee 61, 80939 München-Freimann, abgegeben werden. Bis zu 10 kg sind gebührenfrei.
Problemmüll darf nach städtischer Satzung nicht in den Haushaltsrestmüll - was ohne weiteres einsichtig ist - und damit auch nicht in die Müllabsauganlage, die nur zur Erfassung von Haushaltsrestmüll dient.
Giftmobil-Fahrplan 2006 Standplatz Betriebsgelände HMR 31, jeweils 14:30-15:30 Uhr:
Wertstoffhöfe der Stadt München Öffnungszeiten: Mo 11-19 Uhr, Di-Fr 8-18 Uhr, Sa7.30-15 Uhr Den nächstgelegenen Wertstoffhof des Abfallwirtschaftsbetriebes München (AWM), bei dem Münchner Bürger kostenlos zur Entsorgung (bestimmter Müllaufkommen unter bestimmten Bedingungen) berechtigt sind, finden Sie in der Lerchenstr. 13.
Hier können z.B. Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen kostenlos entsorgt werden. Weitere Infos vom Info-Center des AWM unter 233-96200 oder unter www.awm.muenchen.de Ein "Secondhand-Führer" mit weiteren nützlichen Adressen ist bei der Stadtinformation am Marienplatz erhältlich.
Helga Eisenberger; Stefan Kemmler, ODBG
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Taubenproblem im OD
Stadttauben gehören zu den wenigen Vogelarten, die in unseren Stadtzentren leben. Als ursprüngliche Felsenbewohner brüten sie bevorzugt an Häuserfassaden, in Nischen, auf Simsen oder auf Dachböden. Nicht nur alleine wegen ihres traditionellen Symbolcharakters gehören sie auch zum Bild unserer Stadt.
An einigen Orten im Olympiadorf (insbesondere im Bereich der überbauten Fahrstraßen sowie in den Garagenebenen) bereiten die Tauben Probleme: Eine Taube produziert jährlich 10 bis 12 kg Nasskot. Dieser harnsäurehaltige Kot trägt mit seiner ätzenden Wirkung zur Zerstörung der Bausubstanz bei. An Kraftfahrzeugen entstehen Lackschäden. Zahlreiche Bürger fühlen sich durch ständiges Gurren großer Taubenschwärme belästigt, sie empfinden Taubenkot als ekelerregend sowie als Minderung ihrer Wohnqualität - sofern Balkone, Fensterbretter usw. davon betroffen sind. Durch hohe Reinigungskosten entstehen Eigentümern und Verwaltern wirtschaftliche Verluste und Konflikte mit den Bewohnern.
Außer Gebäudeschäden und Belästigungen können Tauben auch für Menschen gesundheitliche Risiken mit sich bringen: Eine Reihe von Schädlingen und sogenannten Lästlingen können von den Brutplätzen in den Wohn- und Arbeitsbereich des Menschen überwechseln. Gerade für durch Krankheiten oder medikamentöse Behandlungen immungeschwächte Menschen kann der Kontakt mit Taubenkot unter bestimmten Bedingungen eine konkrete Gefahr bedeuten
Folgende Maßnahmen wurden daher von der ODBG in gemeinschaftlichen Bereichen (der überbauten Fahrstraßen) ergriffen:
Vergrämung »Taubenvergrämung«, eine spezielle Wortschöpfung, meint das Anbringen von Abwehrvorrichtungen an Gebäuden. Sie gehören zum alltäglichen Bild in den Städten: Netze, Spikes und Klebepasten sollen verhindern, dass Tauben sich niederlassen, nisten oder möglicherweise die Fassaden oder Gehwege verschmutzen. Solche Maßnahmen sind mit erheblichen Kosten verbunden. In den Bereichen, wo die gemeinschaftliche Sanierung des Überbauwerkes der Fahrstraßen bereits abgeschlossen ist (Straßberger-, Nadistr. sowie der westliche Teil der Connollystr.), wurden diese baulichen Behelfe konsequent installiert. Teilweise haben sie nicht den gewünschten Effekt, da Tauben in ihrer Platznot erfinderisch sind. Auch wenn Vergrämungsmaßnahmen also sinnvoll sein können, sollten sie daher nicht als alleiniger Lösungsansatz praktiziert werden.
Zusätzliche Maßnahmen Um ergänzende Maßnahmen optimal auf die Begebenheiten im OD abstimmen zu können, wird jetzt ein anerkannter Spezialist von uns beauftragt, Abhilfe zu schaffen. Dies geschieht unter strenger Beachtung der Tierschutzrichtlinien; auch erfolgt eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Stadt München (KVR). Hinweise für Wohnungseigentümer, Mieter und Verwalter Besonders in den neuralgischen Bereichen sollte auf Sauberkeit geachtet werden. Dies heißt in erster Linie die Vermeidung von Verschmutzung bzw. „wilder“ Abfallentsorgung.
Das Taubenfüttern aus Fenstern, Balkonen oder auf Höfen ist gesetzwidrig und sollte zusätzlich konkret über die Hausordnung oder den Mietvertrag untersagt werden. Warum sollten Stadttauben nicht gefüttert werden? In Studien des Fressverhaltens ist folgendes aufgefallen: Durch die jahrelange Anfütterung mit nicht artgerechter Nahrung wie z.B. Fleisch, Eis usw., ist die Stadttaube ein Aas-Fresser geworden. Das bedeutet, die Nahrungsaufnahme und Verdauung unterscheiden sich stark von herkömmlichen Tauben. Durch diese nicht natürliche Lebensweise sind sie weitaus anfälliger für Krankheiten und könnten laut neuester Studien Überträger (oder Wirte) für Virus-Krankheiten bzw. Keiminfektionen sein. Durch die Fütterung gewöhnen sie sich an den Ort und kommen immer wieder dorthin zurück wie z.B. an Kinderspielplätze, wo sie teilweise schon in Massen anfliegen, um im Müll oder auf dem Boden nach Essbarem zu suchen. Wobei zu bedenken ist, dass Tauben Sand zur besseren Verdauung fressen. Dem sollten wir aber dringend vorbeugen, denn wo Kinder im Sand spielen, dürfen keine Tiere ihr Geschäft verrichten.
Stefan Kemmler, ODBG
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Hundehaltung - muss das sein?
Na sicher; alle, die einen lieben vierbeinigen, behaarten Hausgenossen haben, sind überzeugt: Ohne meinen Hund geht es nicht. Der Hund ist der „beste Freund des Menschen“ und manchmal auch der einzige.
Aber viele sehen das ganz anders. Häufchen in der Wiese, auf dem Weg und dann am Schuh, im Sandkasten für die Kinder, Verfolgungsjagden auf arglose Jogger, heimtückische Bestien, stundenlanges Gekläff oder Heulgesänge, überfreundliche Ungeheuer, die vor Begrüßungsfreude wildfremden Spaziergängern schlammige Pfotenabdrücke aufstempeln, schwanzwedelnde Bettler mit schmelzendem Blick am Biergartentisch, verdächtige Schnüffler am Hosenbein - das sind harte Zumutungen.
Sollen wir die Hunde lieber ganz abschaffen, weil sie nicht mehr in unsere Betonwelt passen?
