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Kunst im Olympiadorf
1. Media-Linien und Forum 1
„Im Frühling 1971 organisierte die ODMG einen internationalen eingeladenen Wettbewerb zur Belebung und künstlerischen Gestaltung des Forums im Olympischen Dorf in München. Das Ergebnis des Wettbewerbs wurde im Dezember 1971 bekanntgegeben: Mit dem 1. Preis wurde Hans Hollein aus Wien ausgezeichnet. Sein Projekt schlug ein System vor, das über die Forumsbereiche hinaus erweitert werden konnte, und da kein weiterer Wettbewerb für andere öffentliche Bereiche des Olympischen Dorfes ein klares Gegenargument liefern würde, empfahl das Preisgericht, den Vorschlag Holleins auf das gesamte Dorf auszudehnen, „da diese Arbeit als sehr überzeugend angesehen würde".
Der Bauherr folgte dieser Empfehlung und beauftragte Hollein mit der Ausführung des erweiterten Projektes – insbesondere, da das vorgeschlagene System zusätzlich die Probleme der Beleuchtung, der Orientierung und der Information löste. Das Kunstwerk ist hier nicht als Einzelobjekt aufgefasst, sondern als Bestandteil eines integrierten Systems ... so genannter ‘Medialinien’. Durch verschiedene Bereiche des Dorfes laufen diese Linien als einzelne Pfade, die in den zentralen Kommunikationsbereichen wie Forum und Markt* zusammengeführt und verdichtet werden.
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Leuchtende Medialinien auf dem Forum 1 mit aufgespannten Markisen
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Das Media-Linien-System von Hans Hollein ist ein Versuch, öffentliche Bereiche in Freiräumen zu aktivieren, d.h. Bereiche des täglichen Lebens durch Einsatz verschiedenster Medien aufzuwerten, als auch die in unseren Klimabereichen zeitlich begrenzte Nutzung von Freiräumen zu verlängern und angenehmer zu gestalten, wobei die Nutzer die jeweilige Situation selbst veranlassen können. In der Denkmalliste (2001) werden die „farbigen Rohrbahnen" als „raumbestimmend" gewürdigt. Der Brunnen aus Carrara-Marmor auf dem Forum 1 wurde ebenfalls von Hans Hollein gestaltet.
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Brunnen aus Carrara-Marmor von Hans Hollein
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… mit „Wasservorhang“
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Damit sind Signalwirkung und Orientierungsmöglichkeit ebenso gewährleistet wie die Versorgung mit den erforderlichen Medien**, ...
* gemeint war der Bereich zwischen Kirche und Helene-Mayer-Ring 14. ** für den öffentlichen Raum (nicht etwa für die Haustechnik der WEGs!)
Zusätzliche Informationen zu den Media-Linien finden Sie im Dorfboten Nr. 74 Seite 15
2. Der Kirchenvorplatz mit Wetterstation
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Ein zweiter großer öffentlicher Raum ist der Platz zwischen dem ökumenischen Kirchenzentrum und der Hochhausscheibe Helene-Mayer-Ring. Die „Öki-Station“ an seinem südlichen Ende ist zwar weniger Kunst, bietet aber viel Information über Weltzeiten, Mond und Wetter. In die „schwarzen Säulen“ sind Schaukästen u.a. von EIG, Kultur- und Sportverein integriert.
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3. Kunstwerke in den Wohnbereichen
Vor der ehemaligen Mensa standen einmal farbige Acrylglas-Blumen von Josef Gollwitzer. Sie zeichnen sich nur noch als Spuren im Pflaster ab.
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In der Connollystrße, bei Nr. 18, drehen sich die „Olympischen Ringe“ ineinander auf einer vertikalen Achse – ursprünglich ein kinetisches Acrylgls –Objekt von Ruth Kiener-Flamm. Die heutige drehbare Fassung aus Aluminium wurde von ihr authorisiert.
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Den Eingangshof zur Grundschule an der Nadistraße bewacht eine „Silbersäule“ aus verdreht geschichteten Aluminiumplatten von Roland Martin. Ursprünglich motorbewegt, heute von Kinderhand gedreht.
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Etwas abseits, in einer Gebäudelücke der Nadistraße, ist „das Paar“, eine Bronzeplastik, abgestellt. Der Bildhauer ist unbekannt. Info an EIG erbeten.
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Zum 10jährigen Bestehen des OD wurde von Ben Muthofer, in Zusammenarbeit mit der Lehrlingswerkstatt von BMW, eine Plastik aus weißlackerten Stahlblechen gebaut. Das „Krönchen“ steht am Kusoscinski-Damm, hoch über dem Nadisee.
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Ebenfalls nach den Spielen wurde der Brunnen von Erich Fromm in der Grünanlage am U-Bahnhof, am Beginn der Media-Linie errichtet.
Sein Wasser, die Ruhebänke und die „Rundumversorgung“ in unmittelbarer Nähe haben ihn zum gepflegten Clochard-Treff werden lassen.
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4. Brunnen und Spielgeräte
Für die nacholympische Nutzung als Wohnstadt wurde das Olympische Dorf in allen Wohnarmen mit kleinen Sand- und phantsievollen Brunnen-Spielplätzen ausgestattet. Die Brunnen wurden von jungen Künstlern und Architekten meistens aus farbig behandelten Teilen der Installationstechnik gestaltet.
Spielgeräte, wie der „Käfig“ bei N 24 oder die „Weltkugel“ bei N 24 am Durchgang zur Straßbergerstraße, sind nicht mehr intakt.Dagegen sind die „rote“ und die „weiße Stadt“ im grünraum zwischen Nadi- und Straßbergerstraße beliebte Spiel- und (Spray-)stätten.
5. Brunnen und Nadisee
6. Grafisches Orientierungssystem aus geometrischen Formen
Otl Aicher war für das visuelle Erscheinungsbild der Olympischen Spiele zuständig: Blaue, auf die Spitze gestellte Quadrate (Connollystraße), grüne Dreiecke (Nadistraße), orange Kreise (Straßbergerstraße) für Hausnummern und Straßennamen des OD. Ihre Namen tragen die Straßen nach Sportlern, die merhfach und erfolgreich an Olympischen Spielen teilgenommen haben.
3 Fotos übernehmen aus DB Nr. 74, Seite 22 – aber nur die farbigen!
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