Aber unsere Kultur wäre ohne Hunde nicht so, wie sie ist. Sie haben uns bei der Jagd geholfen, uns und unseren Besitz geschützt, das Vieh gehütet, Schlitten gezogen, im Altertum sogar im Krieg gekämpft. Noch heute führen sie Blinde, finden Bomben und Drogen, graben Verschüttete aus Lawinen und eingestürzten Häusern. Sollen wir das vergessen? Wollen wir eine leere Welt, in der Menschen, Stallvieh und Zierfische, Nutzpflanzen und Fußballrasen die einzigen Lebewesen sind?
Pädagogen sagen, Haustiere helfen Kindern, Verantwortung zu lernen. Der Hund muss regelmäßig Gassi, die Modelleisenbahn oder das Computerspiel nicht. Unsere Geschichte ist vom Umgang mit Tieren geprägt; in vielen Märchen, aber auch noch in Disney-Comics sind sie die wichtigsten Gestalten. Tiere gehören zum Leben. Wer andersartige Wesen nicht verstehen lernt, weiß auch nicht mehr, dass unsere natürliche Umwelt für immer unsere Lebensgrundlage bleiben wird.
Zum Verstehen gehört, dass man sich einen Hund nicht kaufen kann wie ein Elektrogerät. Man muss verstehen, was er braucht und wie sein natürliches Verhalten ist. Ein Hund braucht Erziehung, aber er kann nur lernen, was für ihn artgemäß ist. Wer einen Schäferhund kauft, muss sich im Klaren sein, dass aus dem niedlichen Welpen ein echtes Raubtier wird. Gut erzogen ist er ein sehr lieber Hausgenosse.
Hundehaltung ist vor allem deshalb in Verruf geraten, weil viele Besitzer zu wenig wissen und ihre Tiere zum Ärgernis oder zur Gefahr heranwachsen. Es gibt Vorschläge zu einem Hundeführerschein; manches spricht dafür. Man kann einem Hund durchaus beibringen, dass er an fremden Menschen nicht hochspringt und seine Geschäftsergebnisse nur in Gebüschen, aber nicht auf offenen Flächen hinterlegt. Mit gutem Willen und Sachkenntnis der Hundefreunde ist viel Streit zu vermeiden.
Der andere Teil ist schwieriger: den Menschen, die Hunde nicht kennen, das notwendige Grundwissen zu vermitteln. Viele Menschen halten Hunde einfach deshalb für „unberechenbar“, weil sie ihre Körpersprache nicht kennen. Einem Hund sieht man seine Stimmung und seine Absichten sehr deutlich an, wenn man nur Bescheid weiß. Und dann sollte man wissen, wie man darauf antwortet. Das müsste schon Stoff der Grundschule sein; das hilft aber denen nichts mehr, die heute erwachsen sind und begreifliche Angst bekommen, wenn ein solches fremdartiges Ungeheuer auf sie zurast.
Denn man kann einen Hund nicht sein Leben lang nur an der Leine führen; er muss auch frei laufen dürfen, schon deshalb, damit er sich ordentlich ausgaloppieren kann; er muss mit anderen Hunden spielen und rennen können, um ein verträgliches Sozialverhalten zu lernen. Damit man ihm das erlauben kann, muss er immer wissen, wie er sich zu benehmen hat.
Wir müssen in der Großstadt miteinander auskommen und schaffen das in München allgemein recht gut. Da sollten wir mit gutem Willen auch Hunde einbeziehen können. Wichtig ist nur: Beide Seiten brauchen Sachkenntnis. Die lässt sich lernen. Dann können am Ende auch Menschen mit und ohne Hunde friedlich zusammenleben.
Dr. Michael Werner
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Nadischule: Aus der "Schulfamilie"
Zu Beginn dieses Schuljahres gab es einige Veränderungen. Frau Lemcke, die im letzten Schuljahr eine 1. Klasse betreute, wurde nach Moosach versetzt. Neu bei uns sind Frau Künneth und Frau Martin, die beide nun eine 2. Klasse führen. Unsere langjährige Rektorin Frau Beier wechselte an die Grundschule am Dom-Pedro-Platz in Neuhausen. Ihre bisherige Stellvertreterin Frau Fischer übernahm für das ganze Schuljahr die Leitung. Ab September 2006 wird Frau Elke Kandlbinder als Rektorin kommen.
Neben zahlreichen Aktivitäten im Schulleben wie Schullandheimaufenthalte, Lesenächte, kleine Theateraufführungen etc. hat weiterhin die Leseförderung hohe Priorität. Unsere Bibliothek, umsichtig und begeistert geleitet von der Schülermutter Frau Ackermann, erfreut sich großer Beliebtheit, und wir konnten dank einer großzügigen Spende im Dezember viele neue Bücher anschaffen. Erfreulicherweise engagieren sich unsere Eltern vielseitig und bereitwillig, so dass wir im Januar einen Vortrag zum Thema „Lernen lernen“ anbieten konnten (gesponsert vom Elternbeirat) und auch immer wieder Eltern mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten kleine Unterrichtseinheiten gestalten.
Wichtige Termine sind der Eltern-Informationsabend für die kommenden Erstklasseltern am 7. März und die Schuleinschreibung am 4. April.
Wir wünschen uns weiterhin eine so harmonische Zusammenarbeit in unserer Nadi-Schulfamilie!
Andrea Fischer
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Ist Ihre WEG kinderfreundlich?
Die EIG bewirbt sich für das Olympiadorf im Wettbewerb um das Gütesiegel „kinder-und familienfreundliches Wohnumfeld“ .
In diesem Jahr findet der Wettbewerb „München – Offen für Kinder“ zum zweiten Mal statt (der erste 2004). Wer eine bestimmte Punktezahl erreicht, wird von einer Erwachsenen- und einer Kinderjury überprüft. Halten diese die Kriterien für erfüllt, erhält die Wohnanlage, die innerhalb der Stadtgrenzen liegen muss, das begehrte Gütesiegel. Wer unter den Punktbesten ist, kommt eine Runde weiter und kann nach intensiver Begutachtung als einer der drei besten ein Preisgeld erhalten.
Für die EIG stand sofort fest: Wir wollen teilnehmen, das Gütesiegel bekommen und dazu noch den ersten Preis! Denn wir sind von unserem Dorf überzeugt!!! Über den Ausgang des Wettbewerbs werden wir im nächsten Dorfboten berichten.
Für das Olympiadorf als Ganzes hat die EIG den Fragenkatalog bearbeitet und eine entsprechende Dokumentation zusammengestellt. Sie können diesen Katalog jedoch auch dazu benutzen, Ihre einzelne Hausgemeinschaft zu prüfen und zu beurteilen, wo sie noch besser werden kann – das ist nämlich das große Plus dieses Kriterienkatalogs: Er gibt jede Menge Anregungen!
Manuela Feese-Zolotnitski
Weitere Informationen: zum Wettbewerb mit Unterlagen: www.muenchen.de/kinderbeauftragte Zu kinderfreundlichen Hausordnungen: www.kinderinfo.de/rechte/hausord.htm
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Kindertreff Oly
Den Kindertreff Oly gibt es seit 1982. Der Besuch des Kindertreffs ist anmeldungsfrei und kostenlos; er ist für Kinder von 6 bis 13 Jahre. Das pädagogische Team besteht aus Michael Glaw, Dipl. Sozialpäd. (FH), und Dipl. Kunsttherapeut (A.K.T.) Sandra Schwaier, Dipl. Soz. Päd. (FH):
Unsere neuen Öffnungszeiten sind:
Kinder-Treff/Spielwagen 6-12 Jahre: Mo, Di, Do 15-19 Uhr 6 -13-Jährige: Mädchen-Treff Fr 14.30 - 18.30 Uhr Jungen-Treff Mi 15.00 - 19.00 Uhr
In der ersten Mai-Woche starten wir dann wieder mit dem bekannten und beliebten Spielwageneröffnungsfest am Reifenspielplatz (rote Stadt). Die Öffnungszeiten bleiben die gleichen. Von 16-19 Uhr (Mo-Do) ist zusätzlich wieder der gut besuchte Fußballtreff am Spielwagen.
Die Spielwagensaison dauert von Mai bis Oktober. Bei gutem Wetter - wenn es also nicht regnet und nicht zu kalt ist -, ist der Spielwagen anstatt des Kindertreffs geöffnet. Ansonsten findet der Kindertreff statt. Mittwoch und Freitag sind die geschlechtsspezifischen Tage.
Das aktuelle Bastelprogramm hängt in unserem Schaukasten neben dem Eingang gegenüber Straßbergerstraße 6 aus oder im Internet unter http://www.muenchen-heilig-geist.de - Olympiakirche - Kinder_Jugend - Kindertreff.
Michael Glaw
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16 Jahre Olytolli e.V. – eine Kindergruppe im Olympiadorf Wo wir tollen
Dass das Olympiadorf über zwei Kindergärten - nämlich den Städtischen und den Katholischen – verfügt, weiß man als Dorfbewohner. Doch auch die Kleinsten, Kinder ab eineinhalb Jahren, werden betreut: in der Studentischen Krabbelstube (ausschließlich für Kinder von Studenten) und bei Olytolli e.V. Die Eltern-Kind-Initiative im Helene-Mayer-Ring 14 besteht bereits seit 1990. Schon viele Kinder aus dem Dorf haben hier ihre ersten Erfahrungen mit Bobbycar-Fahren, Essen mit Besteck und liebevollen Erziehern gemacht. Manchmal sieht man die lustige Truppe in einem Bollerwagen, der aus der Anfangszeit des Vereins stammt und seinen Dienst noch immer gut erweist. Im Moment sind die Kleinen zwischen zwei und vier Jahre alt, generell ist die Gruppe offen für Kinder bis zum Schulalter. Eine Erzieherin und zwei Kinderpflegerinnen spielen, musizieren und lachen mit den zwölf Kindern.
Beata Pensko, eine der Kinderpflegerinnen, gab bereits ihre eigenen drei Kinder in die Obhut von Olytolli. Noch gut erinnert sie sich daran, als sie ihren ersten Sohn 1993 in die Eltern-Kind-Initiative brachte: „Nach meinem Pädagogik-Studium war das bei Olytolli wie ein Traum. Ich war begeistert von dem freien Konzept und dass die Kinder hier wirklich ernst genommen werden.“ Besonders gefällt ihr seit jeher der enge persönliche Kontakt zwischen Eltern, Erziehern und Kindern. Olytolli sei für alle wie eine Familie.
Der Verein Olytolli wird vom Stadtjugendamt gefördert und kann deshalb mit recht geringen Monatsbeiträgen punkten. Für Geringverdienende übernimmt das Stadtjugendamt sogar den kompletten Beitrag. Die Betreuung findet ganztags statt von 8-17 Uhr (Mo+Mi), 8-16 Uhr (Die+Do) und 8-15 Uhr (Fr). Die Räume von Olytolli wurden kürzlich renoviert, die Wände mit freundlichen Farben gestrichen, neues Spielzeug erstanden, teilweise neue Möbel gekauft.
Derzeit sind alle Plätze vergeben, doch der Verein führt eine Warteliste und zum Sommerfest sind Interessierte natürlich herzlich eingeladen. Den genauen Termin erfahren Sie bei Olytolli unter Tel. 351 04 09 oder auf der Website www.olytolli.de
Verena Wiemann-Nestler
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Zentrale Hochschulsportanlage
Die Zentrale Hochschulsportanlage in unmittelbarer Nachbarschaft zum OD ist ebenfalls ein Kind der Olympischen Spiele 72. Das Gelände wird ausschließlich für die Ausbildung von Sportstudierenden in Wissenschaft und Praxis und für den allgemeinen, freiwilligen Studentensport zur Verfügung gestellt.
Mit der Gründung einer eigenen Fakultät für Sportwissenschaft und dem Neubau des Bayer. Forschungs- und Technologiezentrums ist hier auf olympischem Gelände ein Zentrum für Sportwissenschaft entstanden, das bes- te Voraussetzungen für die Forschung auf allen Gebieten des Sports bietet.
Mit dem Allgemeinen Hochschulsport, der für alle - derzeit über 90.000 - Münchner Studierenden ein freiwilliges Sportprogramm anbietet, leistet der Freistaat Bayern einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Breitensports.
Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft findet eine Reihe von zusätzlichen Veranstaltungen auf dem Gelände der ZHS statt. Hervorzuheben sind
„Die lange Nacht des Sports“ - So, 2. 7. 06, wo das Gelände für die gesamte Bevölkerung offen steht, und
eine Mini-Fußballweltmeisterschaft - 9./10. Juni 06, wozu vor allem ausländische Studenten eingeladen sind, mit eigenen Nationalmannschaften anzutreten.
Die besondere Nutzung und die ausschließliche Zweckbindung lässt eine generelle Öffnung der Anlage für die Allgemeinheit nicht zu, aber die besondere Nähe zum Olympischen Dorf gibt immer wieder Spielraum, die gute Nachbarschaft zu pflegen.
Manfred Utz, ZHS
Anmerkung der Redaktion:
Der Förderverein stellt sich unter
www.zhs-foerderverein.de
vor. Hier können Sie die Voraussetzungen für den Vereinsbeitritt einsehen, der zur Nutzung des ZHS-Angebots berechtigt.
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Zukunftssicherung des Olympiageländes
Am 14.12.2005 beschloss der Stadtrat die stadtentwicklungsplanerischen Rahmenbedingungen und Ziele.
Dies sind
- wirtschaftliche und soziale Ziele wie die Erhaltung der Multifunktionalität, die Sicherung der Bedeutung für Sport, Freizeit und Veranstaltungen, die Nachnutzung des Olympiastadions durch Freiluftveranstaltungen und die Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Partnern
- gestalterische Ziele wie der Erhalt des einmaligen Gestaltwertes der Olympischen Bauten mit ihren integrierenden Freiflächen, die Freihaltung des Olympiaberges und wichtiger Blickbeziehungen
- verkehrliche Ziele und Ziele des Immissionsschutzes wie die Vermeidung unzumutbarer Auswirkungen auf bestehende Einrichtungen im Umfeld und Offenhaltung der Entwicklungsmöglichkeiten angrenzender Quartiere, die Sicherung eines ausreichenden Stellplatzangebotes durch entsprechende Programmabstimmung bei Großveranstaltungen durch die OMG, die Prüfung der Umsetzung eines übergreifenden Parkleitsystems sowie der Erhalt und Ausbau überörtlicher Wegeverbindungen
- landschaftsplanerische Ziele, wie die durchgehende Nutzbarkeit und Zugänglichkeit des Olympiaparks als öffentliche Grünfläche und wichtiger stadtteilbezogener und gesamtstädtischer Erholungsbereich, der Erhalt des typischen Landschaftsbildes als Teil der Gesamtkomposition und Erhalt der Biotopstrukturen
Bei künftigen Veranstaltungen, Planungen und Projekten im gesamten Olympiapark sind diese Ziele zugrunde zu legen sowie die Entwicklungs- und Erhaltungsbereiche für wesentliche bauliche Veränderungen und Ergänzungen zu beachten.
L.K.
Die ausführliche Stadtratsvorlage in der Fassung vom 7.12.05 kann bei der EIG eingesehen werden. L.K. EIG
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Lärmbelästigungen aus dem Olympiapark
Veranlasst durch mehrere, sehr lautstarke kommerzielle Veranstaltungen des letzten Sommers im Olympiapark stellte die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss 11, Milbertshofen/Am Hart zur Sitzung am 21. 09. 2005 folgenden Antrag:
„Der BA 11 fordert die Olympiapark München GmbH bzw. die zuständigen Referate der Stadt München auf, dafür zu sorgen, dass bei künftigen Veranstaltungen im Olympiapark die gültigen Lärmschutzverordnungen eingehalten werden. Dies gilt nicht nur für den Veranstaltungsort selbst, sondern auch für die angrenzende Wohnbebauung, z.B. das Olympiadorf. Eine Überprüfung der Schallimmission muss auch während der Veranstaltungen und nicht nur bei Beginn im oft harmlosen ‚sound-check’ erfolgen. Werden die zulässigen Immissionswerte in einem Wohngebiet überschritten, ist dies unverzüglich zu unterbinden. Sinnvoll wäre es auch, dem BA schon im Rahmen des Anhörungsverfahrens zu solchen Veranstaltungen die vorgesehenen Auflagen bekannt zu geben und eine verantwortliche Ansprechstelle zu nennen, an die man sich bei eventuellen Beschwerden während der Veranstaltung wenden kann.“
In der Antragsdiskussion wurde besonders auf die oft völlig übersteuerten Verstärker bei Ansagen hingewiesen, die bis kurz vor Mitternacht im OD zu hören waren. Störend sind auch mitternächtliche Hubschrauberflüge der Veranstalter sowie zu häufige Durchgangssperrungen für Parkbesucher. Grundsätzlich sehe man aber ein, dass die Olympiapark GmbH auch mit gewerblichen Veranstaltungen für Einnahmen sorgen müsse.
Der Antrag wurde mit den Stimmen der SPD und der Grünen beschlossen. Die CSU konnte sich nicht anschließen, da sie z.B. den geplanten ‚Fan-Park’ anlässlich der Fußball-WM-Spiele 2006 nicht gefährden wolle.
Axel Bornemann
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U-Bahn-Verlängerung
Wiederherstellungsarbeiten im Planungsstadium
Die zum OEZ verlängerte U 3 soll zwar erst im Juli 07 eröffnet werden, aber die Wiederherstellungsarbeiten sollen im Frühjahr 06 beginnen. Der Bezirksausschuss 11 Milbertshofen/Am Hart erarbeitete mit Anliegern eine Stellungnahme mit folgenden, im Wesentlichen von der Stadt akzeptierten Anregungen:
Erstellung eines behindertengerechten Hangwegs von der Straßbergerstraße (PKW-Ebene) zum El-Thouni-Weg (Wallweg).
Der Weg wird barrierefrei mit 5,5 % Steigung westlich des Hangs auch für gegenläufigen Radverkehr erstellt und an der Straßbergerstraße mit Pollern gegen KFZ-Verkehr gesichert. Bei einem Besichtigungstermin wurde von den Teilnehmern (Stadt, BA 11, Anlieger, EIG) auf die Erstellung eines Stufenweges neben der bestehenden Treppenanlage verzichtet. Vom städtischen Gartenbau soll aber der vorhandene Schleichweg vom Flachbereich zur Straße befestigt werden.
Die Kreuzung Lerchenauer/Preußenstr. wird analog der jetzigen provisorischen Regelung ausgebaut und um zwei neue Fußgänger- bzw. Radüberwege ergänzt.
Auf der westlichen Lerchenauer Straße wird der Radweg verbreitert und mit der Verlängerung zum U-Bahnhof Olympiazentrum zur Zwei-Richtungs-Nutzung freigegeben. Alle Ein- und Ausfahrten mit Überquerung von Radwegen werden deutlich abmarkiert.
Es wird geprüft, dass alle Bus-Haltestellen möglichst nahe am U-Bahnhof liegen. Die Bushaltestelle südlich der Kreuzung Landshuter Allee soll an den U-Bahnhof verlegt werden.
Die Wallverlängerung am Ende der Straßbergerstraße wird von der Abteilung U-Bahn-Bau mit dem privaten Ansprechpartner (ODBG) koordiniert und in Eigenverantwortung von der ODBG durchgeführt.
Die Umbenennung des U-Bahnhofs wurde diskutiert; der Bezirksausschuss hat hier Entscheidungsrecht und sich statt der bisherigen Bezeichnung ’Olympiapark Nord’ einstimmig für ‚Oberwiesenfeld’, die über hundertjährige Flurbezeichnung, entschieden. Ein wesentliches Argument war dabei auch die Verwechslungsgefahr der Bezeichnung ‚Olympiapark-Nord’ mit den U-Bahnhöfen ‚Olympiazentrum’ und ‚Olympia-Einkaufzentrum’.
Axel Bornemann
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Die "Gründerzeit" des OD im EIG-Sommerfest-Zelt Revival Olympia 1972
Mit einer Ausstellung von Zeitdokumenten, Objekten und „Devotionalien“ aus der Gründungszeit des Olympiadorfes hat die EIG beim 3-tägigen Sommerfest im Juli 2005 einen ersten, bescheidenen Versuch unternommen, die Wurzeln des Olympischen Dorfes München - ODM - zu suchen und in Form von Objekten, Plänen, Büchern und Fotos die Zeit der Entstehung, der olympischen und frühen nach-olympischen Nutzung wieder aufleben zu lassen.
Diese Ausstellung sollte zum einen die gesellschaftliche Atmosphäre des Aufbruchs der sechziger Jahre zeigen, also die Demokratisierung der Landschaft und Architektur, verbunden mit der Entwicklung neuer Wohnformen, aber auch das Lebensgefühl der „Erstbesiedler“ der frühen siebziger Jahre. Zum anderen sollte sie zum Vergleich anregen: Was ist heute anders - was ist besser - was ist schlechter - was können wir verbessern im ODM - was haben wir gewonnen / verloren im Vergleich zur ersten Umsetzung.
Da die EIG nur ein kleines Archiv und keinen richtigen Fundus hat, dem sie Ausstellungsobjekte entnehmen könnte, war sie auf die Hilfe der Dorfbewohner angewiesen, die ihre Sammler- und Fundstücke als Leihgaben zur Verfügung stellten. Nach einem Aufruf im Dorfboten hat sich gleich eine ganze Reihe von Dorfbewohnern beim Autor dieses Artikels gemeldet, die dazu bereit waren. Es ergaben sich viele herzliche Kontakte. Und die Begeisterung, mit der die Bewohner erzählten, was sie jetzt doch noch in den Schränken und Kellern gefunden hatten, war so ermutigend, dass die EIG ganz einfach 2 Vitrinen für eine derartige Ausstellung anschaffen musste.
Die meisten Besucher des Sommerfestes waren im EIG-Zelt. Spontane Gefühlsreaktionen wie “ach weißt du noch, der graue Nadelfilzboden ...“ bis hin zur fast schon wissenschaftlichen Analyse der knapp 50 großformatigen Architektur- und Lifestyle-Fotos aus der Gründungszeit des ODMs zeigten, dass in dieser Ausstellung wohl alle Sinne angesprochen wurden. Großes Interesse fanden natürlich auch die frühen Merchandising-Produkte wie ein original Olympia-Waldi oder das Olympiawürfelspiel mit Spielfiguren in den Farben der 4 Straßenzüge des ODM.
Das Schönste für den Veranstalter war aber, dass einige Besucher spontan und begeistert neue Objekte zur Verfügung stellten, die sie schnell von Zuhause geholt hatten (z.B. ein Original-Hostessenkleid, eine Sportlertasche, Fliesen mit den Olympischen Ringen u.v.m.).
Eine dynamische Ausstellung: Alle paar Stunden waren neue Objekte in neuer Anordnung zu sehen, und sie hat die hohe Identifikation der Bewohner mit „ihrem“ Stadtteil gezeigt.
Die Wiederholung einer solchen Ausstellung möchten wir nicht ausschließen. Deshalb eine Bitte an Sie:
Sollten Sie noch Gegenstände, Fotos, Pläne, Literatur, etc. aus der Gründungszeit des ODM haben (Stichpunkte: Prilblumen, VW-Käfer, Wohnlandschaften, Nadelfilz, Grastapete, Türbeschläge, orange Lampen & Uhren, poppige Wecker & Vasen, holzverkleidete Stereoanlagen...), lassen Sie es uns bitte wissen.
Wir notieren - vollkommen unverbindlich - Ihre Kontaktdaten und nehmen mit Ihnen bei Bedarf (also bei einer möglichen, erweiterten Ausstellung) Kontakt auf. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!!
Dr. Michael Scharmann
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Sechs Damen und ein Kommissar
Die durch die Zukunftswerkstatt des Kulturvereins angeregte Theatergruppe hatte ihren ersten Auftritt.
Es war wundervoll! Die Spielerinnen und Spieler - uns ja zum Teil als Nachbarn gut bekannt - waren nicht mehr wieder zu erkennen und ihre Lust am Spiel (und auch an den Details) in jedem Augenblick fast nicht mehr zu übertreffen. Drei ausverkaufte Abende (und viele Menschen vor dem Eingang, die bis zum Schluss hofften, dass vielleicht eine Karte verkauft, der Platz aber nicht eingenommen worden war) waren für die Darsteller und Frau Peter ein erstes äußeres Zeichen unseres Dankes und der jubelnde Beifall des Publikums ein weiterer.
Ja, Frau Barbara Peter: Längere Zeit hatten die theaterwilligen Spieler nach einem Regisseur bzw. einer Regisseurin gesucht. Dann endlich: dieses Glück, dass gerade Frau Peter bereit war, die Regie zu führen. Und nicht nur das. Da diese Kriminalkomödie zwar am besten für die Zusammensetzung der Gruppe passte, aber nur in Englisch vorlag, hat sie sie dann auch noch „so nebenbei“ für die Gruppe übersetzt und weitere Kreativität walten lassen. Wenn Männer fehlen, verwandelt sich der Spezialist der Spurensicherung in eine Spezialistin und anschließend der ursprüngliche Titel von C. B. Gilford „Bull in a China Shop“ in „Sechs Damen und ein Kommissar“.
Nach der Anfangsphase ab Frühjahr 2004, die vor allem der „Suche“ galt, begann im Juni die erste aktive Phase mit Workshops, bei denen jeder Interessierte in die Schauspielerei hineinschnuppern konnte.
Nach mehreren Probenmonaten – die erste Leseprobe fand im Dezember 2004 statt – sollten Ende April die Aufführungen stattfinden. Aber dann stand man plötzlich ohne Kommissar da: Im März wurde der Hauptdarsteller krank und fiel für mehrere Wochen aus. Es mussten neue Termine gesucht werden. Keine leichte Aufgabe bei zwölf Darstellern und einem so oft ausgelasteten Raum wie dem Forum 2. Doch es klappte, nicht zuletzt dank des Einsatzes von Annemarie Fitzke und des Entgegenkommens der Jazz- Combo, die sich kurzerhand bereit erklärte, ihre geplante Jam-Session im Anschluss an die letzte Aufführung zu veranstalten. Dies war, wie sich dann zeigte, nicht nur eine Notlösung, sondern ganz im Gegenteil eine besondere Freude für diejenigen, die an beiden Veranstaltungen teilnahmen.
Am 10. Juni 2005 kam dann der große Tag: Familienmitglieder und Bekannte wirbelten umher, um Tische zu dekorieren und das Catering vorzubereiten. Das Bühnenbild war fertig und wohl gelungen, die Beleuchter bereit, und bezüglich der Maske hieß es dann für die Darsteller am frühen Abend: ab zum Friseursalon „Magic Hair“ zu Gisela Rittig und ihrem Team. Hier wurden sie durch perfekte Frisuren und Bühnen-Make-up, zu den Damen, die wir auf der Bühne bewunderten. (Hätten wir uns zuvor jemals vorstellen können, welche Talente in unseren Nachbarn verborgen sind?)
Um 20.00 Uhr feierte die erste Produktion der Theatergruppe Olympiadorf dann Premiere. Wie schon gesagt: vor vollem Haus an allen drei Abenden, spielfreudig und mit einem amüsanten und spannenden Stück.
Und wie geht es weiter? Seit Ende September 2005 fanden wieder Workshops statt. Die Theatergruppe hat etliche neue Mitglieder und seit Januar 2006 wird am neuen Stück geprobt, das im Mai im Forum 2 auf die Bühne gebracht wird – dann an zwei Wochenenden.
In Zukunft wird es leider nicht mehr möglich sein, in der Buchhandlung Unverhau Karten zu kaufen, weil das Ladengeschäft (nach 25 Jahren!) zugesperrt werden muss. Dennoch sollten Theaterfreunde gut daran tun, Tickets rechtzeitig beim Kulturverein reservieren zu lassen, denn an der Abendkasse heißt es vermutlich wieder: Ausverkauft.
Marianne Steffen
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Fortsetzung 2005 – Zweite Zukunftswerkstatt der EIG
Vor einem Jahr wurde an gleicher Stelle von der ersten Zukunftswerkstatt auf dem Sommerfest 2004 berichtet. Einiges hat sich inzwischen geändert, weil durch das öffentliche Aussprechen der Wünsche und Ärgernisse ein Umdenken begonnen hat.
Deutlich mehr Hundebesitzer als im Vorjahr führen Tüten mit, um die Hinterlassenschaft ihres Lieblings selbst zu entsorgen. Die Dorfbewohner danken es ihnen.
Deutlich mehr Menschen als früher legen ihr Altpapier nicht mehr vor einen vollen Papiercontainer, sondern gehen ggf. zum nächsten, wenn es auch – gerade im Umgang mit Müll - noch viele Möglichkeiten gibt, das eigene Verhalten zu optimieren. Dringend wird gewünscht, dass sich der Deckel der Papiertonnen öffnen lässt.
Einige weitere Wünsche der Dorfbewohner warten jedoch nach wie vor auf ihre Erfüllung, auch wenn der Weg dazu bekannt ist, z.B.:
Wie schon immer bitten vor allem ältere und behinderte Menschen darum, in der Ladenstraße nicht und auf den Fußgängerebenen der Straßen nicht so schnell zu radeln.
Verbotsschilder scheinen hier nichts zu nützen. Aber vielleicht können sich die Radfahrer gemäß der alten Pfadfinderregel: „Jeden Tag eine gute Tat!“ in Zukunft häufiger vornehmen, vom Rad zu steigen bzw. rücksichtsvoller zu fahren.
Bei anderen Wünschen der Dorfbewohner müssen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten gesucht werden, und dazu vor allem diente diese zweite Zukunftswerkstatt 2005.
Dem Bereich „Wohnen im Alter“ ist ein eigener Artikel gewidmet.
Von anderen – häufiger – artikulierten Wünschen hoffen wir, dass sie evtl. mit Ihrem Einfallsreichtum der Realisierung näher gebracht werden können.
Kommunikationszentrum
Alle, die sich dazu geäußert haben (und das waren nicht wenige), fanden die Idee, hier im Dorf eine Begegnungsstätte für Jung und Alt einzurichten, ganz ausgezeichnet. In der Begegnungsstätte sollte es Zeitschriften, Spiele und auch etwas Spielzeug geben. Sie sollte mit Kunstwerken unserer Dorfkünstler oder auch mit alten Plakaten aus der Zeit der Olympiade ausgestattet werden können und nach Möglichkeit auch eine Espressobar oder eine kleine Teeküche enthalten. An einigen Tagen könnten auch Kinder hier abgegeben werden, da sich ein kinderlieber „Leihopa“ schon jetzt bereit erklärt hat, sie zu betreuen. Hier sollten sich Menschen treffen, um miteinander etwas Gemeinsames zu tun, ohne zum Konsum aufgefordert zu werden. Auch kleinere Veranstaltungen sollten hier möglich sein.
Am liebsten hätten wir einen Raum in der Ladenstraße. Und fragen daher: Wann und wo wird ein geeigneter Raum frei?
Wenn gekauft werden muss: Gibt es einen Sponsor für den Kauf? (Ein für alle Benutzer sichtbarer Dank ist uns selbstverständlich.)
Wenn gemietet wird: Wer beteiligt sich an den laufenden Kosten? (Auch über viele „Kleinspenden“ kann die Miete bezahlt werden.) Beim Bau des Olympiadorfes waren Räume als Gemeinschaftsräume vorgesehen, die aber von den Eigentümergemeinschaften jetzt als Hobbyräume vermietet werden. Könnte evtl. ein Teil der Mieteinnahmen dazu verwendet werden, ein zentrales Kommunikationszentrum zu betreiben?
Wenn Sie Vorschläge – oder Ideen – haben oder der EIG sogar einen Raum zur Verfügung stellen wollen, so lassen sie es uns bitte wissen.
(Für kritische Menschen sei abschließend noch bemerkt: Der Kulturverein hat – im Kino – einen zur Kommunikation geeigneten Raum und auch die Kirchen haben Räume, sogar solche mit kleiner Küche, aber sie sind nachmittags und abends fast immer belegt. Einen Raum, der allen Bewohnern des OD ohne Konsumzwang offen steht, gibt es hier nicht.)
Dienstleistungsbörse
Hier denken wir an ein Modell, wie es auch in manchen Wohnprojekten zum integrierten Wohnen von „Jung und Alt“ realisiert wird.
Ältere Menschen könnten zum Beispiel zur Betreuung von Kindern, Haustieren oder Pflanzen bereit sein und eventuell auch Hausaufgabenhilfe anbieten, Jüngere könnten beim Einkauf und Behördengängen helfen oder auch beim Umgang mit dem Computer.
Obwohl auch schon in der vorhergehenden Zukunftswerkstatt eine Dienstleistungsbörse (bzw. eine „organisierte“ Nachbarschaftshilfe) gewünscht wurde, hat sich bisher niemand gefunden, der dieses Anliegen zu seinem eigenen machen will, aber wir hoffen, dass es zusammen mit Überlegungen zum „Wohnen im Alter“ konkretere Formen annehmen wird. Auch die Gemeinde „Frieden Christi“ ist sehr daran interessiert, wieder eine Nachbarschaftshilfe aufzubauen.
Interessante Einzelvorschläge
Hier natürlich nur eine Auswahl:
Können Falken zur Reduzierung der Tauben eingesetzt werden?
Die EIG hat sich erkundigt und die Antwort lautet: Leider nicht, da sich die Tauben bei Gefahr in die Fahrstraße flüchten würden und die Falken ihnen nicht in dunkle Räume folgen.
Wenn der Coubertin-Platz so oft für Veranstaltungen gesperrt wird, sollten die Dorfbewohner einen kostenlosen „Passierschein“ erhalten, um auch weiterhin im Gelände spazieren gehen zu können.
Da auch bei der denkmalgeschützten Renovierung des Dorfes gewisse Abweichungen vom „Urzustand“ toleriert werden, sollte überlegt werden, auf welche Art die Fahrstraßen und die unterirdischen Fußwege freundlicher und vor allem heller gestaltet werden können.
Um das Gemeinschaftsgefühl der Dorfbewohner zu stärken, könnte versuchsweise zu einem gemeinsamen Mittagstisch in einem der Lokale eingeladen werden.
Noch mal:
Wer Ideen hat, wie die vorgeschlagenen Projekte realisiert werden können bzw. wer seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen will, der erfreut damit die EIG und vermutlich auch sich selbst, weil es immer befriedigend ist, am Gelingen eines Projektes beteiligt zu sein.
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Marianne Steffen
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Empowerment für ein bürgeraktives München
Das war der Titel eines Wochenendseminars, das der US-Pfarrer Paul Cromwell im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) am Arabellapark durchführte, unterstützt von der Münchner Volkshochschule und der Gemeinsinnwerkstatt des Centrums Angewandte Politikforschung (CAP) der Ludwig-Maximilians-Universität. Teilnehmer waren Mitglieder von Bürgerorganisationen aus allen Teilen der Stadt und des Umlandes, darunter auch der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft (EIG) des Olympiadorfs.
Reverend Cromwell, in Diensten der United Church of Christ, ist Stipendiat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Zu Hause in Florida steht er nicht auf der Kanzel, sondern ist in Kirchengemeinden als Community Organizer aktiv: Cromwell besucht die Gemeindemitglieder und befragt sie nach ihren Problemen. Für diese Zweier-Gespräche spannt er die besuchten Mitglieder mit ein, sodass sich daraus ein Schneeballsystem entwickelt und in kurzer Zeit Hunderte von Menschen interviewt werden. Dann setzt die zweite Phase ein: die Analyse der erfahrenen Probleme und Recherche, wie sie sich lösen lassen. Schließlich erfolgt der dritte Schritt, eine große öffentliche Versammlung mit mehreren hundert Teilnehmern, den Medien sowie öffentlichen Amtsträgern, an die – abgesichert von den Recherchen – ganz konkrete Lösungsschritte herangetragen werden. Auf diese Weise entstand zum Beispiel in Jacksonville ein gut organisiertes öffentliches Transportsystem. Diese Methode – eine aktive Form christlicher Nächstenliebe, die in den US-Kirchen eine lange Tradition hat – verbreitet der amerikanische Pfarrer in Deutschland, so auch in München auf dem Workshop im ÖBZ, garniert mit viel Praxis: Üben von Zweier-Gesprächen sowie Durchführen von Rollenspielen, wie Bürger mit Vertretern von Ämtern verhandeln, um etwas zu erreichen. Ganz wichtig auch: Strategien entwickeln, wie Bürgerorganisationen durch Sammeln von Geldern – neudeutsch Fundraising – unabhängig von öffentlichen Geldern ihre Projekte finanzieren. Kürzlich wurde der ungewöhnliche Kirchenmann von der evangelischen Zeitschrift „Chrismon“ interviewt. Das Gespräch erschien unter dem Titel „Nichts geht mehr? Blödsinn. Vieles lässt sich verändern, wenn man nur miteinander redet, sagt Paul Cromwell, der Bürgerengagement organisiert“. Darin sagt er einen der Kernsätze des Community Organizing: „Um etwas zu verändern, müssen die Menschen Macht ausüben.“ Dazu werden sie ermächtigt („empowered“) durch eine „Kultur der öffentlichen Beziehungen“. Und diese fällt weder vom Himmel noch wird sie vom Staat vermittelt, sondern sie muss von den Bürgern in jedem Land selber entwickelt und etabliert werden.
Wolfgang Goede
Ausführlicher Bericht: www.gemeinsinn-werkstatt.de/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=84&Itemid=43
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Interview mit Bürgermeisterin Christine Strobl
DB: Frau Strobl, zuerst einmal Gratulation zu Ihrer Wahl zur neuen Bürgermeisterin von München und damit zur Stellvertreterin von OB Ude! Ist ein so herausragendes Amt auch die Erfüllung einstiger ‚Prinzessinnen’-Träume aus Münchner Kindertagen?
Ch.S.: Ganz und gar nicht. Ich war noch als Schülerin eher schüchtern und zurückhaltend. Nie war ich Klassensprecherin o.ä. Erst am Gymnasium wurde ich selbstbewusster. Es machte mir Spaß, ein Thema zu bearbeiten, ein Referat zu halten usw.
DB: Und wie gerieten Sie in das Fahrwasser der Politik?
Ch.S.: Nun, politisch interessiert war ich von Jugend an. Schon in der Familie wurde das Tagesgeschehen eifrig kommentiert und diskutiert. Und mein begonnenes Studium der Geschichte und Germanistik beendete ich im Hauptfach mit dem Magister-Examen am Geschw.-Scholl-Institut für politische Wissenschaften der Münchner Universität.
DB: Fast zeitgleich erfolgte dann ja auch Ihr früher Eintritt in die SPD.
Ch.S.: Ja, mit 21 Jahren – 1982. Das geschah in einer politisch höchst interessanten Zeit: die entstehende Friedensbewegung, die neue Umweltdebatte der Grünen, Wackersdorf, der NATO-Doppelbeschluss, der große Ostermarsch, die Auseinandersetzungen in der SPD, im April der SPD-Bundesparteitag in der Olympiahalle... Auch ich wollte durchaus Farbe bekennen!
DB: Seither folgte auch Ihr beruflicher Werdegang auf SPD-Pfaden – einige Jahre sogar als Juso-Vorsitzende... Gehörten Sie also ideologisch eher zum ‚linken’ Spektrum der Partei?
Ch.S.: Im Prinzip ja, dabei war ich allerdings von Anfang an mehr dem gemäßigten Öko-Flügel verbunden. Nach inzwischen 15 Jahren engagierter Tätigkeit als SPD-Stadträtin in München und in den Ausschüssen für Schulen, Kultur, Soziales, Personal, Verwaltung u.a. befasst mit fast allen Bereichen der Kommunalpolitik – bin ich grundsätzlich zu der Überzeugung gelangt, dass in der Politik nur ganz pragmatisch versucht werden kann, sich Schritt für Schritt einer gerechteren und friedlicheren Gesellschaft anzunähern.
DB: Eines der Kriterien einer solchermaßen erstrebten Gesellschaft ist zweifellos die Situation der Frau im öffentlichen und privaten Leben, insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit Kindern. Wie gelingt Ihnen persönlich der ‚Spagat’, erfolgreiche Stadträtin und gleichzeitig alleinerziehende Mutter zweier noch schulpflichtiger Kinder zu sein?
Ch.S.: Nun, beruflich engagierte ich mich für ‚Frauenpolitik’ schon immer. U.a. hatte ich fast 13 Jahre lang den Vorsitz in der Gleichstellungskommission der Stadt. – Und privat, als Mutter in der Familie, ist vieles eine Frage der Organisation, des schulischen Angebots und der Bereitschaft aller zur Mithilfe. Bis zum plötzlichen Tod meines Mannes vor 2 Jahren leistete er mir Unterstützung; inzwischen hilft uns meine Mutter nach Kräften. Ein wichtiger Faktor für unser Wohlbefinden ist allerdings auch unser Wohnumfeld, das Olympiadorf.
DB: Was schätzen Sie hier besonders?
Ch.S.: Es ist das einmalige architektonische Gesamtkonzept, das mich schon vor Jahren reizte, einmal hier zu wohnen. Und seitdem wir hier als Familie sesshaft wurden – zuerst in einer Wohnung, inzwischen in einem Reihenhaus – genießen wir die vielen Annehmlichkeiten unseres ‚Dorfes’ mitten in der Großstadt: Kindergarten, Hort und Schule vor der Haustür oder ganz in der Nähe, desgleichen die Spiel-, Sport- und Hobbymöglichkeiten, auch in den nahen olympischen Sportstätten, der Nadisee, das gefahrlose Radl-Fahren im nahen und weiteren autofreien(!) Umfeld, die U-Bahn etc. etc. Und nicht zu vergessen: genügend Kinder zum Spielen und kinderfreundliche Nachbarn...
DB: Insbesondere was die Erhaltung der olympischen Sportstätten und den Olympiapark anbelangt, waren Sie ja ganz persönlich engagiert – als Mitglied des Aufsichtsrates der Olympiapark GmbH.
Ch.S.: Hier möchte ich gerne eine Lanze brechen für die Geschäftsführung der OMG. Sie hat die Auflage, mittels attraktiver Angebote und Unternehmungen für den Erhalt der denkmalgeschützten olympischen Anlagen finanziellen Gewinn zu erwirtschaften, denn die vom einstigen OB Vogel mit Weitsicht angelegten Rücklagen sind inzwischen aufgebraucht. Aber nur wenn das Stadion, die Gebäude und der Park weiterhin mit ‚Leben’ erfüllt bleiben, ist diese Aufgabe bedingt lösbar. Sportliche und andere Großveranstaltungen, das Sealife-Center, das geplante Konzert mit den großen drei Münchner Orchestern anlässlich der Fußball-WM usw. sind hier erfolgversprechend. Gewisse Zugeständnisse unsererseits, als direkte Anwohner, z.B. zeitlich limitierte Lärmbelastungen oder teilweise Absperrungen usw. sollten für uns durchaus tragbar sein!
DB: Frau Strobl, in Ihrem vielfältigen Einsatz für Partei und Rathaus haben Sie zu Ihrem Ruf als ausgleichende ‚SPD-Managerin’ oder zuweilen auch als zähe Verhandlerin sich erst kürzlich noch den der kenntnisreichen Computer-Fachfrau erarbeitet: Denn als Sprecherin der Prüfungskommission des Stadtrats waren Sie wesentlich verantwortlich für die spektakuläre Entscheidung, die Rechner in Münchens Stadtverwaltung vom Computerbetriebssystem Windows umzustellen auf das System Linux! – Welcher Ihrer ‚Tugenden’ verdanken Sie solche Erfolge?
Ch.S.: In erster Linie dem Fleiß und dem Spaß an der Sache – und einigen glücklichen Konstellationen!
DB: Frau Strobl, wir wünschen Ihnen für Ihre neue verantwortungsvolle Tätigkeit als Bürgermeisterin viel Kraft und gutes Gelingen – und für Ihre Familie Gesundheit und gemeinsames Glück! Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Dr. Renate Weber
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„Nachruf“ Buchhandlung Unverhau
In eigener Sache
Am 1.1.1982 (Null Uhr) ging die Filiale der Akademischen Buchhandlung GmbH im Helene-Mayr-Ring 10 an Christiane Unverhau über.
An Weihnachten 2005, nach fast einem Vierteljahrhundert mussten wir bekannt geben, dass wir unser Ladengeschäft im Frühjahr 2006 schließen müssen. Vom 6. bis 18. Februar verabschieden wir uns mit einem Antiquariats-Sonderverkauf. Damit wollen wir unseren Kunden unseren Dank abstatten. Am Samstag, den 25. Februar 2006 sperren wir unsere Ladentür für immer zu.
Wir haben in unserer Wohnung zwei kleine Büros eingerichtet. Hier führen wir unsere Firma als Buchvertrieb und Verlag Christiane Unverhau weiter. Bis zum 26.2.06 nicht eingelöste Bücher-Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, da Sie weiter bei uns Bücher bestellen können. Der Nachteil für Sie: Bestellungen dauern künftig etwa eine Woche. Ihr Vorteil: Alles wird spesenfrei nach Hause geliefert. Ihr Kontakt: Tel/Fax /AB 351 8586. Kundenbesuche sind nicht möglich.
Dem Trend der Zeit mit veränderten Einkaufsgewohnheiten, dem Internet und der wirtschaftlichen Entwicklung müssen auch wir uns beugen. Einbrüche in die Buchhandlung, zahlreiche Wasserschäden, ein Brand (4. Advent 87) und sonstige Misslichkeiten konnten noch überwunden werden. Aber allein einen Laden über ein Vierteljahrhundert wöchentlich 55 Stunden lang geöffnet zu halten, ist nicht leicht. Wie alle Einzelhändler haben wir Opfer bringen müssen, doch die Anerkennung und das Wohlwollen unseres Publikums haben uns in reichem Maße dafür entschädigt.
Selbst unser einziger „Jahresurlaub“ in all diesen Jahren wurde generös akzeptiert. Wir hatten aus diesem Anlass am Ostersamstag, den 30.3.02 geschlossen und erhielten folgende Postkarte: „Alle Dorfbewohner wünschen, daß Sie sich im Jahresurlaub erholt haben. Mußten es aber so viele Tage sein? Haben Sie da nicht etwas übertrieben? Im nächsten Jahr sollten Sie etwas bescheidener sein!“ Wir haben uns das natürlich zu Herzen genommen. Ein Jahresurlaub war künftig tabu!
Uns haben viele Reaktionen aus unserem Stammpublikum sehr wehmütig gestimmt. Einige junge Menschen konnten das nicht fassen: „Als wir geboren wurden, war die Buchhandlung doch schon da. Nun soll es sie einfach nicht mehr geben!?“
Ein Kunde schrieb uns: „...Ihre Mitteilung, Ihr Ladengeschäft aufgeben zu müssen, stimmt traurig. Denn die Buchhändlerin und der Buchhändler gehören zu den Personen im Leben, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Persönliche Beziehungen bestehen zum Arzt, zum Pfarrer, zum Friseur, zum Kz-Meister, zum Apotheker, früher auch zum Briefträger. Sie verschaffen Wärme. Schließlich haben alle diese Menschen Kenntnis für die Vorlieben, Vorzüge und auch Schwächen. Sie, und jetzt meine ich Sie Beide, kennen den Geschmack, das spezielle Interesse und erfahren im Laufe der Jahre mehr oder minder viel von der Einstellung und Gewohnheiten der Kunden. Ihre Diskretion ist für den auf der anderen Seite des Ladentisches ein Gewinn...“
Dem haben wir wenig hinzuzufügen – nur das: Sie waren ein wunderbares Publikum und wir sind stolz, Ihre Buchhändler zu sein. Danke!
Christiane und Wilhelm Unverhau
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25 Jahre Buchhandlung Unverhau
Ohne die Buchhandlung Christiane Unverhau kann man sich unser Olympisches Dorf eigentlich nicht vorstellen. Sie ist kultureller Mittelpunkt und Begegnungsstätte für alle Freunde des Buches. Sowohl im Sortiment als auch beim Stöbern im angeschlossenen Antiquariat bekommt der Besucher kompetenten Rat. Wenn sich am 25. Februar 2006 die Tür zu den „Büchern im Olympischen Dorf“ zum letzten Mal öffnet, wird vieles anders werden, doch eins bleibt bestehen: die fachmännische Betreuung der Kunden, allerdings durch telefonische Beratung und Bestellung – Tel/Fax/AB; die moderne Technik macht’s möglich.
Wilhelm Unverhau kam bereits Ende der siebziger Jahre ins Olympische Dorf, anfangs als Filialleiter der Akademischen Buchhandlung. Bei seinem Ausscheiden als Prokurist am 30. Dezember 1981 erhielt er die von ihm geleitete Buchhandlung am Helene-Mayer-Ring 10 als Abfindung, überschrieb sie sogleich auf den Namen seiner Frau Christiane und wurde als Geschäftsführer ihr engster Mitarbeiter.
Viele dankbare Dorfbewohner – ebenso wie der Verfasser dieses Glückwunsches – möchten dem Ehepaar Unverhau auch weiterhin Gesundheit, Zufriedenheit und Schaffenskraft wünschen, auf dass sie von nun an ein weniger stressvolles Leben haben als bisher.
Klaus W. Jonas
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Abschied und Dank an Frau und Herrn Unverhau
Im März 2000 schrieb unser Dorfbote im Interview mit Christiane und Wilhelm Unverhau noch hoffnungsvoll: „Dabei sind wir Dorfbewohner so froh um Ihre kleine Buch-Oase inmitten der mehr und mehr an ‚Farbe’ verlierenden Ladenstraße – aber auch stolz darauf, dass gerade Sie hier nicht die Segel streichen, sondern das Banner unserer Dorf-Kultur unbeirrt hochhalten!“ – Nun wird Ende Februar das Segel „Bücher im Olympischen Dorf" eingeholt. Zurück bleibt unsere dankbare Erinnerung an 25 Jahre niveauvolle Buch-Kultur ‚zum Anfassen’ – und immerhin das Angebot, die Fach- und Sachkenntnis unserer beiden Buchhändler für Bestellungen per Teefon oder Fax weiterhin nutzen zu können.
Verbunden mit unserem Dank wünschen wir Ihnen, verehrtes Ehepaar Unverhau, für die Zukunft persönliches und berufliches Wohlergehen und Glück!
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